Ziel dieser Arbeit ist es, eine didaktische Rekonstruktion zum Thema Konzeptwechsel im Schwimmen und Sinken vorzunehmen. Die Ausarbeitungen sollen dabei auf der einen Seite verdeutlichen, wie komplex die Behandlung der naturwissenschaftlichen Phänomene im Sachunterricht ist, welche Faktoren berücksichtigt werden müssen und was Schwierigkeiten sind. Auf der anderen Seite soll aufgezeigt werden, welchen Nutzen die Behandlung hat, wie die Rolle der Lehrkraft aussieht und worin der Mehrwert für Schüler:innen besteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Aufbau, Struktur und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Modell der didaktischen Rekonstruktion
1.3. Conceptual Change - die Theorie
2. Naturphänomen - Schwimmen und Sinken
2.1. fachliche Klärung
2.1.1. Begriffsdefinitionen
2.1.2. Schwimmen und Sinken
2.1.3. Schwimmen
2.1.4. Sinken
2.1.5. Materialfrage
2.2. Lernerperspektive
2.2.1. Schüler:innenvorstellungen zum Schwimmen und Sinken
2.2.2. Schüler:innenvorstellungen - Ergebnisse aus der Forschung
2.3. didaktische Strukturierung
2.3.1. Verknüpfung fachlicher Klärung und Lernerperspektive
2.3.2. Leitlinie: Begriffssinn thematisieren
2.3.3. Leitlinie: Gewicht und Luft thematisieren
2.3.4. Leitlinie: Formgebung und Materialeigenschaften thematisieren
2.3.5. Leitlinie: Materialeigenschaft
2.3.6. Leitlinie: Kräftewirkungen thematisieren
2.3.7. didaktische Konsequenzen
3. Beantwortung der Forschungsfrage
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine didaktische Rekonstruktion zum Thema Konzeptwechsel beim Schwimmen und Sinken im Sachunterricht vorzunehmen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Identifizierung von gelingbringenden Bedingungen, die einen erfolgreichen Konzeptwechsel bei Grundschüler:innen ermöglichen und dabei helfen, naturwissenschaftliches Verständnis aufzubauen.
- Modell der didaktischen Rekonstruktion als theoretischer Rahmen
- Analyse von Alltagsvorstellungen und deren Transformation zum Expertenkonzept
- Conceptual Change Theorie nach Posner et. al.
- Physikalische Grundlagen (Dichte, Auftrieb, Gewichtskraft, Druck)
- Methoden der didaktischen Strukturierung und Unterrichtsgestaltung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Wenn Schüler:innen in die Schule kommen verfügen sie, in der Regel, über vielfältige Vorerfahrungen und Ideen, in nahezu allen Themengebieten. Zu diesen, haben sie bereits diverse Erfahrungen gesammelt und bauten sich teilweise sehr heterogene und tiefverankerte Konzepte auf. Diese Konzepte halfen ihnen, Lösungsstrategien für auftretende Probleme und entstandene Fragen des Alltags aufzubauen (vgl. Krüger 2007, S. 81; Fölling-Albers 2015, S. 34; Gropengießer/Kattmann 2018b, S. 12). Sie beobachten ihre Umwelt und versuchen sich diese zu erschließen. Die Lernenden wurden mit vielen Strukturen, Gesetzen und Regeln ihres Umfeldes konfrontiert und haben diese für sich sinnvoll kategorisiert und abgespeichert.
Was für Schüler:innen keinen Sinn ergibt wird entweder nicht weiter verfolgt oder nur teilweise in bestehende kognitive Strukturen akkommodiert. Das enorme Potential der Vorstellungen von Schüler:innen ist für den Unterricht bedeutsam, da die Lehrkraft erst durch Berücksichtigung dieser, einen Einblick in die kognitiven Strukturen der Schülerschaft erhält (vgl. Gropengießer/Kattmann 2018b, S. 12). Anhand dieser Strukturen können Lernschwierigkeiten und Ausgangspunkte ausfindig gemacht werden (ebd.). Besonders in den naturwissenschaftlichen Bereichen der Forschung ist seit langem bekannt, wie konsequent und mächtig diese vorhandenen Vorstellungen der Schüler:innen sein können und dass sich diese in einer „kognitiven Widerständigkeit“ (Murmann 2008, S. 196) zeigen können.
Da die Vorerfahrungen für Schüler:innen von hoher Bedeutung für die Erschließung der Umwelt sind und für die Lehrenden Einsicht in die kognitiven Denkstrukturen der Lernenden gibt, sollten diese Vorstellungen und die mitunter hohe Resistenz gegenüber den vermeintlich richtigen Konzepten nicht unterschätzt werden (vgl. Gropengießer/Kattmann 2018b, S. 12). Unter diesem Aspekt ist auch das Interesse, Seitens der Schüler:innen, an naturwissenschaftlichen Themen, wie der Bereich des Schwimmens und Sinkens, bekannt (vgl. Wiesner et. al. 2020, S. 55).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen des Lernens ein, beleuchtet das Vorwissen von Grundschüler:innen und definiert die übergeordnete Forschungsfrage hinsichtlich eines erfolgreichen Konzeptwechsels.
2. Naturphänomen - Schwimmen und Sinken: Hier erfolgt eine detaillierte fachliche Klärung der physikalischen Grundlagen sowie eine Analyse der typischen Schülervorstellungen und deren didaktische Strukturierung für den Unterricht.
3. Beantwortung der Forschungsfrage: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse synthetisiert, um die Gelingbedingungen für einen Konzeptwechsel beim Thema Schwimmen und Sinken konkret zu benennen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und betont die Bedeutung von Schülervorstellungen als Ausgangspunkt für einen qualitativ hochwertigen, konstruktivistischen Sachunterricht.
Schlüsselwörter
Schwimmen und Sinken, didaktische Rekonstruktion, Conceptual Change, Schülervorstellungen, Sachunterricht, Dichte, Auftriebskraft, Gewichtskraft, kognitive Widerständigkeit, Elementarisierung, konstruktivistisches Lernen, Fachliche Klärung, Physikalische Phänomene, Lernumgebung, Modell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der didaktischen Aufarbeitung des Naturphänomens "Schwimmen und Sinken" für den Grundschulbereich auseinander und untersucht, wie Schüler:innen ein vertieftes Verständnis physikalischer Zusammenhänge entwickeln können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die didaktische Rekonstruktion von Unterrichtsinhalten, die Conceptual Change Theorie, die Analyse von Kindervorstellungen sowie die Anwendung physikalischer Konzepte wie Dichte, Auftrieb und Gewicht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, gelingbringende Bedingungen zu identifizieren, die einen erfolgreichen Konzeptwechsel bei Schüler:innen unter Beachtung ihrer individuellen Vorerfahrungen ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methodik der didaktischen Rekonstruktion, welche fachliche Klärung, empirische Schülervorstellungen und didaktische Strukturierung systematisch verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die physikalischen Termini geklärt, gefolgt von einer Analyse, wie Kinder das Phänomen Schwimmen und Sinken wahrnehmen. Danach werden konkrete Leitlinien für die Unterrichtsgestaltung abgeleitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselwörtern gehören: Konzeptwechsel (Conceptual Change), didaktische Rekonstruktion, Dichtekonzept, Auftriebskraft, Schülervorstellungen und Sachunterricht.
Warum ist die Analyse von Schülervorstellungen so wichtig?
Die Analyse ist essenziell, da Vorstellungen der Kinder oft tief verankert und für sie plausibel sind. Sie bilden den Ausgangspunkt, um effektive Lehr-Lern-Situationen zu schaffen und Fehlkonzepte nachhaltig abzubauen.
Was versteht man unter dem Modell der didaktischen Rekonstruktion?
Es ist ein Modell, welches fachwissenschaftliches Wissen und die Sichtweise der Lernenden verknüpft, um daraus qualitativen Unterricht zu konstruieren, der pädagogisch bedeutsame Zusammenhänge herstellt.
- Arbeit zitieren
- Anika Michaelis (Autor:in), 2021, Schwimmen und Sinken. Eine didaktische Rekonstruktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267769