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Die Bewegung der Guarani-Kaiowé und der Post-Extraktivismus

Title: Die Bewegung der Guarani-Kaiowé und der Post-Extraktivismus

Term Paper , 2022 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Franciscus Liebing (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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Unter Anbetracht der politischen und extraktivistischen Einflüsse auf die Kaiowé sowie den theoretischen Grundlagen zum Konzept des Post-Extraktivismus soll folgender Fragestellung inner-halb dieser Arbeit nachgegangen werden: Inwiefern können die Protestaktionen der Guarani-Kaiowé - in Hinblick auf den ansteigenden Export von Bioagrarrohstoffen - als post-extraktivistische Forderungen einer sozialen Bewegung verstanden werden und welche aktuellen Möglichkeiten einer sozial-ökologischen Transformation bieten sich dadurch?

Zur Beantwortung dieser Fragestellung wird der Autor wissenschaftliches Datenmaterial aktueller Forschungen analysieren und kritisch gegenüberstellen. Dazu wird er Quellen verschiedener Organisationen, Institutionen und AutorInnen verwenden und sich auf sozial- und politikwissenschaftliche Fachliteratur und wissenschaftlichen Veröffentlichungen beziehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen und Definitionen

3. Theorien und Konzepte

4. Tekó Porã der Guarani-Kaiowé

5. Neo-Extraktivistische Einflüsse auf Territorium und Lebensweise

5.1 Territorium

5.2 Lebensweise

6. Die Guarani-Kaiowé als post-extraktivistische soziale Bewegung

6.1 Netzwerk

6.2 Kritik mit Ziel: Gesellschaftlicher Wandel

6.3 Protestaktionen

6.4 Beständigkeit und geteilte Identitäten

7. Chancen und Hindernisse einer sozial-ökologischen Transformation

8. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Protestaktionen der Guarani-Kaiowé als post-extraktivistische Forderungen einer sozialen Bewegung interpretiert werden können und welche Perspektiven sie für eine sozial-ökologische Transformation eröffnen. Dabei wird insbesondere der Einfluss des steigenden Exports von Bioagrarrohstoffen auf das indigene Territorium analysiert.

  • Analyse des indigenen Konzepts "Tekó Porã" als Lebensphilosophie und Widerstandsform.
  • Untersuchung der neo-extraktivistischen Einflüsse durch Agrarwirtschaft in Mato Grosso do Sul.
  • Überprüfung der Guarani-Kaiowé als soziale Bewegung anhand politikwissenschaftlicher Kriterien.
  • Diskussion über Chancen und Barrieren einer sozial-ökologischen Transformation im Kontext politischer Spannungsfelder.

Auszug aus dem Buch

Hierarchische Einschränkungen des Lebensraums

Die Beraubung ihrer Identität und vor allem der negativen Einflüsse auf ihre Lebensweise lassen sich an den enormen Einschränkungen ihres Lebensraumes erkennen. Wie Grünberg (2003) beschreibt, hat sich der Lebensraum der Guarani-Kaiowé von einer Fläche von ca. 6 Millionen Hektar auf eine Fläche von 18.124 Hektar minimiert (vgl. A. Abascal et. al 2018: 1). Daran lässt sich erkennen, dass die Auslebung der indigenen, natürlichen Lebensweise durch extraktivistische Aktivitäten der Großgrundbesitzer und der Regierung massiv eingeschränkt wird.

In Folge dieser Einschränkungen haben sich Protestaktionen der Kaiowé etabliert, die auf eine Rückbesinnung der traditionellen Lebensart zielen. Im folgenden Kapitel soll diskutiert werden, ob aus diesen Aktionen eine Soziale Bewegung entstanden ist und inwiefern die Forderungen und Handlungen mit dem Konzept des Post-Extraktivismus übereinstimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Forschungsarbeit ab, begründet die Relevanz des indigenen Konzepts "Gutes Leben" im Kontext des Post-Extraktivismus und formuliert die zentrale Fragestellung in Bezug auf die Guarani-Kaiowé.

2. Begriffsbestimmungen und Definitionen: Hier werden zentrale Termini wie "indigenes Volk", "Extraktivismus", "Neo-Extraktivismus" und "Neoliberalismus" definiert, die für das Verständnis der weiteren Analyse essentiell sind.

3. Theorien und Konzepte: Dieses Kapitel stellt die theoretische Basis dar, insbesondere die Konzepte des Post-Extraktivismus und des "Buen Vivir", und setzt diese in Bezug zu indigenen Naturverständnissen.

4. Tekó Porã der Guarani-Kaiowé: Die indigene Lebensphilosophie der Guarani-Kaiowé wird hier als Gegenentwurf zum modernen, kapitalorientierten Wirtschaftssystem charakterisiert.

5. Neo-Extraktivistische Einflüsse auf Territorium und Lebensweise: Das Kapitel beleuchtet die prekäre Lage der Guarani-Kaiowé in Mato Grosso do Sul, die durch industrielle Landwirtschaft und staatliche Politik bedroht ist.

5.1 Territorium: Hier wird die Bedeutung des "Tekoha" als Lebensraum und spirituelle Voraussetzung für die Existenz der Guarani-Kaiowé dargelegt.

5.2 Lebensweise: Dieses Unterkapitel analysiert, wie die Einschränkung der physischen Lebensgrundlage die traditionelle Lebensweise der indigenen Bevölkerung massiv gefährdet.

6. Die Guarani-Kaiowé als post-extraktivistische soziale Bewegung: Es wird geprüft, ob die Strukturen und Akteure der Guarani-Kaiowé die Kriterien einer sozialen Bewegung erfüllen.

6.1 Netzwerk: Die verschiedenen internen und externen Kooperationsformen, die den Widerstand der Guarani-Kaiowé stützen, werden hier untersucht.

6.2 Kritik mit Ziel: Gesellschaftlicher Wandel: Dieses Kapitel analysiert die politische Kritik der Bewegung an den extraktivistischen Wirtschaftsstrukturen Brasiliens.

6.3 Protestaktionen: Die verschiedenen Formen des Widerstands, von den "Retomadas" bis hin zur internationalen Lobbyarbeit, werden dargestellt.

6.4 Beständigkeit und geteilte Identitäten: Die kollektive Identitätsbildung als stabilisierendes Element einer sozialen Bewegung steht hier im Zentrum.

7. Chancen und Hindernisse einer sozial-ökologischen Transformation: Abschließend werden die politischen Hürden diskutiert, die einer erfolgreichen Umsetzung indigener Lebenskonzepte im staatlichen System entgegenstehen.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Guarani-Kaiowé trotz enormer Hindernisse und begrenzter wissenschaftlicher Erforschung als post-extraktivistische soziale Bewegung einzuordnen sind.

Schlüsselwörter

Guarani-Kaiowé, Post-Extraktivismus, Tekó Porã, Buen Vivir, indigene Rechte, soziale Bewegung, Brasilien, Mato Grosso do Sul, Landraub, Extraktivismus, Bioagrarrohstoffe, sozial-ökologische Transformation, Widerstand, Territorium, Neo-Extraktivismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Widerstand der indigenen Guarani-Kaiowé gegen extraktivistische Agrarwirtschaft in Brasilien und untersucht, ob dieser Widerstand als post-extraktivistische soziale Bewegung verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die indigene Lebensphilosophie (Tekó Porã), die Folgen großflächiger Agrarwirtschaft für indigene Territorien sowie die theoretische Verknüpfung von Widerstand und Post-Extraktivismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die Proteste der Guarani-Kaiowé angesichts zunehmender Agrarexporte als post-extraktivistische Forderungen gedeutet werden können und welche Perspektiven diese für einen sozial-ökologischen Wandel bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, bei der aktuelles wissenschaftliches Datenmaterial, Berichte von Organisationen und sozialwissenschaftliche Fachliteratur kritisch gegenübergestellt und ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Lebensphilosophie der Kaiowé, die Aufarbeitung der neo-extraktivistischen Einflüsse vor Ort sowie eine detaillierte Analyse der Akteure anhand der Merkmale sozialer Bewegungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Guarani-Kaiowé, Post-Extraktivismus, Tekó Porã, Landraub, indigene Rechte und sozial-ökologische Transformation maßgeblich bestimmt.

Welche Rolle spielt das "Tekó Porã" für den Widerstand?

Das Konzept dient als ethischer Kompass und normative Handlungsanweisung, die den respektvollen Umgang mit der Natur zur zentralen Grundlage der Identität der Kaiowé erhebt und somit einen direkten Gegenentwurf zur exploitativen Agrarwirtschaft darstellt.

Warum sind die "Retomadas" für die Untersuchung so entscheidend?

Die Retomadas stellen die physische Rückeroberung des Landes dar. Sie sind Ausdruck einer tieferen sozialen und spirituellen Notwendigkeit, das ursprüngliche Territorium zurückzugewinnen, und fungieren als stärkstes Protestmittel der Bewegung.

Welchen Einfluss hatte die politische Ära Bolsonaro auf die Guarani-Kaiowé?

Unter Bolsonaro verschärfte sich die Situation durch aggressive neo-liberale Agrarreformen und die Schwächung indigener Schutzrechte, was vermehrt zu Menschenrechtsverletzungen und Landkonflikten mit Großgrundbesitzern führte.

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Details

Title
Die Bewegung der Guarani-Kaiowé und der Post-Extraktivismus
College
University of Applied Sciences Fulda  (Sozial - und Kulturwissenschaften)
Grade
1,3
Author
Franciscus Liebing (Author)
Publication Year
2022
Pages
20
Catalog Number
V1264712
ISBN (PDF)
9783346707192
ISBN (Book)
9783346707208
Language
German
Tags
Sozial-ökologische Bewegungen Degrowth Post-Extraktivismus Buen vivir Gutes Leben Vivir Bien Teko Pora Brasilien Mato Grosso de Sul Indigene Gemeinschaften Landrraub Neo-Liberalismus Extraktivsmus Protestaktionen Soziale Bewegungen Soziale Bewegungen Brasilien Post-Extraktivismus Brasilien Internationale Konventionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franciscus Liebing (Author), 2022, Die Bewegung der Guarani-Kaiowé und der Post-Extraktivismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1264712
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