Diese Arbeit will überprüfen, inwieweit die Figur Agnès den damaligen Rollencharakteristika einer Frau entspricht.
Die Idee zu dieser Arbeit entspringt meinem Vortrag über "l’école des femmes" im Seminar "Molière". Bereits damals fand ich es interessant, die Entwicklung der Agnès zu betrachten und die daraus entstehenden Widersprüche zur zeitgenössischen Rolle der Frau. Die Frauen wurden damals nach einer Ideologie der Unterwürfigkeit und Minderwertigkeit erzogen. Die Figur Arnolphe verkörpert diesen Standpunkt. Er versucht Agnès nach diesem Verständnis einer Frau zu erziehen. Es scheint ihm auch geglückt zu sein, allerdings nimmt die Geschichte dann eine Wendung. Agnès wehrt sich aus Liebe motiviert gegen die Herrschaft des Arnolphe. Die Unterschiede zwischen ihm und Agnès und ihrem Verehrer Horace sind enorm. Sie entfernt sich immer mehr vom Bild der Frau der damaligen Zeit.
Um meine Leitfrage zu beantworten, werden zuerst einige Informationen zum Autor genannt und eine Einbettung des Werkes vorgenommen. Im Anschluss soll das Bild der Frau des 17. Jahrhunderts erörtert, sowie die Darstellung von Agnès in "l’école des femmes" analysiert werden, um so einen Vergleich beider Bilder zu ermöglichen. Danach wird auf "la critique de l’école des femmes" eingegangen. Nach der Veröffentlichung von "l’école des femmes" folgte viel Kritik und die Begeisterung der Gesellschaft für das Stück war eher gering. Aus diesem Grund verfasst Molière den Einakter "la critique de l’école des femmes", um sein Werk zu rechtfertigen. Nach der Thematisierung dieses Stücks folgt dann ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einbettung des Werkes
3. Das 17. Jahrhundert
4. Agnès im Werk „L’école des femmes“
4.2 Arnolphes Sicht
4.3 Horace Sicht auf Agnès
4.4 Selbstdarstellung der Agnès
4.5 Charakterisierung der Agnès
5. Vergleich der zeitgenössichen Rolle der Frau mit der Darstellung der Agnès im Werk „l’école des femmes“
6. „La critique de l’école des femmes“
7. Fazit
8. Quellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die literarische Figur der Agnès in Molières Komödie „L’école des femmes“ das gesellschaftlich normierte Frauenbild des 17. Jahrhunderts widerspiegelt oder dieses durch ihre persönliche Entwicklung und Emanzipation herausfordert.
- Analyse des zeitgenössischen Frauenbildes und der gesellschaftlichen Stellung im 17. Jahrhundert.
- Untersuchung der Erziehungsmethoden Arnolphes und dessen Verständnis von Geschlechterrollen.
- Charakterentwicklung der Agnès von der naiven Ziehtochter zur selbstbewussten Akteurin.
- Vergleichende Analyse der Agnès-Darstellung gegenüber den historischen Normen der Epoche.
Auszug aus dem Buch
4.2 Arnolphes Sicht auf die Frau
An dieser Stelle soll nun erläutert werden, wie nach Arnolphes Auffassung eine Frau sein sollte und wie sich verhalten sollte. „Dont, pour nous en planter, savent user les Femmes, Et comme on est dupé par dextérités; Contre cet accident j'ai pris mes sûretés, Et celle que j’épouse, a toute l’innocence Qui peut sauver mon front de maligne influence.“
Hier wird deutlich, dass er der Auffassung ist, sich seine Frau zu erziehen. Frauen sind laut ihm erzieh- und formbar. Frauen sollen naiv und ungebildet sein, sie darf nichts hinterfragen, denn sie soll auch nichts verstehen. Der Mann bestimmt über die Frau und sie soll ohne Widerrede Folge leisten.
Für eine Ehe gäbe es bestimmte Regeln. Er möchte von seiner Frau, dass sie diese einhält. Zusammenfassend besagen die Regeln, dass eine Ehefrau treu sein soll, sich nur für den Mann schön zu machen hat. Sie darf anderen nicht nachgucken, in keinen Gesellschaftskreisen oder bei Landpartien aktiv sein, kein Spiel mit anderen Männern spielen, keinen eigenen Besuch empfangen oder Briefe schreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Frauenrolle im 17. Jahrhundert ein und stellt die Relevanz von Molières Werk „L’école des femmes“ sowie die Leitfrage der Arbeit vor.
2. Einbettung des Werkes: Dieses Kapitel verortet das Stück in Molières Schaffensphase, benennt die Gattungsmerkmale als Charakterkomödie und skizziert die molièresche Sozialkritik.
3. Das 17. Jahrhundert: Es erfolgt ein historischer Abriss der Ära, der durch politische Umgestaltungen, Krisen und die hierarchische Ständegesellschaft geprägt war, sowie eine Darstellung der eingeschränkten Rolle der Frau.
4. Agnès im Werk „L’école des femmes“: Dieses Kapitel analysiert die Figur Agnès aus den Perspektiven Arnolphes und Horaces, betrachtet ihre Selbstdarstellung und fasst ihre Charakterisierung zusammen.
5. Vergleich der zeitgenössichen Rolle der Frau mit der Darstellung der Agnès im Werk „l’école des femmes“: Hier werden die Charaktereigenschaften von Agnès den historischen Anforderungen an eine Frau direkt gegenübergestellt, um Divergenzen aufzuzeigen.
6. „La critique de l’école des femmes“: Das Kapitel erläutert Molières Antwort auf die Kritik an seinem Werk und untersucht das Stück als Metatheater.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zum Schluss, dass die Entwicklung der Agnès den gesellschaftlichen Erwartungen des 17. Jahrhunderts widerspricht.
8. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Molière, L’école des femmes, Agnès, Arnolphe, 17. Jahrhundert, Frauenbild, Emanzipation, Geschlechterrollen, Charakterkomödie, Sozialkritik, Mädchenerziehung, Absolutismus, Literaturanalyse, La critique de l’école des femmes, Aufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Stellung der Frau im 17. Jahrhundert im Kontext von Molières Werk „L’école des femmes“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die gesellschaftlichen Normen des 17. Jahrhunderts, die Erziehungspraktiken gegenüber Frauen und die literarische Darstellung der Emanzipation einer Frau durch die Figur Agnès.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, inwieweit Agnès den damaligen Rollencharakteristika einer Frau entspricht oder durch ihre Entwicklung einen Kontrast dazu bildet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch historische Kontextualisierung und vergleichende Textarbeit (Inhalt und Dialoge) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die spezifische Sichtweise der männlichen Figuren im Stück sowie die Wandlung der Protagonistin Agnès.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Molière, Frauenbild, 17. Jahrhundert, Emanzipation und Sozialkritik sind die zentralen Begriffe.
Was unterscheidet Agnès zu Beginn von der Agnès am Ende des Stücks?
Zu Beginn agiert Agnès naiv und unterwürfig gemäß ihrer Erziehung, während sie im Verlauf des Stücks eigenständig wird, beginnt zu schreiben und aktiv ihre Liebe wählt.
Warum musste Molière den Einakter „La critique de l’école des femmes“ schreiben?
Da sein Werk „L’école des femmes“ auf starke gesellschaftliche Ablehnung stieß und er die zeitgenössische Mädchenerziehung scharf kritisierte, verfasste er den Einakter als Verteidigung seiner Theaterideen.
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- Anonym (Autor:in), 2019, "L’école des femmes" von Molière. Inwieweit entspricht die Darstellung der Figur Agnès dem Bild der Frau des 17. Jahrhunderts?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1262992