Die Arbeit führt eine rezeptionsästhetische Analyse des Buches "Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele" durch. Zunächst wird es eine Einordnung zu der allgemeinen Rezeptionsästhetischen Analyse geben, welche vor allem klären wird, was die adäquate Reaktion in einer Rezeption ausmacht und inwiefern die ausgewählten Textmerkmale der folgenden Rezeptionsästhetischen Analyse strategisch sind. Nachdem daraufhin zwei relevante Textstellen aus "Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele" herausgefunden wurden, sollen diese zunächst inhaltlich umrissen werden, um den groben Handlungsrahmen dieser Szenen abzustecken.
Daraufhin kann die eigentliche Rezeptionsästhetische Analyse an ebendiesen Textstellen erfolgen. Dabei soll ein besonderer Augenmerk auf die Wirksamkeit des Textes auf die LeserInnen und die Historisierung des lesenden Subjektes gelegt werden. Als Abschluss erfolgt ein Exkurs, welcher sich mit der Verwendung der Textvorlage beschäftigt und inwiefern sich die Verfilmung an die Textvorlage gehalten hat. Außerdem sollen die Ergebnisse der Rezeptionsästhetischen Analyse von zwei Textstellen von "Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele" zusammengefasst und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung / Exposee
3 Die Rezeptionsästhetische Analyse (eine Einordnung)
4 Inhaltsangabe „Die Tribute von Panem – tödliche Spiele“
4.1 Allgemeine Hinführung
4.2 Textstelle 1 (S. 32 - 39)
4.3 Textstelle 2 (S. 400 – 405)
5 Rezeptionsästhetische Analyse
5.1 der implizite Leser
5.2 Analyse Textstelle 1
5.3 Analyse Textstelle 2
5.4 Vergleich
6 Fazit
7 Anhang
7.1 Abbildung - Modell der Textrezeption (Schutte 1997, S. 168)
7.2 Textstelle 1 ( S. 32 - 39)
7.3 Textstelle 2 (S. 400 – 405)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman "Die Tribute von Panem – tödliche Spiele" von Suzanne Collins mittels einer rezeptionsästhetischen Analyse. Das primäre Forschungsziel besteht darin, die spezifischen Bezüge zwischen dem Text und seinen LeserInnen zu identifizieren und zu ergründen, welche Rolle die Beziehung zwischen den Charakteren Katniss und Peeta in diesem Kontext für den Leseprozess und die Wirksamkeit des Werkes einnimmt.
- Anwendung rezeptionsästhetischer Theorieansätze zur Untersuchung der Interaktion zwischen LeserIn und Buch.
- Analyse der Bedeutung von Leer- und Unbestimmtheitsstellen für die Bedeutungsbildung beim Lesen.
- Untersuchung der zentralen Dynamik und Beziehung von Katniss Everdeen und Peeta Mellark für den Handlungsverlauf.
- Vergleich zweier ausgewählter Textstellen zur Herausarbeitung der Entwicklung des Spannungsverhältnisses von "Text-Leser-Wirklichkeit".
Auszug aus dem Buch
7.2 TEXTSTELLE 1 ( S. 32 - 39)
bekommt. Sie eilt zurück zum Podest und mir bleibt nicht mal Zeit, Gale daumen zu drücken, als sie auch schon den Namen verliest. »Peeta Mellark.«
Peeta Mellark!
Oh nein, denke ich. Nicht der. Denn ich kenne den Namen, obwohl ich noch nie direkt mit seinem Träger gesprochen habe.
Peeta Mellark.
Nein, heute ist das Glück wirklich nicht auf meiner Seite. Ich sehe zu, wie er sich einen Weg zur Bühne bahnt. Mittelgroß, stämmiger Körperbau, aschblondes Haar, das ihm in Wellen in die Stirn fällt. Der Schreck steht ihm ins Gesicht geschrieben. Man sieht, wie er darum kämpft, gleichgültig zu bleiben, aber in seinen blauen Augen sehe ich die Angst, die ich von meiner Beute kenne. Trotzdem steigt er zielstrebig auf die Bühne und nimmt seinen Platz ein.
Effie Trinket erkundigt sich nach Freiwilligen, doch niemand tritt vor. Ich weiß, dass er zwei ältere Brüder hat, ich habe sie in der Bäckerei gesehen, aber der eine ist inzwischen wahrscheinlich zu alt, um sich freiwillig zu melden, und der andere will nicht. Das ist der Normalfall. Am Tag der Ernte reicht der Familiensinn bei den meisten Menschen nicht weit. Was ich getan habe, war radikal.
Wie jedes Jahr an dieser Stelle kommt der Bürgermeister seiner Pflicht nach und liest den langen, öden Hochverratsvertrag vor, aber ich höre überhaupt nicht hin.
Wieso er?, denke ich. Dann versuche ich mir einzureden, dass es egal ist. Peeta Mellark und ich sind nicht befreundet. Nicht mal Nachbarn. Wir reden nicht miteinander. Unsere einzige richtige Begegnung liegt Jahre zurück. Er hat es wahrscheinlich vergessen. Aber ich nicht und ich weiß, dass ich es nie vergessen werde...
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung / Exposee: Definiert die Forschungsfrage und führt in die theoretische Grundlage der rezeptionsästhetischen Analyse zur Untersuchung des Verhältnisses von "Text-Leser-Wirklichkeit" ein.
Die Rezeptionsästhetische Analyse (eine Einordnung): Erläutert die theoretischen Konzepte von Hannelore Link und Jürgen Schutte zur Verbindung zwischen Autor, Text und Leser.
Inhaltsangabe „Die Tribute von Panem – tödliche Spiele“: Liefert den inhaltlichen Kontext und die Erläuterung der beiden für die Analyse ausgewählten Textstellen.
Rezeptionsästhetische Analyse: Zentraler Teil, der die Rolle des impliziten Lesers sowie Leer- und Unbestimmtheitsstellen in den beiden Textabschnitten eingehend untersucht.
Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Eignung des Romans zur rezeptionsästhetischen Untersuchung der Leser-Text-Beziehung.
Schlüsselwörter
Rezeptionsästhetik, impliziter Leser, Text-Leser-Wirklichkeit, Suzanne Collins, Hungerspiele, Leerstellen, Unbestimmtheitsstellen, Katniss Everdeen, Peeta Mellark, Leseprozess, Appellstruktur, Literaturwissenschaft, Wirkungsästhetik, Bewusstsein, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer rezeptionsästhetischen Untersuchung des Romans "Die Tribute von Panem" von Suzanne Collins, um zu verstehen, wie das Werk auf seine LeserInnen wirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Interaktion zwischen LeserInnen und literarischen Texten, die Dynamik zwischen den Hauptfiguren sowie die theoretischen Konstrukte des impliziten Lesers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Bezüge zwischen den LeserInnen und dem Text zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese Beziehung durch die Narration und die Charakterinteraktion (insb. Katniss und Peeta) konstituiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der rezeptionsästhetischen Analyse verwendet, wobei insbesondere Leer- und Unbestimmtheitsstellen als Steuerungselemente des Leseprozesses untersucht werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung und die vertiefende Analyse zweier ausgewählter Textstellen aus dem Roman anhand der Konzepte von Hannelore Link und Jürgen Schutte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Rezeptionsästhetik, impliziter Leser, Leerstellen, Text-Leser-Wirklichkeit, Katniss Everdeen und Peeta Mellark.
Wie verändert sich die Beziehung von Katniss und Peeta im Verlauf der Analyse?
Die Analyse zeigt auf, dass sich die anfangs einseitige und undefinierte Beziehung im Roman zu einer gleichgewichtigen partnerschaftlichen Abhängigkeit entwickelt, was maßgeblich zur Leserbindung beiträgt.
Warum wird dem impliziten Leser eine kritische Reflektion abverlangt?
Da der Roman moralische Grenzsituationen und gesellschaftliche Konventionen darstellt, muss der Leser seine eigenen Codes und sein Verständnis für soziale Gefüge aktiv in den Leseprozess einbringen.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Rezeptionsästhetische Analyse zum Roman "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267293