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Italienisch und Deutsch in Südtirol

Title: Italienisch und Deutsch in Südtirol

Term Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andrea Koschützke (Author)

Speech Science / Linguistics
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1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit wird das Thema Italienisch und Deutsch in Südtirol behandelt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Sprache. Um einen Überblick über die Situation in Südtirol zu gewinnen wird im zweiten Kapitel auf die letzte Volkszählung im Jahre 2001 und die Verteilung der unterschiedlichen Sprachgruppen in Südtirol eingegangen. In den zwei folgenden Kapiteln wird erklärt, welche Dialekte es in der italienisch- und deutschsprachigen Gruppe gibt, und wie sie entstanden sind. Nachdem die beiden Sprachgruppen in Südtirol vorgestellt wurden, geht es in dem fünften Kapitel um ihr Zusammenleben. Dabei werden u. a. die Fragen geklärt, wie das Nebeneinander der Gruppen funktioniert, wie sich diese besondere sprachliche Situation auf die Schulen auswirkt, und wie der Sprachgebrauch und die Spracheinstellung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ist. Daraufhin wird näher auf die Einflüsse, die die beiden Sprachen aufeinander haben, eingegangen. Abschließend wird erläutert, welche Rolle die Medien einnehmen, und es werden mehrere Beispiele für den öffentlichen Sprachgebrauch geliefert, die die bestehende Sprachproblematik in Südtirol wiederspiegeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ALLGEMEINE SITUATION IN SÜDTIROL

3. DIE ITALIENISCHE KOINÉ SÜDTIROLS

4. VARIETÄTEN DER DEUTSCHEN SPRACHE IN SÜDTIROL

5. DAS NEBENEINANDER VON DEUTSCH UND ITALIENISCH

5.1. Das Schulsystem

5.2. Spracheinstellung und Sprachgebrauch

5.2.1. Die deutschsprachigen Südtiroler

5.2.2. Die italienischsprachigen Südtiroler

5.2.3. Probleme im Zusammenleben der beiden Sprachgruppen

6. EINFLÜSSE DES ITALIENISCHEN AUF DAS DEUTSCHE

7. EINFLÜSSE DES DEUTSCHEN AUF DAS ITALIENISCHE

8. MEDIEN UND ÖFFENTLICHER SPRACHGEBRAUCH

8.1. Medien

8.2. Öffentlicher Sprachgebrauch

9. ITALIENISCHE ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe sprachliche Zusammenleben von Deutsch- und Italienischsprachigen in Südtirol. Dabei wird analysiert, wie sich die historische Entwicklung und die demografische Verteilung auf das Sprachverhalten, die Spracheinstellungen und die gegenseitige Beeinflussung der Sprachen auswirken.

  • Die demografische Situation und Sprachgruppenverteilung in Südtirol
  • Die Entwicklung und Struktur der italienischen Koiné und der deutschen Varietäten
  • Auswirkungen der schulischen Zweisprachigkeit und Spracheinstellungen
  • Sprachliche Interferenzen und gegenseitige Lehneinflüsse
  • Die Rolle der Medien und die Problematik im öffentlichen Sprachgebrauch

Auszug aus dem Buch

3. Die italienische Koiné Südtirols

Die italienische Sprache ist in Südtirol nicht bodenständig, weil es keine durchgehende italienischsprachige Besiedelung vom Ende der Antike bis heute gegeben hat. Folglich konnte sich dort kein Lokaldialekt entwickeln.

Die italienische Sprache ist bekannt für ihre vielen Dialekte. Die Deutsche Sprache ist sehr stark mundartlich gegliedert und daher mit dem Italienischen hier zu vergleichen. Ein Italiener, der nur die Hochsprache spricht und keinen Dialekt, gibt es eigentlich nicht. Die Einwanderung von Italienern aus allen Provinzen nach Südtirol hat dazu geführt, dass heute keine dialektale Variante des Italienischen in Südtirol vorherrschend ist. Dies hat jedoch der dort verwendeten italienischen Sprache einen bleibenden Stempel aufgedrückt. Überall in Italien hat der Zustrom der Landbevölkerung in die großen Städte zu einer „Einebnung dialektaler Eigentümlichkeiten“ und zur Herausbildung einer Koiné geführt.

Während normalerweise die Koiné überwiegend von Zügen geprägt ist, die für die betreffende Gegend charakteristisch ist, war dies in Südtirol nicht der Fall, da es keine bodenständige italienische Sprachform gab. Es ist für Italien in Südtirol der einmalige Fall eingetreten, dass eine regionale Koiné nicht auf der Grundlage eines gewachsenen Dialektes, sondern auf der Basis der Nationalsprache entstanden ist. In Südtirol sind bei der italienischsprachigen Bevölkerung nicht alle sozialen Schichten gleichstark vertreten. Auf der einen Seite gibt es die Beamten und Angestellten, und auf der anderen Seite die Industriearbeiter. Hieraus ergeben sich zwei wesentliche Sprachebenen, die man im Italienischen in Südtirol unterscheiden muss, die Beamtensprachform und die Arbeitersprachform.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung des Themas Italienisch und Deutsch in Südtirol sowie ein Überblick über den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. ALLGEMEINE SITUATION IN SÜDTIROL: Analyse der demografischen Sprachgruppenverteilung anhand der Volkszählung von 2001 und der geografischen Ansiedlung.

3. DIE ITALIENISCHE KOINÉ SÜDTIROLS: Untersuchung der Entstehung der italienischen Koiné als nicht bodenständige Sprachform und ihrer sozialen Ausprägungen.

4. VARIETÄTEN DER DEUTSCHEN SPRACHE IN SÜDTIROL: Einteilung der deutschen Sprache in vier verschiedene Sprachebenen unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen.

5. DAS NEBENEINANDER VON DEUTSCH UND ITALIENISCH: Diskussion der schulischen Rahmenbedingungen, Spracheinstellungen und der daraus resultierenden Konfliktpotenziale im Alltag.

6. EINFLÜSSE DES ITALIENISCHEN AUF DAS DEUTSCHE: Analyse von Italianismen auf verschiedenen sprachlichen Ebenen, insbesondere im Wortschatz und in der Syntax.

7. EINFLÜSSE DES DEUTSCHEN AUF DAS ITALIENISCHE: Untersuchung der Germanismen im Italienischen, die meist als Bedürfnislehnwörter in spezifischen Bereichen wie Politik oder Mode auftreten.

8. MEDIEN UND ÖFFENTLICHER SPRACHGEBRAUCH: Darstellung der medialen Landschaft und der Problematik von fehlerhaften Übersetzungen im öffentlichen Raum.

9. ITALIENISCHE ZUSAMMENFASSUNG: Eine komprimierte Darstellung der zentralen Ergebnisse der Arbeit in italienischer Sprache.

Schlüsselwörter

Südtirol, Sprachkontakt, Deutsch, Italienisch, Koiné, Dialekt, Mehrsprachigkeit, Sprachgruppe, Spracheinstellung, Sprachgebrauch, Interferenz, Italianismen, Germanismen, Sprachpolitik, Sprachkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Sprachkontaktsituation in Südtirol und untersucht das Zusammenleben sowie den gegenseitigen sprachlichen Einfluss der deutsch- und italienischsprachigen Bevölkerungsgruppen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die demografische Verteilung, die Entstehung regionaler Sprachformen (Koiné), das Schulsystem, die tägliche Kommunikation sowie der Einfluss der beiden Sprachen aufeinander in Medien und öffentlicher Beschilderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für das funktionierende, aber oft spannungsreiche Nebeneinander zweier Sprachgruppen und deren jeweiliges Sprachverhalten in einem multiethnischen Raum zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Analyse, die auf Literaturrecherche, statistischen Daten der Volkszählungen und der Auswertung von Fallbeispielen des öffentlichen Sprachgebrauchs basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Sprachgruppen, die Analyse ihrer jeweiligen Sprachvarietäten (Deutsch-Varietäten und italienische Koiné) sowie die detaillierte Untersuchung der gegenseitigen Lehneinflüsse und der Konfliktbereiche im Alltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Südtirol, Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, Dialekt, Italianismen, Germanismen und Sprachgruppen identifiziert.

Welche Rolle spielt die "Koiné" in Südtirol?

Die Koiné fungiert als eine Art regionale Umgangssprache, die in Südtirol sowohl auf italienischer als auch auf deutscher Seite (bairisch-österreichischer Typ) entstanden ist, um die Verständigung über lokale Dialektgrenzen hinweg zu ermöglichen.

Warum entstehen laut der Autorin grammatikalische Fehler auf Schildern?

Die Fehler entstehen häufig durch wörtliche Übersetzungen aus dem Italienischen, die nicht mit der Struktur oder den Kollokationsregeln der deutschen Zielsprache übereinstimmen.

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Details

Title
Italienisch und Deutsch in Südtirol
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Andrea Koschützke (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V126708
ISBN (eBook)
9783640408832
ISBN (Book)
9783640409341
Language
German
Tags
Italienisch Deutsch Südtirol
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Koschützke (Author), 2007, Italienisch und Deutsch in Südtirol, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126708
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