Die folgende Arbeit mit dem Titel „Merkmale und Arten von Implikaturen“ basiert auf einer Seminarsitzung vom 11.10.2003 im Seminar Ib, in dem wir uns mit Grices Theorie der Konversations-Implikaturen beschäftigt haben.
Im Laufe des Seminars haben wir uns zuerst mit sprechakttheoretischen Grundlagen auseinandergesetzt, um dann auf Grices Theorie der Konversations-Implikaturen zu kommen und an Hand dieser die Probleme indirekter Kommunikation zu erschließen.
Die Merkmale und Arten der einzelnen Implikaturen (konventionale sowie konversationale) sollen im Folgenden näher erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Was sind Implikaturen?
2. Konventionale Implikaturen
2.1. Merkmale konventionaler Implikaturen
3. Nichtkonventionale Implikaturen
4. Nichtkonversationale Implikaturen
5. Konversationale Implikaturen
5.1. Merkmale konversationaler Implikaturen
5.2. Partikularisierte Implikaturen
5.3. Generalisierte Implikaturen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der Erläuterung der von H. Paul Grice begründeten Theorie der Konversations-Implikaturen, um Probleme der indirekten Kommunikation aufzuarbeiten. Das Ziel besteht darin, die verschiedenen Arten von Implikaturen zu systematisieren und ihre spezifischen Merkmale anhand sprechakttheoretischer Grundlagen und sprachlicher Konventionen zu differenzieren.
- Grundlagen der Implikaturtheorie nach Grice
- Unterscheidung zwischen konventionalen und konversationalen Implikaturen
- Analyse der Merkmale Annullierbarkeit, Nichtabtrennbarkeit und Unbestimmtheit
- Differenzierung in partikularisierte und generalisierte Implikaturen
- Rolle der Konversationsmaximen in der Kommunikation
Auszug aus dem Buch
5. Konversationale Implikaturen
Die Konversationalen Implikaturen entstehen, im Gegensatz zu den Konventionalen Implikaturen, aus einer Verletzung einer der Konversationsmaxime heraus. Sie sind sehr stark von den jeweiligen Umständen der Äußerung sowie den beteiligten Personen (sowohl Sprecher, als auch Hörer) und deren Intentionen und gegenseitigen Annahmen abhängig(vgl. Schneider, 2001). Die Äußerung, die etwas sagt, das gerade nicht zur Situation passt, wird, so zu sagen, als Sprungbrett genutzt, um zu dem eigentlich Gemeinten zu kommen. Es wird das Relevante also nicht explizit gesagt, sondern im sprachlichen Ausdruck verschleiert (vgl. Linke, Nussbaumer, Portmann, 2001).
Es lassen sich zwei Arten von Konversationalen Implikaturen unterscheiden, einerseits die Partikularisierten Implikaturen und andererseits die Generalisierten Implikaturen. Auf diese beiden Arten soll weiter unten noch genauer eingegangen werden doch zunächst sollen erst einmal die Merkmale Konversationaler Implikaturen näher Beleuchtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in den Kontext der Seminarsitzung sowie die sprechakttheoretische Fundierung der Arbeit.
1. Was sind Implikaturen?: Definition von Implikaturen als nicht explizit geäußerte, aber mitverstandene Bedeutungsaspekte.
2. Konventionale Implikaturen: Erläuterung von Implikaturen, die auf festen sprachlichen Konventionen beruhen.
2.1. Merkmale konventionaler Implikaturen: Analyse der Nichtannullierbarkeit, Abtrennbarkeit und Bestimmtheit dieser Implikaturart.
3. Nichtkonventionale Implikaturen: Abgrenzung von Implikaturen, deren Erklärung über die rein lexikalische Bedeutung hinausgeht.
4. Nichtkonversationale Implikaturen: Betrachtung von Implikaturen, die nicht auf Konversationsmaximen, sondern auf sozialen oder religiösen Maximen basieren.
5. Konversationale Implikaturen: Einführung in Implikaturen, die aus der bewussten Verletzung oder Ausbeutung von Konversationsmaximen entstehen.
5.1. Merkmale konversationaler Implikaturen: Detaillierte Untersuchung von Merkmalen wie Annullierbarkeit und Nichtabtrennbarkeit anhand von Beispielen.
5.2. Partikularisierte Implikaturen: Analyse kontextabhängiger Implikaturen, die aus der Ausbeutung von Maximen resultieren.
5.3. Generalisierte Implikaturen: Untersuchung kontextunabhängiger Implikaturen, die durch einfache Äußerungen entstehen.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Theorie als Instrument zur Analyse rationalen sprachlichen Handelns.
Schlüsselwörter
Implikaturen, Grice, Konversationsmaximen, Kommunikation, Pragmatik, Sprachphilosophie, Sprecher-Implikaturen, Konventionale Implikaturen, Konversationale Implikaturen, Annullierbarkeit, Nichtabtrennbarkeit, Sprachgebrauch, Indirekte Kommunikation, Partikularisierte Implikaturen, Generalisierte Implikaturen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Theorie der Implikaturen nach H. Paul Grice und untersucht, wie Hörer in der Kommunikation Bedeutungen erschließen, die über das explizit Gesagte hinausgehen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Unterscheidung zwischen konventionalen und nichtkonventionalen Implikaturen sowie der detaillierten Analyse von konversationalen Implikaturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Systematik hinter indirekter Kommunikation aufzudecken und zu zeigen, wie durch die Ausbeutung von Konversationsmaximen zusätzliche Bedeutungsebenen transportiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den sprachphilosophischen Grundlagen von Grice sowie einschlägiger linguistischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Implikaturtypen, die Erläuterung ihrer spezifischen Merkmale sowie die Differenzierung zwischen generalisierten und partikularisierten Implikaturen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Konversationsmaximen, Annullierbarkeit, kontextabhängige Kommunikation und die Unterscheidung zwischen konventionalen und konversationalen Implikaturen.
Was unterscheidet konventionale von konversationalen Implikaturen?
Konventionale Implikaturen basieren auf festen sprachlichen Konventionen einzelner Ausdrücke, während konversationale Implikaturen aus der Verletzung von Konversationsmaximen in einem spezifischen Kontext entstehen.
Warum ist das Merkmal der Annullierbarkeit für die Theorie wichtig?
Die Annullierbarkeit dient als wesentliches Kriterium, um zwischen den verschiedenen Arten von Implikaturen zu unterscheiden, insbesondere um generalisierte konversationale Implikaturen von konventionalen abzugrenzen.
Was versteht man unter der "Ausbeutung" einer Maxime?
Damit ist der Prozess gemeint, bei dem ein Sprecher bewusst gegen eine Konversationsmaxime verstößt, der Hörer jedoch annimmt, dass der Sprecher dennoch kooperiert, und so ein tieferes, implizites Verständnis der Aussage herstellt.
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- Sören Meyer (Author), 2004, Merkmale und Arten von Implikaturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126167