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Wie Skandale Aufmerksamkeit generieren. Am Beispiel von "Wetten, dass...?"

Título: Wie Skandale Aufmerksamkeit generieren. Am Beispiel von "Wetten, dass...?"

Trabajo Escrito , 2018 , 19 Páginas , Calificación: 1,9

Autor:in: Tabea Bohnsack (Autor)

Medios / Comunicación - Películas y television
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"Wetten, dass…?" bot schon etliche Male Grund zur öffentlichen Diskussion, von denen ein paar Beispiele im Folgenden erörtert werden, doch mit diesem einschneidenden Ereignis hatten sie sich selbst übertroffen. Rechtfertigt die gesteigerte Erlebnissucht und erhöhte Erwartung der Zuschauer nach Unerwartetem diese Risikobereitschaft der Fernsehmacher solch waghalsiges Tun zu fördern und einem Publikum zu zeigen, welches hauptsächlich aus Familien besteht? Um zu verstehen, wie die Sendung "Wetten, dass…?" über 30 Jahre lang erfolgreich Zuschauer anlockte, ist es nötig, die grundlegenden Eigenheiten des Medienereignisses und ihren Ursprung zu kennen.

Im Leben eines jeden Menschen sind es die außerordentlichen Erlebnisse, seien sie positiver oder negativer Natur, die in Erinnerung bleiben. Erst durch alltägliche Routinen und stetig Normales kann sich ein Ereignis hervorheben und als besonders erscheinen. Festliche Ereignisse werden alljährlich zu Geburtstagen und Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern zelebriert. Folglich impliziert das festliche Ereignis Ritualisierung und Institutionalisierung. Wir kommen zusammen, um gemeinsam diesem Erlebnis beizuwohnen. So erscheint es nicht verwunderlich, dass Medien versuchen, außerordentliche Geschehnisse für alle Menschen gleichermaßen zugänglich und erlebbar zu machen, egal wie weit entfernt sie stattfinden mögen. Das Medium Fernsehen hat sich zunehmend darauf spezialisiert, möglichst realitätsgetreue Abbildungen eines Ereignisses wiederzugeben. Hauptsächlich finden sich diese in Form eines TV-Events im Liveformat wieder, um durch die Synchronität der binnenmedialen und außermedialen Zeit, Unmittelbarkeitsgefühle bei den Zuschauern hervorzurufen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitende Worte

2 Der Begriff Medienereignis

3 „Live“ deutet Ereignishaftigkeit an

3.1 Verschiedene Livegenres

3.2 Formatierung einer Sendung

3.3 Das Live-Prinzip

4 Störungen

4.1 Störung als Ereignis

4.2 Störung als Livesignal

5 Der Skandal als Ereignis

5.1 Die vorgetäuschte Authentizität

5.2 Spielregelverletzung

5.3 Anrüchige Kleidung

6 Wie der Unfall von Samuel Koch zum Skandal wird

7 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Fernsehsendungen im Liveformat Aufmerksamkeit generieren und dabei durch Störungen und Skandale ihren Ereignischarakter als „Fest“ unter Beweis stellen. Zentral ist dabei die Analyse der Sendung „Wetten, dass...?“ und die Frage, inwieweit das Publikum durch die Balance zwischen geplanter Unterhaltung und unerwarteten Vorkommnissen an das Medium Fernsehen gebunden wird.

  • Wesen und Merkmale von Medienereignissen in der Fernsehlandschaft
  • Die Funktion von Live-Übertragungen und das Bedürfnis nach Unmittelbarkeit
  • Die ständige Gefährdung und Authentizitätssicherung durch „Störungen“
  • Moralische Kategorien von Skandalen (von Manipulation bis Katastrophe)
  • Der Einfluss von Tabubrüchen auf die Bindung zum „Familienfernsehen“

Auszug aus dem Buch

3.3 Das Live-Prinzip

Grundsätzlich werden Live-Formate zum Ereignis, da sie innerhalb des programmlichen flows einen besonderen Platz einnehmen. Kay Kirchmann definiert das Ereignis als Unterbrechung und Aufhebung einer allgegenwärtigen linearen und synchronisierten Zeitstruktur.

Gekennzeichnet sind Live-Ausstrahlungen deutlich, mit unterschiedlichen Methoden wie z.B. einem LIVE-Schriftzug, damit der Zuschauer wahrnimmt, dass Gleichzeitigkeit in der Produktion und Rezeption herrscht und er somit zum gefühlt direkten Augenzeugen des Geschehens wird. Die Gleichzeitigkeit von Ereignis und Betrachtung schafft Unmittelbarkeit. So werden weit entfernt stattfindende Ereignisse durch zeitgleiche Übertragung unmittelbar spürbar.

In den meisten Liveshows ist ein Präsenzpublikum im Studio unabdingbar geworden, denn die suggerierte Anwesenheit von zuschauenden realen Personen vor Ort, durch Gelächter, Beifall oder auch Unmutsbekundungen, trägt bei den Zuschauern vor den Bildschirmen daheim zur empfundenen Echtheit der Sendung bei. Das Präsenzpublikum vor Ort nimmt eine stellvertretende Funktion für den vor dem Fernseher sitzenden Zuschauer ein. Mit real anwesendem Publikum wirkt die Ansprache eines Moderators um einiges authentischer. Die mitgefilmten, vermeintlich echten Reaktionen der Menschen im Studio werden passend zu den, vom Format intendierten, Stimmungen zwischeneingeblendet. Dies erzeugt ein Gefühl des gemeinsamen Erlebens. Gekoppelt mit der zunehmenden ´Eventisierung` der Gesellschaft und den technischen Möglichkeiten ergibt sich daraus eine plausible Erklärung weshalb sich Public Viewing bei Großereignissen durchgesetzt hat. Auf dieser wechselseitigen Einflussnahme und der sozialen Teilhabe bauen viele Livesendungen auf. Livesendungen wie Wetten, dass ...? übertragen Prepared Live Broadcasting. Damit ist eine Liveübertragung mit vorbereiteter Produktionssituation ohne nachträgliche Korrekturen gemeint. Diese Art der Ausstrahlung gilt als

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitende Worte: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von außerordentlichen Erlebnissen als Ereignisse im Fernsehen und führt in das Konzept von „Wetten, dass...?“ als Pseudo-Ereignis ein.

2 Der Begriff Medienereignis: Dieses Kapitel definiert Medien- bzw. Fernsehereignisse als funktionale Äquivalente für festliche Erlebnisse, unterteilt in „Feste“ und „Katastrophen“.

3 „Live“ deutet Ereignishaftigkeit an: Hier werden die Merkmale von Live-Fernsehen, die typischen Genres, die Formatierung von Sendungen sowie das Live-Prinzip zur Erzeugung von Unmittelbarkeit behandelt.

4 Störungen: Das Kapitel analysiert, warum das auf Serialität ausgerichtete Fernsehen durch Störungen authentisch wird und unterscheidet zwischen „Monitoring“ und „Viewing“.

5 Der Skandal als Ereignis: Es werden moralische Kategorien von Skandalen diskutiert, die auf die Sendung „Wetten, dass...?“ angewendet werden, inklusive Täuschungen, Regelverstößen und Kleidungsskandalen.

6 Wie der Unfall von Samuel Koch zum Skandal wird: Dieses Hauptkapitel untersucht den schwerwiegenden Unfall von 2010 als Wendepunkt, der die Grenze vom „Fest“ zur „Katastrophe“ überschritt und das Ende der Ära Gottschalk einleitete.

7 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass „Wetten, dass...?“ seinen goldenen Zeitabschnitt durch den Druck nach immer neuen Höhepunkten und den einschneidenden Unfall verloren hat.

Schlüsselwörter

Medienereignis, Fernsehen, Live-Prinzip, Wetten dass, Skandal, Ereignishaftigkeit, Authentizität, Störung, Unterhaltungssendung, Zuschauerbindung, Fernsehgeschichte, Samuel Koch, TV-Event, Formatierung, Eventisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die Fernsehsendung „Wetten, dass...?“ über Jahrzehnte hinweg durch ihr Live-Konzept und den gezielten Umgang mit Ereignissen und Skandalen eine enge Zuschauerbindung aufbauen konnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Medienereignissen, der Theorie des Live-Fernsehens, der Rolle von „Störungen“ als Authentizitätsmerkmal sowie der Moral und Skandalbildung in großen Familienshows.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Eigenheiten des Mediums Fernsehen zu ergründen, die „Wetten, dass...?“ zu einem festen Ritual machten, und zu erklären, warum diese Strategie nach dem Unfall von Samuel Koch an ihre Grenzen stieß.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die Grundlagentexte (u.a. von Kirchmann, Dayan, Katz) mit einer inhaltlichen Untersuchung der Sendungsgeschichte verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Ereignishaftigkeit und Live-Formatierung, die Typologie von Skandalen (Betrug, Regelverletzung, Kleidung) und eine detaillierte Fallstudie zum Unfall von 2010.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medienereignis, Live-Prinzip, Skandal, Authentizität, Störung und die spezifische Bedeutung von „Wetten, dass...?“ als Medienevent.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Arten der Störung?

Die Arbeit differenziert zwischen Störungen, die als „Events“ (wie ein verpatzter Wettkandidat) Teil des Formats sind, und solchen, die technischer Natur sind oder als Skandale die moralische Integrität der Sendung gefährden.

Warum wird der Unfall von Samuel Koch als so zentral für die Arbeit angesehen?

Der Autor argumentiert, dass dieser Unfall eine Grenze überschritt, an der das „Fest“ (die Show) zur „Katastrophe“ wurde. Die Ereignishaftigkeit wurde so extrem, dass der ursprüngliche Unterhaltungscharakter zerstört wurde.

Hatte die „vorgetäuschte Authentizität“ eine so große Relevanz für das Scheitern der Sendung?

Ja, laut der Analyse hat der Zuschauer mit der Zeit ein höheres Medienbewusstsein entwickelt. Wenn Unterhaltungselemente (wie Witze oder Probenabläufe) als spontan verkauft werden, obwohl sie inszeniert sind, führt dies zu einem Vertrauensbruch beim Publikum.

Wie hat sich die Einschätzung des „Live-Fernsehens“ über die Zeit verändert?

Während früher die technische Beschränkung der Ausstrahlung den Grund für das Live-Format bildete, ist es heute eine inhaltlich-dramaturgische Entscheidung, da „Live“ Unmittelbarkeit und eine höhere emotionale Bindung beim Zuschauer erzeugt.

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Detalles

Título
Wie Skandale Aufmerksamkeit generieren. Am Beispiel von "Wetten, dass...?"
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Curso
Medienereignisse
Calificación
1,9
Autor
Tabea Bohnsack (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
19
No. de catálogo
V1262953
ISBN (PDF)
9783346699541
ISBN (Libro)
9783346699558
Idioma
Alemán
Etiqueta
Skandal Aufmerksamkeit Live Authentizität Wetten dass Medienereignis Samuel Koch Störung Fernsehen Show
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tabea Bohnsack (Autor), 2018, Wie Skandale Aufmerksamkeit generieren. Am Beispiel von "Wetten, dass...?", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1262953
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