Stilistik. Defintionen und Stilfiguren im Überblick


Hausarbeit, 2008

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1. Ziel der Arbeit
1.2. Definition von Stilistik
1.3. Terminologische Unklarheit von Stilistik
1.4. Definition des Stils
1.4.1. Sprache und Sprachstil
1.5. Gliederung der Stilanalyse

2. Stilfiguren
2.1. Definition und Funktion der Stilmittel:
2.2. Subklassifikation der Tropen
2.2.1. Umschreibung
2.2.2. Übertragung
2.2.3. Veränderung der Satzart
2.2.4. Figuren der Hinzufügung
2.2.5. Figuren der Auslassung
2.2.6. Figuren der Anordnung und des Platzwechsels: Positionsfiguren

3. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis:

1. Einführung

1.1. Ziel der Arbeit

Meine Arbeit geht vor allem auf eine kurze Definierung und Darstellung der Begriffe „Stilistik“, „Stil“, bzw. auf die Klassifizierung und Thematisierung der verschiedenen Stilfiguren, die ich gleichzeitig mit konkreten Beispielen veranschauliche, um einen näheren Überblick über diese wissenschaftliche Disziplin zu bekommen und die einzelnen Stilfiguren besser verstehen zu können.

1.2. Definition von Stilistik

Die Stiltheorie gilt als stilistische Grundlage der Stilistik, in der alle Formen sprachlicher Kommunikation analysiert werden, sie ist produzenten- und produktionsbezogen. Hier geht es vor allem um Sprachrealisierung, indem zur Beschreibung und Erklärung des Stilprozesses ein Modell notwendig ist, sprecherorientiert ist. Das ist das sog. Modell des Verhaltens des Schreibers oder Sprechers bei der Textproduktion. Die Stiltheorie versteht den Stil als sprachliche Gestaltung. Bei der Sprachanalyse der Stilistik und der Stiltheorie können die folgenden Fragen untersucht werden: „Was ist Stil?“; „Wie erfasst man Stil?“ (Sanders: 1977; S. 7, 12)

1.3. Terminologische Unklarheit von Stilistik

„’Terminologische Unklarheit ist für die Wissenschaft, was Nebel für die Schifffahrt’, lautet ein beherzigenswertes Diktum H. Schuchardts. Angesichts gerade für den Stilbereich festgestellten ’Überlappung und auch gewisse(n) Verwirrung der Begriffe’ soll daher am Anfang eine Klarstellung erfolgen, die nicht das sicherlich allzu vermessene Anliegen hat, jenes terminologische Übel zu beheben, sondern wenigstens das Verständnis der im folgenden verwendeten Begriffe festlegen und begründen will.” (Sanders: 1977; S. 7)

Die Wurzel des Übels liegt in der mehrfachen Anwendungsmöglichkeit des Terminus „Stilistik”, indem er:

a) ein Oberbegriff des Gesamtkomplexes der Beschäftigung mit Stil ist; bzw.
b) als Begriff für den Teilbereich der deskriptiven und präskriptiven Stilistik zählt. (Sanders: 1977; S. 7-8)

Stilwissenschaft: als ein allgemeiner Oberbegriff zählt auch „Stil“, daneben der Begriff „Stilwissenschaft“ in Korrelation zur „Literaturwissenschaft“ und „Sprachwissenschaft“ angesetzt werden kann. Daneben werden oft vorkommende Formulierungen verwendet wie „Stilbetrachtung“, „Stilforschung“, „Stiluntersuchung“, „Stilkunde“, „Stillehre“, usw.

Wie alle Wissenschaftsobjekte, hat der Stil sowohl eine empirische (praktische) als auch eine theoretische Seite. Der Stil wird produktiv (als Sprachgestaltung) und rezeptiv (als Textrezeption) korrespondiert. In diesem System spielt die „Stilistik“ als Korrelat der „Stiltheorie“ eine wichtige Rolle so wird sie auch Stilanalyse genannt.

Die Stilistik, bei der auch eine weitere Untergliederung möglich ist, befasst sich nicht nur mit normalsprachlichen Texten, sondern auch mit poetischen Texten. Hier sind die Differenzqualitäten auch beschreibbar.

Man unterscheidet zwischen zwei Sprachstrukturen:

a) normale Sprachstrukturen, über die „Linguostilistik“ (Sprachstilistik) operiert;
b) stilistische Strukturen, die von der Poetostilistik (linguistische Poetik) festgestellt werden können.

Diese Sicht bezieht sich auf die „Wissenschaften von der Sprache“. (Sanders: 1977; S. 8-9)

1.4. Definition des Stils

Der Stil ist ein allgemeines Wort, der in allen möglichen Lebensbereichen verwendet wird. Der Stilbegriff kommt in solchen Themen vor, wie Architektur, bildende Kunst, Kleidungswesen, Malerei, Musik, Sport. Der Stil kommt oft auch in Redewendungen vor. Es geht in diesen Fällen um sekundäre Adaptierungen des eigentlichen Stilbegriffs, der Stil ist eine sich der Grundstruktur Sprache zuordnende Struktur.

In einem Kommunikationsakt muss ein vorgegebener Sachverhalt der Redeintention entsprechend thematisiert werden, so werden zwei Arten von Sprachstrukturen unterschieden:

a) Makrostruktur, die als eine logisch-semantische Organisationsform des Sachverhalts dargestellt wird;
b) Mikrostruktur, also die Realisierung der primären Komponente durch Sprachelemente, die den Gegenstandsbereich des „Sprachstils“ bedeutet. (Sanders: 1977; S. 10-11)

Typen: Funktionsstil, Sprachstil, Textsortenstil, Situationsstil (Sanders: 1977; S. 121)

Bei diesem Thema spielt der Sprachstil die wichtigste Rolle.

1.4.1. Sprache und Sprachstil

Die Sprache wird auch als Sprachstil in verschiedenen Texten realisiert. Als „Text“ kommt jede mündliche oder schriftliche sprachliche Äußerung vor, die über kommunikative Funktion verfügt. (Sanders: 1977; S. 11) Teile:

a) Alltagssprachstil: die Kommunikation dient als Selbstzweck (Kontakt)
b) Gebrauchssprachstil: die Kommunikation ist ein Mittel zum Zweck (Information)
c) Kunstsprachstil: dazu gehören Kommunikation und Ästhetik (Kreativität).

(Sanders: 1977; S. 51)

1.5. Gliederung der Stilanalyse

Die Stilanalyse ist nicht einheitlich. Im Hinblick auf deren Zergliederung lassen sich drei verschiedene Aspekte unterscheiden:

a) „Stilmittel“ als instrumentaler Aspekt: diese werden oft genannt, aber nur selten erwähnt. Stilelemente bilden die Grundlage für andere Erkenntnisse und Schlussfolgerungen.
b) „Stiltypen“ als kollektiv-sozialer Aspekt: der Sprachgebrauch erfährt eine bestimmte sachliche Normierung, besonders was die Funktion und Situation der Textsorte der Äußerung betrifft. Ergebnis ist der Stil, der typisiert wird. Bei der Analyse wirken verschiedene Faktoren der Stiltypenbildung.
c) „Stilschichten“ als individual-sozialer Aspekt: die einzelnen Stilschichten entsprechen verschiedenen Sprachmöglichkeiten. Diese Stilschichten bestimmen den Individualstil.

Bei der folgenden Klassifizierung spielen vor allem die Stilmittel (Stilfiguren), bzw. Tropen die bedeutendste Rolle. (Sanders: 1977; S. 60-61)

2. Stilfiguren

2.1. Definition und Funktion der Stilmittel:

Die Stilmittel werden auch „Stilfiguren“ (rhetorische Figuren, d. h. „Stilelement“, „Stileinheit“, „Stileffekt“, „Stilistikum“) genannt, die vor allem zu literarischen Zwecken (in bestimmten Werken wie Versen oder Prosatexten) verwendet werden. Solche Figuren kehren in stilistischer Hinsicht (mit einigen Ausnahmen) oft von der Alltagssprache ab. Untertypen von Stilfiguren sind phonologische (z. B. Alliteration), syntaktische (z. B. Chiasmus), semantische (z. B. Metapher) und pragmatishe Stilfiguren (z. B. Ironie) (Sanders: 1977; S. 65-66, 80)

2.2. Subklassifikation der Tropen

2.2.1. Umschreibung

Eine Umschreibung bedeutet die indirekte Beschreibung eines Sachverhaltes oder Begriffes und wird angewendet, wenn dieser nicht in deutlichen Worten geschieht. (http://de.wikipedia.org/wiki/Umschreibung)

Zur Umschreibung gehören Emphase, Periphrase, Antonomasie, vossianische Antonomasie, Euphemismus, Litotes, Hyperbel und Understatement.

Emphase:

Die Emphase ist eine stilistische Hervorhebung, ein Tropus, indem ein Begriff oder ein Gedankeninhalt durch ein Wort ersetzt wird, das diesen betreffenden Begriff und Gedankeninhalt gleichzeitig auch enthält. Die Emphase kann gleichzeitig auch eine Bezeichnung für eine nachdrückliche Rede sein. Die Sprache drückt aus und der Stil hebt hervor. (Sanders: 1977; S. 69)

Z. B.: „Er ist ein Mensch“ statt „Er hat sich geirrt“. Diese Sage ist oft in der Alltagssprache gebräuchlich.

Periphrase:

Bei der Periphrase (griech. peri = „um herum“; griech. phrazein = „reden“) wird ein Begriff, ein Sachverhalt oder eine Person durch kennzeichnende Eigenschaften, Tätigkeiten oder Wirkungen umgeschrieben.

Z. B.: „der Allmächtige“, was eine Kennzeichnung für Gott (Person) ist. (http://de.wikipedia.org/wiki/Periphrase)

Antonomasie:

Antonomasie kann aus zwei Aspekten definiert werden. Sie ist einerseits ein Tropus für die Umschreibung eines Namens durch ein stereotypes, besonderes Kennzeichen, eine bezeichnende Eigenschaft. Eine Redefigur, eine Art der Metonymie.

Z. B.: „der Korse“ für Napoleon oder „der Dichterfürst“ für Goethe.

Andererseits ist die Antonomasie ein Tropus, indem eine Gattungsbezeichnung durch einen typisierenden Eigennamen ersetzt wird.

Z. B.: „Judas“ für „Verräter“; „der Schöpfer der Welt“ statt „Gott“; „der Beherrscher des Meeres“ statt „Neptun“; „der Sohn der Aphrodite“ statt „Amor“, usw. (http://de.wikipedia.org/wiki/Antonomasie)

Vossianische Antonomasie:

Ein Eigenname wird als Gattungsname, der eine Gruppe von Menschen bildet oder einen Menschen bezeichnet, der eine gemeinsame Eigenschaft mit dem Träger des Eigennamens hat, Vossianische Antonomasie genannt. Z. B.: “Wo gibt es heutzutage noch einen Shakespeare oder Rilke?” Die Vossianische Antonomasie ist ein Typ der Metonymie. (http://culturitalia.uibk.ac.at/hispanoteca/Lexikon%20der%20Linguistik/v/VOSSIANISCHE%20ANTONOMASIE.htm)

Euphemismus:

Der Euphemismus (deutsch auch: Beschönigung, Hehlwort, Hüllwort, Verbrämung) (altgriechisch: euphemi bedeutet so viel wie „schönreden, beschönigen“) bezeichnet Formulierungen oder Wörter, die eine Sache beschönigend, verschleiernd oder verhüllend darstellen. Euphemistische Begriffe können wegen ihres harmlosen Charakters auch einen Unterton haben.

Z. B.: „Umsiedlung“ statt „Vertreibung“; „Einschläferung“ statt „Tötung“; „Rubensfigur“ statt „starkes Übergewicht“. (http://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus)

Litotes:

Die Litotes (altgriechisch heißt es litótes: „die Sparsamkeit“, „die Zurückhaltung“) ist eine Stilfigur, die sich der verneinenden Umschreibung eines Sachverhalts bedient, damit es durch Untertreibung oder Abschwächung die Hervorhebung eines Begriffs erreicht.

Litotes ist ein Tropus, indem eine Ausdrucksweise untertreibend wirkt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Litotes)

Z. B.: „nicht unbekannt“ statt „berühmt“ oder „nicht ohne“ für zahlreiche betonende Ausdruckweisen – wie „super“, „klasse“, „großartig“, „schlimm“, usw. – deren Inhalt sowohl positiv als auch negativ sein kann.

Hyperbel:

Hier geht es um eine übersteigernde Übertreibung, die eindeutig unglaubwürdig und extrem sein kann. (Sanders: 1977; S. 81)

Z. B.: „Sie ist so dünn, dass die Sterne durchschimmern konnten.“ Ich denke, unter diesem Tropus werden solche Personen gemeint, die außergewöhnlich dünn sind. Sie leiden regelrecht in Magersucht.

Understatement:

Untertreibung (engl. Understatement), wird oft als Stilmittel (besonders im Englischen) verwendet. Eine Litotes kann auch der Untertreibung dienen. Auch wird der Begriff Understatement häufig in Bezug auf die Werbung und den Marketing benutzt. Sogar in der Schauspielkunst wird Understatement häufig verwendet, um das Publikum auf eine bestimmte Szene aufmerksam zu machen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Untertreibung)

Z. B.: “I think there's a problem between Shias and Sunnis”. (deutsch: “Ich glaube, das ist ein Problem zwischen Shias und Sunnis.”) (http://en.wikipedia.org/wiki/Understatement)

2.2.2. Übertragung

Eine Übertragung in der Sprachwissenschaft bedeutet die Verwendung von Ausdrücken „im übertragenen Sinn“ (Tropen) (http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbertragung)

Die Übertragung hat die folgenden Untertypen: Metonymie, Ironie und Metapher (mit Unterklassen).

Metonymie:

Die Metonymie (griechisch metonymía – die Namensvertauschung, Umbenennung, lateinisch metonymia, transnominatio, denominatio) ist ein Tropus, ein den Formen uneigentlicher Ausdruck, indem ein Ausdruck durch einen anderen, der mit ihm geistig und sachlich, physisch zusammenhängt, ersetzt wird. (http://de.wikipedia.org/wiki/Metonymie)

Z. B.: „ein Glas trinken“. Das bedeutet, dass man ein Glas Bier, Wasser, Wein trinken will, also das Getränk im Glas, und nicht das Glas wird getrunken.

Ironie:

Man spricht von Ironie, wenn das Gegenteil des Gemeinten (Ausdruck, Wort) ausgedrückt wird. Der Inhalt des Gemeinten kann natürlich entweder positiv oder negativ sein. Seine Kontextssignale richten seine Semantik also auf eines seiner polaren Gegenteile aus. Ironie wird meistens nur durch paralinguistische und extraverbale Mittel – wie Gestik, Mimik, usw. – erkennbar. (Sanders: 1977; S. 80)

Z. B.: „Ein Superwetter haben wir heute“ statt „Ein schlechtes Wetter haben wir heute!“. „Du hast mir nur noch gefehlt!“, indem der Empfang einer unerwünschten Person gemeint wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Stilistik. Defintionen und Stilfiguren im Überblick
Hochschule
Pannon Egyetem, Veszprém
Note
1
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V126208
ISBN (eBook)
9783640326952
ISBN (Buch)
9783640327409
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stilistik, Stilfiguren
Arbeit zitieren
Noémi Wágenhoffer (Autor), 2008, Stilistik. Defintionen und Stilfiguren im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126208

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