Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung der Sprache in der Werbung zu verdeutlichen und diese mit der Entwicklung der Gesellschaft zu vergleichen. Werbung bedient sich der Sprache, um ihre Produkte in einem positiven Licht darzustellen.
Wie hat sich die Sprache in Laufe der Zeit verändert und wie spiegelt sie die gesellschaftliche Entwicklung wider? Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema ist sinnvoll, da die Werbung im Laufe der Zeit eine immer größere Rolle spielte und spielt. Seit die Werbung ihre ersten Schritte macht, hat sie sich radikal verändert.
Zunächst werden die Begriffe Sprachwandel und Werbung erläutert. Im Anschluss folgen eine historische Einordnung und eine Analyse der Werbespots des Waschmittels Persil aus den Jahren 1956 und 2021. Dabei werden Struktur und Inhalt, akustische Darstellungsmittel, Sprache und rhetorische Mittel sowie Zielgruppe berücksichtigt. Daraufhin werden beide Werbespots miteinander hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITIONEN
2.1 SPRACHWANDEL
2.2 WERBUNG
3 SPRACHWANDEL IN DER WERBUNG AN DEM BEISPIEL VON PERSIL
3.1 WERBESPOT HISTORISCHE EINORDNUNG 1956
3.2 WERBESPOT HISTORISCHE EINORDNUNG 2021
3.3 ANALYSE DER WERBESPOTS
3.3.1 Werbespot 1956
3.3.1.1 Struktur und Inhalt
3.3.1.2 Akustische Darstellungsmittel
3.3.1.3 Sprache und rhetorische Mittel
3.3.1.4 Zielgruppe
3.3.2 Werbespot 2021
3.3.2.1 Struktur und Inhalt
3.3.2.2 Akustische Darstellungsmittel
3.3.2.3 Sprache und rhetorische Mittel
3.3.2.4 Zielgruppe
4 VERGLEICH DER WERBESPOTS
4.1 GEMEINSAMKEITEN
4.2 UNTERSCHIEDE
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht den Wandel der Sprache in der Werbung im zeitlichen Verlauf von 1956 bis 2021 am Beispiel des Waschmittels Persil, um zu analysieren, wie sich sprachliche Besonderheiten verändert haben und inwieweit diese Veränderungen gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln.
- Historische Einordnung der untersuchten Werbespots
- Analyse von Sprache, Struktur und Rhetorik in TV-Werbespots
- Darstellung sich wandelnder gesellschaftlicher Normen und Frauenrollen
- Vergleich akustischer und sprachlicher Darstellungsmittel über Dekaden hinweg
Auszug aus dem Buch
3.3.1.3 Sprache und rhetorische Mittel
Beim Betrachten der Sprache wird ein Dialekt deutlich. Heutzutage wird nicht von Dialekten gesprochen, sondern von Sprachvarietäten, Regiolekt oder Regionalsprachen, um den Definitionsbereich offen zu halten. Dialekte sind sprachliche Systeme mit individuellen Lautsystemen, eigener Grammatik und eigenem Wortschatz. Da der Werbespot im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde handelt, es hier um einen Bairisch-Österreichischen Sprachdialekt.
Die Wortwahl in der Werbung ist außerdem altertümlich. In der siebten Szene kommt es zu einer Verwendung des Wortes „Malheur“. Das Wort „Malheur“ ist ein Gallizismus und bedeutet „schlechte Stunde“ übertragen eingesetzt als „Missgeschick“. Auch die Ansprache „gnädige Frau“ in der neunten Szene ist im Alltagsgebrauch nicht mehr üblich. Das Wort entwickelte in Laufe der Zeit viele Synonyme, die vom Anglizismus geprägt sind wie „Madam“ oder „Lady“. Auch die Redewendung „ein Trara“ (vgl. Szene 10) wird heutzutage immer weniger verwendet. Das Wort „Trara“ ist ein Schallwort, das früher vom Klang einer Trompete hergeleitet wurde. „Ein Trara machen“ bedeutet, anderen keine Umstände zu machen beziehungsweise kein langes Gerede, um etwas zu machen.
Auf rhetorischer Ebene kann die Werbung als einfach in der Struktur angesehen werden, da sie durch einfache rhetorische Mittel charakterisiert ist, meist Wiederholungsfiguren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der Sprachwandelprozesse in der Werbung ein und formuliert das Ziel, die Sprachentwicklung mit gesellschaftlichen Veränderungen zu vergleichen.
2 DEFINITIONEN: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen der Begriffe Sprachwandel, inklusive seiner Einflussfaktoren, sowie der Werbung als Form strategischer Kommunikation.
3 SPRACHWANDEL IN DER WERBUNG AN DEM BEISPIEL VON PERSIL: Hier werden die historischen Kontexte der Werbespots von 1956 und 2021 beleuchtet und eine detaillierte Analyse der einzelnen Spots hinsichtlich Struktur, Sprache, Akustik und Zielgruppe durchgeführt.
4 VERGLEICH DER WERBESPOTS: Das Kapitel stellt die beiden Werbespots gegenüber, um gemeinsame strategische Ziele sowie fundamentale Unterschiede in der Darstellung von Rollenbildern und sprachlichen Elementen herauszuarbeiten.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Werbesprache einen kontinuierlichen Wandel durchläuft, welcher eng mit dem gesellschaftlichen Fortschritt und sich verändernden Werten verknüpft ist.
Schlüsselwörter
Sprachwandel, Werbung, Persil, TV-Werbung, gesellschaftlicher Wandel, Frauenrolle, Rollenbild, Rhetorik, Anglizismen, Dialekt, Medienwandel, Persil Tiefenrein, Historische Einordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Wandel der Sprache in deutscher TV-Werbung am Beispiel des Waschmittels Persil über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Werbesprache, der Einfluss der gesellschaftlichen Situation auf Werbebotschaften sowie die Veränderung von Geschlechterrollen in den Medien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Entwicklung der verwendeten Werbesprache von 1956 bis 2021 zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie diese Entwicklung als Spiegel für gesellschaftliche Veränderungen dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse zweier spezifischer Werbespots (1956 und 2021), wobei Kriterien wie Struktur, Rhetorik, akustische Mittel und dargestellte Rollenbilder methodisch untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgen zunächst Begriffsdefinitionen, gefolgt von der historischen Einordnung der Spots und einer detaillierten Analyse der Spots hinsichtlich sprachlicher und inhaltlicher Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sprachwandel, Werbung, Frauenbild, gesellschaftlicher Wandel und Medienkommunikation beschreiben.
Wie hat sich die Darstellung der Frau in der Werbung laut der Arbeit verändert?
Während die Frau im Spot von 1956 primär auf die Rolle der Hausfrau mit geringem Bildungsstatus reduziert wurde, zeigt der Spot von 2021 einen Rollentausch, bei dem die Frau unabhängig agiert.
Welche Rolle spielt der Dialekt im Vergleich der beiden Werbespots?
Der ältere Werbespot nutzt noch einen bairisch-österreichischen Regiolekt, der jedoch in der modernen, für ein deutschlandweites Publikum konzipierten Werbung bewusst vermieden wird, um eine standardsprachliche Neutralität zu erreichen.
Warum wird Persil als Beispiel gewählt?
Persil dient als Untersuchungsobjekt, da es eine lange Markengeschichte hat und der erste TV-Spot im deutschen Fernsehen maßgeblich durch dieses Produkt geprägt wurde.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Sprachwandel in der Werbung. Ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267659