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Kehrt in der Volksrepublik China der Totalitarismus im 21. Jahrhundert zurück?

Title: Kehrt in der Volksrepublik China der Totalitarismus im 21. Jahrhundert zurück?

Term Paper , 26 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Region: Far East
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Diese Arbeit strebt an, einen Beitrag zur Totalitarismusforschung durch die Klassifikation des chinesischen Systems zu leisten. Als Ausgangspunkt wurde folgende These aufgestellt: Die Volks-Republik China ist im Jahr 2022 als totalitäres System zu klassifizieren. Um diese These überprüfen zu können, wurde eine aktualisierte Definition des Totalitarismusbegriffs auf Basis der Arbeiten von Juan Linz (2003), Giovanni Satori (1996) und Hannah Arendt (2017) formuliert, der die folgenden Elemente enthält: Eine Ideologie, eine Partei als Machtzentrum, die Kontrolle über Massenkommunikation, Gewaltmittel und alle Organisationen inklusive der Wirtschaftlichen und politischer Terror.

Unter Berücksichtigung des begrenzten Umfangs dieser Arbeit können nicht alle gelisteten Elemente abgehandelt werden. Damit deren Komplexität und Vielschichtigkeit Rechnung getragen werden kann, beschränke ich mich auf die Punkte 1 und 4, für die jeweils separate Hypothesen aufgestellt wurden: H1: a) Wenn der vorherrschenden Ideologie innerhalb des politischen Regimes und auch innerhalb der Zivilgesellschaft eine herrschaftslegitimierende Rolle zukommt und b) diese auf ein Endziel ausgerichtet ist, ist das politische System mit hoher Wahrscheinlichkeit als totalitär zu klassifizieren. H2: Wenn politischer Terror a) zur Aufrechterhaltung des politischen Systems notwendig ist und b) dessen Rechtfertigung eine ideologische Komponente enthält, ist das politische System mit hoher Wahrscheinlichkeit als totalitär zu klassifizieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Totalitarismus

2.1 Tod durch Trugschluss? - Ein Plädoyer

3. Die Ideologie

3.1 Vorgehensweise & Explikation

3.2 Der Sinomarxismus: mehr als Rhetorik

3.3 Eine Gesellschaft voller Kommunisten?

3.4 Das endgültige Ziel

4. Der Terror

4.1 Vorgehensweise & Explikation

4.2 Terror durch Angst

4.3 Die totale Überwachung

4.4 Ein notwendiges Übel?

5. Conclusio

5.1 Fazit

5.2 Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob die Volksrepublik China im 21. Jahrhundert als totalitäres System zu klassifizieren ist, indem sie aktuelle Entwicklungen mit klassischen Kriterien des Totalitarismus vergleicht.

  • Analyse der herrschaftslegitimierenden Rolle der Ideologie (Sinomarxismus)
  • Untersuchung der Funktion von politischem Terror und dessen Anwendung in der Gegenwart
  • Bewertung des Einflusses digitaler Überwachungstechnologien auf die Gesellschaft
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Totalitarismus-Definitionen von Linz, Satori und Arendt

Auszug aus dem Buch

4.2 Terror durch Angst

Wir finden in der Volksrepublik China Maßnahmen vor, welche offensichtlich politisch motivierten Terror nach der eingangs formulierten Definition darstellen: „In der Autonomen Uigurischen Region Xinjiang in China wurden in den vergangenen Jahren hunderttausende Angehörige muslimischer Minderheiten inhaftiert und gefoltert“ (Amnesty International 2021: 1). Wie bereits angedeutet wurde, werde ich jedoch nicht auf diese Art des Terrors eingehen. Er muss in diesem Kontext nicht weiter diskutiert werden; er existiert und jeder weiß, weshalb er in dieser Form Anwendung findet. Hier wird ein anderer Typ analysiert, welcher zunehmend die gesamte chinesische Bevölkerung betrifft, egal ob ethnische/religiöse Minderheit oder nicht: Terror durch Angst. In abgewandelter Form finden wir diesen Gedanken bei Satori vor. So nennt er in seiner Prüfliste zum Totalitarismus „Zwang durch Angst“ (vgl. Satori 1996: 550). Daran knüpfen jedoch Fragen, welche beantwortet werden müssen: Angst, wovor? Wie wird diese Angst erzeugt?

Hierzu ist ein kleiner Exkurs nötig: Mit dem Terror verhält es sich im Totalitarismus des 21. Jahrhunderts ähnlich wie mit den öffentlichen und brutalen Strafen des 18. Jahrhundert, sie verschwinden vordergründig; Er zielt nicht mehr auf den Körper des Delinquenten, sondern auf dessen Geist. Die Angst und somit der Terror, entsteht nicht mehr durch die Brutalität der Strafe und deren alltägliche Wahrnehmung, sondern dadurch, dass sie unvermeidlich eintritt (vgl. Foucault 2021: 16). Angst haben die Bürger vor der Strafe für jedes Fehlverhalten, die unausweichlich ist. Sie wird erzeugt durch eine permanente Überwachung: „In an increasingly digital era, the use of surveillance technology to exercise social monitoring and control appears to be ubiquitous“ (Wu et. al. 2021: 433). Gesamtgesellschaftliche Kontrolle, also totale Kontrolle, ist nur mittels Terrors möglich. Genau diese Kontrolle strebt die Kommunistische Partei Chinas offenbar an: “[China's social credit system] requires big-data collection and analysis to monitor, shape and rate behaviour. It provides consequences for behaviour by companies and individuals who don't comply with the expectations of the Chinese party-state“ (Hoffmann 2018: 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas und die Fragestellung nach der politischen Systemtransformation hin zum Totalitarismus.

2. Der Totalitarismus: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Totalitarismusbegriff und die Notwendigkeit seiner Aktualisierung für moderne Analysen.

3. Die Ideologie: Untersuchung der Rolle des Sinomarxismus und dessen Anpassungsfähigkeit zur Legitimierung von Herrschaft.

4. Der Terror: Analyse der Ausübung von Zwang durch digitale Überwachung und die Frage nach dessen Notwendigkeit zur Systemerhaltung.

5. Conclusio: Zusammenführung der Ergebnisse und Bewertung der Frage nach totalitären Tendenzen in China.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen zur Herleitung der Thesen.

Schlüsselwörter

Totalitarismus, Volksrepublik China, Sinomarxismus, Kommunistische Partei Chinas, Politische Herrschaft, Ideologie, Überwachung, Social Scoring System, Politischer Terror, Systemstabilität, Xi Jinping, Machtzentrum, Legitimation, Zivilgesellschaft, Digitalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Systemanalyse der Volksrepublik China im 21. Jahrhundert und hinterfragt, ob das Land als totalitäres System eingestuft werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Ideologie (Sinomarxismus) zur Herrschaftslegitimierung sowie die Anwendung von politischem Terror und Überwachung zur Gesellschaftskontrolle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Gültigkeit des Totalitarismusbegriffs für das heutige China zu überprüfen, indem Hypothesen zu Ideologie und Terror auf Basis etablierter Politiktheorien getestet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch geleitete Inhalts- und Literaturanalyse durchgeführt, die bestehende Totalitarismusmodelle von Arendt, Linz und Satori aktualisiert und auf den chinesischen Fall anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse des Sinomarxismus als Legitimationsquelle sowie auf der Untersuchung der digitalen Überwachungsinstrumente, die einen modernen, schleichenden Terror ausüben.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Besonders prägend sind Begriffe wie "totale Überwachung", "Sinomarxismus", "Social Scoring", "Herrschaftslegitimation" und "Erosion der Privatsphäre".

Inwiefern unterscheidet sich der neue, digitale Totalitarismus vom alten?

Der Autor argumentiert, dass moderne Überwachung subtiler wirkt als physische Gewalt. Terror zielt heute weniger auf den Körper, sondern mittels permanenter digitaler Kontrolle auf den Geist des Individuums.

Warum scheint der Terror in China laut dem Autor momentan nicht „notwendig“ zu sein?

Laut dem Autor liegt dies primär an der hohen Zufriedenheit der Bevölkerung mit der politischen Führung, die durch den enormen materiellen Wohlstandsgewinn der letzten Jahrzehnte erkauft wurde.

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Details

Title
Kehrt in der Volksrepublik China der Totalitarismus im 21. Jahrhundert zurück?
Author
Anonym (Author)
Pages
26
Catalog Number
V1265552
ISBN (PDF)
9783346706850
ISBN (Book)
9783346706867
Language
German
Tags
kehrt volksrepublik china totalitarismus jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), Kehrt in der Volksrepublik China der Totalitarismus im 21. Jahrhundert zurück?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265552
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