In der vorliegenden Arbeit geht es um die Rolle bzw. dem Stellenwert von Ethik im Journalismus. Dabei soll geklärt werden, inwieweit der Journalismus als ein System mit ethischen Aspekten betrachtet werden kann und welchen Herausforderungen die journalistische Praxis anhand ausgewählter Beispiele gegenübersteht. Dabei wird zunächst der Begriff Ethik erläutert und anschließend auf die Relevanz journalistischer Ethik näher eingegangen. Danach werden zwei Anwendungsgebiete journalistischer Ethik dargestellt und daran anknüpfend einige Spannungsfelder kurt erläutert. Anschließend folgt eine kurze Zusammenfassung.
Medien können mit Samen verglichen werden, die in die Erde gesät werden. Die Entscheidung, mit welchen Samen das Feld bepflanzt wird, liegt dabei immer hinter dem Bauern, dem das Feld gehört. Wer das Feld besät, kontrolliert demnach auch weitere Nahrungskette. Verbraucher essen die Früchte, welche vom Feld geerntet werden. Im indirekten Sinne sind Menschen das, was sie essen. Jede Schicht der Gesellschaft hat eigene Interessen an der Presse. Sie sind Verbreiter oder einfache Leser. Jeder erfüllt einen eigenen Zweck. Man kann aber sagen, dass derjenige, wer die Medien kontrolliert, die Welt kontrolliert.
Im Potential zur Kontrolle der Welt liegt der große Anreiz, Einfluss auf die Medien üben zu wollen. Ist es möglich, sich dieser Einflussnahme zumindest ein wenig zu entziehen? Und könnte dabei die Ethik eine entscheidende Rolle spielen, dem Journalisten zumindest eine Art Grundausrichtung zu liefern?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Ethik
3. Relevanz journalistischer Ethik
4. Anwendungsgebiete journalistischer Ethik
5. Konfliktfelder journalistischer Ethik
6. Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert von Ethik im Journalismus, klärt inwieweit Journalismus als System mit ethischen Aspekten betrachtet werden kann und beleuchtet die Herausforderungen der journalistischen Praxis anhand konkreter Beispiele.
- Grundlagen der Ethik und deren Anwendung auf berufliche Normen
- Die Relevanz ethischer Leitlinien zur Sicherung journalistischer Autonomie
- Ethische Anforderungen und Kriterien in der Kriegsberichterstattung
- Kommerzialisierungseffekte und deren Einfluss auf den Sportjournalismus
- Spannungsfelder zwischen Ethik, wirtschaftlichem Profitstreben und rechtlichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
4. Anwendungsgebiete journalistischer Ethik
Nachdem die Relevanz journalistischer Ethik erläutert wurde, sollen im weiteren Verlauf auf einige Anwendungsgebiete, bei der Ethik im Journalismus eine wichtige Rolle spielt, eingegangen werden.
Dazu soll zum einen die Kriegsberichterstattung gehören. Diese prägt das Bild eines Krieges in der Öffentlichkeit. Seite an Seite befinden sich die Journalisten mit Soldaten an der Front, auf Panzern und in Schützengraben. Kriegerische Auseinandersetzungen sind zu globalen Medienereignissen geworden, welche gravierende Konsequenzen für den Journalismus zur Folge hat. Die Frage ist, wie der Journalismus einerseits seinen gesellschaftlichen Informationsauftrag gerecht werden kann, ohne dabei durch Informationsfreigabe einen militärischen Faktor zu spielen? Ethik kann hierbei hilfreich sein. (Schicha/Brosda 2010: 442)
Zunächst ist zu betonen, dass der Journalismus grundsätzlich nicht anderen Gesetzen in Kriegszeiten unterliegt. Jedoch sind angesichts der Tragweite der Geschehnisse, die Entstehungsbedingungen und das Wirkungspotenzial stark verschärft. Vor allem im Krieg sind Informationen besonders hart umkämpft und gleichzeitig auch für die Öffentlichkeit besonders relevant. Es bedarf daher einer verlässlichen Informationspolitik, um wichtige politische Entscheidungen, bei der es um das Leben von Soldaten und der Zivilbevölkerung geht, möglichst verantwortungsbewusst zu treffen. Eine demokratische Öffentlichkeit braucht verlässliche Informationen, um diese Entscheidungen einordnen zu können. (Schicha/Brosda 2010: 444)
„Für die Entscheidungsfindung demokratischer Gesellschaften ist eine qualitätsvolle Kriegs- und Krisenberichterstattung [...] unverzichtbar.“ (Löffelholz u.a. 2008: 13)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der journalistischen Ethik ein, indem sie die Macht der Medien thematisiert und die zentrale Fragestellung der Arbeit nach dem Stellenwert von Ethik im journalistischen System aufwirft.
2. Was ist Ethik: Dieses Kapitel definiert den wissenschaftlichen Begriff der Ethik und unterscheidet dabei zwischen idealen Normen und praxisorientierten Normen zur Handlungssteuerung.
3. Relevanz journalistischer Ethik: Hier wird erörtert, warum Journalismus eine spezifische Ethik benötigt, um professionelle Autonomie gegenüber externen Einflussnahmen, etwa durch Politik oder Marktinteressen, zu bewahren.
4. Anwendungsgebiete journalistischer Ethik: Dieser Abschnitt analysiert anhand der Kriegsberichterstattung und des Sportjournalismus, wie ethische Kriterien in spezifischen, stark beeinflussten Berufsfeldern Anwendung finden.
5. Konfliktfelder journalistischer Ethik: Das Kapitel beleuchtet die Spannungen zwischen ökonomischem Profitstreben einerseits und der gesellschaftlich erwarteten ethischen Verantwortung andererseits.
6. Zusammenfassung/Fazit: Das Fazit resümiert, dass Ethik zwar keine externe Steuerung ersetzen kann, aber essenziell dazu beiträgt, journalistische Distanz und Neutralität zu wahren und moralischen Fortschritt zu fördern.
Schlüsselwörter
Journalistische Ethik, Medienethik, Journalismus, Moral, Kriegsberichterstattung, Sportjournalismus, Pressefreiheit, Selbstregulierung, Medienrealität, Kommerzialisierung, Verantwortung, Meinungsbildung, Interdisziplinäre Medienforschung, Berufsethos, Publizistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle und den Stellenwert ethischer Leitlinien innerhalb der journalistischen Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Fundierung von Ethik, deren Relevanz für den Journalismus sowie die praktische Anwendung in Krisen- und Sportberichterstattungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit der Journalismus als System ethische Aspekte integrieren kann, um Herausforderungen der journalistischen Praxis zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung sowie eine Analyse anhand ausgewählter publizistischer Anwendungsbeispiele unter Rückgriff auf einschlägige Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt neben dem Begriff "Ethik" die Anwendungsbereiche Kriegs- und Sportjournalismus sowie die spezifischen Spannungsfelder zwischen Ethik, Recht und ökonomischem Profit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Journalistische Ethik, Medienethik, Selbstregulierung, Pressefreiheit und Verantwortung.
Welchen Stellenwert nimmt die Kriegsberichterstattung in der Arbeit ein?
Sie dient als primäres Fallbeispiel, um die Notwendigkeit von Wahrhaftigkeit, Richtigkeit und Konfliktsensitivität im journalistischen Handeln zu illustrieren.
Wie beeinflusst laut der Autorin die Kommerzialisierung den Sportjournalismus?
Die zunehmende Kommerzialisierung führt zu einer Einschränkung der kritischen Berichterstattung und lässt den Sportjournalismus teilweise zum Teil der Unterhaltungsmaschine werden.
Welche Rolle spielt der Staat in Bezug auf die Ethik im Journalismus?
Der Staat sollte einerseits Grenzen setzen zum Schutz der Allgemeinheit, muss sich aber andererseits von der inhaltlichen Einflussnahme fernhalten, um die für eine Demokratie unerlässliche Medienunabhängigkeit zu wahren.
- Arbeit zitieren
- Maria Voitovych (Autor:in), 2017, Ethik im Journalismus. Relevanz, Anwendungsgebiete und Konfliktfelder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265604