Stress ist ein allgegenwärtiges Phänomen in der Gesellschaft. Allein in Deutschland geben über die Hälfte der Studierenden ein hohes Stresslevel an. Da sich ein zu hoher Stress negativ auf die physische und psychische Gesundheit auswirkt, sollte dieser möglichst gering gehalten werden. Um eine geeignete Entspannungsmethode für Studierende zu ermitteln, wurden zwei Entspannungstechniken mit einfacher Anwendung und kurzer Durchführungsdauer miteinander verglichen. Hierbei wurde Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) der Progressiven Muskelrelaxation (PMR) gegenübergestellt. Untersucht wurde jeweils die entspannungsfördernde Wirkung unter Einbezug von Kontrollgruppen.
In einer Längsschnittstudie mit zwei Erhebungszeitpunkten wurden die Entspannungswerte vor und nach einer Intervention erhoben. Bei dieser Online-Befragung wurden insgesamt 125 Teilnehmer rekrutiert und randomisiert einer von drei Gruppen zugeteilt: der Experimentalgruppe ASMR (n = 44), der Experimentalgruppe PMR (n = 41) oder einer Kontrollgruppe (n = 40). Die Probanden füllten einen Entspannungsfrage-bogen (Prämessung) aus und erhielten danach eine fünfminütige Intervention (ASMR, PMR oder Kontrollbedingung). Abschließend bearbeiteten die Teilnehmer erneut den Entspannungsfragebogen (Postmessung). Die Überprüfung der Strichprobe ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich des Alters, des Geschlechts und des Stresslevels.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretischer Hintergrund und aktueller Forschungsstand
1.1 Stress bei Studierenden
1.2 Progressive Muskelrelaxation
1.3 Autonomous Sensory Meridian Response
2. Ableitung der Hypothesen
2.1 Forschungslücke
2.2 Forschungsfrage und Hypothesen
3. Methoden
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Stichprobe
3.3 Messinstrumente
3.3.1 Demographische Fragebogen
3.3.1 Entspannungsfragebogen
3.4 Interventionen
3.4.1 Intervention ASMR
3.4.2 Intervention PMR
3.4.3 Intervention Gehirn
3.5 Pretest
3.6 Studienablauf
3.7 Datenanalyse
4 Ergebnisse
4.1 Stichprobenbeschreibung
4.2 Deskriptive Statistik
4.3 Ergebnisse der Hypothesenprüfung
4.3.1 Hypothesenprüfung 1
4.3.2 Hypothesenprüfung 2
4.3.3 Hypothesenprüfung 3
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Einordnung in den Forschungsstand
5.3 Stärken und Schwächen der Studie
5.4 Praktische Implikationen
5.4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht quantitativ die Wirksamkeit von Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) im Vergleich zur Progressiven Muskelrelaxation (PMR) hinsichtlich ihres Potenzials, das Entspannungsempfinden bei Studierenden kurzfristig zu verbessern.
- Analyse des Stresslevels und der spezifischen Stressoren bei Studierenden
- Vergleichende Untersuchung zweier unterschiedlicher Entspannungstechniken
- Identifikation der Wirksamkeit von ASMR-Triggern im Vergleich zu klassischen Methoden
- Methodische Evaluation von computergestützten Online-Interventionen
Auszug aus dem Buch
1.3 Autonomous Sensory Meridian Response
Konträr zur Progressiven Muskelrelaxation, die bereits in den 30er Jahren publik wurde, ist Autonomous Sensory Meridian Response, auch ASMR genannt, eine sehr junge und moderne Entspannungsmethode. Die Geschichte beginnt Anfang 2009 mit den Veröffentlichungen vereinzelter YouTube-Videos, in welchen Personen aus den unterschiedlichsten Gründen flüsterten. Diese erhielten überraschenderweise in kurzer Zeit eine große Reichweite, da diese Geräusche von den Zuschauern als entspannend und angenehm empfunden wurden (Richard, 2018). Am 26. Mai 2009 wurde eine junge Engländerin auf dieses Potential aufmerksam und gründete einen YouTube-Kanal namens WhisperingLife, auf dem sie hauptsächlich Flüstergeräusche veröffentlichte. Eine weitere bedeutende Person für die Entwicklung von ASMR ist Jennifer Allen, welche erstmalig den Begriff Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) eingeführt hat. Dabei beschreibt jedes Wort die einzigartigen physischen und psychischen Auswirkungen von ASMR. Autonomous beschreibt die vielfältigen Stimuli, die bei jedem unterschiedlich wahrgenommen werden; Sensory verweist auf die Trigger, welche über die Sinne (visuell, auditiv, taktil) aufgenommen werden; Meridian zeugt von einem Höhepunkt tiefer Entspannung und Response löst einen speziellen Effekt aus (Richard, 2018).
Seit der Gründung der ersten Forschungswebsite für ASMR sowie der Erstellung einer ASMR-Gruppe und -Seite auf Facebook durch Jennifer Allen, ist die Bekanntheit des Phänomen ASMR stetig angestiegen, was in Abbildung 5 verdeutlicht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Hintergrund und aktueller Forschungsstand: Erläutert das Stressaufkommen bei Studierenden und stellt das theoretische Wissen sowie den Forschungsstand zu den Entspannungsmethoden PMR und ASMR dar.
2. Ableitung der Hypothesen: Identifiziert die Forschungslücke im Mangel an quantitativen Vergleichen beider Methoden und leitet daraus die forschungsleitenden Hypothesen ab.
3. Methoden: Beschreibt das experimentelle Untersuchungsdesign, die eingesetzten Fragebögen als Messinstrumente, das Vorgehen bei den Interventionen sowie den Ablauf des Pretests und der Hauptstudie.
4. Ergebnisse: Präsentiert die deskriptive Statistik der Stichprobe und führt die Ergebnisse zur Hypothesenprüfung mittels statistischer Verfahren wie T-Test und Welch-Test aus.
5. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse, ordnet sie in den Forschungsstand ein, reflektiert kritisch die Stärken und Schwächen der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
ASMR, Progressive Muskelrelaxation, PMR, Entspannungsempfinden, Studierendenstress, Stressbewältigung, Online-Intervention, Tingles, Trigger, Entspannung, Längsschnittstudie, quantitative Studie, Psychologie, Stressprävention, Stressresilienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die moderne Entspannungsmethode ASMR bei Studierenden eine vergleichbare oder stärkere entspannungsfördernde Wirkung erzielt als das etablierte PMR-Verfahren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Hauptthemen sind Stressbelastung im studentischen Alltag, die Wirkungsweise der Progressiven Muskelrelaxation, das neuartige Phänomen ASMR sowie Methoden der empirischen Stressdiagnostik.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, die Effektivität von ASMR als kurzfristige Entspannungsintervention quantitativ zu bewerten und mit der bewährten PMR-Methode zu vergleichen, um Empfehlungen für den studentischen Alltag abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein randomisiertes, experimentelles Online-Untersuchungsdesign (RCT) mit einer Längsschnittkomponente genutzt, bei dem Teilnehmer einer ASMR-Gruppe, einer PMR-Gruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt wurden.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil erfolgen die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung, die Definition der Instrumente zur Messung des Entspannungsempfindens sowie die Auswertung der erhobenen Daten mittels statistischer Verfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe ASMR, Progressive Muskelrelaxation, Studierendenstress und Entspannungsempfinden definieren.
Warum schnitt PMR in dieser Studie besser ab als ASMR?
Mögliche Gründe sind die unterschiedliche Bekanntheit der Methoden, die Kürze der fünfminütigen Intervention sowie eine fehlende Differenzierung der Teilnehmer hinsichtlich ihrer spezifischen Sensitivität für ASMR-Trigger.
Welche Rolle spielten die Trigger bei der untersuchten ASMR-Methode?
Da die Studie online durchgeführt wurde, konnten nur auditive Trigger eingesetzt werden, wobei die Auswahl der fünf verschiedenen Klänge auf gängige Empfehlungen der Fachliteratur gestützt wurde.
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- Selina Berner (Author), Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) und Progressive Muskelrelaxation (PMR). Vergleich der Auswirkungen auf das Entspannungsempfinden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1266929