Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Spannungsfeld von SchülerInnen, die den Unterricht stören und dem damit verbundenen Handeln der Lehrkraft im Gegensatz zur Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit bei SchülerInnen auseinander. Die Leitfrage der Arbeit lautet: Kann es durch den Trainingsraum als Handlungsstrategie tatsächlich zu einer Reduktion von Unterrichtsstörungen kommen? Um die Leitfrage beantworten zu können, ist es notwendig, zu überprüfen, ob SchülerInnen eigenverantwortliches Handeln und Denken selbstständig erlangen können, sodass eine Reduktion von Unterrichtsstörungen erreichbar ist.
Der Aufbau der Arbeit gestaltet sich dabei wie folgt: Zu Beginn wird eine Einführung in das Bearbeitungsgebiet dargelegt. Die im Titel verwendeten Begriffe der Unterrichtsstörung und dem daraus resultierenden Zusammenhang der Disziplinprobleme werden angesprochen und in einem Versuch definiert. Anschließend wird die nach Power eingeführte Verhaltenstheorie beschrieben, auf die der Trainingsraum basiert.
Im weiteren Teil wird eine Möglichkeit im Umgang mit Störungen während des Unterrichts näher beleuchtet - der Trainingsraum. Eine wichtige Rolle spielen angestrebte Ziele sowie Regeln und Rahmenbedingungen, die einen reibungslosen Ablauf gewährleisten. Es wird explizit ein Ablaufschema beschrieben und auf denkbare Defizite eingegangen. Abseits der Konzeption eines Trainingsraums ist es notwendig, den Trainingsraum aus der Perspektive der Schule, LehrerInnen eingeschlossen, als auch aus Sicht der SchülerInnen zu betrachten, da er als Auszeitraum fungiert, um Lernwilligen und deren Lehrkraft Zeit zu geben, ohne Unterrichtsstörungen dem Unterricht zu folgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Stellenwert und Intension
2. Die Theorie des Trainingsraums
3. Disziplinprobleme
3.1 Definitionen von Disziplin
3.2 Disziplin in der Schule
4. Unterrichtsstörungen
4.1 Definitionen von Unterrichtsstörungen
4.2 Unterrichtsstörungen- Prävention
5. Eine Verhaltenstheorie
5.1 Wahrnehmungskontrolltheorie nach William T. Powers
5.2 PCT- in Bezug auf den Trainingsraum
6. Das “Responsible Thinking Program” nach Ford (RTP)
7. Das Trainingsraum-Programm in Deutschland (TRP)
7.1 Ursprung des Trainingsraums in Deutschland
7.2 Zielsetzung
7.3 Die Regeln im Klassenzimmer
7.4 Rahmenbedingungen
7.5 Ablauf und Aufbau
7.6 Mögliche Probleme bei der Durchführung
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Trainingsraum-Programm als Handlungsstrategie für Lehrkräfte, um effektiv mit Unterrichtsstörungen umzugehen und die Eigenverantwortlichkeit von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob der Trainingsraum tatsächlich zu einer nachhaltigen Reduktion von Unterrichtsstörungen beitragen kann.
- Theoretische Grundlagen der Disziplin und Unterrichtsstörungen
- Die Wahrnehmungskontrolltheorie nach William T. Powers
- Konzeption und Ursprung des "Responsible Thinking Program" (RTP) nach Ford
- Implementierung und praktischer Ablauf des Trainingsraum-Programms in Deutschland
- Reflexion über Rolle, Rahmenbedingungen und mögliche Problematiken bei der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
7.3 Die Regeln im Klassenzimmer
Übereinkünfte sind für das Miteinander in einer Gesellschaft und somit auch in der Schule wichtig. Sicherheit und Ordnung entwickeln sich erst durch regelkonformes Verhalten. Es kommt im Zuge dessen zur Grenzsetzung, die es erst ermöglicht verschiedene Individuen nach gleichen Richtmaßen zu behandeln. Die Regeln sollten verständlich, kurz und positiv formuliert sein und das Erwartete in den Mittelpunkt setzen. Von einer Lehrperson wird in dieser Hinsicht die Bereitschaft des Durchführens erwartet, denn Regeln ohne Konsequenzen zeigen keine Wirkung (vgl. Kuhlmann 2011, S.331f.). Um der Devise der gegenseitigen Achtung und dem Einfall der Entwicklung eigener Ressourcen gerecht zu werden, entwickeln sich daraus anschließend diese Abmachungen:
1) „Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen
2) Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten
3) Jede/r muss stets die Rechte der Anderen respektieren“
(Balke/Hogenkamp 2000, S.82ff.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Unterrichtsstörungen und der notwendigen pädagogischen Reaktion ein und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.
2. Die Theorie des Trainingsraums: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Trainingsraums als methodischen Ansatz für eine nachhaltige Verbesserung der Unterrichtsqualität und des Verhaltens.
3. Disziplinprobleme: Hier wird der Begriff Disziplin beleuchtet, von der Problematik des Störens abgegrenzt und seine Bedeutung für den schulischen Alltag herausgearbeitet.
4. Unterrichtsstörungen: Dieses Kapitel definiert Unterrichtsstörungen als vielschichtiges Phänomen und diskutiert präventive Strategien zu deren Vermeidung.
5. Eine Verhaltenstheorie: Die theoretische Basis des Trainingsraums, insbesondere die Wahrnehmungskontrolltheorie nach William T. Powers, wird in diesem Kapitel dargelegt.
6. Das “Responsible Thinking Program” nach Ford (RTP): Der Ursprung und die Grundkonzeption des US-amerikanischen Modells werden hier erläutert.
7. Das Trainingsraum-Programm in Deutschland (TRP): Die Umsetzung des Modells in Deutschland, inklusive Zielsetzung, Regeln, Abläufen und Herausforderungen bei der Durchführung, wird detailliert analysiert.
8. Fazit: Das Fazit beurteilt die Effektivität des Trainingsraum-Programms bei konsequenter Anwendung als Mittel zur Verminderung von Störungen und zur Veränderung der Schulkultur.
Schlüsselwörter
Trainingsraum, Unterrichtsstörungen, Disziplin, Eigenverantwortlichkeit, Verhaltenstheorie, Pädagogik, Schulkultur, Regelwerk, Prävention, Intervention, Lernatmosphäre, Verantwortung, Konfliktlösung, Lehrkraft, Schüler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz des Trainingsraum-Programms als Strategie, um im schulischen Kontext konstruktiv mit Unterrichtsstörungen umzugehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Disziplin, die psychologische Grundlage von Verhalten, die Konzeption schulischer Regeln sowie der praktische Ablauf des Trainingsraums.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist zu untersuchen, ob der Trainingsraum als Instrument die Unterrichtsstörungen nachhaltig reduzieren und die Eigenverantwortung der Lernenden stärken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer Theorien und der praktischen Konzeption des Trainingsraum-Programms.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Wahrnehmungskontrolltheorie), die Entstehung des Programms und dessen Implementierung in den deutschen Schulalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Trainingsraum, Unterrichtsstörungen, Disziplin, Eigenverantwortung und Prävention.
Wie unterscheidet sich ein Disziplinproblem von einer Unterrichtsstörung?
Ein Disziplinproblem ist laut Autor meist mit einer persönlichen Schuldzuweisung verbunden, während eine Unterrichtsstörung als neutrale Unterbrechung des Unterrichtsablaufs betrachtet wird.
Welche Rolle spielt die Wahrnehmungskontrolltheorie?
Sie dient als theoretisches Fundament, das menschliches Verhalten als zielgerichtet betrachtet; der Trainingsraum hilft Schülern, ihr eigenes Verhalten zur Erreichung ihrer Ziele anzupassen.
- Quote paper
- Selina Pröhl (Author), 2017, Der Trainingsraum als sinnvolle Methode gegen Unterrichtsstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263335