Ökonomische Funktionen von Ratings und Ratingagenturen auf Kreditmärkte


Hausarbeit, 2008

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Untersuchungsrelevante Grundlagen
2.1 Definition „Rating“
2.2 Definition „Ratingagenturen“
2.3 Unterschied zwischen internem und externem Rating
2.4 Vorgehensweise einer Ratingagentur am Beispiel von Standard & Poor

3 Ökonomische Funktionen des Credit Ratings
3.1 Informationsfunktion als zentrale Funktion
3.1.1 Problem der Principal-Agent Beziehung
3.1.2 Informationsfunktion als Merkmal zur Reduzierung der Informationsasymmetrien
3.2 Teilfunktionen der Informationsfunktion
3.2.1 Kreditwürdigkeitsprüfung
3.2.2 Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit
3.2.3 Preissetzung von Krediten
3.2.4 Senkung der Kapitalkosten
3.2.5 Publizitätsfunktion

4 Kritik an Rating und Ratingagentur

5 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Änderung der Informationsverteilung durch Rating

Abbildung 2: Berechnung der Risikoprämie

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ratingskala von Standard & Poor

Tabelle 2: Ausfalldefinition nach Basel 2

Tabelle 3: Historische Ausfallwahrscheinlichkeiten der Agentur „Moody’s“

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Thema „Rating“ ist seit dem zweiten Baseler Konsultationspapier, das seit 2007 anzuwenden ist, in aller Munde. Kreditgeber sind seitdem dazu verpflichtet, höheres Risiko durch ein höheres Eigenkapital zu unterlegen. Die daraus resultierende Bedeutung des Ratings für Kreditgeber und -nehmer wird schnell ersichtlich, da eine Möglichkeit gegeben wird, die Bonität der Kreditnehmer eingehend zu prüfen und somit die Risiken der Kreditvergabe zu senken.

Doch nicht nur für die Kreditgeber hat das zweite Baseler Konsultationspapier Konsequenzen. Für Unternehmen bedeutet dies von nun an, gute Ratings erzielen zu müssen, um entsprechend gute Konditionen bei Krediten zu erhalten. Ein schlechtes Rating, was u.a. auch mit einer schlechten Bonität des Kreditnehmers verbunden ist, bedeutet gleichzeitig höhere Zinsen und somit höhere Kosten.

Geleitet werden die Ratings von so genannten Ratingagenturen, die vor allem in den USA eine vorherrschende Stellung einnehmen. Seit den 80er Jahren finden sich auch in Deutschland immer mehr kleinere Ratingagenturen, da die enorme Bedeutung des Ratings nicht mehr von der Hand zu weisen ist.

Diese Arbeit gibt einen Einblick in die ökonomischen Funktionen des Ratings und der Ratingagenturen auf Kreditmärkten. So werden im zweiten Kapitel zuerst untersuchungsrelevante Grundlagen dargestellt um einen ersten Einblick in das Thema zu finden. Im dritten Kapitel werden dann konkret die verschiedenen Funktionen, insbesondere die Informationsfunktion mit all ihren Teilfunktionen von Rating und Ratingagenturen auf Kreditmärkten vorgestellt. Im vierten Kapitel wird kurz auf einzelne Kritikpunkte des Ratings eingegangen. Das Fazit gibt Aufschluss darüber, ob Rating und Ratingagenturen tatsächlich von solch großer Bedeutung für den Finanzmarkt sind, wie es in der Literatur dargestellt wird.

2 Untersuchungsrelevante Grundlagen

2.1 Definition „Rating“

Mit dem Begriff Rating wird ein Beurteilungsverfahren beschrieben, dass sich auf verschiedene Objekte beziehen kann, mit dem Ergebnis eines Werturteils in Form einer Zensur.[1]

Anwendung fand das Rating im deutschsprachigen Raum zunächst in der Psychologie und der Soziologie. Im angelsächsischen Raum hingegen wird der Begriff wesentlich vielfältiger verwendet. Rating und ebenso das Verb „to rate“ können sich dort auf Personenbeurteilungen beziehen. Ebenfalls wird es für medizinische Gutachten gebraucht. Weitere Bereiche sind: Beurteilung des Lebensqualität von Wohnorten, der Qualität von Bildungseinrichtungen, Schule und Erziehung.[2]

Im Finanz- und Kreditwesen wird das Rating als „Credit Rating“ bezeichnet. Durch so genannte Rating Symbole wird hier ein Bonitätsurteil der zu untersuchenden Unternehmen geschaffen.[3] Gleißner und Füser definieren das Rating als „eine Bewertung der Bonität und damit der Kreditwürdigkeit eines Kreditnehmers. Ratings sind damit Bewertungen, die die Fähigkeit eines Kreditnehmers beschreiben, seinen Zahlungsverpflichtungen die er eingeht, in der Zukunft nachzukommen.“[4]

Da sich die Arbeit im Folgenden mit den ökonomischen Funktionen des Ratings und Ratingagenturen auf Kreditmärkten beschäftig, wird in dieser Arbeit von Credit Rating gesprochen.

2.2 Definition „Ratingagenturen“

Unter einer Ratingagentur versteht man eine spezialisierte Institution, die auf eine bestimmte Kreditwürdigkeitsbeurteilung und die Beurteilung bestimmter Finanztitel spezialisiert ist.[5]

Ratingagenturen führen somit die unter 2.1 dargestellten Ratings durch. Die Ergebnisse der Ratingagentur werden anschließend für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei wird eine internationale Ratingskala, die von AAA bis D reicht, verwendet. Das Ergebnis der Agentur dient hierbei nicht als eine Handlungsanweisung, sondern lediglich als Maß für die relative Ausfallwahrscheinlichkeit.

Weltweit gibt es drei große amerikanische Rating-Agenturen, „Moody’s Investor Service“ (Moody’s) sowie Standard & Poor (S&P), neben denen sich weiterhin „Fitch Ratings“ etablieren konnte. Allein in Deutschland existieren bereits 21 kleinere Agenturen, europaweit ca. 45. Während sich die großen Agenturen auf den internationalen Markt konzentrieren, sehen die kleineren Agenturen eher eine Nische bei den mittelständischen Unternehmen, da Sie von genaueren Marktkenntnissen und der Marktnähe profitieren können.[6]

2.3 Unterschied zwischen internem und externem Rating

Beim Credit Rating wird zwischen dem internen und externen Rating unterschieden.

Das interne Rating wird i.d.R. von Banken durchgeführt. Sie dienen dem eigenen Bedarf und werden der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. Es dient dazu, das eigene Risiko einschätzen zu können, welches bei der Kreditvergabe entsteht. So erhält der Kreditnehmer selbst i.d.R. das Ergebnis der Ratings nicht und somit auch keine Informationen über seine Einstufung.[7] Das interne Rating gibt den Investoren Aufschluss über die Rangfolge Ihrer Investitionsalternativen.[8]

Bei den externen Ratings handelt es sich um Ratings die von den in Abschnitt 2.2 erläuterten Ratingagenturen durchgeführt werden. Dabei unterscheiden sich die beiden Arten des Ratings im Wesentlichen darin, dass beim externen Rating die Ratingagenturen kein Risiko übernehmen, da Sie selbst keine Kredite vergeben.[9] Es geht somit bei den externen Ratings um eine marktfähige Dienstleistung durch die Ratingagentur. Weiterhin werden hierbei die Ergebnisse der Arbeiten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[10] In dieser Arbeit geht es vorrangig um die externen Ratings.

2.4 Vorgehensweise einer Ratingagentur am Beispiel von Standard & Poor

Generell sind die Ratingverfahren der verschiedenen Agenturen relativ ähnlich, da sich die Gestaltung des Prozesses auf alle Anleiheemissionen anwenden lässt. Es gibt lediglich geringe Unterschiede in den einzelnen Verfahren.[11]

Das Ratingverfahren von Standard & Poor basiert auf der Kapitalmarktheorie und dem daraus hervorgegangenem Shareholder-Value-Ansatz bei dem es generell um die Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit geht.[12]

Vor Beginn des Ratingprozesses, tritt i.d.R. das Unternehmen an eine Ratingagentur heran. Bei Standard & Poor wird nun geprüft, ob das Mandat überhaupt angenommen wird. Abgelehnt wird das Verfahren dann, wenn:

- ein zu geringes Emissionsvolumen vorliegt (unter USD 10 Mio.)
- das Unternehmen noch keine fünf Jahre existiert
- der Antrag für einen Titel angefordert wird, für den kein Rating vergeben wird.[13]

Anschließend wird bei Standard & Poor ein Ratingteam gebildet, das sich ca. einmal täglich trifft und entsprechend das Rating vorbereitet und durchführt. Dabei wird zuerst das zu ratende Unternehmen auf den finanziellen Bereich, die Managementstrategie und die Planung im operativen Bereich hin geprüft. Alle benötigen Informationen, wie z.B. Jahres- und Zwischenberichte und Bilanzen, werden von dem Unternehmen angefordert. Weiterhin wird vom Unternehmen ein Ratinghandbuch erstellt, die als Grundlage für das Ratingteam von Standard & Poor dient, um das Unternehmen entsprechend zu bewerten. Außerdem wird bei Standard & Poor großer Wert auf eine Besprechung und Diskussionen gelegt, um zukünftige Entwicklungen des Unternehmens festzustellen. Anschließend werden alle Informationen analysiert und bewertet.

In der abschließenden Präsentation von Standard & Poor, werden folgende Bereiche des zu bewertende Unternehmens dargestellt:

- die Geschäftstätigkeit und das wirtschaftliche Umfeld
- die Unternehmensstrategie sowie das Finanzmanagement
- die aktuelle finanzielle Situation

Es folgt das abschließende Ratingurteil.[14]

Standard & Poor teilt die Ratingeinschätzungen in acht verschiedenen Rating-Stufen ein. Innerhalb dieser Stufen wird weiterhin in drei weitere Kategorien unterteilt.[15] Den Aufbau einer Ratingskala zeigt folgende Tabelle:

[...]


[1] Vgl. Hoffmann (1991), S. 16.

[2] Vgl. Everling (1991), S. 22.

[3] Vgl. Schüler (2002), S. 20f.

[4] Gleißner/Füser (2003), S. 11.

[5] Vgl. Everling (1991), S. 25.

[6] Vgl. Everling/Trieu (2007), S. 98.

[7] Vgl. Szczesny (2002), S. 27.

[8] Vgl. Schüler (2002), S. 21.

[9] Vgl. Szczesny (2002), S. 27.

[10] Vgl. Schüler (2002), S. 21.

[11] Vgl. Hoffmann (1991), S. 61.

[12] Vgl. Serfling (2007), S. 719f.

[13] Vgl. Serfling (2007), S. 717.

[14] Vgl. Dimitrakopoulos/Spahr (2004), S. 213f.

[15] Vgl. Serfling (2007), S. 720.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Ökonomische Funktionen von Ratings und Ratingagenturen auf Kreditmärkte
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hellweg-Sauerland GmbH
Veranstaltung
Finanzierung
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V126237
ISBN (eBook)
9783640322770
ISBN (Buch)
9783640320868
Dateigröße
900 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ökonomische, funktionen, rating, ratings, ratingagenturen, kreditmärkte, christina, schröder
Arbeit zitieren
Christina Schröder (Autor), 2008, Ökonomische Funktionen von Ratings und Ratingagenturen auf Kreditmärkte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126237

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