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Soziale Ungleichheit aus systemtheoretischer Perspektive

Title: Soziale Ungleichheit aus systemtheoretischer Perspektive

Term Paper , 2021 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lukas Rosenstock (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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In dieser Arbeit soll die zentrale Frage beantwortet werden, ob die Genese sozialer Ungleichheit systemtheoretisch erklärt werden kann. Auf dieser Grundlage sollte auch erklärt werden können, ob die beobachtbare Eskalation der Ungleichheit gehemmt werden kann.
Zunächst wird einführend der Begriff der sozialen Ungleichheit näher definiert, und von dem Begriff der Ungerechtigkeit abgegrenzt, und darüber hinaus werden erste systemtheoretische Begriffe in diesem Kontext betrachtet. Zu Beginn des Hauptteils wird die Geschichte der Gesellschaft anhand seiner historischen verschiedenen Differenzierungsformen analysiert und Ausprägungen von Ungleichheiten in ihren verschiedenen Zusammenhängen untersucht. Im Anschluss wird das Konzept der Inklusion und Exklusion und seine für den Kontext relevante Funktion in einen Sinnzusammenhang gesetzt. Ebenfalls wird der Sonderfall des „Matthäuseffekts“ unter diesen Bedingungen behandelt. Der Hauptteil schließt sich in einer hypothetischen Zukunftsprognose.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.1. Einleitung

1.2. Zum Begriff der Sozialen Ungleichheit

2.1 Eine kurze Geschichte der Differenzierung

2.2 Inklusion und Exklusion

2.3 Der Matthäuseffekt

3. Zukunftsprognosen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht soziale Ungleichheit und deren Folgen aus der Perspektive der systemtheoretischen Soziologie nach Niklas Luhmann, um zu klären, ob die Genese und Eskalation dieser Ungleichheiten systemisch erklärt und potenziell gehemmt werden können.

  • Grundbegriffe sozialer Ungleichheit im Vergleich zu systemtheoretischen Ansätzen
  • Historische Evolution der Differenzierungsformen und ihre Auswirkungen auf Inklusion/Exklusion
  • Die Rolle der Inklusion und Exklusion sowie des „Matthäuseffekts“ bei der Fortschreibung von Ungleichheit
  • Zentrum-Peripherie-Strukturen in der modernen Weltgesellschaft
  • Möglichkeiten einer systemtheoretisch begründeten Analyse zukünftiger Entwicklungen

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Matthäuseffekt

Es tritt außerdem ein weiterer, durch die Umwelt des Systems bedingter, Effekt in Kraft, welcher ebenfalls zur Reproduktion von sozialen Ungleichheiten beiträgt. Dieser Effekt, den ich hier näher erläutern möchte, trägt den Titel „Matthäuseffekt“, benannt nach einer Passage des Matthäusevangeliums: „Denn wer hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen was er hat.“ (Stichweh 2016: 213) Obwohl dies ökonomische Zusammenhänge vermuten lässt, ist in seiner Ursprünglichen bedeuten von Intellektuellen Umständen die Rede, also das „ein bereits vorhandenes Verstehen, das die Voraussetzung dafür ist, dass in der Folge etwas Schwieriges verstanden werden kann.“ (ebd.:213) Stichweh formuliert die These, dass „es Matthäuseffekte in diesem Sinn in allen Funktionssystemen der modernen Gesellschaft gibt.“ (ebd.: 213) Darüber hinaus ist ein kumulativer Effekt dieser Art in jeder Hinsicht beobachtbar, nicht nur aus Systemtheoretischer Perspektive.

„Wer hat, dem wird gegeben“ ist als soziales Phänomen in vielerlei Hinsicht empirisch nachvollziehbar. So wird eine bis dato saubere Hauswand nach dem ersten Beschmieren, oft vollständig mit weiteren Graffitis verunstaltet. Ein illegal am Waldrand entsorgtes Küchengerät, verwandelt diesen Landstrich in eine provisorische Müllhalde, und ein zerbrochenes Fenster, zieht weitere Untaten in der Nachbarschaft mit sich. Das letzte Beispiel, welches sich der Grundannahme der „Broken Windows Theorie“ bedient, ist gleichzeitig Paradebeispiel für die zweite Hälfte des Bibelzitats: „wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen was er hat.“ Hier werden angehörige der sozial schwächeren Schichten in den USA mit härteren Sanktionen bestraft, um vermeintliche Eskalation zu vermeiden. Personen aus prekären Verhältnissen wird das Leben also durch die Systemumwelt, noch zunehmend erschwert.

Zusammenfassung der Kapitel

1.1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Problem der global beobachtbaren sozialen Ungleichheit ein und stellt die übergeordnete Forschungsfrage, ob diese Prozesse systemtheoretisch erklärbar sind.

1.2. Zum Begriff der Sozialen Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit und grenzt sie vom Begriff der Ungerechtigkeit ab, wobei insbesondere Luhmannsche Konzepte der Schichtung und Differenzierung eingeführt werden.

2.1 Eine kurze Geschichte der Differenzierung: Der Abschnitt erläutert die historische Transformation von segmentären über stratifizierte hin zu funktional differenzierten Gesellschaften.

2.2 Inklusion und Exklusion: Das Kapitel beleuchtet, wie der Zugang zu Funktionssystemen über Inklusion und Exklusion gesteuert wird und welche Rolle mangelnde Partizipation bei der Genese von Ungleichheiten spielt.

2.3 Der Matthäuseffekt: Hier wird der kumulative Effekt beschrieben, bei dem bereits bestehende Vorteile neue Vorteile generieren, während Benachteiligte weiter exkludiert werden.

3. Zukunftsprognosen: Das Kapitel diskutiert die Schwierigkeit allgemeiner Prognosen und reflektiert über das Potenzial neuer Medien, eine neue Art der gesellschaftlichen Differenzierung zu ermöglichen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die systemtheoretischen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die systemlogischen Ursachen von Ungleichheit zwar erklärbar sind, eine Hemmung der Eskalation jedoch schwierig bleibt.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Soziale Ungleichheit, Inklusion, Exklusion, Matthäuseffekt, Differenzierung, Funktionssysteme, Stratifikation, Zentrum-Peripherie, Gesellschaft, Soziologie, Partizipation, soziale Schichtung, Macht, Weltgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert soziale Ungleichheit durch die theoretische Linse der Luhmannschen Systemtheorie, um zu verstehen, wie gesellschaftliche Strukturen Ungleichheiten erzeugen, festigen und reproduzieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung, Inklusions- und Exklusionsmechanismen der Funktionssysteme sowie den soziologischen „Matthäuseffekt“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, festzustellen, ob die sozialwissenschaftlich beobachtbare Entstehung von Ungleichheit mit systemtheoretischen Begriffen präzise erklärt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Anwendung systemtheoretischer Konzepte (nach Niklas Luhmann, Rudolf Stichweh u.a.) auf aktuelle gesellschaftliche Phänomene basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Differenzierungsgeschichte, den Mechanismen der Inklusion und Exklusion, dem Matthäuseffekt als Verstärker von Privilegien und den Machtstrukturen im Kontext von Zentrum und Peripherie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Exklusion, Systemtheorie, soziale Schichtung und den Matthäuseffekt geprägt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Ungleichheit und Ungerechtigkeit?

Ungleichheit wird als neutrales soziologisches Produkt von Differenzierung verstanden, während Ungerechtigkeit auftritt, wenn gesellschaftliche Ressourcenausstattung an unlegitimierte askriptive Merkmale gebunden wird.

Was besagt die „Broken Windows Theorie“ im Kontext dieser Arbeit?

Die Theorie dient als illustratives Beispiel für den Matthäuseffekt, bei dem sich kleine negative Signale kumulieren und prekäre Lebensverhältnisse durch das System weiter verschlechtert werden.

Kann die moderne Gesellschaft soziale Ungleichheit komplett eliminieren?

Nach Ansicht des Autors gilt Ungleichheit in der modernen funktional differenzierten Gesellschaft als „normales Produkt“, sodass eine vollständige Eliminierung unwahrscheinlich ist, auch wenn einzelne defizitäre Prozesse abgemildert werden könnten.

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Details

Title
Soziale Ungleichheit aus systemtheoretischer Perspektive
College
University of Osnabrück
Course
Soziologische Theorien II Systemtheorie der Gesellschaft
Grade
1,7
Author
Lukas Rosenstock (Author)
Publication Year
2021
Pages
16
Catalog Number
V1267169
ISBN (PDF)
9783346706546
ISBN (Book)
9783346706553
Language
German
Tags
Niklas Luhmann Soziale Ungleichheit Systemtheorie Matthäuseffekt Funktionale Differenzierung Inklusion Exklusion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Rosenstock (Author), 2021, Soziale Ungleichheit aus systemtheoretischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267169
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