Der Hauptgegenstand dieser Arbeit soll der berühmte “Panther” aus dem Pariser Jardin des Plantes darstellen. Dieses absolute Meisterstück der dichterischen Einfühlung ist in den Neuen Gedichten von Rainer Maria Rilke vorzufinden. Rilke löst in den Neuen Gedichten “in einer sehr eigenen Weise das Problem des Verhältnisses zwischen Innen und Außen” und übt damit eine unglaubliche Faszination aus.
Das Werk passt in den zeitlichen Rahmen der Wiener Moderne um 1900 und schließlich ist auch Erich Maria Rilke ein bekannter Autor der Klassischen Moderne.
Da das Werk zur Gattung der Dinggedichte zählt, wird diese Form der Dichtung, neben dem Verhältnis Rilkes zu Auguste Rodin hier ein wenig näher erläutert.
Weiterhin findet natürlich eine umfangreiche Analyse und Interpretation des lyrischen Werkes statt. Angesichts der Verständnisschwierigkeiten, die R.M.Rilke als moderner Autor liefert, soll hier auch die sprachliche Form und deren Bedeutung, anhand dieses Werkes näher untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entstehungsgeschichte des Werkes
3 Das Dinggedicht
4 Analyse
4.1 Thematik des Werkes
4.2 Die Symbolik des Panthers
4.3 Aufbau des Gedichts
4.4 Gedichtanalyse
4.5 Zeit und Raum
5 Interpretation
6 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit widmet sich einer fundierten literaturwissenschaftlichen Interpretation des Gedichts „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke, wobei insbesondere die Gattung des Dinggedichts und die spezifische Sprachgestaltung untersucht werden. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der inneren Befindlichkeit des Panthers, der symbolischen Darstellung menschlicher Isolation und der formalen Ästhetik des Werks zu entschlüsseln.
- Analyse der Entstehungsgeschichte und biographischer Hintergründe (Einfluss von Auguste Rodin).
- Einordnung des Werkes in die Gattung des Dinggedichts.
- Untersuchung der Symbolik und der komplexen Raum-Zeit-Strukturen im Text.
- Interpretation der sprachlichen Mittel sowie der rhythmischen und metrischen Gestaltung.
- Deutung des Motivs der Isolation und des Verhältnisses von Innen- und Außenwelt.
Auszug aus dem Buch
4.4 Gedichtanalyse
Die erste Strophe beginnt mit dem “Blick” des Panthers, diese Augen-Metapher lässt sich auch in anderen Werken der Neuen Gedichte vorfinden, sie bezeichnet die Beziehung zur Außenwelt. Weiterhin wird die unüberwindbare Grenze durch die Stäbe des Käfigs markiert: “Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe/ und hinter tausend Stäben keine Welt.” Durch diese Wort- und Lautwiederholung (vor allem Ü- und Ä-Laute), wie bei “Stäbe” wird die scheinbar gleichförmige Art der Wahrnehmung und die innere trostlose Situation des Panthers verdeutlicht. Der erste Vierzeiler beschreibt somit den müden Blick, dass Tier kann keinen Kontakt mit der Welt herstellen: “hinter tausend Stäben keine Welt.” Das sprachliche Bild in form einer Hyperbel bei “tausend Stäbe” ist sehr auffällig, ein Käfig hat üblicherweise bloß einige “Stäbe”, doch an dieser Stelle sind es “tausend”, was eine Dramatisierung der gefangenen Situation des Panthers bewirkt und die Monotonie aufzeigt, in welche er gefallen ist.
In der zweiten Strophe wird die Bewegungsform des Panthers beschrieben: “Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte”, hier ist vor allem der Gegensatz der Adjektive “weich” und “stark” auffällig. Er dreht sich im “allerkleinsten Kreise,” dies ist sehr untypisch für gefangene Raubtiere, normalerweise bewegen sie sich direkt am Rande des Gitters entlang. Es ist wie ein “Tanz von Kraft um eine Mitte,” dass Adjektiv vom vorhergehenden Vers “geschmeidig,” zeigt uns die grazile Form der Bewegung, welche an einen “Tanz” erinnert, was durch den aufgeführten “Wie-Vergleich” deutlich wird, trotz und wegen seiner inneren “Kraft” und “starker Schritte.”
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk „Der Panther“ ein, kontextualisiert es in der Wiener Moderne und formuliert die Ziele der Untersuchung hinsichtlich Form und Bedeutung.
2 Entstehungsgeschichte des Werkes: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Entstehungskontext des Gedichts im Pariser Jardin des Plantes und den maßgeblichen Einfluss von Auguste Rodin auf Rilkes Wahrnehmung.
3 Das Dinggedicht: Hier wird der literarische Gattungsbegriff des Dinggedichts definiert und Rilkes spezifischer Ansatz, das Wesen eines Objektes oder Lebewesens objektiviert darzustellen, erläutert.
4 Analyse: In diesem Abschnitt werden Thematik, Symbolik, formaler Aufbau sowie die sprachliche und inhaltliche Struktur des Gedichts detailliert untersucht.
5 Interpretation: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Deutung des Gedichts als Ausdruck menschlicher Isolation und untersucht das poetologische Verhältnis zwischen Innen- und Außenwelt.
6 Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass Rilke durch eine spezifische Bewegungsstruktur den Dingcharakter des Textes und die existenzielle Fremdheit des Panthers erfahrbar macht.
Schlüsselwörter
Rainer Maria Rilke, Der Panther, Neue Gedichte, Dinggedicht, Wiener Moderne, Auguste Rodin, Symbolik, Interpretation, Isolation, Innenwelt, Außenwelt, Lyrik, Sprachanalyse, Motivik, Metaphorik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt eine systematische Interpretation von Rainer Maria Rilkes berühmtem Gedicht „Der Panther“ mit dem Ziel, dessen inhaltliche und formale Besonderheiten zu erschließen.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Hausarbeit behandelt?
Zentrale Themen sind die Gattung des Dinggedichts, der Einfluss von Auguste Rodin, die symbolische Bedeutung des Panthers sowie das Motiv der Isolation und die Wahrnehmungsproblematik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rilke durch die sprachliche Form und spezifische Bewegungsstrukturen ein „Ding“ erschafft und die Unvereinbarkeit zwischen der Innenwelt des eingesperrten Tieres und der Außenwelt darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse, die durch literaturwissenschaftliche Sekundärliteratur gestützt wird, um sowohl den formalen Aufbau als auch die semantischen Ebenen des Gedichts zu deuten.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-biographische Einordnung, eine Definition des Dinggedichts, eine detaillierte Analyse der einzelnen Strophen hinsichtlich ihrer Symbolik und Metaphorik sowie eine abschließende Interpretation des Werkes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rilke, Dinggedicht, Isolation, Symbolik, Wahrnehmung und Moderne charakterisieren.
Warum spielt der Begriff „Dinggedicht“ eine so zentrale Rolle in der Arbeit?
Das „Dinggedicht“ ist das literarische Rahmenkonzept, da Rilke versucht, das distanzierte Wesen des Panthers einzufangen, indem er den Fokus vom lyrischen Ich weg auf das Objekt selbst verlagert.
Wie wirkt sich die „Kreisbewegung“ auf die Interpretation des Gedichtes aus?
Die Kreisbewegung symbolisiert die Monotonie und Ausweglosigkeit der Gefangenschaft; sie verdeutlicht, dass der Panther in seinem eigenen Inneren gefangen ist und keinen Kontakt zur Außenwelt herstellen kann.
- Quote paper
- Rebecca Tille (Author), 2007, „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke. Eine Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126096