Diese Arbeit beschäftigt sich mit den negativen Auswirkungen gewaltvoller Erziehung auf die Entwicklung von Kindern.
Ein Klaps hat noch keinem Kind geschadet. Diesen Satz hat wohl jeder einmal gehört. In unserer heutigen Gesellschaft wird Gewalt in der Erziehung von den meisten ganz klar verneint sowie gesetzlich gar nicht mehr erlaubt und trotzdem, hören wir immer wieder Nachrichten, in denen es um Gewalt gegenüber Kindern geht.
Damit ist ganz klar, dass es auch heute noch in unserer modernen Gesellschaft zu Gewalt gegenüber Kindern kommt und noch immer ein Problem ist. Dies geschieht, obwohl seit dem 2. November 2000 das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung verabschiedet wurde und darin klar das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert ist.
Neben der körperlichen Gewalt, an die meistens zuerst gedacht wird, ist allerdings auch die seelische Gewalt nicht zu unterschätzen. Welche Folgen kann ein derartiges Vorgehen in der Erziehung haben?
In dieser Arbeit wird sich mit diesen Folgen auseinandergesetzt, aber auch versucht mögliche Gründe zu erklären, warum Gewalt in der Erziehung überhaupt noch Anwendung findet. Dabei werden ein paar Ansätze des Erziehungsbegriffes vorgestellt, danach die Grundformen der Erziehung aufgezeigt, um dann zur Kernfrage „Welche Auswirkungen kann Gewalt in der Erziehung auf die Entwicklung des Kindes haben?“ zu gelangen. Abschließend folgt ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Der Erziehungsbegriff
3.Klassifikation elterlicher Erziehungsstile
4.Gewaltvolle Erziehung und ihre möglichen Gründe
4.1 Der Gewaltbegriff
4.2 Einsatz von psychischer/physischer Gewalt und deren Folgen
5.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die schwerwiegenden negativen Auswirkungen gewaltvoller Erziehungsmethoden auf die psychische und physische Entwicklung von Kindern und analysiert dabei sowohl kurzfristige Folgen als auch potenzielle langfristige Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter.
- Grundlagen des Erziehungsbegriffs und dessen theoretische Einbettung.
- Klassifikation verschiedener Erziehungsstile nach dem Modell von Baumrind.
- Analyse von Ursachen und Risikofaktoren für Gewalt in der Erziehung.
- Differenzierung zwischen physischer und psychischer Gewalt.
- Darstellung von kurz- und langfristigen Folgen durch Kindesmisshandlung.
Auszug aus dem Buch
4.2 Einsatz von psychischer/physischer Gewalt und deren Folgen
Vorweg ist zu sagen, dass sich physische Gewalt nie komplett von der psychischen Gewalt abgrenzen lässt, da aus körperlicher Gewalt oft auch eine seelische Schädigung hervorgeht. Daher soll in diesem Kapitel diese zwei Formen miteinander verknüpft werden.
Für die meisten Eltern steht die Anwendung von Gewalt in der Erziehung, egal in welcher Form, völlig außer Frage. Doch es gibt auf der anderen Seite Eltern, die hinter der Anwendung von Gewalt einen erzieherischen Nutzen sehen und diese somit ganz bewusst als Mittel der Erziehung einsetzen. Viele von diesen Erwachsenen gehen davon aus, das nur auf diese Art und Weise, der Respekt und die Gehorsamkeit gegenüber den Erziehenden aufrecht erhalten werden kann. Dabei überdenken diese oft nicht welche Folgen ihre Handlungen mit sich ziehen. Die größte Folge ist vor allem die seelische Schädigung des Kindes. Das Kind bekommt häufig, egal um welche Form der Gewalt es sich explizit handelt, ein Gefühl von Wertlosigkeit vermittelt und in seiner psychischen, wie auch physischen Entwicklung massiv geschädigt. Eltern, die Gewalt als Erziehungsmethode anwenden setzen oft viel mehr ihre eigenen Bedürfnisse durch, als die des Kindes, die es je nach Altersstufe hat. Die schädigenden Formen von Gewalt scheinen dabei nicht aufzählbar zu sein, ob es sich jetzt um die reine körperliche Gewalt handelt oder das Kind psychisch durch Anschreien, Demütigungen, Erpressungen oder Verspottung klein gehalten wird. Psychische Gewalt, kann aber auch das bloße Nichtstun sein, indem Eltern dem Kind die emotionale Zuwendung, Wertschätzung und Unterstützung vollkommen verwehren. Dadurch kann das Kind in seinem Vertrauen zu anderen Menschen geschädigt werden und es könnte ihm immer schwerer fallen Menschen an sich heran zu lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Gewalt in der Erziehung trotz gesetzlicher Verbote ein und formuliert die Kernfrage nach den Auswirkungen auf die Kindesentwicklung.
2.Der Erziehungsbegriff: Es werden die theoretischen Ansätze der funktionalen und intentionalen Erziehung gegenübergestellt, um ein grundlegendes Verständnis pädagogischen Handelns zu schaffen.
3.Klassifikation elterlicher Erziehungsstile: Basierend auf den Dimensionen Wärme und Lenkung wird das Modell der Erziehungsstile nach Diana Baumrind erläutert, um ideale Erziehungspraktiken von schädlichen abzugrenzen.
4.Gewaltvolle Erziehung und ihre möglichen Gründe: Hier werden Risikofaktoren und Ursachen analysiert, die dazu führen, dass Eltern Gewalt als Erziehungsmittel einsetzen.
4.1 Der Gewaltbegriff: Dieses Unterkapitel definiert Gewalt als Instrument von Macht und Herrschaft und unterscheidet zwischen personaler und struktureller Gewalt.
4.2 Einsatz von psychischer/physischer Gewalt und deren Folgen: Eine detaillierte Untersuchung der unmittelbaren und langfristigen psychischen sowie physischen Schädigungen, die Kindern durch gewaltvolle Erziehung widerfahren.
5.Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen und elterlicher Unterstützung.
Schlüsselwörter
Gewalt in der Erziehung, Kindesentwicklung, psychische Gewalt, physische Gewalt, Erziehungsstile, Kindesmisshandlung, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, emotionale Zuwendung, Prävention, Erziehungskompetenz, Traumatisierung, Verhaltensstörungen, Bindungsverhalten, elterliche Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem nach wie vor aktuellen Problem der Gewalt in der Erziehung und deren negativen Einflüssen auf die kindliche Entwicklung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Erziehung, dem Verständnis verschiedener Erziehungsstile, den Ursachen von Gewalt und den daraus resultierenden Folgen für Kinder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, welche Auswirkungen Gewalt in der Erziehung haben kann und warum es trotz moderner Standards noch immer zu derartigen Vorgehensweisen kommt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse bestehender wissenschaftlicher Fachliteratur sowie die Einordnung in erziehungswissenschaftliche Modelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Erziehungsbegriffs, die Vorstellung der Erziehungsstile, eine Analyse der Gründe für Gewalt sowie eine detaillierte Ausarbeitung der negativen Folgen für die betroffenen Kinder.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Gewalt in der Erziehung, kindliche Entwicklung, Erziehungsstile, psychische Traumata und Prävention.
Warum ist die Unterscheidung zwischen funktionaler und intentionaler Erziehung für das Thema wichtig?
Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, dass Erziehung auf verschiedenen Ebenen stattfindet – entweder als bewusster zielgerichteter Prozess oder als unbeabsichtigter sozialer Einfluss –, was die Analyse von Gewaltpotenzialen differenzierter macht.
Welche Rolle spielt die "ideale Erziehung" nach Baumrind im Kontext der Arbeit?
Der autoritative Erziehungsstil dient als Maßstab, da er ein gesundes Gleichgewicht aus Wärme, Zuneigung und notwendiger Lenkung bietet, im Gegensatz zu gewaltvollen oder vernachlässigenden Stilen.
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- Michelle Naar (Author), 2017, Die Folgen einer gewaltvollen Erziehung auf die Entwicklung von Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265350