In meiner Hausarbeit werde ich zuerst rekonstruieren, inwiefern Aristoteles den Menschen als ein "zoon politikon", ein politisches Wesen, beschreibt. Dazu werden in zwei Unterkapiteln vor allem seine Vorstellung einer Polis, sowie des Staatsbürgers genauer untersucht. Des Weiteren werde ich aufzeigen, inwiefern sich der Denker Thomas Hobbes an aristotelischen Elementen bedient und diese im Sinne seiner eigenen politischen Theorie zurückweist oder modifiziert. Ich wählte Hobbes deshalb für diesen Vergleich, weil er zwar mit seiner Theorie mit dem politischen Aristotelismus bricht, ich aber zeigen möchte, dass er trotz dieses Bruchs auch Gemeinsamkeiten zu der antiken Theorie aufweist. In meinem letzten Kapitel prüfe ich Aristoteles‘ politische Theorie und seinen Bürgerbegriff auf seine Aktualität in modernen westlichen Demokratien.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Der politische Bürger bei Aristoteles
2.1.1 Die Polis
2.1.2 Der Staatsbürger
2.1.3 Der Mensch als zoon politikon
2.2 Thomas Hobbes und der politische Aristotelismus
2.3 Zur Aktualität des politischen Aristotelismus
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert Aristoteles' Verständnis des Menschen als "zoon politikon" und untersucht, wie dieses Konzept eine funktionierende Polis begründet. Im Vergleich mit Thomas Hobbes wird analysiert, inwieweit dessen politische Theorie aristotelische Elemente aufnimmt, modifiziert oder radikal ablehnt, um abschließend die Aktualität dieser antiken Ansätze für moderne Demokratien zu bewerten.
- Rekonstruktion des aristotelischen Bürger- und Polis-Begriffes
- Methodischer Vergleich zwischen der antiken Theorie und Thomas Hobbes
- Analyse des Menschenbildes als "politisches Wesen"
- Diskussion über die Relevanz antiker politischer Konzepte in der heutigen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.1 Der politische Bürger bei Aristoteles
Die Politik entstand circa zwischen 345 und 325 v. Chr. und besteht aus acht Büchern, die zwar eher lose aufeinander beruhen, in sich aber eine schlüssige Argumentation zur Staatstheorie bilden. Das erste Buch befasst sich mit der Staatsentstehung, der Anthropologie, sowie der Ökonomie. Es bildet eine Grundlage für die folgenden Bücher. Im zweiten Buch setzt sich Aristoteles kritisch mit bekannten Verfassungen, darunter besonders Platons, auseinander. Das dritte Buch beschäftigt sich mit politischen Grundbegriffen und Elementen eines Staates, wie die Tugend, der Bürger und die Verfassung. Im vierten Buch werden die einzelnen Verfassungsarten genauer beleuchtet und die relativ beste Verfassung, die Politie, vorgestellt. Nachfolgend führt Aristoteles im fünften Buch aus, wie diese Verfassungen sich verändern können und wie sie zu erhalten seien. Das sechste Buch befasst sich dann nochmal explizit mit der Demokratie und der Oligarchie. Warum Aristoteles diesen beiden Verfassungen nochmal ein extra Buch widmet, werde ich im Laufe der Arbeit noch ansprechen. In den letzten beiden Bücher, sieben und acht, erarbeitet Aristoteles schließlich die Utopie eines idealen Staates und geht auf die Erziehung ein.
Aristoteles geht in seinem Werk induktiv vor, er beobachtet und beschreibt bereits real existierende Formen von Verfassungen und leitet aus ihnen Idealvorstellung ab. Dabei stellt er sich die Frage nach den Bedingungen für eine stabile politische Ordnung.
Grundlegend basiert die Politik auf der anthropologischen Annahme, dass der Mensch ein zoon politikon sei, also ein „von Natur aus [...] staatsbezogenes Lebewesen“ Um zu verstehen was Aristoteles damit meint werden im Folgenden die Begriffe Polis und Bürger genauer beleuchtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, definiert das Forschungsinteresse an Aristoteles' Staatsverständnis und legt die methodische Herangehensweise der Sekundäranalyse dar.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des aristotelischen Bürgerbegriffs, den Vergleich mit der Theorie von Thomas Hobbes und eine Reflexion über die heutige Aktualität der aristotelischen Politik.
2.1 Der politische Bürger bei Aristoteles: Aristoteles definiert den Menschen als politisches Wesen, das sich nur in einer Gemeinschaft wie der Polis gemäß seiner Natur entfalten kann.
2.1.1 Die Polis: Dieser Abschnitt beschreibt die Polis als ideale, vollkommene Gemeinschaft, die nicht nur der Lebenssicherung dient, sondern das "gute Leben" zum Ziel hat.
2.1.2 Der Staatsbürger: Hier wird analysiert, welche Kriterien für den Status eines Staatsbürgers nach Aristoteles gelten und welche Personengruppen davon ausgeschlossen waren.
2.1.3 Der Mensch als zoon politikon: Dieser Teil vertieft die anthropologische Begründung der politischen Natur des Menschen durch seine Vernunftbegabung und Sprache.
2.2 Thomas Hobbes und der politische Aristotelismus: Thomas Hobbes wird als Gegenentwurf betrachtet, der den Naturzustand nicht als staatsbildende Gemeinschaft, sondern als destruktiven Kriegszustand sieht.
2.3 Zur Aktualität des politischen Aristotelismus: Es wird diskutiert, wie aristotelische Ansätze zur politischen Partizipation trotz des gesellschaftlichen Wandels für moderne Demokratien weiterhin als Impulsgeber dienen können.
3. Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die Relevanz der aristotelischen Fragestellungen für das moderne Staatsverständnis bestätigt.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Thomas Hobbes, Zoon Politikon, Polis, Staatsbürger, Politische Theorie, Demokratie, Verfassung, Politik, Gemeinschaft, Naturzustand, Staatsentstehung, Partizipation, Gutes Leben, Politische Philosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht das aristotelische Menschenbild als "zoon politikon" und analysiert, wie dieses Verständnis das fundamentale Bedürfnis nach politischer Gemeinschaft und staatlicher Ordnung begründet.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Zentrale Felder sind die Bedeutung der Polis und des Bürgers bei Aristoteles, die kritische Gegenüberstellung mit der staatstheoretischen Position von Thomas Hobbes sowie die Frage nach der zeitgemäßen Geltung aristotelischer Ideale.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die aristotelische Staatsphilosophie zu rekonstruieren und durch den Vergleich mit Hobbes aufzuzeigen, wie unterschiedliche anthropologische Ausgangspunkte zu konträren Staatsverständnissen führen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der Sekundäranalyse, um klassische Werke der politischen Theorie wissenschaftlich aufzuarbeiten und in ihren historischen sowie systematischen Kontext zu setzen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Genese der Polis, den Partizipationsrechten antiker Staatsbürger und der spezifischen anthropologischen Annahme, dass der Mensch von Natur aus auf die Gemeinschaft angewiesen ist.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe wie "Zoon Politikon", "Polis", "Staatsbürger" und der Vergleich mit dem "Hobbes'schen Naturzustand" bilden das begriffliche Fundament der Analyse.
Wie unterscheidet sich Hobbes' Sichtweise auf den Staat von der des Aristoteles?
Während Aristoteles den Staat als natürliche und notwendige Vervollkommnung des Menschen sieht, betrachtet Hobbes ihn als ein künstliches Gebilde, das allein der Vermeidung des Naturzustandes als "Krieg aller gegen alle" dient.
Hat der aristotelische Bürgerbegriff heute noch eine Relevanz?
Ja, insofern Aristoteles die Bedeutung der aktiven politischen Partizipation hervorhebt, was auch für moderne Demokratien als essenzielles Element zur Erhaltung des Gemeinwohls diskutiert wird.
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- Lisa Berg (Author), 2018, Aristoteles: Der politische Bürger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267797