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Mehrsprachigkeit in Kindergärten. Die Rolle der Einrichtung als Ort der Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren

Title: Mehrsprachigkeit in Kindergärten. Die Rolle der Einrichtung als Ort der Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren

Academic Paper , 2021 , 362 Pages , Grade: 2-3

Autor:in: Fatma Degirmenci (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Arbeit befasst sich die Verfasserin mit der Mehrsprachigkeit, dem Spracherwerb und vor allem dem Einfluss des Kindergartens. Folgende Forschungsfrage leitet die Arbeit an: Welchen Einfluss haben Kindergärten in Bezug auf den Umgang mit der Mehrsprachigkeit und inwiefern wirkt sich die aktive Einbeziehung der Eltern proaktiv aus? Es soll konkret in Erfahrung gebracht werden, mit welchen Chancen und Hürden Kindergärten konfrontiert sind und wie die Zusammenarbeit verschiedener Akteure beschaffen ist, wie den Eltern, den Kindergartenpädagogen/-innen und den Kindern. Ebenso wird darauf eingegangen, wo noch ein Verbesserungspotenzial umgesetzt werden könnte. Anhand einer theoretischen und empirischen Arbeit findet eine Auseinandersetzung mit dem Thema statt. Es wurden Leitfadeninterviews mit Eltern, Leiter/-innen, Pädagogen/-innen und interkulturellen Mitarbeitenden geführt.

Mehrsprachigkeit ist ein Begriff, der in der Bildungspolitik lange Zeit als Hindernis er-achtet wurde. In einer monolinguistischen Umwelt galt sie als Ursache für eine verzögerte Sprachentwicklung. Die Erstsprache eines Kindes wurde als Hemmnis aufgefasst. Dadurch, dass verschiedene Sprachen auf differenzierte Weise wertgeschätzt und anerkannt und damit ein bestimmter Status verbunden wurde, wurde die Mehrsprachigkeit oftmals negativ konnotiert und nicht gefördert.

Sprachenbildung spielt jedoch, wie im Laufe der Jahre konstatiert werden konnte, eine elementare Rolle, um sich eine gute Bildung aneignen und infolgedessen auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie verweisen zu können. Durch den Erwerb zweier oder mehrerer Sprachsysteme werden Denkprozesse angeregt und kognitive Abläufe gefördert. Tracy betont, dass Kinder, die mehrsprachlich aufwachsen, schneller metasprachliche Kenntnisse und Fähigkeiten entwickeln, da sie verstehen, dass gleiche Gegenstände unterschiedlichste Namensbezeichnungen haben können. Auch Krumm betont, dass sich Mehrsprachigkeit auf die Bildung der Kinder positiv auswirke.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 ERKENNTNISINTERESSE

1.1.1 PROBLEMSTELLUNG

1.1.2 ZIEL DER ARBEIT

1.1.3 METHODIK

1.2 MÖGLICHE HYPOTHESEN

1.3 LEITFÄDEN

1.3.1 LEITFADEN 1: EXPERTEN UND EXPERTINNEN

1.3.2 LEITFADEN 2: ELTERN

1.3 BEFRAGUNGEN

1.3.1 BEFRAGUNG DER IM KINDERGARTEN TÄTIGEN EXPERTEN UND EXPERTINNEN

1.3.2 BEFRAGUNG DER ELTERNTEILE VON KINDERN, DIE DEN KINDERGARTEN BESUCHEN

2 BEGRIFFSDEFINITIONEN

2.1 MEHRSPRACHIGKEIT

2.2 PLURILINGUALISMUS

2.3 PARTIZIPATION

3 SPRACHERWERB

3.1 TYPEN DES SPRACHERWERBS

3.1.1 ERSTSPRACHERWERB

3.1.2 BILINGUALER ERSTSPRACHERWERB

3.1.3 SUKZESSIVER BZW. NATÜRLICHER ZWEITSPRACHERWERB

3.1.4 FREMDSPRACHERWERB

3.2 KINDLICHER SPRACHERWERB

4 MEHRSPRACHIGKEIT

4.4 MEHRSPRACHIGKEIT IN ÖSTERREICH

4.4.1 EINWANDERUNGSGESCHICHTE ÖSTERREICHS

4.4.2 MEHRSPRACHIGKEIT IM ERZIEHUNGSSYSTEM ÖSTERREICHS

4.4.3 MUTTERSPRACHLICHER UNTERRICHT IN ÖSTERREICH

4.4.4 MEHRSPRACHIGKEIT UND FAMILIE, HERKUNFTSGRUPPE, NACHBARSCHAFTS- UND SCHULKONTEXT

4.4.5 HETEROGENITÄT IM ÖSTERREICHISCHEN BILDUNGSSYSTEM

4.4.6 MEHRSPRACHIGKEIT IM KINDERGARTEN

4.5 KRITERIEN GELEBTER MEHRSPRACHIGKEIT

4.5.1 ORIENTIERUNGSQUALITÄT

4.5.2 STRUKTURQUALITÄT

4.5.3 PROZESSQUALITÄT

4.6 VEREINIGUNG KULTURELLER VIELFALT – INTERKULTURELLE MITARBEITER/-INNEN

4.6.1 WAHRNEHMUNG KULTURELLER UNTERSCHIEDE UND MODELLE

4.6.2 BEDEUTUNG INTERKULTURELLER KOMPETENZEN

4.7 MULTIKULTURELLES PERSONAL

4.7.1 FUNKTIONEN FÜR DIE KINDER IM KINDERGARTEN

4.7.2 FUNKTIONEN FÜR DIE ELTERN IM KINDERGARTEN

4.7.3 FUNKTIONEN FÜR DIE EINRICHTUNG

4.7.1 INTERKULTURELLE MITARBEITER/-INNEN

4.7.2 INTERKULTURELLE MITARBEITER/-INNEN IN DEN LANDESKINDERGÄRTEN AM BEISPIEL VON NIEDERÖSTERREICH

4.8 KOOPERATION ZWISCHEN ELTERN UND EINRICHTUNG

4.8.1 ELTERNARBEIT

4.9 EXKURS: SPRACHMISCHUNG

4.9.1 TRANSFER, BORROWING, CODE-SWITCHING, LANGUAGE MODE MODEL

5 EINRICHTUNG IN KINDERGÄRTEN

5.1 ROLLE DER EINRICHTUNG IN KINDERGÄRTEN

5.2 BEDEUTUNG DER EINRICHTUNG IN BEZUG AUF DIE SPRACHE

5.3 FARBEN UND MEHRSPRACHIGKEIT

EMPIRISCHER TEIL

6 RAHMENBEDINGUNGEN DES EMPIRISCHEN VORGEHENS

6.1 ERHEBUNGSMETHODE

6.2 DURCHFÜHRUNG

6.3 AUSWERTUNGSMETHODE

7 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE

7.1 KINDERGARTEN „ROT“

7.2 KINDERGARTEN „BLAU“

7.3 KINDERGARTEN „GRÜN“

8 DISKUSSION

8.1 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN

8.2 LIMITATIONEN

9 FAZIT UND AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

ANALYSE 1

ANALYSE 2

ANALYSE 3

TRANSKRIPTIONEN DER DURCHGEFÜHRTEN INTERVIEWS

Informationsblatt und Einverständniserklärung (deutsch und türkisch)

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht den Einfluss von Kindergärten auf den Umgang mit Mehrsprachigkeit. Ziel ist es zu analysieren, wie Kindergärten durch aktive Einbeziehung der Eltern als Orte der Interaktion fungieren und welche Chancen sowie Herausforderungen bei der Sprachförderung und dem Übergang in die Schule bestehen.

  • Mehrsprachigkeit und Spracherwerb im Kleinkindalter
  • Die Rolle der Einrichtung als Ort der Interaktion und Sprachförderung
  • Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kindergartenteam
  • Bedeutung interkultureller Kompetenzen und interkultureller Mitarbeiter/-innen
  • Übergang vom Kindergarten in die Volksschule

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Mehrsprachigkeit ist ein Begriff, der in der Bildungspolitik lange Zeit als Hindernis erachtet wurde. In einer monolinguistischen Umwelt galt sie als Ursache für eine verzögerte Sprachentwicklung. Die Erstsprache eines Kindes wurde als Hemmnis aufgefasst (Perregaux 2007, S.12). Dadurch, dass verschiedene Sprachen auf differenzierte Weise wertgeschätzt und anerkannt und damit ein bestimmter Status verbunden wurde, wurde die Mehrsprachigkeit oftmals negativ konnotiert und nicht gefördert (Rubio et al. 2007, S. 5).

Sprachenbildung spielt jedoch, wie im Laufe der Jahre konstatiert werden konnte, eine elementare Rolle, um sich eine gute Bildung aneignen und infolgedessen auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie verweisen zu können (Bäck & Haberleitner 2011, S. 2). Durch den Erwerb zweier oder mehrerer Sprachsysteme werden Denkprozesse angeregt und kognitive Abläufe gefördert (Wenzel 2004, S. 29f.). Tracy betont, dass Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, schneller metasprachliche Kenntnisse und Fähigkeiten entwickeln, da sie verstehen, dass gleiche Gegenstände unterschiedlichste Namensbezeichnungen haben können (Tracy 2008, S. 60). Auch Krumm betont, dass sich Mehrsprachigkeit auf die Bildung der Kinder positiv auswirke (Krumm 2009, S. 233 f.).

Bäck & Haberleitner stellen fest, dass auch deutschsprachige Kinder von einer pluralistischen Umwelt profitieren, da „in einer [...] monolinguistischen Umwelt keine Möglichkeit [erg.: besteht], Interesse an Sprachen zu entwickeln“ (Bäck & Haberleitner 2011, S. 2). Durch Mehrsprachigkeit werden Kinder mit kulturellen Besonderheiten konfrontiert. Das Kennenlernen und Erfahren verschiedener Kulturen und Sprachen eröffnet eine neue Gedanken- und Gefühlswelt (Rubio et al. 2007, S. 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Mehrsprachigkeit ein, beschreibt das Erkenntnisinteresse, die Problemstellung, das Ziel der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.

2 Begriffserfinitionen: Hier werden die für die Arbeit zentralen Termini wie Mehrsprachigkeit, Plurilingualismus und Partizipation definiert und theoretisch eingeordnet.

3 Spracherwerb: Dieses Kapitel fokussiert auf die verschiedenen Typen des Spracherwerbs sowie die kindliche Sprachentwicklung in den ersten Lebensjahren.

4 Mehrsprachigkeit: Es werden Grundlagen der Mehrsprachigkeit in Österreich, Kriterien für deren Umsetzung in Kindergärten sowie die Rolle von interkulturellem Personal und Elternarbeit beleuchtet.

5 Einrichtung in Kindergärten: Dieses Kapitel untersucht die bauliche und pädagogische Bedeutung der Einrichtung für die Sprachförderung, einschließlich des Exkurses zu Farben.

6 Rahmenbedingungen des empirischen Vorgehens: Hier werden die Erhebungs- und Auswertungsmethoden der empirischen Forschungsarbeit detailliert dargelegt.

7 Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der geführten Leitfadeninterviews werden kategorisiert und für die drei untersuchten Kindergärten dargestellt.

8 Diskussion: Zusammenführung von Theorie und Empirie im Hinblick auf die Forschungsfrage, abgeleitet sind hieraus Handlungsempfehlungen sowie die Limitationen der Studie.

9 Fazit und Ausblick: Abschließende Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit sowie ein Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungen im Bereich der Sprachförderung.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Kindergarten, Spracherwerb, Erstsprache, Zweitsprache, Elternarbeit, Interkulturelle Mitarbeiter/-innen, Integrationspädagogik, Schulübergang, Sprachförderung, Partizipation, Bildungsbiografie, Interaktion, Sprachsensibilität, Migration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Thema Mehrsprachigkeit in Kindergärten und untersucht die Rolle der Einrichtung als zentralen Ort für die Interaktion zwischen Eltern, Kindergartenleitung, Pädagogen sowie interkulturellen Mitarbeitern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem kindlichen Spracherwerb, der Bedeutung einer mehrsprachigen Bildungspolitik in Österreich, der Zusammenarbeit mit Eltern sowie der Unterstützung beim Übergang vom Kindergarten in die Volksschule.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Einfluss von Kindergärten auf den Umgang mit Mehrsprachigkeit sowie die Auswirkungen einer aktiven, proaktiven Einbeziehung der Eltern auf die Sprachkompetenz der Kinder zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz. Es wurde eine Literaturanalyse durchgeführt und leitfadengestützte Interviews mit Vertretern verschiedener Positionen im Kindergarten als empirische Grundlage erhoben, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.

Was wird im empirischen Hauptteil behandelt?

Der empirische Teil widmet sich der Durchführung und Auswertung der geführten Interviews in drei verschiedenen Kindergärten („rot“, „blau“, „grün“), um subjektive Sichtweisen und Handlungsbedarfe differenziert darzustellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?

Mehrsprachigkeit, Sprachförderung, Elternarbeit, interkulturelle Bildung, Kindertagesstätten, kindlicher Spracherwerb und der Übergang in das Schulsystem sind die Kernpunkte der Arbeit.

Welchen Stellenwert nimmt die Erstsprache in der Argumentation der Arbeit ein?

Die Arbeit betont, basierend auf den empirischen Ergebnissen, dass die Erstsprache manifestiert sein muss und als Basis für den Erwerb weiterer Sprachen fungiert, um eine positive Bildungsbiografie zu unterstützen.

Welche Bedeutung kommt dem Kindergarten-Interieur bei?

Die Arbeit diskutiert in Kapitel 5, wie raumakustische Faktoren sowie die bewusste Gestaltung der Umgebung (inklusive Farbgestaltung) einen direkten Einfluss auf die Konzentration und Sprachaufnahmefähigkeit der Kinder haben.

Excerpt out of 362 pages  - scroll top

Details

Title
Mehrsprachigkeit in Kindergärten. Die Rolle der Einrichtung als Ort der Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren
Grade
2-3
Author
Fatma Degirmenci (Author)
Publication Year
2021
Pages
362
Catalog Number
V1265612
ISBN (PDF)
9783346705723
ISBN (Book)
9783346705730
Language
German
Tags
Mehrsprachigkeit Kindergärten Kindlicher Spracherwerb Farben der Sprache Eltern als Experten Integration Inklusion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fatma Degirmenci (Author), 2021, Mehrsprachigkeit in Kindergärten. Die Rolle der Einrichtung als Ort der Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265612
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