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Adverbien, Argumentstruktur und Aspekt

Title: Adverbien, Argumentstruktur und Aspekt

Term Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Speech Science / Linguistics
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Laut Bußmann (2002) ist der Aspekt „eine ver-bale Kategorie, die sich auf die interne zeitliche Struktur oder andere inhaltliche Merkmale von Verbbedeutungen bezieht und die in der Morphologie einzelner Sprachen grammatikalisiert ist.“ Travis (in prep.) unterscheidet den Aspekt der Sichtweise und den Aspekt der Situation. Der Aspekt der Sichtweise (auch grammatischer, funktionaler oder äußerer Aspekt genannt) ist ein morpholo-gischer oder grammatischer Aspekt. Für das morphologische Material, das den Aspekt anzeigt, wird ein zusätzlicher funktionaler Kopf innerhalb der Flexionsdomäne des Satzes angenommen. In dieser Arbeit geht es jedoch mehr um den Aspekt der Situation (auch lexikalischer oder innerer Aspekt genannt), der sich auf die Aktionsart bezieht. Nach MacDonald (1996) zeigt dieser innere Aspekt an, wie ein Prädikat ein Ereignis beschreibt. Hat das Ereignis einen Endpunkt, hat es einen telischen Aspekt, hat es keinen Endpunkt, ist der Aspekt atelisch. Da der innere Aspekt morphologisch nicht unbedingt sichtbar ist, ist es weniger klar als beim Aspekt der Sichtweise, dass er syntaktisch realisiert ist. Travis (in prep.) behauptet jedoch, dass es für den inneren Aspekt in der lexikalischen Domäne des Satzes (innerhalb der VP) eine funktionale Projektion gibt. Sie nimmt eine AspP an, die zwischen 2 VP-Schalen positioniert ist. Evidenz für diese AspP liefert das Tagalog, bei dem die Anordnung von Morphemen diese Projektion notwendig macht. Adger & Tsoulas (2004) nehmen ebenfalls an, dass es solch eine AspP gibt. Sie nutzen diese, um die Positionierung von (Manner- und Lokativ-)Adverbien im Englischen zu lizensieren, wobei sie sich auf Chomsky (2000) und die darin beschriebene Lizensierung der Adverbien beziehen. Durch die Analyse der Adverbien zeigen Adger & Tsoulas (2004), dass es einen Zusammenhang zwischen den Adverbien, Aspekt und der Argumentstruktur gibt. Unabhängig von den Adverbien sieht auch Travis (in prep.) einen Zusammenhang zwischen Argumentstruktur/Kasus und Aspekt. Um diesen Zusammenhang im sechsten Abschnitt aufzuzeigen und zu erklären, wird im zweiten Abschnitt der Arbeit erst einmal der Zusammen-hang der Adverbien zur Argumentstruktur und zum Aspekt dargelegt. Darauf folgen frühere Annahmen zur Struktur der Adverbien, Evidenz für die von Adger & Tsoulas (2004) eingeführte AspP, ihre Annahme zur Positionierung der Adverbien, die im fünften Abschnitt mit der schon angesprochenen Theorie von Chomsky (2000) erklärt und analysiert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Syntax und Semantik von Adverbien

3. Frühere Ansätze

4. Evidenz für die AspP

5. Ansatz von Adger & Tsoulas (2004)

5.1 Analyse von Adverbien – Die H-assoziierte Relation

5.2 Semantische Interpretation/Lizensierung von Lokativen

5.3 Lizensierung der Manneradverbien

6. Zusammenhang zwischen Aspekt und Argumentstruktur/Kasus

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die syntaktische Lizensierung und Positionierung von Adverbien im Rahmen der minimalistischen Syntax. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Zusammenspiel zwischen Adverbien, innerem Aspekt (AspP) und der Argumentstruktur von Verben, wobei insbesondere der Ansatz von Adger & Tsoulas (2004) sowie die Konzepte von Travis (in prep.) kritisch beleuchtet werden.

  • Syntaktische Modellierung von Adverbien und AspP
  • Zusammenhang zwischen Argumentstruktur, Kasus und Telizität
  • Analyse der Lizensierung von Manner- und Lokativadverbien
  • Theoretische Grundlagen nach Chomsky (2000)
  • Evidenzbasierte Untersuchung von Sprachdaten (Tagalog, Englisch)

Auszug aus dem Buch

5.1 Analyse von Adverbien – Die H-assoziierte Relation

Adgers & Tsoulas´ Analyse der Adverbien und ihre Lizensierung basiert auf Chomsky (2000). Ausgangspunkt für die Überlegungen dieser Theorie ist die strake minimale These, dass Sprache eine optimale Lösung für Lesbarkeitsbedingungen ist. Wie schon in früheren nimmt Chomsky auch in dieser Theorie ein Sprachorgan (faculty of language, FL) an, welches nur den wirklich notwendigen, also minimalen Mechanismus enthält, der möglichst einfach funktionieren sollte. Die FL hat einen Anfangszustand, der durch den Einfluss der Umgebung verändert wird, was zu neuen Zuständen führt.

Diese unterschiedlichen Zustände muss eine Sprachtheorie beschreiben und erklären. Die Universalgrammatik ist die Theorie, die den Anfangszustand der FL beschreibt. Sie stellt eine Menge von Merkmalen und Operationen (Merge, Agree und Move) zur Verfügung. Die Operationen nutzen die Merkmale und generieren linguistische Ausdrücke. Hierfür wird einmalig eine Teilmenge von Merkmalen ausgesucht und im Lexikon angesammelt. Daraus wird dann ein lexikalisches „Aufgebot“ ausgewählt, aus dem dann abschließend ein Ausdruck gebildet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Begriffe Aspekt der Sichtweise und Aspekt der Situation sowie Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der AspP.

2. Syntax und Semantik von Adverbien: Diskussion der syntaktischen Einschränkungen von Manneradverbien bei unakkusativen Verben und der Zusammenhang zwischen Adverbien und Telizität.

3. Frühere Ansätze: Übersicht über klassische Modelle zur Adverbpositionierung und deren Unzulänglichkeiten bei der Erklärung der Lizensierung.

4. Evidenz für die AspP: Darlegung der Notwendigkeit einer funktionalen Projektion für den inneren Aspekt anhand von Daten aus dem Tagalog.

5. Ansatz von Adger & Tsoulas (2004): Detaillierte Darstellung des minimalistischen Modells zur Lizensierung von Adverbien durch funktionale Köpfe.

6. Zusammenhang zwischen Aspekt und Argumentstruktur/Kasus: Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Objektkasus, Telizität und der Agentivität.

7. Zusammenfassung: Rekapitulation der Kernergebnisse zur Rolle der AspP bei der Lizensierung von Argumenten und Adverbien.

Schlüsselwörter

Minimalistische Syntax, Adverbien, AspP, Argumentstruktur, innerer Aspekt, Telizität, Akkusativ, Lizensierung, Chomsky, Tagalog, Manneradverbien, Lokativadverbien, Kasus, Verbphrase, syntaktische Projektion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den syntaktischen Zusammenhang zwischen Adverbien, Argumentstruktur und dem inneren Aspekt im Rahmen der minimalistischen Sprachtheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Hauptthemen umfassen die Positionierung von Adverbien, die Rolle funktionaler Köpfe (AspP) in der Verbphrase und die Auswirkungen von Kasusmarkierungen auf die Ereignisstruktur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu zeigen, wie Manner- und Lokativadverbien innerhalb einer minimalistischen Architektur durch funktionale Köpfe lizensiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse auf Basis der generativen Transformationsgrammatik und der minimalistischen Theorie von Chomsky angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ansätze von Adger & Tsoulas sowie Travis und kontrastiert diese mit früheren Strukturmodellen der Syntax.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Minimalistische Syntax, Aspekt, Argumentstruktur, Lizensierung und Adverbiale beschreiben.

Warum können Manneradverbien nicht mit unakkusativen Verben auftreten?

Da unakkusative Verben keinen strukturellen Akkusativ zuweisen können und die entsprechende vP-Struktur fehlt, fehlt auch die notwendige Lizensierungsinstanz für Manneradverbien.

Welche Rolle spielt das Tagalog für die Argumentation?

Die Morphemordnung im Tagalog dient als empirische Evidenz für die Existenz einer funktionalen AspP innerhalb der Verbphrase.

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Details

Title
Adverbien, Argumentstruktur und Aspekt
College
University of Potsdam  (Institut für Linguistik)
Course
Minimalistsiche Syntax
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V126490
ISBN (eBook)
9783640323852
Language
German
Tags
Adverbien Argumentstruktur Aspekt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Adverbien, Argumentstruktur und Aspekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126490
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