„Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik hat die Familienpolitik eine so zentrale Rolle gespielt wie in der Gegenwart. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht debattiert wird über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Schaffung neuer Betreuungsplätze oder bessere Bildungsangebote in Kindergärten, Schulen und Hochschulen.“ (Votsmeier 2007, S. V) An diesen anhaltenden Diskussionen ist kein „Vorbeikommen“, vor allem nicht als Pädagogikstudentin. Die letzte, sehr populäre und in den Medien sehr verbreitete Debatte, galt der Einführung des Elterngeldes am 01.01.2007. Hierbei wurde die soziale Ungerechtigkeit des Elterngeldes im Vergleich zu Erziehungsgeld diskutiert. Die Stichtagregelung wurde kritisiert und auch die Regelung der so genannten Vätermonate wurde erörtert.
Durch diese Streitgespräche bin ich auf Fragen gestoßen, die ich innerhalb dieser Arbeit klären möchte. Zum einem möchte ich die rechtlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Familienleistungen herausstellen und die Frage klären, wer die Verlierer und Gewinner des Überganges vom Erziehungsgeld zum Elterngeld sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsdefinitionen
2. Das Erziehungsgeld
2.1 Zielsetzung
2.2 Anspruchsberechtigte
2.3 Dauer des Bezuges
2.4 Höhe des Erziehungsgeldes und Einkommensgrenzen
2.5 Berechnung des Einkommens
2.6 Antrag
3. Das Elterngeld
3.1 Zielsetzung
3.2 Anspruchsberechtigte
3.3 Dauer des Bezuges
3.4 Höhe des Elterngeldes
3.5 Berechnung des Einkommens
3.6 Antrag
4. Erziehungsgeld versus Elterngeld
4.1 Zielsetzung
4.2 Anspruchsberechtigte
4.3 Dauer des Bezuges
4.4 Höhe der finanziellen Leistung
4.5 Berechnung des Einkommens
4.6 Antrag
5. Fazit und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die rechtlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Erziehungsgeld und dem Elterngeld systematisch herauszuarbeiten, um die Auswirkungen des Übergangs zwischen diesen beiden Familienleistungen auf die betroffenen Eltern zu analysieren.
- Vergleichende Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen von Erziehungsgeld und Elterngeld
- Untersuchung der Zielsetzungen und konzeptionellen Ausrichtungen beider Familienleistungen
- Gegenüberstellung von Anspruchsvoraussetzungen, Bezugsdauer und Berechnungsmodi
- Evaluation der finanziellen Auswirkungen für verschiedene Elterngruppen
- Diskussion über Gewinner und Verlierer der familienpolitischen Reform
Auszug aus dem Buch
4.1 Zielsetzung
Das Erziehungsgeld und das Elterngeld sind finanzielle Maßnahmen, die der Staat für Familien mit Kind bereit hält. Beide zielen darauf ab, Familien in den ersten Lebensmonaten oder in der ersten Zeit nach der Adoption eines Kindes finanziell zu unterstützen.
Die ursprüngliche Zielsetzung für die Einführung des Erziehungsgeldes im Jahr 1986 war die erstmalige Annerkennung der Erziehungsleistung für den Elternteil, der sich in der ersten Lebensphase des Kindes ausschließlich um dessen Pflege und Erziehung kümmert. Das Erziehungsgeld ist demnach anfänglich nicht als Ansporn für Eltern konzipiert, die vor der Entscheidung zwischen Kind und Beruf stehen. Dahingegen stellt das Elterngeld eine Lohnersatzleistung für den die Erwerbstätigkeit unterbrechenden Elternteil dar. Dieses dient vor allem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn durch das Konzept des Ersatzes des ausfallenden Einkommens werden in erster Linie gut Verdienende angesprochen, um ihnen die Entscheidung zwischen Kind und Karriere zu erleichtern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffsdefinitionen: Erläuterung der zentralen Fachbegriffe wie Erziehungsgeld, Regel- und Budgetmodell sowie Elterngeld zur Vorbereitung auf die nachfolgende Analyse.
2. Das Erziehungsgeld: Detaillierte Darstellung der gesetzlichen Regelungen, Ziele und administrativen Vorgaben des bis 2006 gültigen Erziehungsgeldes.
3. Das Elterngeld: Umfassende Betrachtung der Strukturen, Zielsetzungen und Berechnungsarten des seit 2007 geltenden Elterngeldes als neues familienpolitisches Instrument.
4. Erziehungsgeld versus Elterngeld: Systematischer Vergleich beider Leistungen hinsichtlich Zielsetzung, Anspruch, Dauer, Höhe und Antragsmodalitäten zur Identifikation von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
5. Fazit und Diskussion: Zusammenfassende Bewertung der Reform, die die unterschiedlichen Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Erziehungsgeld, Elterngeld, Familienpolitik, Lohnersatzleistung, Sozialleistung, Anspruchsberechtigte, Einkommensgrenzen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Partnermonate, Regelmodell, Budgetmodell, Geschwisterbonus, Nettoeinkommen, Erziehungsverantwortung, Reform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit widmet sich einem systematischen Vergleich zwischen dem Erziehungsgeld und dem Elterngeld, um die Veränderungen in der deutschen Familienpolitik zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Aspekte sind die gesetzliche Ausgestaltung, Zielsetzungen, Bezugsdauern, Berechnungsmethoden des Einkommens und die unterschiedlichen Anspruchsvoraussetzungen beider Leistungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, rechtliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und zu analysieren, welche Auswirkungen der Übergang von der alten zur neuen Leistung für Familien hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine systematische Literaturanalyse und einen rechtlich-konzeptionellen Vergleich basierend auf Gesetzestexten und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Erziehungsgeldes, des Elterngeldes und deren direkte Gegenüberstellung anhand der identifizierten Vergleichskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Familienpolitik, Lohnersatzleistung, Erziehungsgeld, Elterngeld, Einkommensgrenzen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Was unterscheidet das Elterngeld grundlegend vom Erziehungsgeld?
Während das Erziehungsgeld als Anerkennung für die Erziehungsleistung konzipiert war, fungiert das Elterngeld primär als Lohnersatzleistung, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern.
Wer profitiert laut der Autorin am meisten von der Reform?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass insbesondere gut verdienende Eltern vom neuen Elterngeld profitieren, während Erwerbslose und Geringverdiener im Vergleich schlechter gestellt sind.
Welche Bedeutung haben die sogenannten Partnermonate?
Die Partnermonate dienen als Anreiz, um Väter stärker in die Erziehungsverantwortung einzubeziehen und die Betreuung des Kindes auf beide Elternteile zu verteilen.
Warum ist die Antragsfrist beim Elterngeld kritisch zu betrachten?
Die Autorin weist darauf hin, dass die Antragsfrist beim Elterngeld mit drei Monaten kürzer ist als beim Erziehungsgeld, was für die betroffenen Eltern eine bedeutende Änderung darstellt.
- Quote paper
- Linda Neundorf (Author), 2008, Vom Erziehungsgeld zum Elterngeld - Ein systematischer Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126769