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Wie kam es 1563 zur Einführung des calvinistisch-reformierten Glaubens unter Friedrich III. dem Frommen und der calvinistischen Kirchenordnung?

Die Reformation in der Kurpfalz im ständigen Wechsel zwischen lutherischem und reformiertem Glauben

Title: Wie kam es 1563 zur Einführung des calvinistisch-reformierten Glaubens unter Friedrich III. dem Frommen und der calvinistischen Kirchenordnung?

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Joachim Graf (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Martin Luthers Thesenanschlag von 1517 in Wittenberg als Reaktion auf den Ablasshandel gab den Ausschlag für die reformatorische Bewegung, die große Teile Europas umwandeln sollte. Viele bedeutende Territorien des Heiligen Römischen Reiches (darunter Kursachsen, Kurbrandenburg, Hessen, Württemberg) folgten den reformatorischen Lehren und traten zum protestantischen Glauben über, wenn auch oftmals mehr aus politischen Gründen denn religiösen, nämlich, um aus dem Schatten des Hauses Habsburg treten zu können.
Auch die Kurpfalz trat 1556 offiziell zum protestantisch-lutherischen Glauben über. Nur sieben Jahre später wechselte sie jedoch zum reformierten Glauben. Doch wie kam es zu diesem raschen Konfessionswechsel von einer protestantischen Glaubensrichtung zu einer anderen? Was beinhaltete die diesbezüglich verfasste Kirchenordnung von 1563 und wer verfasste sie? Wieso wurde die Kurpfalz danach wieder kurzeitig lutherisch, um dann abermals den reformierten Glauben anzunehmen?
Mit diesen Fragen möchte sich die vorliegende Hausarbeit auseinandersetzen. Sie möchte einen Überblick über den Verlauf der Reformation in der Kurpfalz geben und sich schwerpunktmäßig mit der Einführung des Calvinismus unter Friedrich III. der Fromme und der calvinistischen Kirchenordnung von 1563 befassen.
Das erste Kapitel möchte zunächst einen kurzen Überblick über die Kurpfalz zu Beginn des 16. Jahrhunderts und ihre Rolle im Heiligen Römischen Reich geben. Auf die Kurfürsten Ludwig V. und Friedrich II. und ihre Haltung zur reformatorischen Bewegung soll näher eingegangen werden. Das Kapitel schließt mit der lutherisch-obrigkeitlichen Reformation unter Ottheinrich.
Die calvinistische Reformation unter Friedrich III. der Fromme samt ihrer Ursachen und Folgen wird im zweiten Kapitel behandelt.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der calvinistischen Kirchenordnung von 1563. Es beschreibt sowohl die Entstehungsgeschichte als auch den Inhalt der Kirchenordnung sowie den Heidelberger Katechismus.
Das letzte Kapitel dieser Arbeit untersucht schließlich die weitere Entwicklung der Kurpfalz bis 1610 und den zweimaligen Konfessionswechsel zum lutherischen und dann wieder reformierten Glauben.
Der vorliegenden Hausarbeit liegen verschiedene Quellentypen zu Grunde. Neben Monographien und Sammelbänden wurden verschiedene Aufsätze zur Bearbeitung herangezogen. Auch Lexikonartikel (v.a. der große Ploetz) und einige Internetquellen dienten zur Informationsfindung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Pfälzische Reichs- und Religionspolitik bis 1559

a) Die Kurpfalz um 1500

b) Die Religionspolitik von Kurfürst Ludwig V.

c) Die Religionspolitik von Kurfürst Friedrich II.

d) Die obrigkeitlich-lutherische Reformation unter Ottheinrich (1556-1559)

2. Die calvinistische Reformation unter Friedrich III. der Fromme

a) Der Heidelberger Abendmahlsstreit und die Einführung des Calvinismus

b) Politische Folgen des Konfessionswechsels

3. Die calvinistische Kirchenordnung von 1563

a) Der Heidelberger Katechismus

b) Inhalt des Katechismus

c) Entstehungsgeschichte der Kirchenordnung

d) Inhalt der Kirchenordnung

4. Die religiöse und politische Entwicklung der Kurpfalz bis 1610

a) Die Kurfürstenwürde Ludwigs VI. (1576-1583) und die Rückkehr zum evangelisch-lutherischen Glauben

b) Pfalz-Lautern als calvinistisches Rückzugsgebiet

c) Die Kuradministration Johann Casimirs: Rückkehr zum reformierten Glauben

d) Die Regentschaft von Kurfürst Friedrich IV.

Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Verlauf der Reformation in der Kurpfalz im 16. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Hintergründe des Konfessionswechsels zum Calvinismus unter Friedrich III. sowie die Implikationen der Kirchenordnung von 1563.

  • Religionspolitik der Kurfürsten von 1500 bis 1610
  • Der Heidelberger Abendmahlsstreit und der Aufstieg des Calvinismus
  • Struktur und Bedeutung des Heidelberger Katechismus
  • Der politische und religiöse Einfluss der Kurpfalz im Heiligen Römischen Reich
  • Ursachen für die mehrfachen Konfessionswechsel im Territorium

Auszug aus dem Buch

d) Die obrigkeitlich-lutherische Reformation unter Ottheinrich (1556-1559)

Ottheinrich wurde 1556 nach dem Tode seines kinderlos gebliebenen Onkels Friedrich II. Kurfürst der Pfalz. Er regierte zuvor das kleine Neuburger Fürstentum (seit 1522 zusammen mit seinem Bruder, ab 1541 mit Unterbrechungen alleine), dass 1542 zum evangelischen Glauben übertrat. Nach seiner Machtübernahme als Kurfürst führte er in Überseinstimmung mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555, der den Landesherren die freie Religionswahl (altgläubig oder protestantisch-lutherisch) zugestand, in der Pfalz die Reformation durch und ließ noch im selben Jahr eine Kirchenordnung verkünden, die in starker Übereinstimmung mit der Neuburger von 1554 stand, welche wiederum an die württembergische angelehnt war.

Zur Durchführung der Reformation wurde der Straßburger Johann Marbach berufen, der im August 1556 mit der Visitation begann. Zum Generalsuperintendenten wurde Heinrich Stoll ernannt, der dem neu gebildeten Kirchenrat vorstand.

Im Februar 1557 löste Ottheinrich einen gemäßigten Bildersturm aus, um Altäre und Bilder aus den Kirchen zu verbannen. Bei der Säkularisierung der Klöster wurden im Gegensatz zu den oberpfälzischen die rheinischen mit Ausnahme von Lorsch, Schönau und Heidelberg nicht angetastet.

Ottheinrichs Reformation wollte die dogmatischen Gräben der Protestanten überbrücken und gestatte ihnen Glaubensfreiheit, was jedoch nicht für die altgläubigen Katholiken galt. Er wollte, wohl auch aufgrund seiner antihabsburgerischen Einstellung, eine gesamtevangelische Einheit schaffen, wozu er Protestanten aller Couleur (Lutheraner, Calvinisten, Zwinglianer, Phillippisten) an seinen Hof zog.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Pfälzische Reichs- und Religionspolitik bis 1559: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die religiöse Ausgangslage in der Kurpfalz und die Haltung der Kurfürsten bis zur Einführung der lutherischen Reformation unter Ottheinrich.

2. Die calvinistische Reformation unter Friedrich III. der Fromme: Hier wird der Übergang zum reformierten Glauben nach dem Abendmahlsstreit sowie die damit einhergehenden innen- und außenpolitischen Konsequenzen für die Pfalz analysiert.

3. Die calvinistische Kirchenordnung von 1563: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte, den Inhalt der Kirchenordnung und die Bedeutung des Heidelberger Katechismus als Glaubensbekenntnis.

4. Die religiöse und politische Entwicklung der Kurpfalz bis 1610: Das abschließende Kapitel beleuchtet die wechselvollen konfessionellen Phasen unter den nachfolgenden Regenten und die Rolle der Kurpfalz in der europäischen Bündnispolitik.

Schlüsselwörter

Kurpfalz, Reformation, Calvinismus, Luthertum, Friedrich III., Heidelberger Katechismus, Kirchenordnung, Konfessionswechsel, Ottheinrich, Abendmahlsstreit, Religionspolitik, 1563, Kurfürstentum, Protestantische Union, Gegenreformation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die religiöse Entwicklung der Kurpfalz im 16. Jahrhundert und untersucht, wie und warum das Territorium mehrfach zwischen lutherischen und reformierten Glaubensausrichtungen wechselte.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Religionspolitik der pfälzischen Kurfürsten, die Einführung des Calvinismus unter Friedrich III., die Entstehung der Kirchenordnung von 1563 und den Heidelberger Katechismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Beweggründe für den schnellen Konfessionswechsel von 1563 sowie die politischen Auswirkungen dieses Wechsels auf die Kurpfalz und ihre Rolle im Heiligen Römischen Reich zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Monographien, Sammelbänden, Aufsätzen sowie historischen Quellentexten (Kirchenordnungen) basiert.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Religionspolitik der verschiedenen Kurfürsten, den theologischen Abendmahlsstreit und die konkrete Ausgestaltung des religiösen Lebens durch die Kirchenordnung von 1563.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Konfessionalisierung, Calvinismus, Pfälzische Kirchengeschichte, Heidelberger Katechismus und die politische Isolation der Kurpfalz im 16. Jahrhundert.

Warum war der Heidelberger Katechismus ein so bedeutendes Dokument?

Er diente als zentrales, verständliches Glaubensbekenntnis, das durch seine Frage-Antwort-Form maßgeblich zur Festigung des reformierten Glaubens in der Kurpfalz und darüber hinaus beitrug.

Welche Rolle spielte die Kurpfalz in der Außenpolitik?

Durch den Konfessionswechsel isolierte sich die Pfalz teilweise, konnte jedoch als Kurfürstentum durch Bündnispolitik, wie etwa die Gründung der Torgauer oder Protestantischen Union, eine aktive antihabsburgerische Rolle im Reich einnehmen.

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Details

Title
Wie kam es 1563 zur Einführung des calvinistisch-reformierten Glaubens unter Friedrich III. dem Frommen und der calvinistischen Kirchenordnung?
Subtitle
Die Reformation in der Kurpfalz im ständigen Wechsel zwischen lutherischem und reformiertem Glauben
College
University of Tubingen  (Abteilung für Neuere Geschichte )
Course
Proseminar "protestantische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts"
Grade
1,7
Author
Joachim Graf (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V126586
ISBN (eBook)
9783640324651
ISBN (Book)
9783640326310
Language
German
Tags
Einführung Glaubens Friedrich Frommen Kirchenordnung Reformation Kurpfalz Wechsel Glauben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joachim Graf (Author), 2006, Wie kam es 1563 zur Einführung des calvinistisch-reformierten Glaubens unter Friedrich III. dem Frommen und der calvinistischen Kirchenordnung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126586
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