In diesem Essay sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der systemischen Therapie und des Coachings herausgearbeitet werden. Folglich lautet die Forschungsfrage: "Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede weisen das Coachingsystem und die systemische Therapie auf?". Dabei wird die systemische Therapie zunächst erläutert und im Anschluss mit dem Coaching verglichen. Die verwendete Methode stellt hierbei der Literaturvergleich dar.
Die Begrifflichkeit "Beratung" umfasst eine Vielzahl von Formen und Methoden der Hilfestellung. Dies gilt sowohl für Einzelpersonen, als auch für Gruppen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern. Sie stellt ein eigenes Konzept der sozialen Hilfeleistung von Menschen für andere Menschen dar. Unter dieser Begrifflichkeit lassen sich auch die systemische Therapie und das Coaching eingliedern. Diese finden immer mehr Anwendung. Nicht nur die Familien- oder Paartherapie gewinnt durch gesellschaftliche Veränderungen immer mehr an Bedeutung, sondern auch das Coaching, beispielsweise durch die sich immer wieder neu entwickelte wirtschaftliche Umwelt. Bei beiden Methoden ist das entscheidende Element die Gesprächsführung, durch welche, entweder durch einen Therapeuten oder eine Therapeutin oder durch einen Coach, Hilfestellungen für bestimmte Probleme oder Situationen gegeben werden. Dabei scheinen die Grenzen zwischen den verschiedenen Formen der Beratung nicht immer eindeutig gesetzt zu sein, was zu einer Verschmelzung der verschiedenen Methoden führen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Systemische Therapie
3. Coaching
4. Vergleich und Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Essays ist die systematische Untersuchung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der systemischen Therapie und dem Coachingsystem, um die wissenschaftlichen Schnittstellen der beiden Beratungsformen herauszuarbeiten. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie sich die methodischen Ansätze und das Rollenverständnis in den jeweiligen Systemen abgrenzen oder überschneiden.
- Grundlagen der systemischen Therapie und deren methodische Ausrichtung
- Strukturierung des Coachingprozesses anhand des GROW-Modells
- Die Bedeutung von Auftragsklärung, Neutralität und systemischen Fragen
- Vergleich der Anwendungsfelder und Zielsetzungen (Therapie vs. Wirtschaft)
- Analyse der Beratungsbeziehung als soziales System
Auszug aus dem Buch
Die Systemische Therapie
„Die Systemische Therapie gibt es nicht“ (Schlippe / Schweizer 2000: S. 23). Die systemische Therapie stellt viel mehr einen Überbegriff von einer Vielzahl von Modellen und Konzepten dar, welche weitgehend heterogen ausformuliert sind (Seggl 2018: 52). Die sich ähnelnden Modelle der systemischen Therapie entstammen der Familientherapie und gelten als eine der neueren therapeutischen Ansätze (Levold 2008: S. 162). Dabei geht es in der systemischen Therapie um die Dynamiken der für den Pateinten / die Patientin wichtigen Beziehungen und weniger um die intrapsychischen Dynamiken der Klient*innen (ebd.: S. 56).
Die Therapie in Form einer systemischen Therapie, beginnt mit der Auftragsklärung. Ziel dessen ist es, die verschiedenen Erwartungen an die Therapie, seitens der Klient*innen sowie der Therapeut*innen herauszuarbeiten. Gegebenenfalls deckt eine Auftragsklärung auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Klient*innen auf (beispielsweise bei einer Paartherapie). Zudem ermöglicht sie dadurch ein planvolles Aushandeln der relevanten Aufträge. Eine Auftragsklärung sollte nicht nur zu Beginn der Therapie durchgeführt werden, sondern auch während des gesamten Therapieverlaufs, da sich die Erwartungen an die Therapie mit der Zeit verändern (Ebbecke-Nohlen 2000: 22f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Begrifflichkeit der Beratung ein und begründet die Relevanz der Forschungsfrage durch die zunehmende Verbreitung von Coaching und systemischer Therapie.
2. Systemische Therapie: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Bedeutung der Auftragsklärung sowie verschiedene methodische Interventionen wie zirkuläre Fragen oder Skalenfragen erläutert.
3. Coaching: Dieses Kapitel analysiert das Coaching als individuelle Prozessberatung, stellt das GROW-Modell vor und beleuchtet die Bedeutung von Intuition sowie die Rolle des Coachingsystems.
4. Vergleich und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer vergleichenden Gegenüberstellung beider Systeme ab und stellt fest, dass beide Ansätze auf Gesprächsführung basieren, sich jedoch primär in ihren Anwendungsfeldern unterscheiden.
Schlüsselwörter
Systemische Therapie, Coaching, Beratung, Auftragsklärung, GROW-Modell, Systemtheorie, Gesprächsführung, Neutralität, Perspektivenwechsel, Wirklichkeitskonstruktion, Ressourcenaktivierung, Prozessberatung, Paartherapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich zwischen der systemischen Therapie und dem Coaching als zwei Formen der professionellen Beratung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Definition von Beratung, die methodischen Parallelen in der Gesprächsführung und die strukturellen Besonderheiten beider Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren, um zu klären, inwieweit beide Ansätze als eigene soziale Systeme betrachtet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einem systematischen Vergleich ausgewählter Konzepte aus der psychologischen und wirtschaftlichen Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die systemische Therapie als auch das Coaching detailliert beschrieben, wobei Aspekte wie Auftragsklärung, Neutralität und spezifische Interventionsmodelle im Fokus stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemische Therapie, Coaching, GROW-Modell, Prozessberatung und Auftragsklärung.
Inwiefern spielt das GROW-Modell eine Rolle für das Coaching?
Das GROW-Modell dient als zentrale Strukturierungshilfe im Coachingprozess, um Ziele zu klären, die Realität zu analysieren und Lösungswege zu entwickeln.
Warum wird der Humor als Kriterium im Coaching besonders hervorgehoben?
Humor dient im Coaching dazu, Gefühle zu lösen und kreative Problemlösungsprozesse anzuregen, was im Vergleich zur systemischen Therapie ein spezifisches Instrument des Coaches darstellt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Systemdenken in Beratung und Therapie. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede weisen das Coachingsystem und die systemische Therapie auf?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266265