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Geschlechterungleichheiten im Care-Bereich. Warum sind Care-Arbeiten oft unterbezahlt und wieso werden sie überwiegend von Frauen ausgeübt?

Titel: Geschlechterungleichheiten im Care-Bereich. Warum sind Care-Arbeiten oft unterbezahlt und wieso werden sie überwiegend von Frauen ausgeübt?

Hausarbeit , 15 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Care-Arbeit wird in den wenigsten Fällen gleichberechtigt ausgeführt. Meistens wird die schlecht bezahlte Care-Arbeit von immigrierten Frauen und die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen im Allgemeinen erledigt. Auch wenn immer mehr Männer Interesse daran zeigen, werden sie oft durch die geringe Entlohnung und Anerkennung dieser Arbeiten sowie durch traditionelle Geschlechterrollenerwartungen abgeschreckt. In diesem Rahmen beleuchte ich die Aussage, warum Care-Tätigkeiten oft un- beziehungsweise unterbezahlt sind und wieso diese überwiegend von Frauen ausgeübt werden.

Im ersten Kapitel werde ich darauf eingehen, wie Care definiert werden kann, wobei Care Arbeiten im und außerhalb des Erwerbssektors einschließt. Care wird konstant als unbezahlte, rassialisierte und feminisierte Arbeit klassifiziert und meist, vor dem Hintergrund von zu verringernden Kosten, ausgelagert. Durch eine Einordnung der Entstehung von Geschlechterstrukturen in der Arbeitswelt, werde ich die heutige Stellung von Care analysieren. Dabei werde ich zu der Erkenntnis kommen, dass diejenigen, die Care-Arbeiten delegieren, sich aufgrund von Rasse, Klasse und Nationalität in einer Machtposition befinden. Weiterhin werde ich der Fragestellung nachgehen, ob die vorherrschenden Strukturen naturgegeben oder durch Sozialisation anerzogen sind, wobei schnell deutlich wird, dass die verschiedenen Geschlechter sich genetisch kaum voneinander unterscheiden. Abschließend analysiere ich die Auslagerung von Care an meist illegal immigrierte Frauen, und warum das nicht die Lösung sein kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Care

3 Geschlechterungleichheiten

3.1 Care-Arbeit im historischen Kontext

3.2 Natur-gegeben oder anerzogen?

3.3 Auslagerung von Care

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die systemischen Ursachen für die geringe gesellschaftliche Wertschätzung und ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, weshalb diese Tätigkeiten überwiegend von Frauen ausgeführt werden und welche Rolle historische sowie patriarchale Strukturen in der Definition von Sorgearbeit spielen.

  • Historische Einordnung und Transformation von Care-Arbeit
  • Sozialisation und Konstruktion von Geschlechterrollen
  • Ursachen für die Unterbezahlung und Auslagerung von Sorgearbeit
  • Interdependenzen zwischen Macht, Klasse, Nationalität und Care
  • Kritik am vorherrschenden patriarchalen Wirtschaftsverständnis

Auszug aus dem Buch

3.1 Care-Arbeit im historischen Kontext

Angefangen im antiken Griechenland (Polis, 4 Jh. v.u.Z.), indem Lohnarbeit verachtet wurde. Körperliche Arbeit war negativ besetzt, und alles, was mit häuslichen Tätigkeiten zu tun hatte wurde abgewertet. Der freie Bürger widmete sich der Bildung und dem politischen Leben, während Sklaven und andere unfreie Haushaltsmitglieder sich um den Lebensunterhalt und die öffentliche Infrastruktur kümmerten.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Revolution (16./17. Jahrhundert) machte sich der Mensch die Natur untertan und Frauen wurden dem Naturbegriff zugeordnet. Alle Arbeiten kamen im Haus zusammen, „eine Trennung von produktiver und reproduktiver, bezahlter und unbezahlter, für den Eigenbedarf oder den Verkauf auf dem Markt geleisteter Arbeit“ war nicht notwendig, sie wurde hierarchisch „nach Status, Geschlecht und Lebensalter“ im Haushalt verteilt. Ab dem Zeitalter der industriellen Revolution (18./19. Jh.) waren ausschließlich technische Innovationen von Bedeutung, mit der Absicht „einer unvergleichlichen Steigerung der Arbeitsproduktivität“. Dadurch wurden der Erwerbsarbeit in Fabriken und Büros, zumindest in den westlichen Industrieländern, immer mehr Bedeutung zugeschrieben. Leben, Arbeiten und Wirtschaften wurden voneinander gelöst. Die Wirtschaft und somit die Arbeit fand außerhaus statt und „der männliche Erwerbstätige wurde zum ´Familienerhalter´ erkoren.“ Falls eine Erwerbsarbeit der Frau dennoch notwendig war, galt sie dem dazuverdienen, sie wurde „abqualifiziert und dementsprechend geringer entlohnt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen ab, Care-Arbeit kritisch als unterbezahlte, geschlechtsspezifisch verteilte Tätigkeit zu definieren und das Forschungsinteresse an den zugrunde liegenden patriarchalen Machtstrukturen zu begründen.

2 Care: Dieses Kapitel definiert Care als eine unentbehrliche, jedoch massiv abgewertete Form der (re)produktiven Beziehungsarbeit, die innerhalb kapitalistischer Systeme systematisch unsichtbar gemacht wird.

3 Geschlechterungleichheiten: Das Hauptkapitel analysiert die historische Entstehung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, dekonstruiert die Annahme einer „natürlichen“ Eignung von Frauen für Sorgearbeit und beleuchtet die problematische Auslagerung von Care an migrantische Frauen.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen und gibt Anstöße für weiterführende Forschungsfragen, wie etwa das Potenzial neuer Technologien oder eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Schlüsselwörter

Care-Arbeit, Geschlechterungleichheit, Patriarchat, Sozialisation, Sorgearbeit, Erwerbsarbeit, Reproduktionsarbeit, historische Arbeitsteilung, Diskriminierung, Prekarisierung, Migration, Systemrelevanz, Gender Budgeting, soziale Reproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Gründen, warum Care-Arbeit in unserer Gesellschaft oft weder bezahlt noch gesellschaftlich anerkannt ist und warum diese essenzielle Tätigkeit primär von Frauen verrichtet wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung der Arbeitstrennung, der Einfluss von Sozialisation auf Geschlechterrollen sowie die ökonomischen und machtkritischen Aspekte der Auslagerung von Pflege- und Sorgearbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die systematische Abwertung von Sorgearbeit zu analysieren und zu hinterfragen, wieso Frauen diese Tätigkeiten unter patriarchalen Bedingungen unvermindert übernehmen, obwohl keine biologische Notwendigkeit besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und eine Analyse soziologischer sowie wirtschaftshistorischer Literatur, um gesellschaftliche Zusammenhänge und Machtstrukturen zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historische Verankerung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, die Dekonstruktion der "Natürlichkeit" dieser Rollenbilder durch Sozialisation und die Problematik der sogenannten "verzerrten Emanzipation" durch die Auslagerung von Care an Marginalisierte untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben Care-Arbeit und patriarchalen Strukturen auch Reproduktionsarbeit, Prekarisierung, geschlechtsspezifische Stereotypisierung und die transnationale Debatte um die Auslagerung von Sorge.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Männern in Bezug auf Care?

Die Autorin argumentiert, dass Männer ebenfalls in männliche Rollenmuster wie den "Familienerhalter" hineingedrängt wurden und dass eine gesamtgesellschaftliche Gleichberechtigung erst möglich ist, wenn auch Männer von diesen stereotypen Zuschreibungen befreit werden.

Warum wird das Modell der Auslagerung von Care als keine langfristige Lösung gesehen?

Die Auslagerung an meist migrantische Frauen löst laut Arbeit nicht das zugrunde liegende Problem der mangelnden Wertschätzung sozialer Reproduktion, sondern reproduziert soziale Hierarchien und ausbeuterische Bedingungen im globalen Kapitalismus.

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Details

Titel
Geschlechterungleichheiten im Care-Bereich. Warum sind Care-Arbeiten oft unterbezahlt und wieso werden sie überwiegend von Frauen ausgeübt?
Autor
Anonym (Autor:in)
Seiten
15
Katalognummer
V1265483
ISBN (PDF)
9783346704672
ISBN (Buch)
9783346704689
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlechterungleichheiten care-bereich warum care-arbeiten frauen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), Geschlechterungleichheiten im Care-Bereich. Warum sind Care-Arbeiten oft unterbezahlt und wieso werden sie überwiegend von Frauen ausgeübt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265483
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Leseprobe aus  15  Seiten
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