Das Thema Tod im Kinderbuch. Analyse des Romans "Die Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren


Hausarbeit, 2006

21 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Vorwort

Als ich in der Veranstaltung Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche hörte, dass es möglich ist ein Kinder- oder Jugendbuch als Hausarbeit zu analysieren, war mir sofort klar, dass für mich nur ein Buch in Frage kommt.

Dieses Buch, nämlich „Die Brüder Löwenherz“, bekam ich von meiner Mutter vorgelesen als ich selber noch nicht lesen konnte. Und ich kann mich noch an die Faszination erinnern, die mich jedes Mal packte, wenn ich von den Abenteuern der Brüder Löwenherz in Nangijala erzählt bekam. Es genügte nicht, dass sie es mir einmal vorlas. Nein, sie musste es wieder und wieder lesen. Und als ich selber lesen konnte, las ich es noch einige Male.

Genau dieses Phänomen fasziniert mich so sehr an diesem Buch. Wie ist es möglich, dass ein Buch, das von Tod und Unglück handelt so eine Anziehung auswirkt, dass man es wieder und immer wieder lesen oder hören möchte?

Gleichzeitig finde ich das Thema „Tod“ in einem Kinderbuch sehr interessant. Ich kann mich noch zurück entsinnen, dass mir dieses Buch sehr viel Kraft gab. Trotzdem gehen die Meinungen auseinander, wenn es darum geht, ob eine Geschichte die von Tod handelt sich zur Guten Nachtgeschichte eignet oder nicht.

Ich kann natürlich nur für mich sprechen wenn ich sage, dass ich es durchaus als geeignet befinde und es für mich kaum ein schöneres Buch gibt.

Wer war Astrid Lindgren?

Ihr Ziel sei es, erklärte sie einst, „Kindern ein paar schöne Augenblicke zu bereiten“.[1] Und das hat sie auch geschafft. Es gibt wohl kaum eine glückliche Kindheit zu der Astrid Lindgren nicht dazugehört. Erwähnt man ihren Namen wird ein Lächeln in das Gesicht des Gegenübers gezaubert –fast jeder verbindet mit ihren Büchern schöne Erinnerungen. Es waren aber nicht nur die Bücher, die sie zu unserem Leben dazugehören lies, auch die Verfilmungen wie „Pippi Langstrumpf“, „Karlsson vom Dach“, „Michel aus Lönneberga“ und „Madita“ gehören zum Aufwachsen eines Kindes dazu. Doch wer war Astrid Lindgren? Sie selbst machte nie viel Aufheben um ihre Person. Sie lies sich zwar auf festlichen Anlässen ab und zu sehen, doch über die Privatperson wussten nur enge Freunde bescheid.

Am 14.11.1907 wird Astrid Anna Ericsson auf dem Hof Näs in der Nähe von Vimmerby, Småland/Schweden, geboren. Sie ist das zweite Kind von Samuel August Ericsson und seiner Frau Hanna. Ihre Geschwister, der ein Jahr ältere Gunnar und die 1911 geborene Schwester Stina, wachsen zusammen mit Astrid in einem sehr liebevollen Zuhause auf. Astrid beendet ihre Schullaufbahn 1923 mit dem Realschulabschluss und wird ein Jahr später bei einer Zeitung, der Wimmerby Tidning, angestellt um Korrektur zu lesen und kleine Reportagen über Feiertage und Einweihungen zu schreiben. 1926 zieht Astrid nach Stockholm und geht dort zur Sekretärinnenschule. Am 04.12.1926 bringt sie ihr erstes Kind, Sohn Lars, zur Welt. Sie kann sich aber nicht um ihn kümmern, da sie weiterhin zur Schule gehen muss, darum gibt sie Lars bis auf weiteres zu einer Pflegefamilie nach Kopenhagen, besucht ihn aber sooft sie kann.

1928 wird sie als Sekretärin beim Königlichen Automobilclub angestellt.

1930 wird die Pflegemutter von Lars krank und Astrid holt ihn zu sich nach Stockholm. Im gleichen Jahr heiratet sie ihren ehemaligen Bürovorsteher Sture Lindgren und sie ziehen zusammen in eine Zweizimmerwohnung in der Vulcanusgatan. Astrid wird Hausfrau und genießt ihre Mutterrolle.

In einem Interview Lars Lindgrens über seine Mutter:

„ Sie war keine dieser Mütter, die still auf einer Parkbank sitzen und ihren Kindern beim spielen zuschauen. Sie wollte selbst spielen, und ich habe den Verdacht, dass es ihr mindestens so viel Spaß machte wie mir.“[2]

Am 21.05.1934 wird ihre zweite Tochter Karin geboren. Durch sie soll später auch die Figur Pippi Langstrumpf entstehen, denn als Karin eines Wintertages mit Lungenentzündung im Bett liegt, bittet sie ihre Mutter eine Geschichte von Pippi Langstrumpf zu erzählen. Astrid beginnt die Geschichte von einem Mädchen mit roten Zöpfen und Sommersprossen, das zusammen mit einem Affen und einem Pferd in einem großen Haus wohnt.

1944 rutscht Astrid auf Glatteis aus und verstaucht sich den Fuß. Sie muss eine Woche im Bett liegen und beginnt die Geschichten von Pippi Langstrumpf aufzuschreiben. Sie möchte sie Karin zu ihrem zehnten Geburtstag schenken, schickt aber eine Kopie des Manuskripts an den Bonnier Verlag. Mit der Hoffnung, man werde davon absehen, das Jugendamt zu benachrichtigen fügt sie hinzu:

„…sicherheitshalber sollte ich vielleicht darauf hinweisen, dass meine eigenen unglaublich wohlerzogenen, engelgleichen Kinder keinerlei Schaden durch Pippis Verhalten genommen haben. Sie haben verstanden, dass Pippi ein Einzelfall ist, der normalen Kindern kein Vorbild sein kann.“[3]

Das Jugendamt wird nicht benachrichtigt, das Manuskript kommt aber bald mit einem höflichen, jedoch ablehnenden Begleitbrief zurück. 1945 schreibt der Verlag Rabén & Sjögren einen Wettbewerb für Kinderbücher aus, Astrid Lindgren reicht eine überarbeitete Version von Pippi Langstrumpf ein und gewinnt den ersten Preis.

1947 Astrid Lindgren beginnt als Verlagslektorin bei Rabén & Sjögren zu arbeiten. In den Folgejahren erscheinen Bücher wie „Wir Kinder aus Bullerbü“, „Nils Karlsson-Däumling“, "Kati in Amerika", „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“, „Mio, mein Mio“, „Karlsson vom Dach“, „Madita“, „Michel in der Suppenschüssel“und „Ferien auf Saltkrokan“.

1958 wird Astrid Lindgren die Hans-Christian-Andersen-Medaille verliehen, der bedeutendste Kinderbuchpreis der Welt.

1970 geht Astrid Lindgren im Alter von 63 Jahren in Pension. 1973 erscheint das Buch „Die Brüder Löwenherz“, das wegen dem Todesthema ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Trotz aller Kritik werden Astrid Lindgren für ihr Buch „Die Brüder Löwenherz“ einige Preise verliehen, wie z.B. die Medaille des schwedischen Buchhandels, der Silberner Griffel (Niederlande), Premio Bancarelino (Italien), der Wilhelm-Hauff-Preis und der Internationale Janusz- Korczak- Preis.

1978 wird Astrid Lindgren mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche in Frankfurt am Main ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es, dass Astrid mit ihrem gesamten Werk beispielhaft ist "für alle, die mit ihren Büchern Kindern in aller Welt als unverlierbaren Schatz die Fantasie schenken und ihr Vertrauen zum Leben bestärken".[4]

Astrid schreibt vor der Entgegennahme des Preises die Rede „Niemals Gewalt!“ die von Gewalt gegen Kinder und Gewalt auf der Welt handelt. Die Veranstalter bitten Astrid, diese Rede nicht zuhalten, doch als Lindgren damit droht dann gar nicht erst zu erscheinen, geben die sie nach.

1994 erhält Astrid Lindgren den Alternativen Nobelpreis „The Right Livelihood Honorary Award“ für ihren lebenslänglichen Einsatz für das Recht der Kinder und für die Natur. Im Jahre 1997 feiert sie ihren 90. Geburtstag und wird zur populärsten Schwedin des Jahres sowie zur beliebtesten Schwedin des Jahrhunderts gewählt. Sie lebt von nun an zurückgezogen in der Stockholmer Wohnung und nimmt kaum noch offizielle Termine wahr.

Am 28.01.2002 stirbt sie im Alter von 94 Jahren in ihrer Wohnung.

Von der schwedischen Regierung wird ein jährlich ausgeschriebener Literaturpreis zum Andenken an Astrid Lindgren gestiftet. Der Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis ist mit 540.000 Euro der höchstdotierte Preis für Kinder- und Jugendliteratur.

[...]


[1] Astrid Lindgren Homepage: Lebenslauf : www.astrid-lindgren.de

[2] Homepage Astrid Lindgren: Lebenslauf http://www.astrid-lindgren.de ,

(gesehen am 18/11/05)

[3] Aus Astrid Lindgrens Brief an den Bonniers Verlag

[4] Bialek, M. ; Weyershausen, K. ; Das Astrid Lindgren Lexikon. Alles über die beliebteste Kinderbuchautorin

der Welt. Berlin 2004 S.174

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Thema Tod im Kinderbuch. Analyse des Romans "Die Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V126459
ISBN (eBook)
9783640323708
ISBN (Buch)
9783668094215
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Astrid, Lindgren, Leben, Werk, Brüder, Löwenherz
Arbeit zitieren
Kathy Paira (Autor), 2006, Das Thema Tod im Kinderbuch. Analyse des Romans "Die Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126459

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