Eingangs stellen sich natürlich erst einmal zwei Fragen: Erstens: „Was ist Hürdenlauf?“ Am 18.08.2008, dem Tag des 110m Hürden Vorlaufs bei den Olympischen Spielen in Peking wurde jedem Zuschauer klar, dass es für Millionen Chinesen DER Sport und mit Liu Xiang DIE Goldhoffnung schlechthin war, die das Volk in nationaler Trauer versinken ließ. Die Faszination dieser zu den „koordinativ-technisch anspruchsvollsten Disziplinen der Leichtathletik“ zählenden Laufform ist nicht nur durch das oben geschilderte Ereignis, sondern auch durch die Medien in den letzten Jahren immer hochgehalten worden. Bezüglich des Schulsports gibt es aber auch noch zwei weitere Antwortmöglichkeiten auf diese Eingangsfrage. „Entweder A: Ein ökonomisch, schnelles Geradeauslaufen über regelmäßig stehende, gleich hohe Hindernisse. Oder B: Ein schnelles, wagnishaltiges Aufbrechen und rhythmisch-effizientes Gestalten sowie Einverleiben eines Laufraumes.“
Zweitens: „Was ist das Ziel des Hürdenlaufs?“ Dies besteht darin, trotz der Hindernisse eine Strecke von bestimmter Länge in höchstmöglicher Geschwindigkeit zurückzulegen.
Wie diese Thematik in einer 9. Klasse eines Gymnasiums eingeführt werden kann, ist Schwerpunkt der vorliegenden Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsfelder
1.1. Struktur der Lerngruppe
1.2. Äußere Unterrichtsbedingungen
2. Didaktische Voraussetzungen und Bedingungen
2.1. Unterrichtsrelevanz
2.2 Sachanalyse (Struktur des Lerninhalts)
2.3 Didaktische Reduktion
3. Lernziele
4. Methodische Entscheidungen
5. Verlaufsplan
6. Organisationsskizze
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient als Entwurf für eine benotete Lehrprobe im Fach Sport. Das primäre Ziel ist die Vermittlung einer ersten technischen Grundlage für den Hürdenlauf, wobei der Fokus auf dem flachen und schnellen Überlaufen der ersten Hürde liegt, anstatt diese zu überspringen.
- Methodische Einführung in den Hürdenlauf im Schulsport
- Differenzierung der Unterrichtsgestaltung bei heterogenem Leistungsniveau
- Schulung des Hürdenschritts und der Rhythmisierung
- Sicherheitsaspekte und angstreduzierende Maßnahmen im Hindernislauf
Auszug aus dem Buch
2.2 Sachanalyse (Struktur des Lerninhalts)
Eingangs stellen sich natürlich erst einmal zwei Fragen: Erstens: „Was ist Hürdenlauf?“ Am 18.08.2008, dem Tag des 110m Hürden Vorlaufs bei den Olympischen Spielen in Peking wurde jedem Zuschauer klar, dass es für Millionen Chinesen DER Sport und mit Liu Xiang DIE Goldhoffnung schlechthin war, die das Volk in nationaler Trauer versinken ließ. Die Faszination dieser zu den „koordinativ- technisch anspruchsvollsten Disziplinen der Leichtathletik“ (Bauersfeld/Schröter, 1979, S. 156) zählenden Laufform ist nicht nur durch das oben geschilderte Ereignis, sondern auch durch die Medien in den letzten Jahren immer hochgehalten worden.
Bezüglich des Schulsports gibt es aber auch noch zwei weitere Antwortmöglichkeiten auf diese Eingangsfrage. „Entweder A: Ein ökonomisch, schnelles Geradeauslaufen über regelmäßig stehende, gleich hohe Hindernisse. Oder B: Ein schnelles, wagnishaltiges Aufbrechen und rhythmisch- effizientes Gestalten sowie Einverleiben eines Laufraumes.“ (Lange, 2006, S. 6). Aus Antwort A ergibt sich ein eher enges Sachverständnis, aus Antwort B ein offenes Sachverständnis (Hierzu später mehr in Kapitel 4, oder vgl. Lange, 2006, S. 6f).
Zweitens: „Was ist das Ziel des Hürdenlaufs?“ Dies besteht darin, trotz der Hindernisse eine Strecke von bestimmter Länge in höchstmöglicher Geschwindigkeit zurückzulegen (vgl. Quitsch, 1986). Unabhängig davon, ob nun nach geschlossenem oder offenen Sachverständnis vorgegangen wird, ergeben sich für diese Lehrprobenstunde aus der Zielstellung der Disziplin einige wichtige Beobachtungsaspekte im Bewegungsablauf des Überlaufens der Hürden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsfelder: Analyse der Lerngruppe hinsichtlich Motivation und Leistungs heterogenität sowie Beschreibung der äußeren Rahmenbedingungen wie Sporthalle und Materialausstattung.
2. Didaktische Voraussetzungen und Bedingungen: Erörterung der unterrichtlichen Relevanz, der fachwissenschaftlichen Einordnung des Hürdenlaufs und der angewandten didaktischen Reduktion zur altersgerechten Vermittlung.
3. Lernziele: Definition der übergeordneten, psychomotorischen, kognitiven sowie sozial-affektiven Ziele für die geplante Unterrichtseinheit.
4. Methodische Entscheidungen: Begründung des induktiven Vorgehens und Beschreibung der methodischen Schritte zur schülerzentrierten Erarbeitung der Hürdentechnik.
5. Verlaufsplan: Detaillierte tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen inklusive Inhalten, Sozialformen und Medieneinsatz.
6. Organisationsskizze: Grafische Veranschaulichung des Aufbaus der Hindernisbahnen in der Halle für die verschiedenen Übungsphasen.
7. Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen und pädagogischen Quellen.
Schlüsselwörter
Hürdenlauf, Leichtathletik, Sportunterricht, Didaktik, Hürdenschritt, Rhythmisierung, Sprint, Bewegungsablauf, Differenzierung, Schwungbein, Nachziehbein, Unterschenkelkick, Hindernisüberquerung, Schulsport, Bewegungsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Lehrprobenentwurf?
Der Entwurf beschreibt die Planung einer Sportstunde für eine 9. Klasse zum Thema Leichtathletik, speziell den Hürdenlauf.
Welche zentralen Themen werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Einführung der Hürde, die Unterscheidung zwischen Überlaufen und Überspringen sowie die technische Verbesserung des Hürdenschritts.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Hauptziel ist, dass die Schüler lernen, die erste Hürde flach und schnell zu überlaufen, anstatt sie zu überspringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein induktiver, ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei dem die Schüler die technischen Aspekte durch Ausprobieren und gezielte Bewegungsaufgaben selbstständig erarbeiten.
Was umfasst der Hauptteil der Stunde?
Der Hauptteil besteht aus drei Übungsphasen, in denen unter anderem der Unterschenkelkick und der richtige Abdruckabstand geübt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Hürdenlauf, Rhythmisierung, Bewegungsanalyse und methodische Differenzierung im Sportunterricht.
Warum ist das "offene Sachverständnis" laut Autor wichtig?
Es ermöglicht einen flexibleren Zugang zum Hürdenlauf, bei dem der individuelle Bewegungsraum und die rhythmische Effizienz im Vordergrund stehen.
Wie geht der Autor mit der Leistungsheterogenität der Klasse um?
Durch Differenzierungsmaßnahmen wie unterschiedliche Abstände zwischen den Hindernissen, individuelle Markierungen am Boden und optionale Hürdenhöhen.
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- Stefan Scherer (Author), 2008, Einführung in den Hürdenlauf in einer 9. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126857