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Zum Wortgut deutscher Herkunft im plurizentrischen Serbokroatischen nach der Auflösung Jugoslawiens

Título: Zum Wortgut deutscher Herkunft  im plurizentrischen Serbokroatischen  nach der Auflösung Jugoslawiens

Tesis (Bachelor) , 2022 , 61 Páginas , Calificación: 10,00

Autor:in: Biljana Kolundzija Gavranovic (Autor)

Filología alemana - Otros
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Das Forschungsinteresse der vorliegenden Bachelorarbeit besteht darin, zu untersuchen, wie und unter welchen historischen Bedingungen die Lehnwörter aus dem Deutschen in das Serbokroatische bzw. seine Varianten (Bosnisch, Kroatisch und Serbisch) nach der Auflösung Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahre eingedrungen sind. Außerdem soll untersucht werden, ob sich die These verifizieren lässt, dass die deutschen Integrate – trotz der Zersplitterung der ehemaligen Amtssprache Jugoslawiens und der vom Staat unterstützten sprachpuristischen Strömungen – eine immer noch herausragende Stelle in der heutigen Umgangssprache einnehmen.

In der hier vorgenommenen lexikologischen Untersuchung wird kontrastiv und sachgruppenspezifisch vorgegangen, indem die durch sprachkontaktinduzierten und übereinstimmenden Integrate im Bosnischen, Kroatischen und Serbischen nach Dornseiff (2004) in onomasiologische Paradigmen eingeordnet und synchron mit dem Deutschen verglichen werden. Die daraus resultierenden Ergebnisse, 180 Worteinheiten deutscher Herkunft, lassen Regelmäßigkeiten bei der Verwendung der Integrate im Wortschatzsystem der drei Standardvarietäten beobachten, sodass die Befürchtungen ihres Nicht-Fortbestehens unbegründet sind.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 SERBOKROATISCH ALS OFFIZIELLE SPRACHE JUGOSLAWIENS UND DIE NEUEN OFFIZIELLEN SPRACHEN IN DEN HEUTIGEN NACHFOLGESTAATEN

2.1 Historische Entwicklung arealer Sprachgruppierungen in Mitteleuropa

2.1.1 Serbokroatisch (Kroatoserbisch) und seine Entstehung

2.1.2 Bosnisch, Kroatisch, Serbisch: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

3 DER SPRACHKONTAKT ZWISCHEN DEM DEUTSCHEN UND DEM SERBOKROATISCHEN (BKS) UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER GESCHICHTLICHEN ENTWICKLUNG

3.1 Das Mittelalter

3.2 Vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart

4 SPRACHKONTAKTPHÄNOMENE: URSACHEN UND TRIEBKRÄFTE

4.1 Sprachkontakt und Interferenzen

4.2 Erscheinungsformen der sprachlichen Interferenz

4.2.1 Codewechsel (Codeswitching)

4.2.2 Entlehnung (Fremdwort vs. Lehnwort): terminologischer Klassifikationsrahmen

4.2.3 Sprachreinigung und Sprachpurismus

5 STAND DER LEHNWORTFORSCHUNG IN DER SERBOKROATISCHEN SPRACHE

5.1 Einschlägige Veröffentlichungen

6 ENTLEHNUNGEN DEUTSCHER HERKUNFT IM BKS AUS KONTRASTIVER UND SACHENGRUPPENSPEZIFISCHER SICHT

6.1 Identifikation der deutschen Integrate im Bosnischen, Kroatischen und Serbischen

6.2 Gemeinsame Integrate deutscher Herkunft im BKS

6.2.1 Methodologische Vorgehensweise

7 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie und unter welchen historischen Bedingungen deutsche Lehnwörter nach der Auflösung Jugoslawiens in die slawischen Varietäten (Bosnisch, Kroatisch und Serbisch) integriert wurden und ob diese auch heute noch eine prominente Rolle im Sprachgebrauch einnehmen.

  • Historische Bedingungen und Ursachen des Sprachkontakts zwischen dem Deutschen und dem BKS.
  • Kontrastive und sachgruppenspezifische Analyse deutscher Integrate basierend auf Dornseiff (2004).
  • Untersuchung der Auswirkungen von Sprachpurismus und politischer Fragmentierung auf den deutschen Lehnwortschatz.
  • Evaluation des Sprachgebrauchs in verschiedenen Generationen und urbanen Zentren (Zagreb, Sarajevo, Novi Sad).
  • Systematisierung der Lehnwörter im Hinblick auf isosemantische und homofone Gemeinsamkeiten im BKS.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Mittelalter

Die Berührungen zwischen Slawen und Germanen fanden bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. statt. Da die ersten gemeinslawischen Lehnwörter aus dem Urgermanischen, Gotischen, Balkangermanischen und dem Westgermanischen stammen, verfügt man über keinen konkreten Bezug zu den hier zu analysierenden Einzelsprachen (Bosnisch, Kroatisch, Serbisch).

Schriftliche Beweise findet man erst Mitte des 8. Jahrhunderts als die Karantanier die Bayern um Hilfe baten, gegen die Bedrohung durch die Awaren in den Krieg zu ziehen. Als Resultat ergab sich die Angliederung des Herzogtums Karantanien (Kärnten, Obersteier, Osttirol und Lungau) an Bayern. 788 eroberte Karl der Große das Herzogtum Bayern und erweiterte sein Reich durch die Gebiete Südeuropas bis nach Syrmien, Altserbien, Südbanat, quer durch Bosnien und schloss die kroatische Küste ein. Der damalige Einfluss des Karl des Großen und seiner großen Herrscherpersönlichkeit blieb bis heute in BKS verewigt. Die Bezeichnung des Königs wurde vom Namen Karl abgeleitet: kralj.

Im südslawischen Sprachraum sind die sprachlichen Kontakte mit dem Deutschen unterschiedlich verteilt. Die Gebiete Kroatiens und Sloweniens standen mit der germanischen Sprache für sehr lange Zeit in Kontakt, während die Sprecher aus Bosnien und Serbien später mit ihr in Berührung kamen (vgl. Striedter-Temps, 1958, S. 16-17). Aus diesem Grund haben die deutschen Entlehnung im BKS keinen heterogenen Eingang gefunden. Hinzu kommt noch die Schwierigkeit, dass aufgrund mangelnder schriftlichen Quellen aus jener Periode (8. und 9. Jh.), die Entlehnungen allzu schwer nachweisbar sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Definiert das Forschungsinteresse an den Kontakteinflüssen des Deutschen auf das BKS und stellt die These auf, dass deutsche Integrate auch nach der Auflösung Jugoslawiens eine herausragende Rolle im Sprachgebrauch spielen.

2 SERBOKROATISCH ALS OFFIZIELLE SPRACHE JUGOSLAWIENS UND DIE NEUEN OFFIZIELLEN SPRACHEN IN DEN HEUTIGEN NACHFOLGESTAATEN: Erläutert die historische Entwicklung der slawischen Sprachgruppen und die Entstehung der heutigen Standardsprachen in den Nachfolgestaaten.

3 DER SPRACHKONTAKT ZWISCHEN DEM DEUTSCHEN UND DEM SERBOKROATISCHEN (BKS) UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER GESCHICHTLICHEN ENTWICKLUNG: Beschreibt die historischen Phasen des Sprachkontakts, von den mittelalterlichen Anfängen bis zur modernen Entwicklung durch Migration.

4 SPRACHKONTAKTPHÄNOMENE: URSACHEN UND TRIEBKRÄFTE: Analysiert theoretische Grundlagen der Sprachkontaktforschung wie Interferenzen, Codewechsel und Sprachpurismus im Kontext der vorliegenden Arbeit.

5 STAND DER LEHNWORTFORSCHUNG IN DER SERBOKROATISCHEN SPRACHE: Gibt einen Überblick über bestehende germanistische Forschungen zum Lehnwortgut im südslawischen Raum und deren methodische Ansätze.

6 ENTLEHNUNGEN DEUTSCHER HERKUNFT IM BKS AUS KONTRASTIVER UND SACHENGRUPPENSPEZIFISCHER SICHT: Bildet den analytischen Kern der Arbeit, in dem deutsche Integrate systematisch nach Sachgruppen und Sprachvarietäten kategorisiert werden.

7 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, bestätigt die Hypothese zum Fortbestand der Germanismen und weist auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.

Schlüsselwörter

Germanismen, Kontaktlinguistik, Kontrastive Lexikologie, Lehnwortschatz, Serbokroatisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Integration, Sprachpurismus, Sprachkontakt, Interferenz, BKS, Lehnwörter, Migration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des Deutschen auf das Serbokroatische bzw. die daraus hervorgegangenen Varietäten Bosnisch, Kroatisch und Serbisch (BKS) nach dem Zerfall Jugoslawiens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Aspekte sind die historische Sprachkontaktgeschichte, die theoretische Klassifizierung von Lehnwörtern sowie die empirische Analyse von 180 Wortentlehnungen im aktuellen Sprachgebrauch.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll belegt werden, dass trotz politischer Spaltung und sprachpuristischer Tendenzen eine signifikante Anzahl deutscher Integrate in der heutigen Umgangssprache des BKS fest verankert ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die kontrastive Lexikologie und ordnet die ermittelten Integrate entlang der onomasiologischen Paradigmen nach Dornseiff (2004) synchron mit dem Deutschen ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstands sowie eine systematische, nach Sachgruppen geordnete Untersuchung konkreter deutscher Integrate im BKS.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Germanismen, Kontaktlinguistik, Kontrastive Lexikologie, Lehnwortschatz, Serbokroatisch und Sprachpurismus.

Welche Aussprachevarianten werden in den slawischen Nachfolgestaaten unterschieden?

Es werden drei Hauptvarianten unterschieden: Ijekavisch (z.B. Bosnien, Kroatien), Ekavisch (hauptsächlich in Serbien) sowie Ikavisch (Teile Dalmatiens und der Herzegowina).

Warum ist das "Gralis-Korpus" für diese Arbeit von Bedeutung?

Das Gralis-Korpus dient als linguistisches Hilfsmittel zur Analyse lexikalischer Unterschiede innerhalb der slawischen Sprachen und unterstützt die Untersuchung des gemeinsamen Lehnwortschatzes.

Wie spielt die bairisch-österreichische Mundart eine Rolle in den Ergebnissen?

Viele der identifizierten Entlehnungen (wie Begriffe aus Verwaltung, Militär oder Handwerk) lassen sich historisch konkret auf die bairisch-österreichische Mundart der Siedler in diesen Regionen zurückführen.

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Detalles

Título
Zum Wortgut deutscher Herkunft im plurizentrischen Serbokroatischen nach der Auflösung Jugoslawiens
Calificación
10,00
Autor
Biljana Kolundzija Gavranovic (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
61
No. de catálogo
V1263754
ISBN (PDF)
9783346700520
ISBN (Libro)
9783346700537
Idioma
Alemán
Etiqueta
Germanismen Kontaktlinguistik Kontrastive Lexikologie Lehnwortschatz Serbokroatisch
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Biljana Kolundzija Gavranovic (Autor), 2022, Zum Wortgut deutscher Herkunft im plurizentrischen Serbokroatischen nach der Auflösung Jugoslawiens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1263754
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