Die Arbeit zeigt anhand des Themas Bienensterben, wie nachhaltige Bildung im Sachunterricht der Grundschule vermittelt werden kann. Zunächst wird der fachwissenschaftliche Hintergrund dargestellt. Hierzu wird die Problematik des Bienensterbens (dabei vor allem die Problematik des Honigbienen-Sterbens) erläutert, welche gefolgt von einer Einordnung der Thematik in das Kerncurriculum der Grundschule Niedersachsen für das Fach Sachunterricht und des Bildungskonzeptes Bildung für nachhaltige Entwicklung einer ersten Übersicht dient.
Im Zusammenhang mit BNE sollen die Gestaltungskompetenz sowie das Nachhaltigkeitsviereck (ergänzt durch die sustainable development goals) im vielperspektivischen Sachunterricht beleuchtet werden. Aufgrund der Anwendung dieser Methode neben der Berücksichtigung des Kerncurriculums werden keine gesonderten Ausführungen zum Perspektivrahmen Sachunterricht erfolgen, da ansonsten Überschneidungen auftreten würden.
Des Weiteren soll eine Einordnung der Thematik in den schulischen Kontext folgen. Im Hinblick darauf wird die didaktische Begründung explizit herausgestellt und es werden verschiedene methodische Vorschläge zur konkreten Umsetzung im Unterricht gegeben. Darüber hinaus werden die wesentlichen Aspekte herausgestellt und die Fragestellung der Hausarbeit beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Darstellung der Problematik des Bienensterbens
4. Begründung der Relevanz der Thematik
4.1 Einordnung in das Kerncurriculum
4.2 Perspektiven einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung
4.2.1 Betrachtung der Problematik anhand des Nachhaltigkeitsvierecks
4.2.2 Sustainable developement goals
5. Einordnung des Themas in den schulischen Kontext
5.1 Didaktische Begründung
5.2 Vorschläge zur methodischen Umsetzung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Problematik des Bienensterbens als Gegenstand für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im vielperspektivischen Sachunterricht der Grundschule genutzt werden kann, um Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gestaltung der Lebenswelt zu fördern.
- Analyse der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen des Bienensterbens
- Verknüpfung der Thematik mit dem niedersächsischen Kerncurriculum für den Sachunterricht
- Anwendung des Nachhaltigkeitsvierecks und der Sustainable Development Goals
- Didaktische Begründung für den Einsatz im Rahmen einer BNE
- Methodische Umsetzungsstrategien für den Unterricht
Auszug aus dem Buch
3 DARSTELLUNG DER PROBLEMATIK DES BIENENSTERBENS
Bienen sind, genauso wie ihre nahen Verwandten die Wespen und auch die Ameisen, Hautflügler. Sie stellen für den Menschen, aufgrund der Honigproduktion und der Bestäubung wichtiger Kulturpflanzen, Nutztiere dar (vgl. Bellmann 2010, S. 7f). Die Honigbiene ist die wichtigste Bestäuberin von Blütenpflanzen und dabei vor allem von Kulturpflanzen, da ihr Körperbau ideal daran angepasst ist. Des Weiteren ist die Arbeitsethik der Honigbiene so aufgebaut, dass sie sehr gründlich arbeitet und aus diesem Grund einen effektiven Bestäuber/ eine effektive Bestäuberin darstellt. Für den kultivierten Menschen ist die Honigbiene aus diesem Grund unerlässlich, denn fast ein Drittel der vom Mensch konsumierten Lebensmittel können auf die Arbeit der (Honig-)Bienen zurückgeführt werden. Auch die Herstellung von Kleidung kann nicht ohne die Arbeit der Honigbienen funktionieren, da auch die Baumwollpflanzen durch die Biene bestäubt werden müssen. Global gesehen sind insgesamt 90 Prozent der kultivierten Nutzpflanzen von der Bestäubung der (Honig-)Biene abhängig (vgl. Benjamin/McCallum 2009, S. 9f).
Aus diesem Grund ist auch die Wanderimkerei, neben den Stadt- und Hobbyimkern, eine immer häufiger zu findende Form der kommerziellen Honigbienenhaltung. Während es den Stadt- und Hobbyimkern vor allem um den Honigertrag der Honigbienen geht, legt die Wanderimkerei mehr Wert auf die Bestäubungsleistung der Honigbiene. Vor allem in den USA werden dabei die Bienenvölker von einer Plantage zur nächsten gefahren, um die Bestäubung der kultivierten Nutzpflanzen sicher zu stellen. Dabei wird die unterschiedliche Blütezeit der Nutzpflanzen ausgenutzt und auch sichergestellt, dass die Honigbienen das ganze Jahr Nahrung finden können. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die Bienenvölker monatelang zwischen den verschiedenen Plantagen hin und her transportiert werden, was zahlreiche Gefahren mit sich bringen kann (Verlust von Tieren durch immer wechselnde Orte, Verlust und Schaden durch Transport, etc.). Durch diese Art der Bienennutzung hätten die Menschen den Vorgang der Bestäubung industrialisiert. Dabei gehe es Vordergründig um den Profit und nicht um die Gesundheit der Tiere (vgl. Benjamin/McCallum 2009, S. 10ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Bienensterbens ein, beleuchtet das bekannte Einstein-Zitat und steckt den Rahmen der Fragestellung zur BNE im Sachunterricht ab.
3. Darstellung der Problematik des Bienensterbens: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Honigbiene für Mensch und Ökosystem sowie die Hintergründe des Colony Collapse Disorder und deren Gefahren.
4. Begründung der Relevanz der Thematik: Hier erfolgt die Einordnung in das Kerncurriculum und die Analyse mittels des Nachhaltigkeitsvierecks, ergänzt durch die Sustainable Development Goals.
5. Einordnung des Themas in den schulischen Kontext: Dieser Teil liefert die didaktische Begründung für das Thema und zeigt konkrete methodische Wege zur Umsetzung im Unterricht auf.
6. Fazit: Das Fazit beurteilt die Relevanz des Themas Zusammenfassend und beantwortet die eingangs formulierte zentrale Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Bienensterben, Honigbiene, Sachunterricht, Nachhaltigkeitsviereck, Sustainable Development Goals, Bestäubung, Biodiversität, Kerncurriculum, didaktische Begründung, methodische Umsetzung, Umweltverantwortung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Eignung des Bienensterbens als Unterrichtsthema im Sachunterricht unter der Zielsetzung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft biologisches Fachwissen über Honigbienen mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsaspekten sowie fachdidaktischen Anforderungen für die Grundschule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass die komplexe Problematik des Bienensterbens geeignet ist, um Kindern im Sachunterricht Kompetenzen für zukunftsfähiges Handeln im Sinne der BNE zu vermitteln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse des niedersächsischen Kerncurriculums, das Modell des Nachhaltigkeitsvierecks sowie die Sustainable Development Goals der Agenda 2030 als theoretische Analyseinstrumente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die fachwissenschaftliche Darstellung der Bienenproblematik, die curriculare Einordnung und die didaktisch-methodische Ableitung für das schulische Lernen.
Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Bildung für nachhaltige Entwicklung, Bienensterben, Nachhaltigkeitsviereck, Sachunterricht und Gestaltungskompetenz.
Warum ist die Nutzung des Einstein-Zitats im Unterricht kritisch zu hinterfragen?
Die Arbeit rät davon ab, da das Zitat durch seine Endgültigkeit falsche Ängste bei Kindern schüren kann, anstatt einen konstruktiven Lernprozess anzuregen.
Wie wird das Nachhaltigkeitsviereck für die Bienen-Thematik fruchtbar gemacht?
Es dient dazu, die Problematik aus den vier Sphären (ökologisch, ökonomisch, sozial, politisch/kulturell) ganzheitlich zu durchdringen, um die komplexen Interessenkonflikte hinter dem Bienensterben sichtbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Bildung für nachhaltige Entwicklung im vielperspektivischen Sachunterricht der Grundschule. Umsetzung anhand des Themas Bienensterben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267290