Diese Arbeit wird sich zunächst mit den diametral entgegensetzten Repräsentationsvorstellungen - bezogen auf das Verhältnis von Abgeordneten und ihren Wahlkreisen - von Henry Cruger und Edmund Burke beschäftigen und diese sowohl ein einem – für diesen Zweck ausgezeichneten – Modellrahmen verorten sowie aus den Grundpositionen der beiden Politiker die intendierten Handlungspfade extrapolieren.
Im Anschluss gilt es ein – mikrosoziologisches – repräsentatives System auf seine repräsentativen Eigenschaften hin zu überprüfen und in Bezug auf die Positionen von Edmund Burke und Henry Cruger zu verorten.
Inhaltsverzeichnis
1. Repräsentation – Eine Begriffsklärung und Einleitung
2. Anzuwendende Theoretische Modelle
3. Edmund Burke und Henry Cruger – Historischer Hintergrund
4. Das imperative Mandat mit Focus auf den District – vertreten durch Henry Cruger
5. Das Freie Mandat mit nationalem Focus – Vertreten durch Edmund Burke
6. Einordnung der Theorie in die Repräsentationsmodelle
7. Fallanalyse: Repräsentativprinzip in der Satzung der Studierendenschaft der TU Dresden
7.1 Untersuchung
7.2 Auswertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Repräsentationsmodelle von Edmund Burke und Henry Cruger und wendet diese auf ein konkretes, empirisches Beispiel aus der akademischen Selbstverwaltung an. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit das „imperative Mandat“ und das „freie Mandat“ zur Analyse moderner repräsentativer Systeme herangezogen werden können.
- Grundlagen der politischen Repräsentationstheorie
- Gegenüberstellung der Konzepte von Edmund Burke und Henry Cruger
- Analyse der Modelle nach Eulau sowie Müller-Strokes
- Empirische Fallstudie: Die Studierendenschaft der TU Dresden
Auszug aus dem Buch
5. Das Freie Mandat mit nationalem Focus – Vertreten durch Edmund Burke
“Certainly, gentlemen, it ought to be the happiness and glory of a representative to live in the strictest union, the closest correspondence, and the most unreserved communication with his constituents. Their wishes ought to have great weight with him; their opinion, high respect; their business, unremitted attention. It is his duty to sacrifice his repose, his pleasures, his satisfactions, to theirs; and above all, ever, and in all cases, to prefer their interest to his own. But his unbiassed opinion, his mature judgment, his enlightened conscience, he ought not to sacrifice to you, to any man, or to any set of men living. These he does not derive from your pleasure; no, nor from the law and the constitution. They are a trust from Providence, for the abuse of which he is deeply answerable. Your representative owes you, not his industry only, but his judgment; and he betrays, instead of serving you, if he sacrifices it to your opinion.
My worthy colleague says, his will ought to be subservient to yours. If that be all, the thing is innocent. If government were a matter of will upon any side, yours, without question, ought to be superior. But government and legislation are matters of reason and judgment, and not of inclination; and what sort of reason is that, in which the determination precedes the discussion; in which one set of men deliberate, and another decide; and where those who form the conclusion are perhaps three hundred miles distant from those who hear the arguments?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Repräsentation – Eine Begriffsklärung und Einleitung: Dieses Kapitel erörtert die definitorische Komplexität des Begriffs der Repräsentation und legt den Fokus auf die Rolle von Abgeordneten gegenüber ihrer Wählerschaft.
2. Anzuwendende Theoretische Modelle: Es werden zwei wissenschaftliche Modelle (Eulau et al. sowie das Müller-Strokes-Modell) eingeführt, um Repräsentationsstile und Entscheidungspfade kategorial zu erfassen.
3. Edmund Burke und Henry Cruger – Historischer Hintergrund: Das Kapitel beleuchtet das Leben und die politische Konkurrenz der beiden historischen Akteure und kontextualisiert ihre Reden als Antworten auf spezifische politische Herausforderungen.
4. Das imperative Mandat mit Focus auf den District – vertreten durch Henry Cruger: Hier wird das Modell der starken Bindung an den Wahlkreis und die Weisungsgebundenheit des Abgeordneten anhand der Position Crugers analysiert.
5. Das Freie Mandat mit nationalem Focus – Vertreten durch Edmund Burke: Dieses Kapitel widmet sich Burkes Plädoyer für ein freies Mandat, bei dem das Gewissen und das nationale Wohl über die Instruktionen des lokalen Wahlkreises gestellt werden.
6. Einordnung der Theorie in die Repräsentationsmodelle: Die theoretischen Ansätze von Burke und Cruger werden hier systematisch in die zuvor eingeführten Repräsentationsmodelle eingeordnet.
7. Fallanalyse: Repräsentativprinzip in der Satzung der Studierendenschaft der TU Dresden: Die Arbeit überträgt die theoretischen Konzepte auf die Satzung der Studierendenschaft der TU Dresden als Mikrosystem.
7.1 Untersuchung: Die Satzung wird hinsichtlich der verankerten Anforderungen an die Mandatsträger (Focus und Style) detailliert analysiert.
7.2 Auswertung: Das Kapitel schließt mit dem Ergebnis, dass das Repräsentationsprinzip der StuRa-Satzung im Wesentlichen dem Burke’schen Modell des freien Mandats entspricht.
Schlüsselwörter
Politische Repräsentation, Edmund Burke, Henry Cruger, Imperatives Mandat, Freies Mandat, Delegate, Trustee, Repräsentationsmodelle, Eulau, Müller-Strokes, StuRa, TU Dresden, Satzungsanalyse, Wahlsystem, Politische Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen politischer Repräsentation, insbesondere mit dem Spannungsfeld zwischen der Bindung an den Wahlkreis und der freien Entscheidung eines Abgeordneten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Konzepte des freien und des imperativen Mandats sowie deren empirische Anwendung auf moderne organisationale Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die diametralen Positionen von Edmund Burke und Henry Cruger darzustellen und diese auf die Satzung der Studierendenschaft der TU Dresden anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Einordnung mittels etablierter Modelle der Politikwissenschaft (Eulau, Müller-Strokes) kombiniert mit einer vergleichenden Analyse einer spezifischen Satzung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der historischen Protagonisten, die theoretische Definition der Mandatstypen und die konkrete Anwendung dieser Kategorien auf das StuRa-System.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie "Repräsentation", "Mandat", "Burke", "Cruger" und "Studierendenschaft" charakterisiert.
Warum wird die Studierendenschaft der TU Dresden als Fallbeispiel gewählt?
Die Studierendenschaft dient als „Mikrostaat“, an dem sich die abstrakten Theorien der Repräsentation und die Legitimität von Interessenvertretung in einem geschlossenen Regelwerk exemplarisch prüfen lassen.
Zu welchem Ergebnis kommt die Fallanalyse des StuRa?
Die Analyse ergibt, dass die Satzung der Studierendenschaft der TU Dresden dem Modell von Edmund Burke folgt, da der Fokus auf dem Allgemeinwohl der gesamten Studierendenschaft liegt und die Vertreter ein freies Mandat innehaben.
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- Michael Moschke (Author), 2009, Edmund Burke und Henry Cruger im Vergleich - Oder: Das Imperative vs. das Freie Mandat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126632