Einführung in den Hürdenlauf in einer 9. Klasse

Lehrprobe im Fach Sport - Gymnasium


Unterrichtsentwurf, 2008

16 Seiten, Note: 2+


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsfelder
1.1. Struktur der Lerngruppe
1.2. Äußere Unterrichtsbedingungen

2. Didaktische Voraussetzungen und Bedingungen
2.1. Unterrichtsrelevanz
2.2 Sachanalyse (Struktur des Lerninhalts)
2.3 Didaktische Reduktion

3. Lernziele

4. Methodische Entscheidungen

5. Verlaufsplan

6. Organisationsskizze

7. Literatur

1. Bedingungsfelder

1.1. Struktur der Lerngruppe

Die Klasse 9b/d wird getrenntgeschlechtlich unterrichtet und setzt sich aus 32 Jungen der beiden genannten Klassen zusammen. Ich selber begleite die Klasse seit Beginn des neuen Schuljahres im betreuten Unterricht gemeinsam mit Herrn W. Seit Ende August unterrichte ich in dieser Klasse die Leichtathletikreihe. In den ersten beiden Doppelstunden meines Unterrichts konnte ich mir in der Kürze der Zeit folgendes Bild der Lerngruppe verschaffen: das Interesse und die Motivation für den Sportunterricht im Allgemeinen, aber auch für Leichtathletik und hier die Disziplinen Ausdauer und Weitsprung im Speziellen, kann als durchschnittlich angesehen werden. Trotz des nicht immer bei allen Schülern in der 9. Klasse beliebten Disziplinblocks Ausdauer, war die Mitarbeit aller Schüler stets in Ordnung. Dies konnte vor allem durch die verschiedenen variantenreichen Formen des Ausdauertrainings und die Hinzunahme der zweiten Disziplin Weitsprung erreicht werden. Somit war ein stets abwechslungsreicher und für die Schüler nachvollziehbarer Unterricht und auch ein gutes Arbeitsklima gewährleistet. Es kann festgehalten werden, dass die intrinsische Motivation der Lerngruppe höher sein könnte, andererseits konnten bisher immer alle Schüler zur Mitarbeit motiviert werden.

Das Leistungsbild der Gruppe repräsentiert nach meinen bisherigen Erfahrungen den Durchschnitt für diese Jahrgangsstufe. Dabei ist auch zu beachten, dass ebenso ein gewisses Maß an Heterogenität vorliegt. Neben „echten Leichtathleten“ wie Christian Beucher (Rheinland- und Rheinlandpfalzmeister im leichtathletischen 5- Kampf, mehrfacher Rheinlandrekordhalter), der natürlich aus der Gruppe herausragt, gibt es auch wenige „schwache“ Schüler, die aber in jeder Lerngruppe anzutreffen sind. Auf den Unterricht haben diese Leistungsunterschiede noch keine großen Auswirkungen. Diese können durch angemessene Differenzierung gut aufgefangen werden und in Wettkampf- und Spielformen kann die dort entstehende Dynamik durch entsprechende Gruppeneinteilung für ein ausgeglichenes Lernklima sorgen und für alle Schüler den Spaß an der Leichtathletik verstärken (z.B. Gruppeneinteilungen beim Fahrtspieltraining, oder „Weltrekordstaffellauf“).

Alles in Allem kann trotz der zahlenmäßig sehr großen Klasse von einer lernwilligen und meist disziplinierten Lerngruppe gesprochen werden, wobei letzteres vor allem durch die Größe der Gruppe manchmal etwas in den Hintergrund tritt und einige kleinere „Unruhephasen“ in Kauf zu nehmen sind.

1.2. Äußere Unterrichtsbedingungen

Das Fach Sport wird in der 9. Klasse zweistündig unterrichtet. Dienstags in der 5. und 6. Stunde steht eine Doppelstunde pro Woche zur Verfügung. Die äußeren Unterrichtsbedingungen an der Schule können als überdurchschnittlich gut bezeichnet werden. Dies gilt nicht nur für diese Lehrprobe, sondern für den gesamten Sportunterricht, sowohl in der Halle als auch draußen. Für den Unterricht in der Halle steht eine „verkleinerte“ Dreifachhalle (Handballfeld mit etwas weniger Freiraum als in „normalen“ Dreifachhallen) zur Verfügung. Bei gutem Wetter bietet das Stadion mit extra ausgelagerten Wurf-, Sprung-, und Laufanlagen und Spielwiesen beste Voraussetzungen um ein intensives Arbeiten zu ermöglichen. Ebenso lässt die materielle Ausstattung kaum Wünsche offen. Zusätzlich zu den sechs vorhandenen Übungshürden werde ich noch drei weitere Übungshürden selber mitbringen. Dadurch stehen für alle Schüler genügend Hürden und sonstige Hindernisse (z.B. Bananenkartons) zur Verfügung. Diese Lehrprobenstunde soll, auf Grund der besseren organisatorischen Rahmenbedingungen (Schüler besser im Blick; keine Ablenkung durch andere Klassen), in der Halle stattfinden. Zudem spricht die teilweise doch etwas unsichere Wetterlage im Oktober dafür die Halle dem Stadion vorzuziehen (obwohl diese Lehrprobe prinzipiell auch hier möglich wäre).

Seit den Sommerferien konnte bis auf zwei Doppelstunden (wegen starkem Regen fanden diese Stunden in der Halle statt.) – die erste Stunde nach den Ferien fiel der Projektwoche zum Opfer – in jeder Stunde das Stadion genutzt werden. Somit erstreckte sich die bisherige Leichtathletikreihe auf bisher 8 Doppelstunden, wovon wiederum eine Doppelstunde vor den Herbstferien für die Notengebung Ausdauer und Sprung genutzt wurde. Mit dem Disziplinblock Hürdenlauf wird dann nach den Herbstferien auch die Leichtathletikreihe beendet sein.

2. Didaktische Voraussetzungen und Bedingungen

2.1. Unterrichtsrelevanz

Der Lehrplan weist für die Leichtathletik in der 9. Klasse keine exakte Vorgabe aus, wie viele Stunden Leichtathletik unterrichtet werden sollen (vgl. MfBWW, 1998, S. 64). Dagegen schreibt der schulinterne Stoffverteilungsplan 15 Stunden vor (die nach Anforderungsniveau 1 unterrichtet werden sollten). Prinzipiell wären mit Beendigung des Disziplinblocks Hürdenlauf diese Stundenvorgaben abgedeckt, wobei sicherlich auch im 2. Halbjahr nach den Osterferien nochmals auf die Leichtathletik zurückgegriffen werden kann. Betrachtet man sich die Sachkompetenzen, die der Lehrplan und der schulinterne Stoffverteilungsplan bezüglich der Inhalte zum Thema „Überlaufen von Hindernissen“ vorschreibt/vorschlägt, so sind doch einige Unterschiede hinsichtlich der Anforderungen zu erkennen. Laut Lehrplan wären für die 9. Klassenstufe das Laufen über Hindernisse/Hürden im 3er-/4er-Rhythmus und die Gesamtkoordination (Überlaufen von mindestens drei Hürden) zu schulen. Hier besagt der schulinterne Stoffverteilungsplan, der in weiten Teilen an den Lehrplan angelehnt ist, dass das Laufen über niedrige Hindernisse im Vordergrund stehen sollte. Die Schwerpunktsetzung liegt hierbei auf der Schulung der Rhythmisierung, dem schnellen und flachen Überlaufen und der Steigerung von Abständen und Höhen. Diese letztgenannten Aspekte werden im Lehrplan schon für die Orientierungsstufe vorgeschlagen (vgl. MfBWW, 1998, S. 32). Hier ist also von Seiten unserer Schule eine Modifizierung hin zu einem einfacheren Niveau vorgenommen worden. Die Handreichung des Lehrplans Sport konkretisiert die Angaben zum Hürdenlauf zwar etwas, indem sie bis hin zum stets frequenzbetonten Überlaufen von drei mittleren Hürden im 3er- Rhythmus (ggf. Startphase aus dem Startblock) geht (vgl. PZ, 2001, S. 50). Allerdings geht die Handreichung auch hier über das Niveau des schulinternen Planes hinaus.

Die Lehrprobenstunde stellt nun die dritte Einzelstunde zum Disziplinblock „Hürdenlauf“ dar. In der ersten Einzelstunde vor den Ferien lag der Schwerpunkt auf spielerischer Rhythmusschulung wie z.B. Läufe über Gräben (Markierungen mit Seilen) und unterschiedlicher Kontaktzahl zwischen und innerhalb der Gräben. Zudem wurden bereits flache Hindernisse (1 Bananenkarton) überlaufen, ohne allerdings näher auf technische Details einzugehen. In der zweiten Einzelstunde (Unterrichtsbesuch) lag der Schwerpunkt auf der Rhythmusschulung (vom 5-Schrittrhythmus zum 3er- Rhythmus) und dem Überlaufen von flachen Hindernissen (Bananenkartons). In der heutigen Lehrprobenstunde soll nun erstmals die Hürde zum Einsatz kommen. Hier steht dann die Fragestellung im Mittelpunkt: „Wie wird die erste Hürde möglichst schnell überlaufen?“ Hürdenläufe sind nämlich zunächst einmal Sprintläufe; d.h., wer die Hürden schnell überläuft (und nicht überspringt), wird auch eine bessere Zeit erzielen. Bevor allerdings in den nachfolgenden Stunden auf spezielle Technikelemente wie Schulung von Schwung- und Nachziehbein eingegangen werden kann, sollte meiner Meinung nach das sprintgemäße Überlaufen der ersten Hürde zunächst im Vordergrund stehen.

2.2 Sachanalyse (Struktur des Lerninhalts)

Eingangs stellen sich natürlich erst einmal zwei Fragen: Erstens: „Was ist Hürdenlauf?“ Am 18.08.2008, dem Tag des 110m Hürden Vorlaufs bei den Olympischen Spielen in Peking wurde jedem Zuschauer klar, dass es für Millionen Chinesen DER Sport und mit Liu Xiang DIE Goldhoffnung schlechthin war, die das Volk in nationaler Trauer versinken ließ. Die Faszination dieser zu den „koordinativ- technisch anspruchsvollsten Disziplinen der Leichtathletik“ (Bauersfeld/Schröter, 1979, S. 156) zählenden Laufform ist nicht nur durch das oben geschilderte Ereignis, sondern auch durch die Medien in den letzten Jahren immer hochgehalten worden. Bezüglich des Schulsports gibt es aber auch noch zwei weitere Antwortmöglichkeiten auf diese Eingangsfrage. „Entweder A: Ein ökonomisch, schnelles Geradeauslaufen über regelmäßig stehende, gleich hohe Hindernisse. Oder B: Ein schnelles, wagnishaltiges Aufbrechen und rhythmisch- effizientes Gestalten sowie Einverleiben eines Laufraumes.“ (Lange, 2006, S. 6). Aus Antwort A ergibt sich ein eher enges Sachverständnis, aus Antwort B ein offenes Sachverständnis (Hierzu später mehr in Kapitel 4, oder vgl. Lange, 2006, S. 6f).

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Einführung in den Hürdenlauf in einer 9. Klasse
Untertitel
Lehrprobe im Fach Sport - Gymnasium
Note
2+
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V126857
ISBN (eBook)
9783640370924
ISBN (Buch)
9783640370771
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Hürdenlauf, Klasse, Lehrprobe, Fach, Sport, Gymnasium
Arbeit zitieren
Stefan Scherer (Autor), 2008, Einführung in den Hürdenlauf in einer 9. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126857

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