Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zur Steigerung der Produktivität in Unternehmen


Seminararbeit, 2020

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition BGM und BGF
2.1 Definition Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
2.2 Definition Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

3 Die Wichtigkeit der Rolle des BGMs in Unternehmen
3.1 Entstehung des BGMs und der Stand heute
3.2 Äußere Faktoren des BGMs
3.2.1 Demografischer Wandel
3.2.2 Digitalisierung
3.2.3 Schnelle Veränderung der Arbeitswelt
3.3 Innere Faktoren des BGMs
3.3.1 Wichtigkeit der Gesundheit des Menschen
3.3.2 Produktivitätssteigerung/ Wettbewerbsvorteil
3.3.3 Employer Branding
3.4 Beispiele für etablierte BGMs

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

BGF Betriebliche Gesundheitsförderung

BGM Betriebliches Gesundheitsmanagement

WHO World Health Organization, Weltgesundheitsorganisation

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Angebote zur Gesundheitsförderung in Unternehmen (Quelle: Studie PronovaBKK, 2016, S.8)

Abbildung 2: Alterspyramiden: 1950, 2011, 2030 und 2060 (Quelle: BGW, Statistisches Bundesamt)

Abbildung 3: Zeitstrahl der Digitalisierung (Quelle: Schär, A., 2007)

Abbildung 4: Die Zukunftsgesellschaft (Quelle: Zellmann, P., 2006, S.11)

Die Abbildungen 2 und 3 wurden aus urheberrechtlichen Gründen von der Redaktion entfernt.

1 Einleitung

Die Corona-Krise kam für viele Unternehmen unerwartet. Arbeitsabläufe und Strukturen mussten in kürzester Zeit von analog vollständig auf digital umgestellt werden. Ziel ist es, die Auswirkungen des Virus einzudämmen, indem man die Begrenzung von sozialen Kontakten einhält und trotzdem den normalen Arbeitsablauf fortlaufen lässt.

Doch was können Unternehmen tun, um ihre Mitarbeiter*innen fit und gesund zu halten? Wie kann die Gesundheit der Mitarbeiter*innen gefördert und langfristig erhalten werden? Können Unternehmen, indem sie in BGMs investieren, Krisenzeiten besser überstehen?

Diese Seminararbeit soll die Bedeutung der Rolle für die Gesunderhaltung der Belegschaft eines Unternehmens beleuchten.

Seit dem Anfang der Industrialisierung bis heute hat die Unternehmensführung einen grundlegenden Wandel erfahren: Angefangen mit sozialen Maßnahmen, wie Arbeitsschutzgesetzen bis heute zu den unterschiedlichsten gesundheitsförderndsten Angeboten in Unternehmen.

Speziell die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass ein weiterer Ausbau für die Unterstützung der Gesundheit von Mitarbeitern*innen in Unternehmen jedoch vonnöten ist.

Außerdem ist die Zunahme von Burnout ein ernstzunehmendes Thema. Laut einer Umfrage der Pronova BKK von 2016 klagen 11% der Arbeitnehmer*innen über eine zu starke Belastung durch Stress.1

Aufgrund des demografischen Wandels, der Digitalisierung und der sich schnell verändernden Arbeitswelt gewinnt die Gesundheit des Menschen immer mehr an Bedeutung. Die Gesundheit der Belegschaft ist eine wichtige Voraussetzung für ein Unternehmen, um langfristig effektiv wirtschaften zu können.

Im Folgenden werden die wichtigsten Faktoren von BGM untersucht und vorgestellt.

2 Definition BGM und BGF

Was ist ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und was ist eine Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)? Wie grenzen sich diese beiden Begriffe voneinander ab?

2.1 Definition Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

„Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bezeichnet die systematische

Entwicklung von organisatorischen Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozessen mit dem Ziel gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu schaffen.“ (Neuner, 2012, S. 115)

Neuner geht davon aus, dass die Steuerung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in betriebliche Prozesse integriert wird. Ziel ist es, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten, zu fördern und für das Wohlbefinden der einzelnen Mitarbeiter*innen zu sorgen.2

Laut Prof. Dr. Andreas Krause (Fachhochschule Nordwestschweiz) wird das BGM in Unternehmen als der Königsweg zur Förderung der psychischen, sozialen und körperlichen Gesundheit aufgefasst. Er betont, dass eine erfolgreiche Umsetzung des BGM nur möglich ist, wenn die Bereitschaft des Unternehmens gegeben ist, entsprechende Maßnahmen während der Arbeitszeit zu fördern und in den Arbeitsalltag zu integrieren.3

Ein BGM kann nur mit dem BGF realisiert werden.

2.2 Definition Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

„Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bezeichnet alle Maßnahmen

zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter einer Organisation.“ (Neuner, 2012, S. 115)

Im Detail sind das die Einzelmaßnahmen des BGMs, also die Realisierung der einzelnen Teilbereiche, wie z.B. gesunde Kantinenkost, flexible Arbeitszeiten, Bewegungs- und Präventionskurse, aber auch gesunde Einrichtung des Arbeitsplatzes.

Beispielsweise klagen Mitarbeiter*innen über Nackenschmerzen, da sie lange in einer gleichbleibenden Haltung am Computer arbeiten. Der Arbeitgeber reagiert und bietet den Mitarbeitern*innen gesundheitsfördernde Arbeitsplatzgestaltung an, wie z.B. ergonomische Stühle und Tische, die individuell auf die Mitarbeiter*innen eingestellt werden.4

Das BGF ist die praktische Realisierung der Teilbereiche des BGMs, die in dieser Arbeit im Einzelnen nicht weiter ausgeführt wird.

3 Die Wichtigkeit der Rolle des BGMs in Unternehmen

3.1 Entstehung des BGMs und der Stand heute

Die Entstehung des BGMs geht auf den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück, als die Industrialisierung begann. Der Bau der ersten Fabriken, die keine

Sicherheitssysteme, keinen Arbeitsschutz und schlechte Arbeitsplatzbedingungen hatten und die Not, in die die Bevölkerung dadurch kam, ließen die ersten Anfänge des BGMs entstehen.5

Unternehmer wurden mit der Gesunderhaltung der Arbeitnehmer konfrontiert. Schrittweise entstanden die Arbeitsschutzgesetze wie z.B. Gesetz zur Krankenversicherung der Arbeiter im Jahr 1883, Unfallversicherungsgesetz im Jahr 1884, Gesetz zur Invaliditäts- und Alterssicherung im Jahr 1889, Arbeitszeitordnung im Jahr 1938, Mutterschutzgesetz im Jahr 1952 und das Arbeitssicherheitsgesetz im Jahr 1973 und weitere Gesetze zum Schutz der Mitarbeiter*innen.6 7

Heute achtet ein erfolgreiches Unternehmen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter*innen. Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen sind eine wichtige Basis eines heutigen Unternehmens.

So zeigt auch die Studie aus dem Jahr 2016 von pronovaBKK, dass zur Gesundheit am Arbeitsplatz schon ein Drittel der Unternehmen in Deutschland in ein BGM investiert.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Angebote zur Gesundheitsförderung in Unternehmen (Quelle: Studie PronovaBKK, 2016, S.8)

Diese Grafik stellt die Angebote der Gesundheitsförderung in Unternehmen dar.

Die häufigsten Maßnahmen sind allgemeine Gesundheitsprüfungen durch den Betriebsarzt (29 Prozent), gesundes Essen in der Kantine (27 Prozent), Augenuntersuchungen (22 Prozent), Betriebssportangebote (18 Prozent), Gesundheitsbeauftragte (16 Prozent) und nur 13 Prozent aller Arbeitgeber bieten Beratungsangebote und -kurse zur Bewältigung von Stress und psychischen Problemen an. Diesen letzten Punkt gilt es noch weiter auszubauen, da gerade Stress ein Problem der heutigen Zeit ist.

Insgesamt gibt es für 65% der Befragten Mitarbeiter*innen Angebote zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge, während 35% der Befragten Mitarbeiter*innen noch keine Gesundheitsvorsorge erhalten.9

3.2 Äußere Faktoren des BGMs

3.2.1 Demografischer Wandel

Im Folgenden verdeutlichen die vier Grafiken die Struktur des demografischen Wandels von 1950 bis 2060.

Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen von der Redaktion entfernt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Alterspyramiden: 1950, 2011, 2030 und 2060 (Quelle: BGW, Statistisches Bundesamt)

Die vier Grafiken der Alterspyramide zeigen eine drastische Verringerung der Geburtenrate von 1950 bis 2060, welches eine Abnahme der jungen Generation (0 bis 30 Jahre) zu Folge hat. Im Jahr 1950 ist deutlich eine niedrige Bevölkerungszahl bei den 30- bis 40-Jährigen zu erkennen. 1950 gab es noch die „Babyboomer“ der Nachkriegszeit, die es heute oder auch in Zukunft nicht mehr gibt. Auch die mittlere Generation (40 bis 50-Jährige) nimmt ebenfalls ab. Es fällt sehr stark auf, dass die 60 – 80-Jährigen die größte Bevölkerungsgruppe darstellen.

Wenige junge und viele ältere Menschen werden in Zukunft für unsere Bundesrepublik Deutschland eine große Herausforderung sein.

Aus dieser Grafik ist ersichtlich, dass junge Menschen lange fit und gesund bleiben müssen, um der dreifachen Arbeitsbelastung standzuhalten (siehe Kapitel 3.2.3)

Hingegen ältere Menschen brauchen eine gute Gesundheitsvorsorge, um lange dem Unternehmen erhalten zu bleiben. Fachwissen, welches lange im Unternehmen bleibt, ist essenziell für die Unternehmenskultur und damit auch für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens.

3.2.2 Digitalisierung

Ein weiterer Aspekt, warum BGM so wichtig wird, ist die Digitalisierung.

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Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen von der Redaktion entfernt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Zeitstrahl der Digitalisierung (Quelle: Schär, A., 2007)

Unternehmen sind ständig neuen Technologien und Veränderungen ausgesetzt. Dieses Schaubild verdeutlicht den Zeitverlauf und die steigende Komplexität im Zeitalter der Digitalisierung.

1996 begann die Websuche im Internet, gefolgt vom Mobilen Internet und Sozialen Netzwerken. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt mit z.B. Touch Devices, Wearables, etc. Das System wird immer komplexer. Der Mensch muss in Kürze der Zeit immer umfangreichere Strukturen analysieren, beleuchten und neu erfinden, um wettbewerbsfähig auf dem Markt zu bleiben. Diese geistige Höchstleistung, die das menschliche Gehirn vollbringt, ist sehr kostbar und es gilt sie zu schützen.

Gerade deswegen wird es immer wichtiger, dass der Mensch sich „Auszeiten“ gönnt und sein Gehirn entspannt. Dies kann zum Beispiel in Form von Mediationen sein.10

3.2.3 Schnelle Veränderung der Arbeitswelt

Ein weiterer Punkt, der berücksichtigt werden muss, ist die sich schnell verändernde Arbeitswelt. Aufgrund der Globalisierung steigt der Wettbewerbsdruck international für Unternehmen an. Es sind immer wieder innerbetriebliche Prozesse nötig, um weiterhin günstig produzieren zu können. Unternehmen bringen neue, noch mehr technologisierte Produkte auf den Markt, um weiterhin wettbewerbsfähig, schneller und kostengünstiger zu sein, als der Konkurrent. Das führt zu immer mehr Druck für die ganze Belegschaft.

[...]


1 Vgl. PronovaBKK: Studie über Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016, S.19

2 Vgl. Neuner, 2012, Psychische Gesundheit bei der Arbeit, S.4

3 Vgl. Krause, 2016, Psychische Gesundheit über die Lebensspanne, S.88

4 Vgl. Bundesministerium für Gesundheit: Umsetzung des BGF

5 Vgl. Esslinger, Emmert, Schöffski: Betriebliches Gesundheitsmanagement, S.37

6 Vgl. Esslinger, Emmert, Schöffski: Betriebliches Gesundheitsmanagement, S.38

7 Vgl. Weber: Bundeszentrale für politische Bildung, Gesetze und Verordnungen des Arbeitsrechts (2007)

8 Vgl. Presseportal: Studie zur Gesundheit am Arbeitsplatz (2016)

9 Vgl. PronovaBKK: Studie über Studie über Betriebliches Gesundheitsmanagement (2016)

10 Vgl. Krause, A. (2016), Psychische Gesundheit bei der Arbeit, S. 12

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zur Steigerung der Produktivität in Unternehmen
Hochschule
Technische Hochschule Rosenheim  (Fakultät für Betriebswirtschaft)
Veranstaltung
Betriebswirtschaftliches Seminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V1263152
ISBN (Buch)
9783346699749
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Unternehmen, Betriebliche Gesundheitsförderung, Wichtigkeit der Rolles des BGMs, Entstehung des BGMs, Äußere Faktoren des BGMs, Innere Faktoren des BGMs, Demografischer Wandel, Digitalisierung, Schnelle Veränderung der Arbeitswelt, Wichtigkeit der Gesundheit des Menschen, Produktivitätssteigerung, Wettbewerbsvorteil, Employer Branding, Beispiele für etablierte BGMs, BGM, BGF, Gesunde Mitarbeiter, fit und gesund, Gesundheit fördern, Gesundheit erhalten, gesundheitsfördernde Maßnahmen, gesundheitsfördernde Angebote in Unternehmen, Gesundheit von Mitarbeitern, Unterstützung der Gesundheit
Arbeit zitieren
Natalie Lutz (Autor:in), 2020, Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zur Steigerung der Produktivität in Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263152

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