Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › English Language and Literature Studies - Literature

Literarische Funktionen des Essens in Philip Roths 'Portnoy’s Complaint'

Title: Literarische Funktionen des Essens in Philip Roths 'Portnoy’s Complaint'

Seminar Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Bernd Csitkovics (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] Daher soll am Beginn der Analyse ein kurzer Abriss relevanter soziologischer
Untersuchungen stehen, die der sozialen Dimension des Essens nachgehen. Es soll dabei
gezeigt werden, dass das Essen ein wesentliches Mittel der sozialen Kommunikation darstellt,
das soziale Grenzen markiert, Zugehörigkeiten festschreibt und auch innerhalb sozialer
Systeme die Rollen der Individuen maßgeblich bestimmt. Die im engeren Sinn textbezogene Analyse soll dann diese empirischen Forschungsergebnisse
auf Philip Roths Portnoy’s Complaint anzuwenden versuchen. Das Essen soll daher zunächst
im Kontext der familiären Machtverhältnisse beleuchtet werden, die sich einerseits auf die mit
dem Essen verbundenen Verantwortlichkeiten und Autoritäten stützen, andererseits aber auch
über das Essen repräsentiert werden.
Im Anschluss daran soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit sich in einem jüdischen
Kontext traditionell bedeutsame Funktionen des Essens in der Konstruktion von Identität im
Text nachweisen lassen. Die Rolle der Figur der Mutter wird auch in diesem Zusammenhang,
wie für die eingangs gestellte Frage nach der Machtkonzeption, von besonderem Interesse
sein, da die Einhaltung der jüdischen Speisegesetze, wie deutlich gemacht werden soll, von
ihr gefordert und sichergestellt wird.
Schließlich soll der Fokus dann auf den Ich-Erzähler und dessen Versuche der Emanzipation
gelenkt werden, die als ein wesentliches Motiv des Romans verstanden werden können. Auch
hier soll der Versuch unternommen werden, zu klären, inwieweit das Essen für diesen
Entwicklungsprozess des Protagonisten relevant ist.
Das abschließende Resümee soll dann die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung nochmals
kurz zusammenfassen und einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen bieten, die im
Zuge dieser Untersuchung aufgeworfen wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Philip Roths Portnoy’s Complaint – Eine Einleitung

II Soziale Funktionen des Essens

III Literarische Funktionen des Essens

1. Das Essen als Fundament familiärer Machtverhältnisse

2. Essensregeln im jüdischen Kontext

3. Emanzipationsversuche des Erzählers

III Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Funktionalisierung des Essens in Philip Roths Roman "Portnoy’s Complaint" und analysiert, wie diese im Kontext familiärer Machtverhältnisse, jüdischer Identitätskonstruktion und der Emanzipationsversuche des Protagonisten Alexander Portnoy als zentrales Motiv fungiert.

  • Soziologische Grundlagen der sozialen Dimension des Essens
  • Konstruktion familiärer Machtverhältnisse durch Nahrungszubereitung und -kontrolle
  • Einfluss jüdischer Speisegesetze (Kaschrut) auf Identität und Alltag
  • Emanzipationsbestrebungen des Protagonisten und deren Scheitern
  • Interdependenz von Sprache, Sexualität und Esskultur

Auszug aus dem Buch

1. Das Essen als Fundament familiärer Machtverhältnisse

Die Machtverhältnisse in der Familie sind in den Kindheitserinnerungen Alexander Portnoys sehr deutlich vorgegeben. Während der Vater in den Kindheitserinnerungen des Erzählers kaum vorkommt und, wenn zuhause, den Forderungen der Mutter hilflos gegenübersteht, stellt die Mutter zweifellos das Machtzentrum der Familie Portnoy dar.

Dies macht der Ich-Erzähler gleich zu Beginn des Romans deutlich, indem er von seiner infantilen Idee berichtet, hinter seinen Lehrerinnen verberge sich seine allgegenwärtige Mutter, deren Fähigkeiten keine Grenzen gesetzt sind, sodass sie trotz ihrer Anwesenheit im Unterricht ihren Sohn unmittelbar nach dem Läuten der Glocke zuhause mit dem Essen erwartet:

As soon as the last bell had sounded, I would rush off for home, wondering as I ran if I would possibly make it to our apartment before she had succeeded in transformung herself. Invariably she was already in the kitchen at the time I arrived, setting out my milk and cookies.

Sophie Portnoy gründet ihre Machtposition in der Wahrnehmung ihres Sohnes wesentlich auf der Fähigkeit der Nahrungszubereitung, die dem Erzähler großen Respekt und Bewunderung abringt:

It was my mother who could accomplish anything (…). And could a small child with my intelligence, with my powers of observation, doubt that this was so? She could make jello, for instance, with sliced peaches hanging in it, peaches just suspended there, in defiance of the law of gravity.

Zusammenfassung der Kapitel

I Philip Roths Portnoy’s Complaint – Eine Einleitung: Die Einleitung stellt den Roman in seinen historischen Kontext und umreißt die Forschungsfrage, wie das Essen zur Konstruktion familiärer Machtverhältnisse beiträgt.

II Soziale Funktionen des Essens: Dieses Kapitel erläutert soziologische Theorien, wonach das Essen ein wesentliches Mittel der sozialen Kommunikation, der Grenzziehung und der Machtausübung innerhalb von Familien darstellt.

III Literarische Funktionen des Essens: Im Hauptteil wird untersucht, wie die Mutter über das Essen ihre Macht ausübt, wie religiöse Speisegesetze den Alltag dominieren und warum der Erzähler bei seinen Versuchen zur Emanzipation an diesen Strukturen scheitert.

III Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass das Essen in "Portnoy’s Complaint" negativ konnotiert ist, da es primär die Kontrolle der Mutterfigur stützt und die Emanzipation des Sohnes erschwert.

Schlüsselwörter

Philip Roth, Portnoy’s Complaint, Essen, Machtverhältnisse, Familie, Identität, Judentum, Kaschrut, Emanzipation, Sexualität, Sozialisation, Speisegesetze, Mutterfigur, Alexander Portnoy, literarische Funktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Essens in Philip Roths Roman "Portnoy’s Complaint" als Instrument familiärer Machtausübung und Identitätsstiftung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen Aspekten der Nahrungsaufnahme, jüdischen Speisegesetzen und den psychologischen Emanzipationsversuchen des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Essen als "Sprache der Macht" den Alltag der Familie Portnoy strukturiert und die Entwicklung des Protagonisten maßgeblich beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine textbezogene literaturwissenschaftliche Analyse, die durch soziologische Erkenntnisse über das Essen (z.B. von Mary Douglas und Beardsworth) untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Machtverhältnissen im Elternhaus, die Bedeutung jüdischer Identität durch Kaschrut und die gescheiterten Versuche Alexander Portnoys, sich von mütterlicher Kontrolle zu befreien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind familiäre Machtverhältnisse, jüdische Sozialisation, Emanzipation, Essensregeln, Identitätskonstruktion und die dominante Mutterfigur.

Wie wirkt sich die mütterliche Autorität konkret auf das Essverhalten aus?

Die Mutter nutzt das Essen, um Kontrolle auszuüben, Regeln zu erzwingen und die religiöse Identität des Sohnes zu überwachen, was bei Alexander Portnoy zu einer negativen Konnotation des Essens führt.

Warum scheitert Alexander Portnoys Versuch der Emanzipation?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Protagonist die Präsenz der Mutter selbst bei seinen sexuellen Eskapaden nicht loswird, da diese (z.B. durch Stimmenassoziationen) tief in seinem Bewusstsein verwurzelt bleibt.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Literarische Funktionen des Essens in Philip Roths 'Portnoy’s Complaint'
College
University of Vienna  (Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
PS: Mahlzeit! - Küche, Kochen und Essen in der Literatur
Grade
sehr gut
Author
Bernd Csitkovics (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V126548
ISBN (eBook)
9783640324439
Language
German
Tags
Literarische Funktionen Essens Philip Roths Portnoy’s Complaint
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernd Csitkovics (Author), 2008, Literarische Funktionen des Essens in Philip Roths 'Portnoy’s Complaint', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126548
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint