Diokletian war der letzte antike Herrscher, der eine Christenverfolgung einleitete, sie wurde zu einer der schwersten im Römischen Reich. Er ging dabei geplant und zielgerichtet gegen die Christen vor. Seine Beweggründe für diese Verfolgung sind ungeklärt. Häufig wird eine Einreihung in die allgemeine Reformtätigkeit vermutet oder die eigene Religiosität Diokletians.
Überliefert wurde die Verfolgung vor allem durch die Werke der beiden christlichen Autoren Lactanz, der „Von den Todesarten der Verfolger“ schrieb, und Euseb, der eine der ersten Kirchengeschichten verfasste.
In meiner Arbeit werde ich mich mit der Durchführung der Verfolgung beschäftigen. Ich möchte einen Überblick über die eingeleiteten Maßnahmen geben, sowie über deren Gründe und Effektivität. Ganz kurz werde ich am Anfang versuchen den Anlass zu beschreiben.
Im Aufbau der Arbeit werde ich chronologisch vorgehen, in der Rheinfolge der Edikte, wobei die Schriften von Lactanz und Euseb die Grundlage für die weiteren Ausführungen bilden sollen. In den beiden letzten Punkten wende ich mich der Intensität und der Vorgehensweise bei der Verfolgung zu. Zeitlich werde ich mich im Rahmen der Amtszeit Diokletians und Maximians bewegen, meine Arbeit wird also nur den Zeitraum vom Beginn der Verfolgung im Februar 303 bis zum Rücktritt der beiden Kaiser im Jahr 305 behandeln, obwohl die Verfolgung auch nach 305 in geringerem Umfang fortgesetzt wurde und erst 311 mit dem Toleranzedikt von Galerius endete.
Ich werde versuchen zu klären, ob von Anfang an beabsichtigt war, vier Edikte zu erlassen und die Maßnahmen schon in der Reihenfolge geplant waren oder ob die weiterführenden Edikte
vielmehr Reaktionen auf das erste und aufeinander waren, weil sie sich nicht als wirkungsvoll genug erwiesen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Anhaltspunkte für die Durchführung der diokletianischen Christenverfolgung in den Zeitgenössischen Quellen
I. Laktanz - Von den Todesarten der Verfolger
II. Euseb
II. Beginn der Verfolgung
III. Erstes Edikt
IV. Zweites und drittes Edikt
V. Viertes Edikt
VI. Intensität der Verfolgung
VII. Vorgehensweise bei der Verfolgung
VIII. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Durchführung der diokletianischen Christenverfolgung im Zeitraum von 303 bis 305 n. Chr. Ziel ist es, einen Überblick über die kaiserlichen Maßnahmen zu geben, deren chronologische Abfolge zu analysieren sowie die zugrunde liegenden Beweggründe und die praktische Effektivität der Verfolgung zu beleuchten.
- Die chronologische Entwicklung und Umsetzung der vier kaiserlichen Edikte.
- Die Auswertung der zeitgenössischen Quellen (Laktanz und Euseb) als Grundlage der Forschung.
- Unterschiede in der regionalen Intensität der Verfolgungsmaßnahmen.
- Die Vorgehensweise und die methodische Organisation der Verfolgung innerhalb des Römischen Reiches.
Auszug aus dem Buch
I.I. Laktanz – Von den Todesarten der Verfolger
Der aus der Region Afrika stammende lateinische Rhetoriklehrer und Kirchenschriftsteller Laktanz (*ca.250; †ca.320) schrieb in seinem Buch „Von den Todesarten der Verfolger“ über die Tetrarchen und die Christenverfolgung unter Diokletian.
Die Anlässe der Verfolgung sieht Laktanz zum einen in einer misslungenen Opferschau. Bei dieser hatten sich anwesende Christen bekreuzigten. Infolgedessen Diokletian alle Palastbewohner und Soldaten opfern ließ. Diejenigen, die nicht opfern wollten schloss er aus dem Heer aus. Zum anderen in Galerius, der durch seine Mutter angestachelt Diokletian dazu treibt, die Christen zu verfolgen.
Diokletian berief einen Rat ein und fragte auch das Orakel Apollo von Milet, um sich für oder gegen die Verfolgung zu entscheiden. Der Rat, sowie das Orakel stimmten der Verfolgung zu. Anschließend schreibt er vom Ausbruch der Christenverfolgung am 23. Februar, dem Tag der Grenzgottheiten im Jahr 303. Dieser Tag sei bewusst gewählt worden, um der Religion eine Grenze zu setzen. Danach wurde die Kirche in Nikomedia von den Prätorianern zerstört und die darin befindlichen Schriften verbrannt. Am folgenden Tag wurde ein gegen die Christen gerichtetes Edikt veröffentlicht, das ihnen Ehren und Würden absprach, sodass jeder Christ gefoltert werden konnte. Des Weiteren verloren sie ihr Klagerecht vor Gericht. Laktanz beschreibt dann, wie Galerius in Diokletians Palast einen Brand legen ließ und die Christen dieser Brandstiftung beschuldigte. Diokletian ließ daraufhin seine gesamte Dienerschaft foltern. Es soll auch einen zweiten Brand gegeben haben, der Diokletian zur Flucht nötigte. Anschließend zwang dieser zuerst seine Frau und seine Tochter zu opfern und danach die Dienerschaft, die Priester und Diakone und das übrige Volk. Die Gerichtsbeamten sollen an den Tempeln die Opferungen überwacht haben und auch sollen an den Gerichten Altare gestanden haben, sodass es erst nach einer Opferung möglich war, sich an einen Richter zu wenden. An Maximian und Konstantius wurden schriftliche Anweisungen zur Verfolgung gesandt, ohne sich vorher mit ihnen zu beraten. Weiterhin schreibt Laktanz von einer Erkrankung Diokletians und dessen Abdankung 305.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung erläutert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung (303–305 n. Chr.) und skizziert die methodische Vorgehensweise unter Rückgriff auf die Autoren Laktanz und Euseb.
I. Anhaltspunkte für die Durchführung der diokletianischen Christenverfolgung in den Zeitgenössischen Quellen: In diesem Kapitel werden die Werke von Laktanz und Euseb als zentrale Überlieferungsquellen vorgestellt und ihre Perspektiven auf die Verfolgung kritisch gewürdigt.
II. Beginn der Verfolgung: Hier wird der Entschluss zur Christenverfolgung als geplante staatliche Angelegenheit dargestellt, wobei insbesondere der Ausschluss von Christen aus dem Heer und die misslungene Opferschau als Auslöser diskutiert werden.
III. Erstes Edikt: Dieses Kapitel behandelt das am 23. Februar 303 veröffentlichte Edikt, das auf die Zerstörung von Kirchen und die Verbrennung heiliger Schriften abzielte.
IV. Zweites und drittes Edikt: Hier wird die Verschärfung der Repressalien thematisiert, die sich speziell gegen Kleriker richteten, um die christlichen Gemeinden zu zerschlagen.
V. Viertes Edikt: Dieses Kapitel analysiert die Ausweitung der Verfolgung auf die gesamte Bevölkerung durch die Anordnung allgemeiner Opferpflichten im Jahr 304.
VI. Intensität der Verfolgung: Hier werden die regionalen Unterschiede in der Umsetzung der Edikte untersucht, wobei Konstantius als milder Herrscher und die Situation im Osten als besonders intensiv hervorgehoben werden.
VII. Vorgehensweise bei der Verfolgung: Dieses Kapitel beleuchtet die methodische Durchführung der Verfolgung, von der Zerstörung öffentlicher Strukturen bis hin zu den verschiedenen Hinrichtungsmethoden.
VIII. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung konstatiert, dass die Verfolgung trotz ihrer Brutalität ihre Ziele nicht erreichte, da sich das Christentum langfristig als zu fest verwurzelt erwies.
Schlüsselwörter
Diokletian, Christenverfolgung, Römisches Reich, Edikt, Laktanz, Euseb, Antike, Märtyrer, Kleriker, Opferung, Tetrarchie, Nikomedia, Religionspolitik, 303 n. Chr., Kirchengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Durchführung der diokletianischen Christenverfolgung in den Jahren 303 bis 305 n. Chr. und analysiert die kaiserliche Strategie sowie die Umsetzung der Maßnahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die chronologische Abfolge der Edikte, die Rolle der zeitgenössischen Autoren als Quellen, die regionale Verteilung der Verfolgung sowie die Beweggründe der Kaiser.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die staatlich eingeleiteten Maßnahmen gegen Christen zu geben und deren Effektivität sowie die praktischen Vorgehensweisen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse auf Basis der antiken Texte von Laktanz und Euseb, ergänzt durch moderne Forschungsliteratur, um die Ereignisse historisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der einzelnen Edikte, die Analyse der regionalen Intensitätsunterschiede und die Darstellung der administrativen Vorgehensweise bei der Verfolgung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Diokletian, Christenverfolgung, Edikte, Tetrarchie, Laktanz, Euseb und der Zeitraum der Spätantike.
Warum war der 23. Februar 303 ein entscheidendes Datum?
An diesem Tag begann die allgemeine Verfolgung mit der Zerstörung der Kirche in Nikomedia, wobei das Datum bewusst auf den Tag der Grenzgottheiten gelegt wurde.
Welche Rolle spielten die beiden Autoren Laktanz und Euseb für die Forschung?
Sie sind die wichtigsten zeitgenössischen Quellen. Die Autorin weist jedoch darauf hin, dass ihre Darstellungen aus christlicher Sicht geschrieben und teils dramatisiert wurden, um die Einzigartigkeit des Leids zu betonen.
Zu welchem Schluss kommt die Arbeit hinsichtlich der Effektivität der Verfolgung?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Verfolgung ihr Ziel, das Christentum aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen, nicht erreichte, da die Religion im Römischen Reich bereits zu weit verbreitet war.
- Quote paper
- Stefanie Mnich (Author), 2007, Durchführung der diokletianischen Christenverfolgung 303 - 305 n.Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126630