Diese Hausarbeit soll die Frage beleuchten, ob ein Zeitwertkonto zur Attraktivität des Arbeitsplatzes beiträgt. Führt dieses zu neuen Mitarbeiter*innen im Berufsfeld der Pflege und/oder hält bestehende Mitarbeiter*innen im Beruf? Der Autor wird in dieser Hausarbeit auf die Generation Y und Z eingehen. Huber & Rauch geben zu bedenken, dass diese jungen Generationen erst noch am Anfang der Arbeitswelt stehen und die kommende Zeit prägen werden. Sie sind die Zukunft und müssen in einer beschleunigten Arbeitswelt mit sich verändernden Voraussetzungen, Erwartungen, einer persönlichen Energiebalance und einer hohen Komplexität umgehen. Kring & Hurrelmann beschreiben, dass Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Work-Life-Balance) für die Generation Y und Z von zentraler Bedeutung sind. Die Shell-Jugendstudie kommt ebenfalls zu diesem Schluss, da in der Befragung der Punkt „Vereinbarkeit von Arbeit und Leben“ den höchsten Stellenwert einnimmt. Explizit wird darin das Bedürfnis genannt, das Beschäftigungsverhältnis in Teilzeit umzuwandeln und/oder eine kurzfristige Anpassung der Arbeitszeit zu erhalten, sobald Kinder geboren werden. Die Hausarbeit soll ebenfalls über die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen des Zeitwertkontos auf-klären.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.1 Eigener Zugang und Problemdarstellung
Fragestellung und Ziel
Theoretischer Bezugsrahmen
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Datenbank und Handsuche (Schneeballsystem)
Grundlagen des Zeitwertkontos
1.4 Definition Zeitwertkonto
1.5 Zeitwertkonten einrichten im Öffentlichen Dienst (TVöD und TV-L)
1.6 Verwaltung Zeitwertkonto
1.7 Insolvenzsicherung
1.8 Einrichtung und Organisation des Zeitwertkontos
1.9 Zeitwertkonten auf Rentenversicherung übertragen
1.10 Definition Sabbatical
1.10.1 Sabbatical als Instrument der Personalentwicklung
Zeitwertkonto zur Gewinnung von Mitarbeiter*innen
Zeitwertkonten zur Bindung von Mitarbeiter*innen
Vor- und Nachteile eines Zeitwertkontos aus Sicht des Arbeitgebers
1.11 Vorteile
1.12 Nachteile
Vor- und Nachteile eines Zeitwertkontos aus Sicht des Arbeitnehmers
1.13 Vorteile
1.14 Nachteile
Abschlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob ein Zeitwertkonto als Instrument zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität in Krankenhäusern dienen kann, um sowohl neue Pflegekräfte zu gewinnen als auch bestehende Mitarbeiter durch flexible Arbeitszeitmodelle langfristig zu binden.
- Analyse der Generationen Y und Z und deren spezifische Bedürfnisse an die Arbeitswelt.
- Darstellung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für Zeitwertkonten.
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
- Untersuchung von Sabbaticals als Instrument der Personalentwicklung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Eigener Zugang und Problemdarstellung
Der Autor ist seit Oktober 2020 stellvertretender Leiter der offenen geführten Station P20. Die Station ist ein Teil der Allgemeinen Psychiatrie des Klinikums am Weissenhof (KaW). In dieser Zeit konnte kein Bewerbungseingang für die offene Station in der Berufsgruppe der Pflege verzeichnet werden. Der Autor hat das Empfinden das die Berufssparte der Pflege im allgemein als unattraktiv betrachtet wird. Viele pflegerische Mitarbeiter*innen arbeiten, aufgrund anderer Verpflichtungen (z.B. der Familie oder anderen Aufgaben) in Teilzeit.
Laut der NEXT Studie gibt es mehrere negative Faktoren, welche einen Eintritt und Verbleiben in dem Beruf der Pflege erschweren. Durch Erfahrungen, die im Rahmen einer klinikinternen Arbeitsgruppe des KaW mit dem Schwerpunkt „generalisierte Ausbildung“ gewonnen wurden, hat sich dem Autor ebenfalls gezeigt, dass Auszubildende mittlerweile den Beruf vor Abschluss des Examens verlassen. Auszubildende machen negative Erfahrungen in der Ausbildung und auf den Stationen in denen sie eingesetzt werden. Sie sehen Resignation der examinierten Mitarbeiter*innen auf Station. Diese geben ihre negativen Erfahrungen in der Arbeit (bspw. Fehlende soziale Kontakte, aufgrund des Arbeitens in Wechselschichtmodellen) an sie weiter.
Der Autor ist der Überzeugung, dass diesen negativen Faktoren und Erfahrungen deutliche positive Anreize entgegengesetzt werden müssen, um ein zunehmendes Schwinden von Fachkräften aus dem Beruf entgegenzuwirken. Ein Instrument hierzu könnte das Zeitwertkonto sein. Es soll eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit und Lebenszeit ermöglichen. Dieses soll die Attraktivität des Berufs steigern. Am Klinikum am Weissenhof ist bis zur Erstellung der Abschlussarbeit kein Zeitwertkonto eingeführt worden. Ebenfalls gibt es keine Planung oder Auftrag zur Einführung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Beschreibt den zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Personal, was die Suche nach flexiblen Arbeitsmodellen notwendig macht.
Fragestellung und Ziel: Formuliert die zentrale Forschungsfrage, ob ein Zeitwertkonto die Attraktivität des Arbeitsplatzes steigern kann, unter besonderer Berücksichtigung der Generationen Y und Z.
Theoretischer Bezugsrahmen: Erläutert das methodische Vorgehen der Literaturrecherche, einschließlich der Nutzung von Google Scholar und dem Schneeballsystem zur Informationsbeschaffung.
Grundlagen des Zeitwertkontos: Definiert Zeitwertkonten, beschreibt deren rechtliche Rahmenbedingungen inklusive Insolvenzsicherung und die Möglichkeiten der Sabbatical-Nutzung.
Zeitwertkonto zur Gewinnung von Mitarbeiter*innen: Analysiert die Anforderungen der Generationen Y und Z an moderne Arbeitgeber und die Relevanz flexibler Arbeitszeitgestaltung.
Zeitwertkonten zur Bindung von Mitarbeiter*innen: Erörtert, wie eine emotionale Mitarbeiterbindung durch individualisierbare Zeitarrangements und die Anerkennung persönlicher Werte geschaffen werden kann.
Vor- und Nachteile eines Zeitwertkontos aus Sicht des Arbeitgebers: Wägt die betrieblichen Vorteile der Personalauslastung gegen die administrativen Kosten und den organisatorischen Einrichtungsaufwand ab.
Vor- und Nachteile eines Zeitwertkontos aus Sicht des Arbeitnehmers: Beleuchtet die finanzielle Attraktivität durch steuerliche Vorteile gegenüber den Risiken, wie z.B. Inflexibilität bei familiärer Beanspruchung.
Abschlussbetrachtung: Fasst zusammen, dass Zeitwertkonten ein sinnvolles Instrument zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften sind, sofern eine professionelle Implementierung und Beratung erfolgt.
Schlüsselwörter
Zeitwertkonto, Fachkräftemangel, Mitarbeiterbindung, Sabbatical, Generation Y, Generation Z, Work-Life-Balance, Insolvenzsicherung, Pflegepersonal, Arbeitszeitflexibilisierung, Personalentwicklung, Wertguthaben, Beschäftigungsverhältnis, Krankenhausmanagement, Arbeitszufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Zeitwertkonten als Instrument zur Steigerung der Attraktivität von Krankenhäusern gegenüber neuen Fachkräften sowie zur langfristigen Mitarbeiterbindung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Bedürfnisse der Generationen Y und Z, die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen von Zeitwertkonten, sowie die Vor- und Nachteile dieser Modelle für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu beleuchten, ob ein Zeitwertkonto zur Attraktivitätssteigerung des Arbeitsplatzes im Krankenhaus beiträgt und ob es effektiv zur Personalgewinnung und -bindung eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine systematische Literaturrecherche durch, erweitert durch eine Handsuche nach dem Schneeballsystem, um fundierte Quellen zum Thema Zeitwertkonten zu erschließen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Kontenführung auch spezifische Instrumente wie das Sabbatical sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Auswirkungen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Zeitwertkonto, Fachkräftemangel, Mitarbeiterbindung, Generation Y/Z, Work-Life-Balance sowie Personalentwicklung im pflegerischen Bereich.
Warum spielt die Generationen-Theorie (Y und Z) eine so zentrale Rolle?
Der Autor argumentiert, dass diese jungen Generationen andere Ansprüche an Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben haben als ihre Vorgänger, weshalb flexible Konzepte wie Zeitwertkonten für sie als attraktiver wahrgenommen werden.
Was ist der wichtigste rechtliche Aspekt, der bei Zeitwertkonten beachtet werden muss?
Ein essenzieller Punkt ist die gesetzliche Verpflichtung zur Insolvenzsicherung des Guthabens, um die Beschäftigten im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers finanziell abzusichern.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Einführung in Krankenhäusern?
Das Zeitwertkonto wird als wichtiges Instrument bewertet, dessen Einführung jedoch eine professionelle Beratung und eine sorgfältige vertragliche Gestaltung voraussetzt, um negative Anreize zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Stefan Gebhardt (Autor:in), 2022, Recruiting und Mitarbeiterbindung durch Zeitwertkonto? Inwiefern trägt es zur Attraktivität des Arbeitsplatzes bei?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267969