Ausgangslage:
Trotz stark steigendem Güterverkehr im Ostseeraum verliert
der Eisenbahnfährverkehr an Bedeutung. Die Anzahl der
beförderten Waggons sinkt und Eisenbahnfährlinien werden
eingestellt.
Fragestellung:
Was sind die Gründe für den Rückgang des Eisenbahnfährverkehrs?
Welche Zukunft hat das Befördern von Eisenbahnwaggons auf
Fährschiffen?
Inhalte der Arbeit:
Systembetrachtung
• Aufbau und Funktionsweise von Eisenbahnfährschiffen
und -häfen
• historische Entwicklung des Systems Eisenbahnfähre
Marktangebot
• Beschreibung der derzeit betriebenen Fährlinien
• Abfahrten, Transportaufkommen, Schiffseinsatz,
Entwicklung und Zukunft der Eisenbahnfährlinien
Wirtschaftsraum und Verkehrsmarkt
• Handelsbeziehungen und Transportnachfrage im
Ostseeraum
• Modal Split und konkurrierende Verkehrswege
Ergebnis:
Gründe für den Bedeutungsverlust des Eisenbahnfährverkehrs
liegen v.a. in der Entwicklung und dem Erfolg alternativer
Transportmittel und -wege. (Bsp.: RoRo-Verkehr mittels
RollFlats, Öresundbrücke)
Zukünftig wird Eisenbahnfährverkehr nur auf wenigen (politisch
motivierten) Direktverbindungen bestehen bleiben. (Bsp.:
Sassnitz - Ust-Luga; Sassnitz - Trelleborg)
Die Arbeit enthält umfangreiche statistische Daten zur Entwicklung des Transportaufkommens der einzelnen Eisenbahnfährlinien.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
1.1 Fragestellung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Methodik
2 SYSTEMBETRACHTUNG DES EISENBAHNFÄHRVERKEHRS
2.1 Eisenbahnfährschiffe
2.1.1 Historische Entwicklung
2.1.2 Derzeit eingesetzte Eisenbahnfährschiffe
2.1.2.1 RoPax-Fährschiffe
2.1.2.2 Doppelend-Fährschiffe
2.1.2.3 Eisenbahngüter-Fährschiffe
2.2 Eisenbahnfährhäfen
2.2.1 Infrastruktur in den Häfen
2.2.2 Das Verladen von Eisenbahnwaggons
2.2.3 Eisenbahnfährhäfen in der Ostsee
2.2.3.1 Trelleborg
2.2.3.2 Sassnitz
2.2.3.3 Rostock
2.3 Zusammenfassung und Fazit
3 MARKTANGEBOT IM EISENBAHNFÄHRVERKEHR ÜBER DIE OSTSEE
3.1 Deutschland – Dänemark
3.2 Deutschland – Schweden
3.3 Deutschland – Litauen / Russland
3.4 Deutschland – Finnland
3.5 Weitere Eisenbahnfährverbindungen
3.6 Zusammenfassung und Fazit
4 WIRTSCHAFTSRAUM OSTSEE
4.1 Anrainerstaaten
4.2 Außenhandel der Ostseestaaten
4.2.1 Umfang der Handelsbeziehungen
4.2.2 Güterarten im Handel der Ostseestaaten
4.2.3 Relationen im Außenhandel der Ostseestaaten
4.3 Zusammenfassung und Fazit
5 VERKEHRSMARKT OSTSEE
5.1 Bedeutung der Verkehrsträger im Ostseeraum
5.2 Ladungsaufkommen nach Verkehrsträgern im Jahr 2007
5.3 Hinterland der ostseequerenden Verkehrswege
5.4 Zusammenfassung und Fazit
6 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG: ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN DES EISENBAHNFÄHRVERKEHRS IN DER OSTSEE
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit analysiert den massiven Rückgang des Eisenbahnfährverkehrs im Ostseeraum und untersucht dessen Marktchancen sowie zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten. Dabei wird der Eisenbahnfährverkehr nicht isoliert, sondern als notwendiger Bestandteil des Verkehrssystems Eisenbahn betrachtet, dessen Wettbewerbsfähigkeit durch technologische Fortschritte im Straßengüterverkehr und neue Landverbindungen unter Druck geraten ist.
- Analyse der historischen Entwicklung und der technischen Systeme (Schiffe und Häfen)
- Untersuchung des aktuellen Marktangebots an Eisenbahnfährlinien
- Betrachtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Ostseeanrainer
- Beurteilung der Konkurrenz durch Straßengüterverkehr und feste Brückenverbindungen
- Identifikation von Faktoren, die den zukünftigen Fortbestand des Eisenbahnfährverkehrs bestimmen
Auszug aus dem Buch
2.1.2.1 RoPax-Fährschiffe
RoPax-Fähren sind die derzeit am weitesten verbreiteten Schiffstypen für den Fährverkehr auf der Ostsee. Bei diesen Schiffen handelt es sich um Ro/Ro-Schiffe die gleichzeitig umfangreiche Einrichtungen für den Passagierverkehr besitzen. Neben den Ladedecks für den Transport von Straßenfahrzeugen oder Eisenbahnwaggons stehen den Fahrgästen Aufenthaltsräume, Kabinen, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten etc. zur Verfügung. Diese Ausstattung macht die RoPax-Schiffe zu Allround-Fähren mit einem umfangreichen Einsatzspektrum im Ostsee-Fährverkehr. Vorraussetzung für deren Rentabilität ist allerdings ein hohes Passagieraufkommen. Dieses wird im Ostseeraum oftmals auch auf längeren Strecken erreicht, da die Mitnahmemöglichkeit von PKW an Bord der Fähren ein bedeutender Wettbewerbsvorteil im Vergleich zum Flugzeug darstellt. Auf sehr kurzen Strecken hingegen wird der Einsatz dieser Schiffe durch andere Faktoren begrenzt. Dort kann der Einsatz von Doppelend-Fähren zur Einsparung von Wendemanövern und damit zu einer deutlichen Fahrzeitverkürzung führen.
Diese Schiffe besitzen zumeist zwei Ladedecks. Einzig die zwischen Rostock und Trelleborg eingesetzten Fährschiffe „Mecklenburg-Vorpommern“ (Bj. 1996), sowie deren Schwesterschiff „Skane“ (Bj. 1998) wurden nach Umbauarbeiten im Jahr 2003 mit einem dritten Ladedeck für Straßenfahrzeuge ausgerüstet. Für den Transport von Eisenbahnwaggons ist bei diesem Schiffstyp ausschließlich das unterste Ladedeck vorgesehen. Eisenbahnwaggons auf oberen Ladedecks würden durch ihr hohes Gewicht die Schwimmstabilität des Schiffes beeinträchtigen. Somit sind die oberen Ladedecks leichteren Fahrzeugen mit geringeren Anforderungen an Deckbelastbarkeit und Raumhöhe, also v.a. PKW und LKW, vorbehalten. Die Stellplätze auf dem Schienendeck können, je nach Bedarf und Möglichkeit, sowohl von Bahnwaggons als auch von Straßenfahrzeugen benutzt werden. Einige Fährschiffe besitzen zudem Vorrichtungen, die bei Bedarf ein Zwischendeck in das untere Ladedeck einfügen und somit die Ladekapazität v.a. von PKW steigern. Das Verladen erfolgt für Zweideckschiffe über in den Häfen installierte Rampen. Bei Fährschiffen mit drei Ladedecks ist das oberste Deck über schiffsinterne Rampen zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach den Gründen für den Bedeutungsverlust des Eisenbahnfährverkehrs im Ostseeraum dar und definiert die methodische Vorgehensweise.
2 SYSTEMBETRACHTUNG DES EISENBAHNFÄHRVERKEHRS: Hier werden die technischen Grundlagen des Eisenbahnfährverkehrs, insbesondere die Fährschifftypen und die Infrastruktur der spezialisierten Fährhäfen, analysiert.
3 MARKTANGEBOT IM EISENBAHNFÄHRVERKEHR ÜBER DIE OSTSEE: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das aktuelle Leistungsangebot der Eisenbahnfährlinien und die historische Entwicklung des Transportaufkommens auf den einzelnen Routen.
4 WIRTSCHAFTSRAUM OSTSEE: Diese Analyse untersucht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Außenhandelsstrukturen der Ostseeanrainerstaaten, um die theoretische Nachfrage nach Transportleistungen zu bestimmen.
5 VERKEHRSMARKT OSTSEE: Dieses Kapitel betrachtet die Bedeutung der Verkehrsträger, die Güterströme und den zunehmenden Wettbewerb zwischen verschiedenen Transportwegen im Ostseeraum.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG: ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN DES EISENBAHNFÄHRVERKEHRS IN DER OSTSEE: Das Fazit beurteilt die Wettbewerbsfähigkeit des Eisenbahnfährverkehrs und analysiert die Ursachen für dessen negative Entwicklung sowie zukünftige Perspektiven.
Schlüsselwörter
Eisenbahnfährverkehr, Ostsee, Schienengüterverkehr, Bahnbetrieb, Fährschiffe, Eisenbahnfährhäfen, Marktchancen, Transportaufkommen, Außenhandel, RoPax, Kombinierter Verkehr, Logistik, Infrastruktur, Wettbewerbsfähigkeit, Ostseeanrainerstaaten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Rückgang des Eisenbahnfährverkehrs in der Ostsee und bewertet dessen zukünftige Marktchancen und Entwicklungsmöglichkeiten vor dem Hintergrund neuer Infrastrukturprojekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die technische Systembetrachtung von Fährschiffen und Häfen, das aktuelle Marktangebot an Verbindungen, die wirtschaftliche Lage der Ostseeanrainer sowie die Konkurrenz durch alternative Transportwege.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für den signifikanten Bedeutungsverlust des Eisenbahnfährverkehrs seit den 1990er Jahren zu identifizieren und zu klären, ob dieser Rückgang technisch bedingt ist oder durch externe Faktoren wie veränderte Handelswege verursacht wurde.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert im Wesentlichen auf einer Sekundäranalyse statistischer Daten von Reedereien und Hafenbetreibern sowie der Auswertung umfangreicher Fachliteratur, ergänzt durch Berichte und Unternehmensdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Systembetrachtung, eine Darstellung des aktuellen Marktangebots, eine Analyse des Wirtschaftsraums Ostsee und eine Untersuchung des Verkehrsmarktes hinsichtlich konkurrierender Verkehrsträger.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Eisenbahnfährverkehr, Ostsee, Transportaufkommen, RoPax-Fähren, Außenhandel, Infrastruktur und Wettbewerb der Verkehrsträger.
Warum spielt der Eisenbahnfährverkehr heute eine geringere Rolle als in den 1990er Jahren?
Der Rückgang ist primär auf den Bau fester Brückenverbindungen (Großer Belt, Öresund), den Ausbau des Straßengüterfernverkehrs durch EU-Erweiterungen und eine veränderte Güterstruktur im Außenhandel zurückzuführen.
Ist der Eisenbahnfährverkehr aus technischer Sicht ein Auslaufmodell?
Technisch gesehen stehen leistungsfähige Fährschiffe und Häfen zur Verfügung; das System verliert jedoch aufgrund von Nutzungskonkurrenzen durch LKW und der Flexibilitätsvorteile modernerer Transporteinheiten wie Rollflats an Boden.
- Citar trabajo
- Stefan Fritz (Autor), 2009, Die Zukunft des Eisenbahnfährverkehrs in der Ostsee, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126855