Japan – allein beim Klang dieses Namens werden Assoziationen und Klischees vielfältigster
Art geweckt. Doch was weiß man wirklich konkret über den Mythos dieses Landes am für
uns äußersten Ende der Welt, und was lässt sich lediglich als Vorurteil identifizieren?
Fest steht, dass Japan nach dem zweiten Weltkrieg eine wirtschaftliche Entwicklung
vollzogen hat, die zum einen bewundernswert ist, zum anderen in manchen Ländern
Befürchtungen und Ängste ob einer wirtschaftlichen Weltmacht Japans geschürt hat.
Die vorliegende Arbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, die eindrucksvolle wirtschaftliche
Entwicklung Japans nachzuvollziehen, sowie ihre Ursachen und Gründe bzw. notwendige
Voraussetzungen aufzudecken.
So soll über den Tellerrand hinausgeschaut und der Versuch unternommen werden, einen
abgerundeten Eindruck Japans zu vermitteln.
Aus diesem Grunde wird Japan im Anschluss an diese Einleitung hinsichtlich seiner
geographischen, geschichtlichen und politischen Charakteristika vorgestellt, um dem Leser
einen adäquaten Einstieg in die Lektüre zu gewähren.
Daran anschließend liegt die Aufmerksamkeit auf den spezifischen Eigenschaften sowie dem
Abschneiden der japanischen Wirtschaft bis 1945, bevor dann der wirtschaftliche Aufstieg
Japans nach 1945 mit den Besonderheiten des japanischen Wirtschaftssystems in den
Mittelpunkt des Interesses rückt.
Darüber hinaus werden Ursachen und Gründe des japanischen „Wirtschaftswunders“
thematisiert und ein Licht auf die Verflechtung Japans in Ost – und Südostasien geworfen.
Mit einer Zusammenfassung und einem persönlichen Ausblick über die mögliche zukünftige
Rolle Japans in der Weltwirtschaft wird die Arbeit abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Japan – Mythos in Fernost
2. Japan – eine Einführung
2.1 Geographie
2.2 Geschichte
2.3 Das politische System
3. Die Wirtschaft Japans bis 1945
3.1 Reformen der Meiji – Restauration
3.2 Zaibatsu
4. Die Wirtschaft Japans nach 1945
4.1 Performance
4.2 Charakteristika der japanischen Wirtschaft
4.2.1 Keiretsu
4.2.2 Lean Production oder: Der Dualismus der Betriebsstruktur
4.2.3 Just – in – Time – Lieferung
4.2.4 Kaizen
4.3 Weitere Ursachen des japanischen Erfolges
4.3.1 Die „Japan AG“
4.3.2 Protektionismus
4.3.3 Lebenslange Beschäftigung
4.3.4 Sonstige Ursachen
4.4 Exkurs: Über die japanische Mentalität
5. Japans Verflechtung in Ost- und Südostasien
5.1 Südostasien als „verlängerte Werkbank“ Asiens
5.2 Das Modell der Fluggänse
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die bemerkenswerte wirtschaftliche Entwicklung Japans seit 1945 nachzuvollziehen, die zugrunde liegenden Ursachen des „Wirtschaftswunders“ zu analysieren und die Rolle Japans in der globalen sowie regionalen Wirtschaftsstruktur zu beleuchten.
- Historische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Transformation bis 1945
- Strukturelle Besonderheiten des japanischen Wirtschaftssystems (Keiretsu, Lean Production)
- Wirtschaftspolitische Erfolgsfaktoren und der Einfluss der japanischen Mentalität
- Regionale Einbindung Japans in den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum
Auszug aus dem Buch
Charakteristika der japanischen Wirtschaft
Japan hat im Laufe seines ökonomischen Werdegangs einige Eigentümlichkeiten in der Wirtschaft entwickelt, die besonderer Erwähnung bedürfen, da sie in nicht unerheblichen Maße den japanischen Erfolg begünstigt oder gar erst ermöglicht haben.
Als hervorstechendstes Merkmal der japanischen Wirtschaft können sehr enge Beziehungen zwischen Unternehmen in Form von Unternehmenskonglomeraten betrachtet werden, die man als „Keiretsu“ bezeichnet. Diese Unternehmenskonglomerate zeichnen sich unter anderem dadurch aus, daß sie jeweils immer eine große Bank bzw. eine große Versicherung (aus Gründen der Finanzierung) und auch ein großes Handelshaus umfassen, was vor allem ihre Krisenanfälligkeit reduziert.
Von diesen Unternehmensgruppen verdienen die sechs größten besondere Aufmerksamkeit. Drei von ihnen, die Mitsui-, Mitsubishi- und Sumitomo- Gruppen weisen eine hohe Ähnlichkeit bezüglich ihrer Zusammensetzung gegenüber gleichnamigen Konglomeraten der Vorkriegszeit auf; man könnte sie demnach als Nachfolger der früheren Zaibatsu bezeichnen. Der grundlegende Unterschied besteht jedoch darin, daß die alten Holding-Familien ihre Kontrolle über die neuen Gruppen völlig verloren haben.
Die übrigen drei Gruppen (Fuyo, Sanwa und Daiichi-Kangyo) bildeten sich erst in der Zeit nach dem Kriege.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Japan – Mythos in Fernost: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen des japanischen wirtschaftlichen Aufstiegs nach dem Zweiten Weltkrieg.
2. Japan – eine Einführung: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die geographischen, geschichtlichen und politischen Grundlagen Japans.
3. Die Wirtschaft Japans bis 1945: Es wird die moderne Wirtschaftsentwicklung seit der Meiji-Restauration sowie die Rolle der Zaibatsu bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs beschrieben.
4. Die Wirtschaft Japans nach 1945: Dieses Kapitel analysiert das wirtschaftliche Wachstum Japans in der Nachkriegszeit sowie die spezifischen strukturellen Merkmale und Erfolgsfaktoren der japanischen Wirtschaft.
5. Japans Verflechtung in Ost- und Südostasien: Hier wird die ökonomische Einbindung Japans in die asiatische Nachbarregion sowie das Modell der Fluggänse erläutert.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige wirtschaftliche Rolle Japans.
Schlüsselwörter
Japan, Wirtschaftswunder, Keiretsu, Lean Production, Meiji-Restauration, Zaibatsu, Japan AG, Protektionismus, Lebenslange Beschäftigung, Kaizen, Südostasien, Modell der Fluggänse, Exportwirtschaft, Wirtschaftsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Aufstieg Japans von einem zerstörten Land nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer der führenden Industrienationen der Welt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Geschichte, spezifische Organisationsformen wie Keiretsu, Managementkonzepte, staatliche Wirtschaftspolitik und die regionale ökonomische Vernetzung Japans.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen und Voraussetzungen für das rasante Wirtschaftswachstum nach 1945 zu identifizieren und zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wirtschaftsgeographische Seminararbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung statistischer Kennzahlen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Grundlagen, die Charakteristika des japanischen Wirtschaftssystems wie Lean Production oder Kaizen sowie externe Faktoren wie der Protektionismus und die Einbindung in den asiatischen Wirtschaftsraum untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wirtschaftswachstum, Keiretsu, Japan AG, Protektionismus, lebenslange Beschäftigung und die regionale Integration in Südostasien.
Was genau sind "Zaibatsu" und "Keiretsu"?
Zaibatsu waren große, familiengeführte Finanzcliquen vor 1945. Keiretsu sind moderne Unternehmenskonglomerate nach dem Krieg, die oft durch enge Bankbeziehungen und gegenseitige Verflechtungen geprägt sind.
Warum spielt das "Modell der Fluggänse" eine Rolle?
Es beschreibt das Muster der industriellen Aufholjagd der asiatischen Nachbarländer Japans, wobei Japan in der metaphorischen V-Formation als Leitvogel fungiert.
- Arbeit zitieren
- Michael Dittmar (Autor:in), 2002, Der Aufstieg Japans zur dominierenden Industrienation Asiens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12648