Narzissmus ist ein verbreiteter und unterschiedlich definierter und verstandener Begriff. Philosophen, Psychologen, Psychoanalytiker, Soziologen und viele andere beschäftigen sich und forschen mit diesem. Es wird oft unpräzise als Selbstliebe bezeichnet und ist somit ein stark diskutiertes Konzept. In dieser Arbeit soll sich mit dem Begriff aus psychoanalytischer Sicht auseinandergesetzt werden.
P. Näcke definierte den Narzissmus als klinische Deskription und Bezeichnung für Verhalten, bei dem das Subjekt das Selbst wie das Sexualobjekt behandelt, wodurch der Narzissmus als Perversion gilt. Freud übernahm diese Beschreibung, erklärte jedoch, dass der Narzissmus zur regulären Sexualentwicklung gehört und die libidinöse Ergänzung zum Egoismus des Selbsterhaltungstriebes ist. Der Mensch schafft sich als Kind eine innere Welt, in der Objektbeziehungen die Bausteine und Strukturen bilden. Der "bedeutsame Andere" übernimmt dabei die Rolle des Objektes.
Inhaltsverzeichnis
1. Baranger, Willy (2000): Der Narzißmus bei Freud.
2. Freud, Sigmund (1914): Zur Einführung des Narzißmus.
3. Müller-Pozzi, H. (2002): Psychoanalytisches Denken. Eine Einführung.
4. Treurniet, Nikolaas (2000): >>Zur Einführung des Narzißmus<<. Eine Einführung.
5. Yorke, Clifford (2000): Freuds >>Zur Einführung des Narzißmus<< : Ein Lehrtext.
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der psychoanalytischen Definition und Entwicklung des Narzissmus. Ziel ist es, das Konzept des Narzissmus von der frühen kindlichen Entwicklung über die Bildung des Selbst bis hin zur Unterscheidung zwischen positiven (gesunden) und krankhaften (negativen) Ausprägungen unter Einbeziehung zentraler Theoretiker wie Freud, Müller-Pozzi und Kohut zu analysieren.
- Psychoanalytische Grundlagen und Definitionen des Narzissmus
- Die Rolle der Mutter-Kind-Dyade und der Triade in der frühen Strukturbildung
- Entwicklung des Selbst und Abgrenzung zum Objekt
- Differenzierung zwischen primärem und sekundärem Narzissmus
- Narzisstische Typologien und die Dialektik von Objekt- und Selbstpräsentation
Auszug aus dem Buch
Wie wird Narzissmus aus der psychoanalytischen Sicht definiert?
„Ein starker Egoismus schützt vor Erkrankung, aber endlich muss man beginnen zu lieben, um nicht krank zu werden, und muss erkranken, wenn man infolge von Versagung nicht lieben kann“ (Freud 1914, S.40). Positiv oder negativ?
Narzissmus ist ein verbreiteter und unterschiedlich definierter und verstandener Begriff. Philosophen, Psychologen, Psychoanalytiker, Soziologen und viele andere beschäftigen sich und forschen mit diesem. Es wird oft unpräzise als Selbstliebe bezeichnet und ist somit ein stark diskutiertes Konzept (vgl. Müller-Pozzi 2002, S.138).
P. Näcke definierte den Narzissmus als klinische Deskription und Bezeichnung für Verhalten, bei dem das Subjekt das Selbst wie das Sexualobjekt behandelt, wodurch der Narzissmus als Perversion gilt. Freud übernahm diese Beschreibung, erklärte jedoch, dass der Narzissmus zur regulären Sexualentwicklung gehört und die „libidinöse Ergänzung zum Egoismus des Selbsterhaltungstriebes“ ist (Freud 1914, S.29). Der Mensch schafft sich als Kind eine „innere Welt“, in der Objektbeziehungen die Bausteine und Strukturen bilden. Der „bedeutsame Andere“ übernimmt dabei die Rolle des Objektes (Müller-Pozzi 2002, S. 123f). Die ersten Pflegepersonen sind ebenfalls die ersten Sexualobjekte. Damit sind die ersten autoerotischen Befriedigungen an die lebenswichtigen Funktionen des Kindes gebunden, sie dienen der Selbsterhaltung des Kindes (Yorke 2000, S.67). Der Narzissmus besteht aus der Selbstachtung, einem Teil des Allmachtgefühls aus der Kindheit und der Befriedigung am Objekt (Triebbefriedigung). Zwischen diesen besteht eine Wechselbeziehung (Yorke 2000, S. 75).
Zusammenfassung der Kapitel
Baranger, Willy (2000): Der Narzißmus bei Freud.: Dieses Kapitel analysiert die theoretischen Grundlagen des Narzissmusbegriffs innerhalb der Freudschen Psychoanalyse.
Freud, Sigmund (1914): Zur Einführung des Narzißmus.: Ein zentraler Quelltext, der die Entwicklung des Narzissmus vom primären kindlichen Zustand bis zur psychischen Reife erläutert.
Müller-Pozzi, H. (2002): Psychoanalytisches Denken. Eine Einführung.: Bietet einen Überblick über psychoanalytische Denkmodelle, insbesondere hinsichtlich der Objektbeziehung und der Selbstentwicklung.
Treurniet, Nikolaas (2000): >>Zur Einführung des Narzißmus<<. Eine Einführung.: Befasst sich mit der Vertiefung und Interpretation des Freudschen Narzissmuskonzepts im wissenschaftlichen Diskurs.
Yorke, Clifford (2000): Freuds >>Zur Einführung des Narzißmus<< : Ein Lehrtext.: Dient als didaktische Aufbereitung der wesentlichen Thesen Freuds zum Thema Narzissmus.
Schlüsselwörter
Narzissmus, Psychoanalyse, Selbst, Objektbeziehung, Freud, Triebtheorie, Libido, Primärnarzissmus, Sekundärnarzissmus, Ich-Ideal, Dyade, Triade, Objektwahl, Kindheitsentwicklung, Narzisstische Störung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des Narzissmus aus einer tiefenpsychologischen Perspektive und beleuchtet dessen Bedeutung für die Entwicklung der menschlichen Psyche und Identität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Entwicklung des kindlichen Selbst, die Bedeutung der frühen Bezugspersonen (Mutter-Kind-Dyade), die Abgrenzung von primärem zu sekundärem Narzissmus sowie die psychologischen Faktoren der Liebe und Objektwahl.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Narzissmus nicht als bloß pathologische Perversion, sondern als fundamentalen Teil der menschlichen Entwicklung und Struktur des Selbst verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, indem sie klassische psychoanalytische Texte von Sigmund Freud sowie ergänzende fachwissenschaftliche Interpretationen (u.a. von Müller-Pozzi und Yorke) reflektiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Behandelt werden die Phasen der kindlichen Entwicklung, die narzisstische Identitätsbildung, die Rolle des Ich-Ideals und die psychologischen Auswirkungen von Kränkungen und Trennungsängsten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Narzissmus, Libido, Objektbeziehung, das Ich-Ideal und die psychoanalytische Theoriebildung.
Wie unterscheidet sich der primäre vom sekundären Narzissmus?
Der primäre Narzissmus beschreibt den spannungslosen, „allmächtigen“ Zustand des Kindes im Mutterleib und kurz nach der Geburt, während der sekundäre Narzissmus eine Libidoverschiebung auf das Ich erfordert, die sich nach der Trennung von der Mutter entwickelt.
Welche Rolle spielt die „Dyade“ in der Entwicklung?
Die Dyade, die Interaktion zwischen Kind und Mutter, bildet die erste Erfahrungseinheit, in der das Kind eine omnipotente Abhängigkeit erlebt, die wiederum die Basis für spätere Objekterfahrungen legt.
Warum ist das „Ich-Ideal“ für narzisstische Befriedigung wichtig?
Das Ich-Ideal fungiert als psychische Instanz, an der das Selbst gemessen wird; seine Erfüllung führt zu Gefühlen von Selbstachtung, während Nichterfüllung in Schuldbewusstsein oder psychische Krisen münden kann.
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- Anonym (Author), 2018, Wie wird Narzissmus aus der psychoanalytischen Sicht definiert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266248