In der Seminararbeit werden zwei Dokumentationen, welche beide von David Attenborough kommentiert werden, im Hinblick auf ihre sachlichen, emotionalen und darstellenden Aspekte analysiert. Dabei werden spezifische Szenen, die in den Dokumentationen durch gleiche oder sehr ähnliche Bilder dargestellt werden, transkribiert und anschließend ihre Wirkung auf Zuschauer*innen diskutiert.
Dazu werden zunächst die Kommunikationstheorien von Bühler, Watzlawick sowie Schulz von Thun vorgestellt, um eine sprachwissenschaftliche Grundlage für diese Arbeit zu schaffen. Daraufhin wird David Attenboroughs Rolle als Klimaaktivist genauer beleuchtet und auf das Ausmaß der Klimakrise hingewiesen. Nachdem die Dokumentationen „Unser Planet“ sowie „David Attenborough: Mein Leben auf unserem Planeten“ unter Berücksichtigung ihrer Online-Präsenz vorgestellt wurden, folgt die Analyse der verschiedenen Sequenzen. Dazu wird Bezug auf Karl Bühlers „Organon-Modell“ genommen, welches zuvor behandelt wurde.
Für alle Filmsequenzen, auf die sich in der Analyse bezogen wird, wurden Transkriptionen nach dem System von Udo Kuckartz (2010) angefertigt und dem Anhang dieser Ausarbeitung beigefügt. In dem Fazit werden die Ergebnisse der Analyse diskutiert und ein Ausblick für mögliche weiterführende Arbeiten zur Verfügung gestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kommunikationstheorien
3. David Attenborough als Klimaaktivist
4. Analyse der Dokumentationen
4.1 Allgemeine Informationen
4.2 Szenenanalyse
4.2.1 Orang-Utans
4.2.2 Wale
4.2.3 Wälder
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufbau der Dokumentationen „Unser Planet“ und „David Attenborough: Mein Leben auf unserem Planeten“, um Unterschiede in der sachlichen, appellierenden und expressiven Darstellung ausgewählter Sequenzen herauszuarbeiten und die Wirksamkeit von Attenboroughs Kommunikation als Klimaaktivist kritisch zu analysieren.
- Vergleich der Kommunikationsfunktionen nach Bühler, Watzlawick und Schulz von Thun
- Rolle von David Attenborough als prominente Stimme im Klimaschutz
- Analyse von Sprachgebrauch, Emotionalisierung und Identifikationsstrategien
- Untersuchung der filmischen Darstellung spezifischer Ökosysteme (Orang-Utans, Wale, Wälder)
- Reflexion über die Intention hinter den Dokumentationen
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Orang-Utans
In den Sumpfwäldern im Norden von Sumatra rennt einigen unserer nächsten Verwandten die Zeit davon (…): Orang-Utans. (6) Ein Baby-Orang-Utan braucht zehn Jahre, um auf eigenen Füßen zu stehen. Er muss alles von seiner Mutter lernen, etwa wie man von Baum zu Baum gelangt. (6) Überleben kann ein Orang-Utan nur, wenn er sein Fleckchen Wald in- und auswendig kennt. (…) Wissenschaftler haben diese beiden Ellie und Eden getauft. (…) Ellie ist 18 Jahre alt. (.) Eden, ihr erster Nachwuchs, ist drei. (4) Dem Äffchen muss gerade etwas nachgeholfen werden. (7) Genau wie alle Orang-Utans hat Ellie ihre Umgebung als mentale Karte abgespeichert. (.) Ebenso weiß sie, wo Bäume mit leckeren Früchten stehen. (4) Eden muss das auch noch lernen, aber erst einmal muss er seine Mutter genau beobachten. (.) So lernt er, was er essen kann und wie man es isst. (10) Jeden Tag lernt er etwas Neues. (…) Ameisen stehen hier ganz oben auf der Speisekarte. Gefangen werden sie mit einem besonderen Kniff. (…) Wenn sie sich in Ellies Fell verfangen haben, muss sie sie einfach ablesen. (…) Für den kleinen Eden heißt es: aufpassen und lernen. (5) Edens Cousin Louis ist schon etwas weiter. Er ist ihm vier Jahre voraus und schwingt sich mühelos von Baum zu Baum. (10) Es hat ein paar Jahre gedauert es zu lernen und Louis scheint mächtig stolz, dass er es kann. (12) Die Eroberung der Baumkronen ist aber nur ein erster Schritt. Um zu überleben, müssen Orang-Utans noch mehr lernen. (…) Viel mehr. (..) Seine Mutter Lisa hat einen toten Baumstamm mit vielen Ameisen gefunden. Aber um an dieses Festmahl zu gelangen, braucht sie mächtig Erfahrung. (.) Lisa bricht Teile des Baumstammes ab. (4) In seinem Alter will Louis mehr als nur beobachten. Er macht sie nach. (15) Nicht schlecht. (..) Doch selbst mit seinen sieben Jahren tut er sich mit Ameisensammeln noch schwer. (6) Louis muss noch viel lernen. (…) Pluto dagegen ist ein alter Hase. (..) Er ist 30 Jahre alt, fast 100 Kilo schwer und der König dieses Dschungels.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Dringlichkeit des Klimawandels und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die sprachlichen Funktionen der gewählten Dokumentationen zu vergleichen.
2. Kommunikationstheorien: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen der Arbeit vor, insbesondere das Organon-Modell von Bühler, Watzlawick Axiome und das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun.
3. David Attenborough als Klimaaktivist: Hier wird der Wandel von Attenboroughs Arbeit thematisiert, der zunehmend seine Bekanntheit nutzt, um aktiv vor der Klimakrise zu warnen.
4. Analyse der Dokumentationen: Der Hauptteil analysiert allgemeine Informationen zu den Werken sowie spezifische Szenen zu Orang-Utans, Walen und Wäldern hinsichtlich ihrer sprachlichen Funktionen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass trotz unterschiedlicher Ansätze die Dringlichkeit eines Umdenkens in beiden Dokumentationen im Zentrum steht.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Dokumentarfilm, Kommunikation, Sprachwissenschaft, David Attenborough, Unser Planet, Mein Leben auf unserem Planeten, Organon-Modell, Emotionalisierung, Appell, Natur, Umweltschutz, Theorie, Szenenanalyse, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie David Attenborough durch Kommentare in zwei verschiedenen Dokumentationen das Thema Klimawandel an das Publikum vermittelt und dabei Sprache gezielt einsetzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf sprachwissenschaftlichen Kommunikationstheorien, der Rolle des Klimaaktivismus in modernen Dokumentarfilmen und der angewandten Analyse filmischer Sequenzen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, welche sprachlichen Funktionen (Darstellung, Ausdruck, Appell) in spezifischen Szenen dominieren und wie diese eingesetzt werden, um die Zuschauer zum Umdenken zu bewegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es erfolgt eine deskriptive Analyse sowie eine komparative Szenenanalyse auf Basis der Kommunikationstheorien von Karl Bühler, Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung zu den Kommunikationsmodellen, eine Betrachtung von Attenboroughs aktivistischer Rolle sowie die kleinteilige Analyse von drei Szenenkomplexen (Orang-Utans, Wale, Wälder).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kommunikationsmodelle, Dokumentarfilm, Sprachfunktionen, Klimawandel, Emotionalisierung und Identifikationsstrategien.
Wie unterscheidet sich die Darstellung in „Unser Planet“ von „Mein Leben auf unserem Planeten“?
„Unser Planet“ setzt verstärkt auf die Emotionalisierung und die Individualisierung von Tieren zur Identifikationsstärkung, während „Mein Leben auf unserem Planeten“ sachlicher und stärker durch die persönliche Reflexion Attenboroughs argumentiert.
Warum spielt das Tschernobyl-Beispiel eine so wichtige Rolle in der Analyse?
Es dient in beiden Dokumentationen als zentrales Argument für die Regenerationsfähigkeit der Natur, anhand dessen Attenborough die Zuschauer zur Reflexion über das menschliche Handeln im Kontext des Klimawandels anregt.
Welchen Einfluss hat die „Vermenschlichung“ laut der Analyse auf das Publikum?
Die Vermenschlichung von Tieren in Dokumentationen soll laut Arbeit die Empathie der Zuschauer fördern, da sie Individuen statt lediglich anonyme Tierarten wahrnehmen, was ihre Bereitschaft unterstützt, aktiv für den Umweltschutz einzutreten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die darstellenden, appellierenden und expressiven Funktionen dreier Sequenzen der Dokumentationen "Unser Planet" und "David Attenborough: Mein Leben auf unserem Planeten", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266576