In dieser Ausarbeitung wird zunächst der persönlichkeitspsychologische Ansatz von Eyseneck erläutert. Es wird festgestellt, welche Typen er in seinem Modell identifiziert und erklärt, welche Bedeutung das Modell in der Gegenwart hat. Zudem wird eine aktuelle und in der praktischen Personalarbeit verbreitete Persönlichkeitstypologie erläutert und deren Wissenschaftlichkeit sowie Anwendbarkeit in der Aus- und Weiterbildung diskutiert.
Im zweiten Teil wird erklärt, was Zuckerman unter dem Begriff "Sensation Seeking" versteht und was die Sensation Seeking Scale (SSS) genau misst. Darauf aufbauend wird eine Person mit hohen Werten auf der SSS beschrieben und diskutiert, welche Implikationen sich für die Besetzung von Geschäftsführungspositionen und Bewerbern mit hohen Werten auf der SSS ergeben.
Im dritten und letzten Teil wird die Frage beantwortet, was unter Ängstlichkeit verstanden wird und wie man diese messen kann. In Abhängigkeit vom Ausmaß der Ängstlichkeit werden verschiedene Angststörungen unterschieden, wozu auch sogenannte Zwangsstörungen gehören. Zwangsstörungen werden hier von der zwanghaften Persönlichkeitsstörung abgegrenzt und es wird erläutert, was die zwanghafte Persönlichkeitsstörung auszeichnet und wie diese behandelbar ist.
Inhaltsverzeichnis
Aufgabe A1
Die Persönlichkeitstypologie Eysencks
Die Bedeutung von Persönlichkeitstypologien in heutiger Personalentwicklung
Aufgabe A2
Das Konzept „Sensation Seeking“ von Marvin Zuckerman
Besonderheiten von High Sensation Seekern in Führungspositionen
Aufgabe A3
Ängstlichkeit und Angststörungen
Messung von Ängstlichkeit
Zwangsstörung versus Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, zentrale Konzepte der Persönlichkeitspsychologie, wie Eysencks Persönlichkeitstypologie und das „Sensation Seeking“-Konzept, auf ihre Anwendbarkeit und Relevanz in der modernen Personalführung und Diagnostik hin zu untersuchen sowie psychische Störungsbilder differenziert zu betrachten.
- Persönlichkeitstypologien und ihre Rolle in der Personalentwicklung
- Die Theorie des „Sensation Seeking“ nach Marvin Zuckerman
- Eignung von „High Sensation Seekern“ für Führungspositionen
- Differenzierung zwischen Angststörungen und Ängstlichkeit
- Abgrenzung von Zwangsstörungen gegenüber zwanghaften Persönlichkeitsstörungen
Auszug aus dem Buch
Die Persönlichkeitstypologie Eysencks
Der 1934 von Berlin nach London emigrierte Jude Hans Jürgen Eysenck (1916-1997) lehrte und forschte lange Jahre am Londoner Institute of Psychiatry. Eysenck war davon überzeugt, dass jeder Mensch angeborene und wenig beeinflussbare Eigenschaften hat. In der Tradition von Allport (1897-1967) sah Eysenck, der in wechselnden Teams zu dem Thema forschte (u.a. auch mit seiner Ehefrau Sybil zusammen), Persönlichkeit als eine individuelle Mischung aus zeitlich stabilen Verhaltensmustern, die Traits genannt werden. Diese Traits verdichtete er durch jahrelange Forschung an psychisch kranken und psychisch gesunden Menschen zu drei Persönlichkeitsdimensionen (Myers, 2014, S. 569).
Während Allport Traits als idiographischen Ansatz begriff, also jeden Menschen als unvergleichliches Individuum interpretierte, dessen einzelne Eigenschaften nicht isoliert betrachtet werden sollten, hatte Eysenck genau wie Catell und Guilford großes Interesse am nomothetischen Ansatz der Persönlichkeitsforschung, also dem Finden von Gesetzmäßigkeiten. Insbesondere durch Bezugnahme auf genetische Faktoren. Dadurch wurde die Persönlichkeitspsychologie als Wissenschaft überhaupt erst empirisch vergleichbar (Eckardt, 2017, S. 107–108).
Nachgewiesen hat er dies mit psycho-experimentellen Versuchsanordnungen, die die traditionelle, statistische Faktorenanalyse per Fragebögen der Differentiellen Psychologie mit den experimentellen Methoden der Allgemeinen Psychologie bereicherten. Eysenck hat Theorien aus der Differentiellen Psychologie anhand von wissenschaftlichen Hypothesen empirisch überprüft und dabei Möglichkeiten eröffnet, nicht nur eine Deskription interindividueller Differenzen vorzunehmen, sondern sie auch erklären zu können. Eysenck hat es geschafft, die meisten seiner Thesen wissenschaftlich korrekt und überprüfbar zu formulieren. Er hat Ursachenforschung betrieben und dabei biologisch-genetische Grundlagen vorausgesetzt. Dadurch ist sein hierarchisches Modell der Persönlichkeit entstanden, das auf drei Persönlichkeitsdimensionen oder auch Typen festgelegt ist: Psychotizismus, Neurotizismus und Intro-/Extraversion (Amelang & Bartussek, 2001, S. 328).
Zusammenfassung der Kapitel
Aufgabe A1: Dieses Kapitel behandelt das Persönlichkeitsmodell von Hans Jürgen Eysenck sowie die kritische Bedeutung und Anwendung verbreiteter Typologien wie dem MBTI in der modernen Personalarbeit.
Aufgabe A2: Der Abschnitt erläutert das von Marvin Zuckerman begründete „Sensation Seeking“-Konzept, dessen biologische Grundlagen und die spezifischen Eignungsprofile für Personen in Führungspositionen.
Aufgabe A3: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Ängstlichkeit und Angststörungen sowie eine differenzierte Abgrenzung zwischen den klinischen Krankheitsbildern der Zwangsstörung und der zwanghaften Persönlichkeitsstörung.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitstypologie, Eysenck, Persönlichkeitsdimensionen, Sensation Seeking, Führungspotential, Stressresistenz, Angststörungen, Ängstlichkeit, Zwangsstörung, zwanghafte Persönlichkeitsstörung, Psychodiagnostik, Coaching, Personalentwicklung, psychische Gesundheit, Verhaltensmerkmale.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Publikation beleuchtet zentrale theoretische Konzepte der Persönlichkeitspsychologie und deren Anwendung in der Praxis, insbesondere in Bezug auf Personalführung und klinische Diagnostik.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Persönlichkeitstheorien von Eysenck, das Sensation-Seeking-Konzept von Zuckerman sowie die klinische Abgrenzung von Angst- und Zwangsstörungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, wissenschaftliche Konzepte der Persönlichkeitsforschung verständlich zusammenzufassen und deren Relevanz für die Personalauswahl sowie das Verständnis psychischer Störungsbilder aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden erwähnt?
Die Arbeit diskutiert empirische Ansätze, Faktorenanalysen, psycho-experimentelle Versuchsanordnungen sowie standardisierte Testverfahren wie den MBTI, die SSS-V und den STAI.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die drei Persönlichkeitsdimensionen Eysencks, das Eignungsprofil von High Sensation Seekern für Führungspositionen sowie die Symptomatik und Behandlungsmöglichkeiten von Zwangserkrankungen.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die wichtigsten Begriffe sind Persönlichkeitstypologie, Sensation Seeking, Führungseignung, Ängstlichkeit, zwanghafte Persönlichkeitsstörung und diagnostische Validität.
Inwiefern unterscheiden sich Zwangsstörung und zwanghafte Persönlichkeitsstörung?
Während die Zwangsstörung den Betroffenen meist als quälend und unnatürlich bewusst ist (Ich-dyston), empfinden Personen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung ihre Verhaltensweisen als Teil ihrer Persönlichkeit (Ich-synton), was die Therapiemotivation erschwert.
Warum wird der MBTI in der Personalarbeit trotz wissenschaftlicher Kritik eingesetzt?
Der Erfolg des MBTI liegt primär in seiner Vermarktung als professionelle Gesamtlösung für Unternehmen, die Entlastung bei der Personalauswahl und Personalentwicklung verspricht.
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- Monika Miller (Author), 2022, Persönlichkeitsmerkmale. Eysencks Modell, Sensation Seeking, Ängstlichkeit und Persönlichkeitsstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263470