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Der Generalplan Ost. Die nationalsozialistische Vision der Lebensraumerweiterung im Osten

Title: Der Generalplan Ost. Die nationalsozialistische Vision der Lebensraumerweiterung im Osten

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dennis Galbas (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die Besiedlung der Ostgebiete Nord- und Mitteleuropas spielt in der Historie der deutschen Kriegs- und Expansionspolitik, aber auch im Hinblick auf die bevölkerungspolitischen Sichtweisen, im 20. Jahrhundert eine entscheidende Rolle. Jedoch entsteht dieser Gedanke der „Germanisierung des Ostens“ nicht erst durch die detaillierten Ausarbeitungen des Generalplans Ost 1941. Schon weit vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten mit der einhergehenden Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und dem folgenden Angriffskrieg auf Polen 1939 belegen historische Quellen das Bestreben nach östlicher Landerweiterung.

Um dieser Frage nach der Entwicklung des Generalplan Osts nachzugehen, soll in erster Instanz der allgemeine Wissenschafts- und Forschungsapparat, welcher für die Entstehung des Generalplan Osts zuständig war, näher erläutert werden. Weiterhin sollen die in den vier verfassten Kernplänen wiederkehrenden Motive des Generalplan Ost dargestellt und analysiert werden. Außerdem soll die im Generalplan Ost dargestellte nationalsozialistische Expansions- und Besiedlungspolitik mit den Siedlungsprozessen verknüpft werden. Weiterhin wird das Verhältnis zwischen Vertreibung und Vernichtung und den Ostplänen analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik und methodisches Vorgehen

2 Die Grundlagen der NS-Planungen im Osten

3 Der Weg zum Generalplan Ost – Die RKF Generalplanung

4 Die Planungsgrundlage - Der Germanisierungsprozess als Grundvoraussetzung für den Generalplan Ost

5 Die Entwicklung des Generalplan Ost und seine Ziele

6 Die wissenschaftliche Legitimation des Generalplan Ost

7 Der rassenidiologische Anspruch auf Lebensraum

8 Rassenidiologische Bevölkerungsstrukturen zur systematischen Besiedlung der Ostgebiete

9 Die ländliche Neuordnung der eroberten Gebiete und der Siedlerbedarf

10 Der geplante Siedlungsaufbau im Generalplanen Ost – Finanzierung und Zwangsarbeit

11 Die „Aktion Zamosc“ – Umsetzungsversuche des Generalplan Ost

12 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte, die ideologischen Hintergründe und die praktischen Umsetzungsversuche des nationalsozialistischen „Generalplan Ost“. Ziel ist es, die systematische Vernetztheit von Rassenforschung, Siedlungsplanung und Vertreibungspolitik aufzuzeigen und zu analysieren, wie wissenschaftliche Apparate die nationalsozialistische Expansionspolitik legitimierten.

  • Die Entstehung und der institutionelle Rahmen des Generalplan Ost.
  • Wissenschaftliche Legitimation durch rassenbiologische und agrarwissenschaftliche Konzepte.
  • Die Rolle der Zwangsarbeit und Finanzierung beim Siedlungsaufbau.
  • Praktische Umsetzungsversuche am Beispiel der „Aktion Zamosc“.
  • Das Verhältnis von Vertreibung, Umstrukturierung und nationalsozialistischem „Lebensraum“-Konzept.

Auszug aus dem Buch

Die Entwicklung des Generalplan Ost und seine Ziele

Für eine weitere Betrachtungsweise der Pläne zur Osterweiterung ist es elementar, die Ausarbeitungen des Generalplan Ost nicht als einzelnes, vom RKF unabhängig verfasstes und prinzipiell manifestiertes Schriftstück anzusehen. Denn die zum Generalplan Ost zusammengefassten Pläne des RKF, der Raumordnungs- und Landesplanungsbehörden und Fernplänen des RSHA bedingten sich gegenseitig. Dementsprechend spielt für Dietrich Eichholtz auch der Vormarsch der Wehrmacht in Osteuropa und der schlussendliche Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Generalplan Ost. Wie er betont, ist schon auf Grund des Zusammenspiels von Gebietsgewinnen und der Erweiterungen des Generalplan Ost, eine strikte Abgrenzung der einzelnen Planungen und Einzelvariante kaum möglich. Dies liegt insbesondere daran, dass es ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Gebietseroberungen im Osten und der sukzessiven Erweiterungen gegeben haben muss. Daher erstellten mehrere Außenstellen der SS-Planungsbehörden unabhängig voneinander Vorschläge und Durchführungsoptionen zur Besiedlung der Ostgebiete. Trotzdem lassen sich die wiederkehrenden Motive und Ziele der Osterweiterung, durch die vom RKF in Auftrag gegebenen Generalpläne Ost, zu vier Sammelwerken zusammenfassen.

Dabei können, „durch die Rückkopplug der an den Planungen direkt oder indirekt beteiligten Dienststellen“, insbesondere die Hauptziele der Ostbesiedlung und deren geplante Umsiedlung und Besiedlungsvorhaben näher beziffert werden. Es lassen sich sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch in den Planungen Ost konstant die Kernthemen der „völkischen Neuordnung, totaler Eindeutschung des Ostens, Veränderungen der Sozialstruktur und Förderung des deutschen Bauerntums und Erweiterung des deutschen Lebensraums“ als elementare Punkte für die Osterweiterung ausmachen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in die Thematik und methodisches Vorgehen: Einleitung in die historische Relevanz der deutschen Expansionspolitik und Skizzierung des methodischen Ansatzes der Arbeit.

2 Die Grundlagen der NS-Planungen im Osten: Untersuchung des institutionellen Umfelds und der Rolle des Reichsforschungsrats sowie der DFG bei der wissenschaftlichen Fundierung der NS-Pläne.

3 Der Weg zum Generalplan Ost – Die RKF Generalplanung: Analyse der organisatorischen Weichenstellungen durch die Ernennung Himmlers zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums.

4 Die Planungsgrundlage - Der Germanisierungsprozess als Grundvoraussetzung für den Generalplan Ost: Erörterung der Planungsgrundlage als Basis für die Umstrukturierung und Vertreibung in den annektierten Gebieten.

5 Die Entwicklung des Generalplan Ost und seine Ziele: Darstellung der verschiedenen Varianten des Generalplan Ost und der komplexen Zusammenhänge zwischen Gebietsgewinnen und Siedlungszielen.

6 Die wissenschaftliche Legitimation des Generalplan Ost: Analyse der Versuche, die Ostbesiedlung pseudowissenschaftlich durch agrarwissenschaftliche Experten zu legitimieren.

7 Der rassenidiologische Anspruch auf Lebensraum: Auseinandersetzung mit der rassenideologischen Grundlage und der Selektion der Bevölkerung nach rassenbiologischen Kriterien.

8 Rassenidiologische Bevölkerungsstrukturen zur systematischen Besiedlung der Ostgebiete: Untersuchung des Siedlerbedarfs und der Herausforderungen bei der Besiedlung der Ostgebiete durch „Volksdeutsche“.

9 Die ländliche Neuordnung der eroberten Gebiete und der Siedlerbedarf: Analyse der personellen Siedlerprobleme und der gescheiterten Versuche zur Eindeutschung.

10 Der geplante Siedlungsaufbau im Generalplanen Ost – Finanzierung und Zwangsarbeit: Untersuchung der Finanzierungsmodelle und der Bedeutung von Zwangsarbeit für den infrastrukturellen Aufbau.

11 Die „Aktion Zamosc“ – Umsetzungsversuche des Generalplan Ost: Konkretisierung der theoretischen Pläne durch die gewaltsame Umsetzung im Distrikt Zamosc.

12 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Radikalität des Generalplan Ost als theoretisches, aber mörderisches Vorhaben der NS-Regimes.

Schlüsselwörter

Generalplan Ost, Nationalsozialismus, Lebensraum, Rassenideologie, Germanisierung, Reichskommissariat für die Festigung deutschen Volkstums, Vertreibung, Siedlungsplanung, Konrad Meyer, Zwangsarbeit, Aktion Zamosc, Ostpolitik, Agrarwissenschaft, Zweiter Weltkrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das nationalsozialistische Projekt des Generalplan Ost, ein systematischer Plan zur umfassenden Neuordnung Osteuropas durch Vertreibung, Vernichtung und deutsche Neubesiedlung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Wissenschaft und NS-Ideologie, die administrative Planung des Siedlungsaufbaus, die Rolle von Zwangsarbeit sowie die Umsetzung dieser Pläne in der besetzten Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie bürokratische und wissenschaftliche Apparate eine brutale Expansions- und Lebensraumpolitik entwickelten und rechtfertigten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Quellen, Dokumente des Reichsforschungsrats sowie Fachliteratur, um die Entwicklung und Ausführung des Generalplan Ost kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Entstehung der Pläne, der Rolle von Institutionen wie dem RKF, der angestrebten Germanisierung, den Siedlerdilemmata und den konkreten Deportationen im Rahmen der „Aktion Zamosc“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Generalplan Ost, Germanisierung, Rassenideologie, Lebensraum, Vertreibung und Zwangsarbeit fassen den Kern der Untersuchung zusammen.

Wie wurde der „Siedlerbedarf“ für den Osten kalkuliert?

Die Planung erforderte Millionen von „rassisch geeigneten“ deutschen Siedlern; da diese Zahl bei weitem nicht existierte, gerieten die Pläne bereits in ihrer Theorie in ein quantitatives Dilemma.

Was zeigt das Beispiel der „Aktion Zamosc“ über den Generalplan Ost?

Es zeigt die Lücke zwischen der theoretischen Planung und der gewaltsamen, aber letztlich an den eigenen unrealistischen Vorgaben scheiternden Praxis der nationalsozialistischen Umsiedlungspolitik.

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Details

Title
Der Generalplan Ost. Die nationalsozialistische Vision der Lebensraumerweiterung im Osten
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Grade
1,0
Author
Dennis Galbas (Author)
Publication Year
2022
Pages
25
Catalog Number
V1266047
ISBN (PDF)
9783346705983
ISBN (Book)
9783346705990
Language
German
Tags
generalplan vision lebensraumerweiterung osten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Galbas (Author), 2022, Der Generalplan Ost. Die nationalsozialistische Vision der Lebensraumerweiterung im Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266047
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