Die Projektarbeit beschäftigt sich mit dem Fall Maurice P. aus der Perspektive eines Jugendamtes. Das Grundkonstrukt dieser Arbeit folgt den Wissensformen der normativen Handlungswissenschaft nach Staub-Bernasconi. Diese besteht aus acht Phasen, die zu sieben zusammengefasst wurden. Hier ein kurzer Überblick: Was? Warum? Woraufhin? Wer? Womit? Wie? Wirksamkeit?
Zur professionell-theoretischen Fundierung greift die Arbeit auf verschiedene Instrumente wie das Genogramm oder die Ressourcenkarte zurück und folgt im gesamten Ablauf der Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Einführung
2. Was?
3. Warum?
4. Woraufhin?
5. Wer?
6. Womit?
7. Wie?
8. Wirksamkeit?
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Projektarbeit analysiert den Fall des elfjährigen Maurice P. unter Anwendung der normativen Handlungswissenschaft nach Staub-Bernasconi sowie der Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch. Ziel ist es, die psychosoziale Situation des Jungen sowie seiner Mutter fundiert zu beleuchten, um daraus passgenaue Hilfestrukturen abzuleiten, die eine krisenfeste Lebensbewältigung fördern.
- Analyse der familiären Situation und Ressourcen von Maurice P.
- Anwendung der Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
- Erörterung von Erziehungsstilen und Modell-Lernen in der Familie
- Entwicklung von Zielen für den Hilfeplan unter Berücksichtigung des SMART-Konzepts
- Evaluation geeigneter sozialpädagogischer Unterstützungsformen
Auszug aus dem Buch
3. Warum?
„Immer dort, wo Menschen die soziale Orientierung verloren haben, sich wertlos fühlen und keine soziale Anerkennung bekommen, wo sie wenig Möglichkeiten haben, etwas zu bewirken, auf sich aufmerksam zu machen und – vor allem – ihre innere Hilflosigkeit nicht aussprechen können, setzt ein somatisch angetriebener psychosozialer Bewältigungsmechanismus der Abspaltung ein, der antisoziale oder selbstdestruktive Züge annehmen kann und die Betroffenen zur Klientel werden lässt.“
Das Streben nach Handlungsfähigkeit ist ein zentraler Punkt in der Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch. Der psychosoziale Ausgleich der Sektoren Selbstwert, soziale Anerkennung und Selbstwirksamkeit wird in diesem Zusammenhang subjektiv bewertet und als Handlungsfähigkeit beschrieben. Ein kritisches Erlebnis folgt, wenn die Personen mit den eigenen Ressourcen Ereignisse nicht mehr selbst bewältigen können. Sie suchen nach sozialer Integration, um die Situation zu normalisieren. Die Betroffenen suchen nach einem sozialen Anschluss und Anerkennung durch andere Personen. In der Theorie der Lebensbewältigung kann es dadurch auch zu abweichenden sozialen Verhaltensweisen kommen, sollten sie im Sinne des Ausgleichs erfolgsversprechend sein. Es geht also nicht um die Frage warum jemand das tut, was er tut, sondern darum zu fragen, warum dieses Verhalten gebraucht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Einführung: Der Autor stellt den Fall Maurice P. aus seiner beruflichen Perspektive vor und erläutert das theoretische Grundgerüst auf Basis der normativen Handlungswissenschaft.
2. Was?: Eine detaillierte Bestandsaufnahme der familiären Situation, des sozialen Umfelds und der schulischen Herausforderungen von Maurice P.
3. Warum?: Fundierte theoretische Erklärung der Verhaltensmuster von Maurice und seiner Mutter durch die Theorie der Lebensbewältigung von Lothar Böhnisch.
4. Woraufhin?: Ableitung langfristiger Ziele für den Hilfeplan gestützt auf das SMART-Konzept unter Einbeziehung psychosozialer Bedarfe.
5. Wer?: Identifikation relevanter unterstützender Personen und Institutionen aus dem Umfeld der Familie für den Hilfeprozess.
6. Womit?: Prüfung verschiedener sozialgesetzlicher Unterstützungsangebote und Auswahl der Sozialpädagogischen Familienhilfe als passendstes Instrument.
7. Wie?: Konkretisierung der praktischen Umsetzung der Hilfe, inklusive Ressourcenaktivierung und Prozesssteuerung.
8. Wirksamkeit?: Darstellung der Mechanismen zur Überprüfung und Anpassung der Hilfeplanung nach dem Start der Maßnahme.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Hilfsstrategien für Maurice P. unter Berücksichtigung der familiären Ressourcen.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Lebensbewältigung, Maurice P., Sozialpädagogische Familienhilfe, Handlungswissenschaft, Resilienz, Kindeswohl, Familienstruktur, Verhaltensauffälligkeit, Hilfeplanung, Ressourcenorientierung, Modell-Lernen, SGB VIII, Psychosoziale Stabilisierung, Konfliktmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Projektarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer professionellen Fallanalyse von Maurice P., wobei die familiäre Situation und die Verhaltensweisen des Jungen durch sozialpädagogische Theorien erklärt und bearbeitet werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Theorie der Lebensbewältigung, die Arbeit in der Jugendhilfe, der Umgang mit Kontaktverboten, schulische Integration und die Ressourcenaktivierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines fundierten Entwurfs für einen Hilfeplan, der Maurice P. und seiner Familie hilft, Krisen besser zu bewältigen und destruktive Verhaltensweisen abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die acht Phasen der normativen Handlungswissenschaft nach Staub-Bernasconi zur strukturierten Fallsteuerung und fundiert diese mit der Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Lebensumstände von Maurice, erklärt die Hintergründe seines aggressiven Verhaltens und entwickelt praxisnahe Ziele sowie Interventionsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Soziale Arbeit, Lebensbewältigung, Resilienz, Sozialpädagogische Familienhilfe und Ressourcenorientierung.
Warum wird im Fall von Maurice P. gerade die Sozialpädagogische Familienhilfe empfohlen?
Andere Instrumente wie Erziehungsbeistandschaften oder Heimerziehung wurden aufgrund mangelnder Intensität oder der Lebenswelt von Maurice als nicht passend bewertet; die Familienhilfe deckt den Bedarf am besten ab.
Wie geht die Arbeit mit der Problematik des Kindesvaters um?
Die Arbeit erkennt an, dass ein kompletter Kontaktabbruch unrealistisch ist und schlägt stattdessen vor, den Vater – bei Einverständnis der Mutter – in den Hilfeprozess zu integrieren, um Ziele offenzulegen.
- Arbeit zitieren
- Paul Friedrich (Autor:in), 2019, Fallbesprechung aus der Perspektive eines Jugendamtes. Projektarbeit zur Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268110