Im Folgenden soll erörtert werden, wie die „Black Church“ in der Bürgerrechtsbewegung vertreten war und anhand theoretischer Ansätze erklärt werden, warum diese beeinflussend, wenn nicht gar ausschlaggebend für das „Civil Right Movement“ war. Hierfür wird zunächst der Begriff und die Historie der „Black Church“ erläutert, um folgend einige der relevanten Akteure im Zusammenhang mit dem „Civil Right Movement“ und der „Black Church“ darzustellen zu können. Abschließend soll dann ein theoretischer Rahmen aufgestellt werden, anhand dessen der Einfluss der Religion auf das politische Movement weiter erforscht und erklärt werden kann.
In der Bürgerrechtsbewegung, dem „Civil Right Movement“ kämpfte die schwarze Bevölkerung gegen die Unterdrückung und Rassendiskriminierung durch die dominierende weiße Bevölkerung in den Vereinigten Staaten an. Innerhalb dieser sozialen Unruhen in der Bevölkerung bildeten sich sich Gruppierungen, auch „Movements“ genannt, deren tragende Rolle darin lag, die schwarze Bevölkerung zu vertreten, diese zu mobilisieren und zu organisieren. Diese „Movements“ hatten spezifische rechtliche und gesetzgeberische Ziele, welche größtenteils durch den „Civil Right Act“ von 1964 und das Gesetz zum Wahlrecht 1965 erreicht wurden. Folglich hatte das „Civil Right Movement“ legislative Absichten und kann somit als politische Bewegung bezeichnet werden. Jedoch wird das „Civil Right Movement“ oftmals auch als religiöse Bewegung bezeichnet. Denn auf Grund von bekannten Persönlichkeiten wie Martin Luther King Jr. wurde das „Civil Right Movement“ von vielen Forschern als im Kern religiöse Bewegung interpretiert. So verweisen beispielsweise Historiker auf den Einfluss der „Black Church“ auf das „Civil Right Movement“ indem die Kirchen als Treffpunkte für die Bürgerrechtsbewegungen dienten. Aber diese Religion und die Kirche hatten auch weitere Funktionen innerhalb des „Civil Right Movements“. Diese Involvierung der Kirche und Religion im „Civil Right Movements“ wirft die Fragen auf, warum und inwiefern die Religion für diese politische Bürgerrechtsbewegung von Bedeutung ist und diese geprägt hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die „Black Church“
3. Zentrale Akteure im „Civil Right Movement“
4. Theorie der Ressourcenmobilisierung
4.1 Kritik an der Theorie der Ressourcenmobilisierung
4.2. Der Grundgedanke des gewaltfreien Protests
5. Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der „Black Church“ innerhalb der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung („Civil Right Movement“) und analysiert, inwieweit religiöse Institutionen und deren Ressourcen als treibende Kräfte für den politischen Aktivismus fungierten.
- Historische Entwicklung und soziologische Bedeutung der „Black Church“ für afro-amerikanische Gemeinschaften.
- Einfluss der Southern Christian Leadership Conference (SCLC) und Martin Luther King Jr. auf die Mobilisierung.
- Anwendung und kritische Reflexion der Theorie der Ressourcenmobilisierung im Kontext sozialer Bewegungen.
- Bedeutung von Religion bei der Etablierung des Gewaltfreiheitsprinzips und eines oppositionellen Bewusstseins.
- Abgrenzung der Bürgerrechtsbewegung als primär politische statt religiöse Bewegung.
Auszug aus dem Buch
Die „Black Church“
Um die Rolle der Religion im „Civil Right Movement“ zu erforschen, muss zunächst erläutert werden, warum eine separate christliche Kirche der Afro-Amerikaner, die sogenannt „Black Church“ in den Vereinigten Staaten besteht. Die Entstehung der „Black Church“ war grob gefasst eine Folge des Rassismus und der Unterdrückung der Afro-Amerikaner in den Vereinigten Staaten.
Von den Zeiten der Sklaverei an bis hin zur rassenorientierten Ausgrenzung der Afro-Amerikaner in den Vereinigten Staaten wurden Schwarze entweder gänzlich aus den christlichen Kirchen ausgeschlossen oder aber sie durften lediglich innerhalb von abgesonderten Bereichen am Gottesdienst teilnehmen. Manchmal durften sie gar nur im hinteren Bereich oder außerhalb der Kirche stehen und die Messe hören.
Von dieser Unterdrückung und Segregation ausgehend, bildeten die Afro-Amerikaner eigene religiöse Gemeinschaften an heimlichen Orten, welche nicht der Aufsicht ihrer Sklavenhalter unterlagen. Diese religiösen Gemeinschaften formten die späteren afro-amerikanischen Gemeinden. Während der Sklaverei vermittelten die schwarzen Religionsgemeinschaften in erster Line Frieden und Durchhaltevermögen innerhalb der Sklaverei. Folglich sind in der afro-amerikanischen Gesellschaft die Kirchen traditioneller Weise Orte, die Stabilität und Stärke ausstrahlen. Später wurden die vielen schwarzen Religionsgemeinschaften zu einer Institution der „Black Church“ zusammengefasst, da diese Gemeinden die selbe Geschichte, Kultur sowie religiösen Missionen teilten. Auch wurden sie zu Einrichtungen in denen man später Politik, Kunst, Musik und Bildung vorfand, aber auch religiöse Tradition und Freiheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das „Civil Right Movement“ als politische Bürgerrechtsbewegung und wirft die zentrale Fragestellung nach der Bedeutung und dem Einfluss der „Black Church“ auf diesen Prozess auf.
2. Die „Black Church“: Dieses Kapitel erläutert die historisch begründete Entstehung der „Black Church“ als Reaktion auf Segregation und Unterdrückung sowie ihre Funktion als Ort der Stabilität und Identitätsbildung für Afro-Amerikaner.
3. Zentrale Akteure im „Civil Right Movement“: Hier werden die SCLC und die Rolle von Martin Luther King Jr. analysiert, wobei besonders die Herausforderung thematisiert wird, politische Proteste in eine religiös geprägte Gemeindestruktur zu integrieren.
4. Theorie der Ressourcenmobilisierung: Die Sektion untersucht, wie soziale und materielle Ressourcen der „Black Church“ – wie Versammlungsstätten und Netzwerke – die Organisation von gewaltfreien Demonstrationen ermöglichten.
4.1 Kritik an der Theorie der Ressourcenmobilisierung: Es wird dargelegt, dass reine Ressourcenanalyse unzureichend ist, da die Überzeugungen und das ideologische Bewusstsein der Akteure für den Erfolg sozialer Bewegungen essentiell sind.
4.2. Der Grundgedanke des gewaltfreien Protests: Dieses Kapitel veranschaulicht, wie religiöse Werte bei der Etablierung eines gewaltfreien Rahmens für zivilen Ungehorsam und politisches Bewusstsein innerhalb der Gemeinden halfen.
5. Resümee: Das Resümee zieht das Fazit, dass die „Black Church“ zwar eine tragende Rolle bei der Stärkung des Individuums spielte, das „Civil Right Movement“ jedoch insgesamt als politische Bewegung zu klassifizieren ist.
Schlüsselwörter
Black Church, Civil Right Movement, Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther King Jr., SCLC, Ressourcenmobilisierung, soziale Bewegungen, Rassendiskriminierung, Gewaltfreiheit, Segregation, Afro-Amerikaner, politischer Aktivismus, christliche Religion, Zivilkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wechselseitige Beziehung zwischen der „Black Church“ und der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der schwarzen Gemeinden, der Rolle religiöser Institutionen bei der Mobilisierung politischer Proteste und der kritischen Anwendung der Ressourcenmobilisierungstheorie.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, warum und inwiefern die Religion der „Black Church“ für die politische Bürgerrechtsbewegung von Bedeutung war und diese inhaltlich oder organisatorisch geprägt hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Ansatz, primär basierend auf der Theorie der Ressourcenmobilisierung, um soziale Prozesse und Bewegungen innerhalb afro-amerikanischer Gemeinschaften zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Institution „Black Church“, die Rolle prominenter Akteure wie Martin Luther King Jr. und die Bereitstellung von organisatorischen Ressourcen für den gewaltfreien Widerstand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diesen Text?
Wichtige Begriffe sind „Black Church“, „Civil Right Movement“, „Ressourcenmobilisierung“ und „Gewaltfreiheit“.
Wie unterscheidet sich die Rolle der „Black Church“ von anderen Akteuren wie NAACP?
Im Gegensatz zu Organisationen wie der NAACP, die sich aus Einzelpersonen zusammensetzten, basierte die SCLC auf der tief verwurzelten institutionellen Struktur einzelner Kirchengemeinden.
Warum wird die Theorie der Ressourcenmobilisierung in der Arbeit kritisiert?
Die Theorie wird kritisiert, weil sie Überzeugungen und ideologische Grundgedanken der Akteure vernachlässigt, welche für die Mobilisierung von Massenbewegungen jedoch als entscheidend erachtet werden.
Wie beeinflusste die Religion das Prinzip der Gewaltfreiheit?
Die Mitgliedschaft in der Kirche schuf einen bereits existierenden gewaltfreien Rahmen und vermittelte christliche Werte wie die Gleichheit vor Gott, was das politische Handeln in einen rechtstreuen Kontext einbettete.
Kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass das Civil Right Movement eine religiöse Bewegung war?
Nein, die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die Bewegung trotz der starken religiösen Unterstützung durch die Kirchen insgesamt als politische Bewegung einzustufen ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Die "Black Church" und ihr Einfluss auf das politische "Civil Right Movement", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268430