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YouTube als politische Bildungsplattform für Jugendliche. Zwischen intrinsisch motivierter Selbstbildung und gesellschaftlichen Risiken

Title: YouTube als politische Bildungsplattform für Jugendliche. Zwischen intrinsisch motivierter Selbstbildung und gesellschaftlichen Risiken

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michelle Tannrath (Author)

Communications - Ethics in the Media
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Summary Excerpt Details

Die digitale Revolution als ein allumfassender gesellschaftlicher Wandel schlägt sich in sämtlichen Lebensbereichen nieder - so auch in der Bildung junger Menschen. Spätestens seit der populäre YouTuber Rezo die CDU "zerstört" hat, ist offensichtlich, dass sich die politische Meinungsbildung zusehends in die virtuelle Sphäre verlagert. Mit Fokus auf angehende Erwachsene intendiert diese schriftliche Arbeit, die Dringlichkeit einer Stärkung des Verantwortungsbewusstseins sowie eine vermehrte Medienbildung im Rahmen des Schulunterrichts zu thematisieren, um den möglichen Stolpersteinen innerhalb der digitalen Welt, welche zu Risiken für die Gesellschaft in Gestalt eines verstärkten Rechtspopulismus heranreifen können, präventiv entgegenzuwirken. Überdies zeigt die Arbeit vor dem Hintergrund Wilhelm von Humboldts Bildungsphilosophie sowie Rolf Schmiederers Politikdidaktik das Potenzial YouTubes hinsichtlich einer Selbstbildung der Jugendlichen auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bildungsnatur des Menschen

2.1 Nach Wilhelm von Humboldt - Philosophische Perspektive

2.2 Nach Rolf Schmiederer - Politikdidaktische Perspektive

3. YouTube - Politische Bildung unter eigener Regie

3.1. Die Bedeutsamkeit der Videoplattform

3.1.1 Für jugendliche Produzent:innen

3.1.2 Für jugendliche Rezipient:innen

3.2. YouTube und der Beutelsbacher Konsens

4. Ambivalenzen der digitalen Selbstbildung

4.1 Fruchtbare Lernprozesse

4.2 Gesellschaftliche Risiken

4.3 Plädoyer für eine Verantwortungsethik

4.4 Von der Notwendigkeit der Förderung einer Medienkompetenz

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von YouTube als informelle politische Bildungsplattform für Jugendliche und hinterfragt, inwieweit diese Form der digitalen Selbstbildung mit den Prinzipien klassischer Konzepte – wie Humboldts Bildungsbegriff und dem Beutelsbacher Konsens – in Einklang zu bringen ist, um demokratiegefährdenden Tendenzen wie Rechtspopulismus entgegenzuwirken.

  • Die Bildungsnatur des Menschen nach Humboldt und Schmiederer
  • Funktionsweise und politisches Potenzial von YouTube für Jugendliche
  • Herausforderungen durch Algorithmen, Filterblasen und Rechtspopulismus
  • Die Relevanz des Beutelsbacher Konsenses im digitalen Raum
  • Ansätze für eine Verantwortungsethik und die Förderung von Medienkompetenz in der Schule

Auszug aus dem Buch

3.2. YouTube und der Beutelsbacher Konsens

Der Beutelsbacher Konsens ist das Produkt eines fachlichen Diskurses, der 1976 vor dem Hintergrund einer Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg in Beutelsbach stattfand. Hierbei wurden die grundlegenden Ziele der politischen Bildung diskutiert, um anhand dieser einen schulischen Fachkanon für den Politikunterricht zu erarbeiten (vgl. Westphal 2020). Auf die folgenden drei Prinzipien konnte sich geeinigt werden:

„1. Überwältigungsverbot. Es ist nicht erlaubt, den Schüler - mit welchen Mitteln auch immer - im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der "Gewinnung eines selbständigen Urteils" zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der - rundum akzeptierten - Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers“ (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 2021).

„2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknüpft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten. Zu fragen ist, ob der Lehrer nicht sogar eine Korrekturfunktion haben sollte, d. h. ob er nicht solche Standpunkte und Alternativen besonders herausarbeiten muss, die den Schülern (und anderen Teilnehmern politischer Bildungsveranstaltungen) von ihrer jeweiligen politischen und sozialen Herkunft her fremd sind."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Verlagerung politischer Meinungsbildung in digitale Sphären und unterstreicht die Dringlichkeit einer verstärkten Medienbildung zur präventiven Abwehr rechtspopulistischer Gefahren.

2. Die Bildungsnatur des Menschen: Hier werden die philosophischen Grundlagen nach Wilhelm von Humboldt und die politikdidaktische Perspektive von Rolf Schmiederer analysiert, die beide intrinsisch motiviertes, selbstständiges Lernen fordern.

3. YouTube - Politische Bildung unter eigener Regie: Es wird die Ambivalenz von YouTube als Lerninstrument untersucht, wobei besonders die Interessen von Produzent:innen und Rezipient:innen sowie die Anwendbarkeit des Beutelsbacher Konsenses beleuchtet werden.

4. Ambivalenzen der digitalen Selbstbildung: Dieses Kapitel prüft sowohl die als fruchtbar wahrgenommenen Lernprozesse durch digitale Teilhabe als auch die realen Risiken wie Filterblasen und gezielte Meinungsmache am Beispiel rechtspopulistischer Kanäle.

5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass digitale Selbstbildung nur durch eine Einbettung in schulische Begleitmaßnahmen sowie die Förderung gezielter Medienkompetenz ihr volles, demokratieförderndes Potenzial entfalten kann.

6. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung aller zitierten Quellen und verwendeten wissenschaftlichen Grundlagen der Arbeit.

Schlüsselwörter

YouTube, Politische Bildung, Medienkompetenz, Selbstbildung, Beutelsbacher Konsens, Wilhelm von Humboldt, Rolf Schmiederer, Rechtspopulismus, Filterblase, Digitale Teilhabe, Verantwortungsethik, Mediennutzung, Algorithmen, Demokratiekompetenz, Jugendarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Bedeutung von YouTube als politischer Bildungsplattform für Jugendliche und den damit verbundenen Herausforderungen für ein demokratisches Bildungsverständnis.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind der Bildungsbegriff (Humboldt/Schmiederer), die Mediatisierung der Bildung, das Potenzial der Plattform YouTube, die Risiken digitaler Filterblasen sowie notwendige schulische Vermittlungsstrategien von Medienkompetenz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch YouTube politisch gebildet werden können, ohne dabei manipulativen Inhalten oder rechtspopulistischen Strömungen schutzlos ausgeliefert zu sein.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse, die pädagogische Konzepte mit empirischen Studien zum Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen verknüpft, um daraus didaktische Folgerungen abzuleiten.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert, warum YouTube einerseits ideale Bedingungen für intrinsisch motiviertes Lernen bietet, andererseits aber durch mangelnde Selektionsnormen und algorithmische Steuerung gesellschaftliche Risiken birgt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie politische Bildung, Medienkompetenz, Beutelsbacher Konsens, Filterblase und digitale Selbstbildung definiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Beutelsbacher Konsenses auf YouTube?

Sie stellt fest, dass die Prinzipien des Konsenses (Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot) auf YouTube kaum Anwendung finden, da die Plattform-Logik eher auf Klickzahlen und algorithmische Reichweite als auf pädagogische Neutralität ausgerichtet ist.

Welchen Stellenwert räumt die Arbeit den Lehrkräften in der digitalen Ära ein?

Entgegen der Annahme, dass Selbstbildung keine Lehrer brauche, plädiert die Autorin für eine aktive Begleitung durch Lehrkräfte, um Medienkompetenz zu fördern und eine fachgerechte Nutzung des virtuellen Raums erst zu ermöglichen.

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Details

Title
YouTube als politische Bildungsplattform für Jugendliche. Zwischen intrinsisch motivierter Selbstbildung und gesellschaftlichen Risiken
College
University of Education Ludwigsburg  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Humboldt 4.0 - Bildungsphilosophische Perspektiven auf Digitalisierung
Grade
1,0
Author
Michelle Tannrath (Author)
Publication Year
2021
Pages
34
Catalog Number
V1266412
ISBN (eBook)
9783346703958
ISBN (Book)
9783346703965
Language
German
Tags
Medienkompetenz Wilhelm von Humboldt Rolf Schmiederer Medienethik YouTube Bildungsphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michelle Tannrath (Author), 2021, YouTube als politische Bildungsplattform für Jugendliche. Zwischen intrinsisch motivierter Selbstbildung und gesellschaftlichen Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266412
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