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Entstehung und Entwicklung der hochdeutschen Sprache

Title: Entstehung und Entwicklung der hochdeutschen Sprache

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Jelena Vukadinovic (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Zuerst soll ein allgemeiner, kürzer Überblick über die Entstehung und Entwicklung
des Hochdeutschen aus dem Indogermanischen und Germanischen gegeben
werden. Dabei sollen die wichtigsten Veränderungen der sprachlichen Struktur in
jeder historischen Sprachstufe, einschließlich des gegenwärtigen
Neuhochdeutschen, berücksichtigt werden. Da die früheste Stufe des
Hochdeutschen, das Althochdeutsche, auch nur eine Sammlung von Dialekten war,
soll der Hauptschwerpunkt die Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache sein.
Auch soll die Vereinheitlichung der mündlichen Sprache, sofern das möglich ist,
dargestellt werden.
Im zweiten Teil der Arbeit sollen die Entstehung und Entwicklung des
Hochdeutschen exemplarisch an der Geschichte ausgewählter neuhochdeutscher
Wortbeispiele dargestellt werden. Im ersten Schritt soll, anhand etymologischer
Wörterbücher, die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Wortes aus dem
Indogermanischen und (West)Germanischen erarbeitet werden und auf eventuelle,
aus gleicher Wurzel stammende, gleichbedeutende Wörter in anderen Sprachen
verwiesen werden. Im zweiten Schritt sollen, anhand je eines alt-,
mittelhochdeutschen und frühneuhochdeutschen Wörterbuches, die Entwicklungen
des Wortes und seiner Schreibform in verschiedenen historischen Sprachstufen betrachtet werden. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt auf die Veränderungen
der Bedeutungen und der Verwendungsarten gelegt werden, so daß, wenn möglich,
sofort Parallelen zum gegenwärtigen Gebrauch des Wortes gezogen werden
können. Auffällige Veränderungen in grammatikalischen Bereich werden ebenfalls
angegeben und falls möglich erklärt.
Im dritten Schritt werden, mit Hilfe eines aktuelles neuhochdeutschen Wörterbuchs,
die noch nicht erwähnten gegenwärtigen Bedeutungen des jeweiligen Wortes
angegeben, sowie eventuelle Veränderungen in der Schreibform und dem
grammatikalischen Bereich. Da sich das gegenwärtige Neuhochdeutsch ziemlich von
dem Neuhochdeutschen voriger Jahrhunderte unterscheidet wird zum Vergleich
auch ein Wörterbuch aus dem Anfang des 19. Jh. herangezogen. Zum besseren
Verständnis der Wortentwicklungen in allen Sprachstufen wird das Grimmsche
Wörterbuch benutzt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kürzer Überblick über die Entstehung und Geschichte der hochdeutschen Sprache

3. Geschichtliche Entwicklung dreier Beispielswörter des Neuhochdeutschen

3.1. Sonne

3.2 Haus

3.3 Feuer

4. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung der hochdeutschen Sprache nachzuzeichnen und exemplarisch anhand ausgewählter, existentieller Wörter zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der sprachlichen Evolution von den indogermanischen und germanischen Wurzeln bis hin zum gegenwärtigen Neuhochdeutsch, wobei ein besonderer Fokus auf den Bedeutungsveränderungen und dem grammatikalischen Wandel liegt.

  • Historische Herleitung des Hochdeutschen aus dem Indogermanischen und Germanischen.
  • Analyse der lautlichen und strukturellen Veränderungen in den historischen Sprachstufen.
  • Etymologische Untersuchung der Beispielwörter „Sonne“, „Haus“ und „Feuer“.
  • Darstellung der Entwicklung von Wortschatz, Schreibform und Bedeutung im Kontext der Sprachgeschichte.
  • Untersuchung der Standardisierungsprozesse der deutschen Schriftsprache.

Auszug aus dem Buch

3.1. Sonne

Das nhd. Wort ‚Sonne’ kommt wahrscheinlich aus dem germanischen (g.) ‚sunno’. Da es in einigen Fällen auch als gotisch (got.) ‚sauil’, nordisch (nor.) ‚sol’, und angelsächsisch (ags.) ‚sygil’ auftritt, wird angenommen, „daß es einen alten l/n Stamm fortsetzt“5, wobei die l – Bildung in anderen indogermanischen Sprachgruppen üblicher ist, wie z. B. lateinisch (lat.)‚sol’, griechisch (gr.) ‚helios’ oder altkirchenslawisch (aks.)‚slunce’. Bei den Bezeichnungen in germanischen Sprachzweig hat sich, mit einigen Ausnahmen, offenbar der n – Stamm durchgesetzt, wie an Beispielen des ags. ‚sunne’ (neben ‚sygil’), des altfriesischen (afri.) ‚sonna’ und althochdeutschen (ahd.) ‚sunna’, oder auch an der heutigen ‚Sonne’ oder englischen (eng.) ‚sun’, erkennbar wird.

Dem Grimmschen Wörterbuch nach, entstanden die germanischen Bezeichnungen wahrscheinlich als Weiterbildungen einer indogermanischen (ig.) Wurzel ‚*su’, das in etwa ‚leuchten’ bedeutet. Auch Mackensen verweist auf eine Urverwandtschaft mit der nasalierten idg. Wurzel ‚*s(â)u’ (Sonne).

Das Geschlecht der germanischen Bezeichnung für Sonne ist unklar, da die erhaltenen Beispiele aus dem Gotischen in verschiedenen Fällen unter -schiedliche Generazuordnungen zulassen.6 Auch im Deutschen gibt es anfangs keine genaue Zuordnung. In althochdeutschen (ahd.) Überlieferungen findet sich nur in einigen altsächsischen (as.) Materialien und dem „altdeutschen Physiologus“ die maskuline Form ‚sunno’. Ansonsten ist aus dem ahd. nur die Form ‚sunna’ bekannt, die meist nur als die Übersetzung des lateinischen ’sol’ überliefert ist.7 Diese Form ist immer schwach feminin8, was wohl an dem, u.a. in der Edda überlieferten, germanischen Glauben liegt, daß ‚Sol’ (die Sonne) und Mani (der Mond) Tochter und Sohn des Mundilfari9, des Bewegers der Erdachse sind. Auch in einer ahd. Quelle, dem Zweiten Merseburger Zauberspruch, findet sich ein Hinweis auf eine ‚Sunna’, die als ‚suister’ 10 einer andern Göttin bezeichnet wird, also eindeutig weiblich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Deutschen als Weltsprache dar und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit anhand etymologischer Wortanalysen.

2. Kürzer Überblick über die Entstehung und Geschichte der hochdeutschen Sprache: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung des Deutschen ausgehend vom Indogermanischen über die germanischen Lautverschiebungen bis hin zur Etablierung einer einheitlichen hochdeutschen Standardsprache.

3. Geschichtliche Entwicklung dreier Beispielswörter des Neuhochdeutschen: Anhand der Begriffe „Sonne“, „Haus“ und „Feuer“ wird detailliert aufgezeigt, wie sich Bedeutung, grammatikalische Form und Verwendung der Wörter über verschiedene Epochen hinweg gewandelt haben.

4. Schluß: Das Fazit reflektiert die Schwierigkeiten der etymologischen Forschung aufgrund fehlender schriftlicher Zeugnisse in frühen Sprachstufen und betont den fortwährenden Reiz der Sprachwissenschaft.

Schlüsselwörter

Hochdeutsch, Sprachgeschichte, Etymologie, Indogermanisch, Germanisch, Lautverschiebung, Sprachwandel, Wortbedeutung, Mittelhochdeutsch, Althochdeutsch, Schriftsprache, Standardisierung, Sprachwissenschaft, Sprachstufen, historische Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entstehung der hochdeutschen Sprache und betrachtet exemplarisch die etymologische Entwicklung dreier alltäglicher Begriffe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die indogermanischen Ursprünge, germanische Lautverschiebungen, die Herausbildung der neuhochdeutschen Schriftsprache sowie etymologische Wortanalysen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der deutschen Sprache durch eine theoretische Übersicht und eine konkrete, sprachgeschichtliche Untersuchung ausgewählter Wörter verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer etymologischen und diachronen Sprachbetrachtung unter Einbeziehung historischer Wörterbücher, etymologischer Standardwerke und schriftlicher Überlieferungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zur Sprachgeschichte und eine detaillierte Fallstudie zu den Wörtern „Sonne“, „Haus“ und „Feuer“ in ihren verschiedenen historischen Sprachstufen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Schlüsselwörter sind Hochdeutsch, Sprachgeschichte, Etymologie, Lautverschiebung und Sprachwandel.

Warum spielt die „Benrather Linie“ eine Rolle für die Definition des Hochdeutschen?

Die Benrather Linie markiert die geographische Grenze zwischen den niederdeutschen Dialekten, die von der zweiten Lautverschiebung nicht betroffen waren, und den hochdeutschen Dialekten.

Welchen Einfluss hatte der Buchdruck auf die deutsche Sprache?

Der Buchdruck ab 1450 schuf die notwendige Grundlage für eine einheitliche Schriftsprache, da es ineffizient war, Schriften in zahlreichen verschiedenen regionalen Dialekten zu drucken.

Wie erklären sich die Bedeutungsveränderungen der Beispielwörter?

Die Bedeutungsänderungen resultieren oft aus gesellschaftlichem Wandel, dem Einfluss anderer Sprachen, religiösen Einflüssen oder dem Übergang von mythologischen zu wissenschaftlichen Weltbildern.

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Details

Title
Entstehung und Entwicklung der hochdeutschen Sprache
College
RWTH Aachen University  (Lehrstuhl für Ältere Deutsche Literatur / Lehrstuhl für deutsche Philologie)
Course
Geschichte der deutschen Sprache im Mittelalter
Grade
2,3
Author
Jelena Vukadinovic (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V126104
ISBN (eBook)
9783640314942
ISBN (Book)
9783640318391
Language
German
Tags
Entstehung Entwicklung Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jelena Vukadinovic (Author), 2002, Entstehung und Entwicklung der hochdeutschen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126104
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