Den Trick kenne ich - Eine Kampagne zur Betrugsprävention der Schweizerischen Kriminalprävention

Betrugssignale, -strategien und -delikte frühzeitig erkennen und vorbeugen


Fachbuch, 2008

243 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort der Schweizerischen Kriminalprävention

Einleitung des Autors

1. Betrugsmerkmale
1.1. „Nur noch heute!“
1.2. „Zu schön, um wahr zu sein!“
1.3. „Gratis kann teuer sein!“
1.4. „Auch Heuchler müssen sterben...“
1.5. „Haben Sie doch ein Herz...“
1.6. „Das machen alle so...“
1.7. „Gemeinsamkeit kann verbinden oder fesseln!“
1.8. „Mehr Schein als Sein...!“
1.9. „Entwaffnende Ehrlichkeit...“
1.10. „Nur für Sie...“
1.11. „Ich beschütze Sie...“

2. Opfermerkmale
2.1. „Das steht mir zu!“
2.2. „So was gibt es doch nicht!“
2.3. „Ist das echt so einfach?“
2.4. „Ich bin ein Glückskind!“
2.5. „Alle Menschen sind gut!“
2.6. „Mir passiert schon nichts!“
2.7. „Mich kann keiner hereinlegen!“
2.8. „Den Trick kannte ich noch nicht!“
2.9. „Ja, Sie haben recht: 2+2 = 5!“
2.10. „Mir macht keiner was vor!“
2.11. „Immer passiert mir so was!“
2.12. „Ich bekomme ja nie, was mir zusteht!“
2.13. „Irgendwann wird es mir finanziell auch besser gehen! Oder werde ich auch mal Glück haben“
2.14. „Ich will auch, was alle anderen haben!“
2.15. „No Risk, no Fun!“

3. Betrugsanfälligkeit
3.1. Finanzielle Krise
3.2. Krisen
3.3. Stress, Eile, Zeitdruck
3.4. Langeweile
3.5. Ferien
3.6. Grosser Gewinn / Erbe
3.7. Grosser Verlust
3.8. Grosse Sorgen / Ängste
3.9. Grosse Freude (Hochzeit, Geburt)

4. Betrugsdelikte
4.1. Finanzbereich
4.1.1. Anlagebetrug
4.1.2. Projektbetrug
4.1.3. Kreditvermittlungsbetrug
4.1.4. Vorschussbetrug / Nigerianische Betrügerbanden
4.1.5. Bargeldanweisungen (Western Union)
4.1.6. Geschenkkreise
4.1.7. Falschgeld
4.1.8. Angeblicher Lotteriegewinn
4.2. Internet
4.2.1. Auktionen
4.2.2. Kauf
4.2.3. Auto-/Motorradkauf
4.2.4. Nigeria Connection
4.2.5. „Gratis“ Angebote und Abonnements
4.2.6. Phishing
4.2.7. Unseriöse Arbeitsangebote
4.2.8. Angeblicher Lotteriegewinn „Loteria Primitiva“
4.3. Tricks und Fallen
4.3.1. Enkeltrick
4.3.2. Seniorenfahrten
4.3.3. Scharlatane / Lebensberater
4.3.4. Angeblicher Lotteriegewinn
4.3.5. Eintrag in Firmenregister
4.3.6. Timesharing

Nachwort

Literaturverzeichnis

Vorwort Schweizerische Kriminalprävention

„Ich habe bisher über 50‘000.— einbezahlt, damit mein Gewinn endlich ausbezahlt wird. Glauben Sie, dass ich noch auf eine Auszahlung meines Gewinns zählen kann?“ So oder ähnlich tönt es immer wieder von Men- schen, die bei der Schweizerischen Kriminalprävention anrufen und um Rat fragen. Wöchentlich erhalten wir mehrere Anrufe von Menschen, die auf immer neue Formen von Betrug hereingefallen sind; oft unterscheiden sich die Betrugsformen nur geringfügig voneinander und sind seit Jahren bekannt – auffallend häufig wird der Betrug übers Internet initiiert.

Erstaunlicherweise sind die meisten Betrugsopfer extrem anfällig für Be- trugsversuche aus dem Internet. Alle Vorsicht wird da vergessen und freiwillig werden Adressdaten, Kontodaten und viele intime Kenntnisse weitergegeben, um an vermeintlich grosse Gewinne zu gelangen. Dabei vergessen die Opfer dann, dass die Täter diese Informationen weiterge- ben können und sie dadurch noch einmal bedeutend anfälliger für neue Betrugsaktionen sind: Die Täter können eine grosse Vertrautheit mit dem Opfer vorlügen, und das Opfer wähnt sich in vermeintlicher Sicherheit.

Oft werden wegen einiger Franken mehr beim Verkauf eines alten Autos dubiose Arrangements mit dem Käufer eingegangen: Käufer aus Afrika sen- den einen Scheck über einen viel höheren Betrag als beim Verkauf des Autos abgemacht und bitten, den Überschuss dem Spediteur mitzugeben. Und der Verkäufer findet dann heraus, dass der Scheck überhaupt nicht gedeckt war: Das Auto ist weg und damit auch noch der Geldbetrag, der dem Spediteur mitgegeben wurde.

Lotteriegewinne aus dem Ausland bringen die Betrugsopfer häufig dazu, grosse Geldsummen ins Ausland zu zahlen, damit der Gewinn endlich aus dem Ausland in die Schweiz ausbezahlt werden kann: Aber keines der Be- trugsopfer fragt sich, wieso eine ausländische Lotterie einen Gewinn in die Schweiz ausbezahlen sollte, auch wenn das Opfer nie ein Los bei dieser Lotterie gekauft hat.

Ganz viel Geld wird „investiert“, um grosse Vermögen aus einem Land zu bringen. Dabei wird das Betrugsopfer gebeten, ein Bankkonto in der Schweiz zur Verfügung zu stellen, auf welches dann Millionen von Franken gebucht würden. Von diesem Bankkonto werde das Geld dann weiterver- schoben, aber „die Dienstleistungen“ würden mit einem hohen Prozent- satz, typischerweise mit 10% des Vermögens „vergütet“. Bis das „Vermö- gen“ aus dem Ausland in der Schweiz eintrifft, sind dann oft Zahlungen für Anwaltskosten, Banktransfer etc. zu leisten. Viele Opfer haben hundert- tausende von Franken ins Ausland geschickt und dann auf den erhofften Geldsegen gewartet – und nie haben die Opfer auch nur einen Rappen des versprochenenen Geldes gesehen.

Vielfach werden sich die Opfer des Betrugs bewusst. Scham ist einer der Gründe, wieso nicht häufiger über solche Vorfälle gesprochen wird. Über Einbruch oder Diebstahl wird oft diskutiert und auch darüber, wie man sich schützen kann. Aber Scham über seine eigene Gier, die einen dazu verleitet hat, auf einen ganz unverschämten Betrug hereinzufallen, lässt das Opfer schweigen. Viele Betrugsversuche werden nicht bei der Polizei angezeigt, auch weil der Betrug im Ausland stattgefunden hat und die Be- trüger gar nicht mehr zu finden sind. Dabei gibt es offenbar viele Betrugs- opfer: Diese könnten sich organisieren und gemeinsam versuchen, gegen die Betrüger vorzugehen oder wenigstens darüber zu informieren, wie die Betrüger vorgegangen sind, damit solche Betrugsformen in der Schweiz zukünftig keine Chance mehr haben.

Obschon wir keine statistischen Daten über den Umfang der Betrugsvorfäl- le besitzen, stellen wir immer wieder fest, dass viele Menschen Opfer eines Betrugsfalls geworden sind. Wir können nicht mehr über alle Betrugsdelikte informieren, es sind mittlerweile zu viele. Deshalb haben wir uns überlegt, wieso Menschen zu Betrugsopfern werden: Es ist immer eine Kombination von Betrugsmerkmalen, -situationen und Persönlichkeitsmerkmalen, wel- che eine Person für einen Betrugsversuch verwundbar machen.

Im Folgenden haben wir für Sie diese Betrugsmerkmale, Betrugssituatio- nen und Persönlichkeitsmerkmale zusammengestellt, welche auch Sie vielleicht eines Tages zu einem Betrugsopfer machen können. Lesen Sie sich unsere Informationen aufmerksam durch und wenn Sie das nächste Mal das Gefühl haben, ohne grossen Aufwand schnell sehr reich werden zu können, erinnern Sie sich hoffentlich an unsere Informationen. Nehmen Sie sich Zeit und überdenken Sie noch einmal, wieso gerade Sie so unver- hofft profitieren können. Lassen Sie sich nicht drängen und stimmen Sie einem Vertragsabschluss erst zu, wenn Sie mindestens eine Nacht darüber geschlafen haben. Am nächsten Tag sieht der unverhoffte Gewinn dann vielleicht gar nicht mehr so interessant aus.

Martin Boess

Schweizerische Kriminalprävention

Einleitung des Autors

Als ich 2006 das erste Mal mit der SKP darüber diskutiere, die Stopp- Betrugskampage zu überarbeiten, wurde sehr schnell klar, dass wir etwas anderes entwickeln wollten, als nur Delikte aufzählen und sagen, was man nicht tun soll. Dies war auch schon alleine auf Grund des Einfalls- reichtums der Gauner nicht sinnvoll. Diese erfinden neue Methoden und Abwandlungen schneller, als Sie und ich ein Hemd wechseln. Wir such- ten also nach einer besseren Lösung, nach etwas Grundlegenderem.

Schliesslich kam uns die Idee das Thema wie folgt zu gliedern:

- Betrugssignale, also Täterstrategien;
- Opfermerkmale, also welche Eigenschaften die Opfer haben;
- Betrugsanfälligkeit, in welchen Situationen ein Betrug besonders häufig vorkommt, und die
- Betrugsdelikte selbst.

Unsere Arbeitsthese für diese Kampagne ist, wenn bestimmte Betrugssig- nale mit bestimmten Opfermerkmalen in einer bestimmten Situation zu- sammentreffen, ist die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Delikt, bzw. Deliktart erhöht.

Beim Versuch der Vermittlung der Bereiche merkten wir dann auch sehr schnell, dass eine alleinige verbale Darstellung diese Inhalte nicht ausrei- chend transportieren würde. So entwickelten wir das vorliegende System, in dem wir uns auch auf die Bildsprache der Illustrationen und die Kraft der Zitate abstützen. Es war erstaunlich zu sehen, wie viele Zitate es zum Thema Betrug gibt. Es musste also etwas sein, dass die Menschen beschäf- tigt. Im Bereich Betrugssignale führten wir dann noch die Bilder mit optischen Täuschungen ein, um die Leser zum Nachdenken und zum Hinterfragen des „Offensichtlichen“ anzuregen. Da die ehrliche Reflekti- on über vielleicht nicht so „schöne“ Charaktereigenschaften, welche aber letztendlich ein Betrogen werden begünstigen, uns etwas schwierig er- schien, haben wir im Bereich der Opfermerkmale mit Slogans und Fabeln gearbeitet.

Das vorliegende Buch können Sie von vorne nach hinten lesen, einfach durchstöbern, einzelne Seiten aufschlagen und lesen oder kapitelweise durchgehen. Ganz wie es Ihnen gefällt.

Hinweis für Leser, die nicht aus der Schweiz sind: Grundsätzlich sind die Aussagen dieses Buches unabhängig vom Wohnsitz gültig. Täter- oder Op- fermerkmale, bzw. Situationen kennen keine Ländergrenzen. Nur bei den Empfehlungen, ob man Anzeige erstatten soll oder nicht, haben wir uns an die gängige Schweizer Praxis gehalten.

Unser Hauptanliegen ist es, Sie als Leser selbst zum Nachdenken anzure- gen, Situationen und Ereignisse zu hinterfragen, hinter das „Offensichtli- che“ zu blicken und Sie zu Empowern mit potentiellen Betrugssituationen umgehen zu können und vielleicht sagen zu können: „Nicht mit mir, denn den Trick kenne ich!“

Besuchen Sie auch die aktualisierte Webseite zur Kampagne mit vielen weiteren nützlichen Informationen, Links, Adressen und Downloads un- ter: www.den-tick-kenne-ich.ch

Hajo Michels EvolutioNET GmbH

1. Mogliche Betrugsmerkmale

In diesem Kapitel geht es darum, Ihnen die moglichen Betrugsmerkmale vorzustellen. Betruger benutzen immer wieder die gleichen Muster und Strategien, um ihre Opfer zu hintergehen. Die Kenntnis dieser Strategien und das gehaufte Vorkommen mehrerer dieser Strategien sollten Sie miss- trauisch machen. Dabei sollen Ihnen gerade auch die Fragen und die Zita- te helfen, das Thema selbst aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Die optischen Tauschungen sollen Sie inspirieren, das „Offensichtliche", die „Realitat" zu hinterfragen!

1.1. „Nur noch heute, daher greifen Sie jetzt sofort zu..." „Verpassen Sie nicht das Angebot Ihres Lebens!"

„Ich hab sofort gespurt, wenn Entscheidungen falsch waren - auch in der Brieftasche." Karl Handl

- Versucht man, Sie zu hastigen und ubereilten Entscheidungen zu drangen?
- Ist eine Offerte nur heute gultig?
- Gibt es den Sonderpreis nur bis morgen?
- Muss eine Zusage unbedingt jetzt erfolgen?
- Kann der Abschluss nur sofort getatigt werden? Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 21.

1.2. „Zu schon, um wahr zu sein!"

„Gier ist meine Lieblingssunde, damit bekomme ich sie alle." Angeblich der Teufel

- Klingt das Geschaft zu gut, um wahr zu sein?
- Ist die Rendite marktunublich hoch bei geringem bis keinem Risiko?
- Ist es Zufall, dass gerade ich dieses Angebot bekomme? Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 25.

1.3. „Gratis kann teuer sein!"

„There is no such thing like a free lunch" Amerikanisches Sprichwort „Nichts ist teurer als das, was du umsonst bekommst." Aus Japan

- Warum sollte mir jemand, den ich nicht kenne, etwas schenken?
- Warum erhalte ich von einer mir fremden Person plotzlich ein Ge- schenk?
- Welchen Hintergedanken verfolgt mein Gegenuber? Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 29.

1.4. „Auch Heuchler mussen sterben..."

„Das Zeichen eines Heuchlers ist ein dreifaches: Wenn er spricht, lugt er; wenn er verspricht, halt er nicht; und wenn er vertraut, furchtet er." Mohammed

- Wieso will eine mir fremde Person sich plotzlich bei mir einschmei- cheln?
- Ist mein Gegenuber extrem freundlich, verstandnisvoll und uber- schwanglich?
- Gebraucht mein Gegenuber ubermassig viele Superlative? Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 33.

1.5. „Haben Sie doch ein Herz..."

„Die grossartigste Schwache des Menschen ist sein Mitleid." Thomas Nie- derreuther

- Wird ubermassig an Ihre Hilfsbereitschaft appelliert?
- Ist es wirklich fur einen guten Zweck?
- Sie konnten wirklich helfen und etwas Gutes tun! Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 37.

1.6. „Das machen alle so..."

„Kaufen Sie Scheisse, Milliarden Fliegen konnen nicht irren ..." Unbekannt

- Betont Ihr Gegenuber immer wieder, wie viele andere das schon ge- macht haben, oder erwahnt Prominente?
- „Herr XY macht das auch!"
- „Sogar der „DJ Bobo" benutzt das!" Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 41.

1.7. „Gemeinsamkeit kann verbinden oder fesseln!"

„Gleich und Gleich gesellt sich gern." Deutsches Sprichwort

- Ist es nicht merkwurdig, dass mein Gegenuber angeblich viel mit mir gemeinsam hat?
- „Da war ich auch schon in den Ferien!"
- „Meine Oma kommt von da!" Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 45.

1.8. „Mehr Schein als Sein...!"

„Das ist ein bisschen wie in Hollywood: Eine grosse Fassade, aber nichts dahinter." Rudolf Kaske
- Versucht Ihr Gegenuber, Sie mit Titel, Kleidung, grossem Auto oder Buro zu beeindrucken?
- Erklart er Ihnen, welche prominenten Freunde er hat?
- Weist er immer wieder darauf hin, wie viel Geld er schon verdient hat?

Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 49.

1.9. „Entwaffnende Ehrlichkeit..."

„Mit seiner Ehrlichkeit brachte er die Wahrheit jedes Mal in Verlegenheit und zwang sie zu einer Notluge." Nikolaus Cybinski

- Ist Ihr Gegenuber wirklich so ehrlich?
- Handelt Ihr Gegenuber selbstlos?
- Ist Ehrlichkeit nur eine Masche? Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 53.

1.10. „Nur fur Sie..."

„Dummheit ist auch eine Form der Exklusivitat." Moritz Heimann

- Gibt Ihnen Ihr Gegenuber exklusive Informationen, die er angeblich nur Ihnen gibt?
- Gilt das Angebot nur fur Sie?
- Sind Sie der Einzige, dem dieses Geschaft angeboten wird? Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 57.

1.11. „Ich beschutze Sie..."

„Vorsicht und Misstrauen sind gute Dinge, nur sind auch ihnen gegenuber Vorsicht und Misstrauen notig." Christian Morgenstern

- Jagt Ihnen Ihr Gegenuber zuerst Angst vor etwas ein und bietet dann eine Losung fur diese Angst?
- „Gegen die kleine Gebuhr von ..."
- „Naturlich ist es nicht ganz einfach, daher ..." Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 61.

1.1. „Nur noch heute!"

„Nur noch heute, daher greifen Sie jetzt sofort zu... Verpassen Sie nicht das Angebot Ihres Lebens!"

lich hab sofort gespurt, wenn Entscheidungen falsch waren - auch in der Brieftasche." Karl Handl

- Versucht man Sie zu hastigen und ubereilten Entscheidungen zu dran- gen?
- Ist eine Offerte nur heute gultig?
- Gibt es den Sonderpreis nur bis morgen?
- Muss eine Zusage unbedingt jetzt erfolgen?
- Kann der Abschluss nur sofort getatigt werden?

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Was sehen Sie?

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Bild: public domain

„Ein oft gesehenes Madchen und ein oft getragenes Kleid verlieren an Wert." Aus Grossbritannien

Sicherlich wissen Sie, warum Platin so viel kostet. Genau, weil es sehr selten ist. Daraus folgt, wenn es etwas selten gibt, ist es fur uns kostbar und hat einen hohen Preis! Das ist eine uralte Regel, die den Menschen wie instinktmassig eingepflanzt ist. Wenn man es also schafft, Sie glauben zu machen, dass etwas sehr selten ist, so sind Sie eher geneigt einen hoheren Preis dafur zu zahlen.

Wenn jemand es schafft, Ihnen einzureden, das geschliffene Glas sei ein Diamant, so bekommt es fur Sie einen ganz anderen, namlich hoheren Wert.

In dieser Kategorie der moglichen Betrugsmerkmale gibt es noch die Va- riante Zeitdruck.

Nur kurze Zeit zu diesem Preis = Keine Moglichkeit den Preis zu verglei- chen

„Das eben geschieht den Menschen, die in einem Irrgarten hastig werden: Eben die Eile fuhrt immer tiefer in die Irre." Lucius J. Seneca

Die Dauer eines sehr gunstigen Angebotes zeitlich zu begrenzen ist nichts anderes, als eine Verknappung des Gutes herbeizufuhren. Allerdings ver- sucht der potentielle Betruger hier, Sie glauben zu machen, dass sein An- gebot besonders gunstig sei. Der Zweck des Zeitlimits ist immer, Ihnen zu verunmoglichen, das Angebot zu prufen und zu vergleichen. Und wie sagte schon der alte Publilius Syrus: „Nichts kann gleichzeitig hastig und klug erledigt werden."!

Das Keks-Experiment

Im Rahmen einer Marktforschungsstudie bekamen die Teilnehmer Kekse zur Geschmacksbeurteilung. Dabei wurden die gleichen Kekse ein Mal jedem Teilnehmer in einer Schale mit 2 Keksen serviert und ein anderes Mal in einer Schale mit 8 Keksen. Das Ergebnis war, dass alle Teilnehmer die in der 2-Kekse-Schale dargebotenen Kekse als eindeutig schmackhaf- ter und besser beurteilten. (Worchel, Lee Adewole, 1975)

,,Raritaten, die in Massen auftreten, sind extrem selten. Unbekannt

Seien Sie sich der Wirkungsweise des Knappheitsprinzipes bewusst, wel­ches besagt:

- Je knapper ein Gut, desto „besser ist es" und desto hoher ist sein Wert fur uns; das wiederum macht es umso begehrter fur den Menschen!
- Auch eine erlogene Verknappung macht ein Gut fur uns interessant, sofern wir die Luge glauben!
- Eine bevorstehende Verknappung macht Guter interessanter und wert- voller als solche, die schon immer knapp waren!
- Menschen empfinden eine bevorstehende Verknappung als Verlust an Freiheit (Wahlfreiheit) und reagieren darauf, dass sie sich den Zugang zum entsprechenden Gut sichern wollen. Also z.B. es kaufen oder hor- ten!

1.2. „Zu schon, um wahr zu sein!"

„Gier ist meine Lieblingssunde, damit bekomme ich sie alle." Angeblich der Teufel

- Klingt das Geschaft zu gut, um wahr zu sein?
- Ist die Rendite marktunublich hoch bei „geringem bis keinem Risiko"?
- So ein „Zufall", dass gerade Sie dieses Angebot bekommen.

,,Die Welt hat genug fur jedermanns Bedurfnisse, aber nicht genug fur jedermanns Gier." Mahatma Gandhi

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Sehen Sie einen Wurfel? Er ist nicht wirklich da! Betruger nahren die Illusionen, Dinge zu sehen, die nicht da sind!

Der Bau von Luftschlossern kostet nichts. Aber ihre Zerstorung ist sehr teuer." Frangois Mauriac

Plotzlichen Reichtum gibt es nur im Marchen

Leider ist es nur allzu wahr, dass einer der haufigsten Grunde, warum Menschen Opfer von Betrugern werden, in ihrer eigenen Gewinnsucht liegt. Das hat sicher auch damit zu tun, dass Konsum und materieller Be- sitz in unserer Gesellschaft einen derart hohen Stellenwert haben. Wenn man dann so richtig in diese Gier hineingekommen ist, wirkt diese wie ein Wahrnehmungsfilter. Es wird nur noch wahrgenommen, was in das eigene Denkschema passt. Goethe sagte schon: „Ein jeder sieht nur das, was er zu sehen vermag." Menschen tun dann Dinge, die sie normalerweise nicht tun wurden. Glucklich, der gute Freunde hat, die einen darauf aufmerk- sam machen.

Wikipedia definiert Habgier: Habgier oder Habsucht ist das ubersteigerte, rucksichtslose Streben nach materiellem Besitz, unabhangig von dessen Nutzen, und eng verwandt mit dem Geiz, der ubertriebenen Sparsamkeit und dem Unwillen zu teilen.

Ganz nebenbei ist im Christentum die Habgier auch eine der sieben Tod- sunden.

„Nicht reich macht zufrieden - zufrieden macht reich."

Aus dem Schwarzwald

Aber kann man wissenschaftlich erklaren, warum Menschen habgierig sind? Warum Wirtschaftsbosse sich immer mehr in die Tasche stecken und Politiker meinen, es stunde ihnen zu abzusahnen?

Geld als Suchtmittel

Zum einen konnte man die Suchttheorie zurate ziehen, denn vieles von dem, wie sich gierige Menschen gegenuber Geld verhalten, ahnelt diesen Kriterien:

1. Zwanghaftes Benutzen einer Substanz oder Verhaltensweise, die nicht wirklich hilft.
2. Der/die Abhangige beeintrachtigt und schadigt sein/ihr eigenes Le- ben.
3. Die Sucht fuhrt zur Entfremdung von sich selbst, von anderen und von der Welt.
4. Sucht unterscheidet sich von Gewohnheit u.a. dadurch, dass keine freie Entscheidung mehr moglich ist, das Verhalten zu andern.
5. Das ganze Gluck scheint daran zu hangen, dass der/die Suchtige das Suchtmittel bekommen kann.
6. Die Sucht wird verleugnet.
7. Jegliche Eigenverantwortung fur die Sucht wird abgeschoben. (Quelle: Ingrid Suprayan: Geld als Droge?)

Diese Merkmale von Sucht finden sich auch in unserem Umgang mit Geld wieder. Zu denken ware dabei an den haufigen Charakter des Konsums als Ersatzhandlung zum Ausgleich einer inneren Leere. Das Leben insge- samt wird massiv geschadigt. Die Entfremdung von sich, von anderen und von der Welt zeigt sich u.a. im Zockertum an den Borsen. ,Sachzwange' engen den freien Umgang mit Geld und Vermogen mit der Folge ein, dass das Bewusstsein der eigenen Verantwortung fur den Umgang mit Geld verloren geht. Und die allgemeine Tabuisierung des Geldes zeigt, wie sehr unsere Abhangigkeit von der Droge Geld verleugnet wird.

Motivationstheorie

Eine andere These ist die der Motivationstheoretiker. Diese besagt, dass das Streben nach Macht einem der Grundantriebe des Menschen entspricht. Geld wird in unserer Kultur vielfach mit Macht gleichgesetzt oder es bringt Macht. Beim Essen verspuren wir irgendwann ein Sattigungsgefuhl und konnen nichts mehr essen. Bei der Sexualitat ist auch rein physisch irgend­wann ein Zustand erreicht, wo nichts mehr geht. Nur bei der Gier nach Macht/Geld tritt kein wirklicher Sattigungs-, bzw. Befriedigungsgrad ein. (Psychologie Heute 8/2004)

Wahrnehmungsstorung

Andere Spekulationen gehen in die Richtung, dass gierige Menschen ein- fach die Realitat nicht mehr richtig wahrnehmen konnen. Auch das ist sehr plausibel, denn gierige Menschen handeln oft genug absolut unlogisch, bzw. horen selbst auf die wohlgemeinten Ratschlage von besten Freunden nicht mehr.

Die Eule rät - Fragen Sie sich selbst:

- Welche Bedeutung hat Geld für Sie?
- Fur was steht Geld in Ihrem Leben? Kann man das nicht auch anders bekommen?
- Wofur steht Geld in Ihrem Leben? Kann man das nicht auch anders bekommen?
- Wie wussten Sie, ob Menschen Sie selbst oder nur Ihr Geld mogen?
- Waren Sie wirklich glucklicher, wenn Sie viel Geld hatten?

There is no such thing like a free lunch." Amerikanisches Sprichwort

- Warum solIte mir jemand, den ich nicht kenne, etwas schenken?

1.3. „Gratis kann teuer sein!"

- Warum erhalte ich von einer mir fremden Person plotzlich ein Ge- schenk? - Welchen Hintergedanken verfolgt mein Gegenuber?

,Nichts ist teurer als das, was du umsonst bekommst. Aus Japan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sehen Sie das weisse Dreieck?

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Sehen Sie das weisse Dreieck? Tatsachlich ist es nicht da, sondern entsteht nur durch unser Bedurfnis, dem Unsichtbaren eine Form zu geben. Betruger machen Sie auch Dinge sehen, die nicht da sind.

Gratis ^ Umsonst

Wer ein Geschenk annimmt, verliert die Freiheit. Italienisches Sprichwort

Die etwas Alteren unter den Lesern kennen sie vielleicht noch, diese „Hare Krishna" Junger in ihren orangen Gewandern, die unermudlich durch Fussgangerzonen und Flughafen zogen und ihr „Hare Krishna Rama Rama" erschallen liessen. Sie kamen freudestrahlend auf einen zu, druck- ten einem ein Buch in die Hand und sagten: „Dies ist ein Geschenk von uns, mein Freund". Ahm ja, so stand man dann da und hatte plotzlich ein Buch in der Hand, das man gar nicht wollte. Und wehe dem, der jetzt dachte mit Danke und Ade ware es getan und sich davon machen wollte. Mitnichten, denn jetzt trieb der Junger unsere Schuld ein und liess nicht locker, bis man eine „Spende" in der ihm angemessen scheinenden Hohe machte.

Die Hare Krishnas hatten, wohl unbewusst, das Gesetz der Reziprozitat entdeckt und zur „perfekten" Anwendung gebracht.

Reziprozitat, keiner kennt sie, aber sie wirkt so zuverlassig wie die Erd- anziehungskraft. Diese von uns verinnerlichte Gesetzmassigkeit besagt: „Wenn dir jemand etwas gibt, so musst du ihm etwas zuruckgeben!" Das lernen wir von Kind an! Es ist eine wichtige Norm, welche das Zusam- menleben in einer Gemeinschaft erleichtern soll. Das ist auch z.B. in Form von Nachbarschaftshilfe eine hervorragende Sache. In orangen Gewan­dern, als Hare Krishnas, kann sie jedoch schnell zu den apokalyptischen Reitern werden.

Das Joe-gibt-ne-Cola-aus-Experiment

Versuchspersonen wurden unter dem Vorwand, an einer Untersuchung zum Thema Kunstverstandnis teilzunehmen, mit Joe, einem anderen ver- meintlichen Teilnehmer, zusammengebracht. Irgendwann musste Joe mal den Raum verlassen, kam wieder zuruck und brachte einem anderen Teil nehmer eine Cola mit. „Er habe sie gerade im Flur gesehen und gedacht, der Andere moge sicher auch eine." Das „Experiment" lief ab und als es zu Ende war, bat Joe die andere Person darum, ihm einen Gefallen zu tun. Er verkaufe Lose und man konne ein Auto gewinnen. Wenn er mehr Lose verkaufe als die anderen, bekomme er eine Pramie.

Das Ergebnis war: Diejenigen, die eine Cola bekommen hatten, kauften doppelt so viel Lose von ihm, wie die Teilnehmer aus der Kontrollgruppe, welche keine Cola bekommen hatten. Noch erstaunlicher aber war, dass das auch funktionierte, wenn die Teilnehmer, die eine Cola bekommen hatten, zu Protokoll gaben, dass Ihnen Joe eigentlich unsympathisch war.

Menschen sind Energiesparmodelle, sie mochten einen grosstmoglichen Nutzen mit dem geringsten Aufwand erzielen. Das ist normal und OK so. Das Wort „Gratis" hat fur uns eine fast magische Wirkung und ist immer ein Blickfang.

Die Eule rat

- Nehmen Sie keine „Geschenke oder Gefalligkeiten" von Fremden an, wenn Sie keine Gegenleistung erbringen konnen oder wollen!
- Wenn Sie sicher sind, Sie erhalten das „Geschenkoder die Gefalligkeit" nur als taktische Waffe, um Sie zu einem Gegengefallen zu zwingen, brauchen Sie sich dieser unlauteren Absichten nur bewusst zu sein. Das kann Sie aus dem Zwang, etwas zuruckzugeben, befreien. Aber Vorsicht, die Regel wirkt tief. Das Geschenk besser zuruckweisen!
- Bei „Gratisangeboten" sollten Sie den Vertrag und die AGB (Allgemei- nen Geschaftsbedingungen) immer genau lesen. Mitunter ist irgendwo darin doch noch ein Pferdefuss versteckt. Und was Sie unterschrieben haben oder im Internet anklicken (Hiermit anerkenne ich die AGB der Firma XYZ...) kann Folgen haben. Im Zweifel eher verzichten!
- Denken Sie an das Geschenk der Trojaner, da kam auch nichts Gutes raus, im wahrsten Sinne des Wortes!

„Heuchler, ferne von mir! Besonders du widriger Heuchler, der du mit Grobheitglaubst Falschheit zu decken und List." Goethe und Schiller

Wieso will eine mir fremde Person sich plotzlich bei mir einschmei- cheln?

Ist mein Gegenuber extrem freundlich, verstandnisvoll und uber- schwanglich?

Braucht er ubermassig viele Superlative?

„Das Zeichen eines Heuchlers ist ein dreifaches: Wenn er spricht, lugt er; wenn er verspricht, halt er nicht; und wenn er vertraut, furchtet er."

1.4. „Auch Heuchler mussen sterben..."

Mohammed

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Freundliches Lacheln?

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Jedes Lebewesen liebt seinesgleichen, jeder Mensch den, der ihm ahnlich ist." Altes Testament

Allzu grosse Freundlichkeit = Vorsicht

„Die Kunst zu gefallen, ist die Kunst zu tauschen." Marquis de Vauvenargues Tupperpartys sind die nichtbetrugerische Art, sich das Sympathieprinzip zu Nutze zu machen. Eine Freundin ladt Freundinnen ein, und da sie einen Teil des Erloses erhalt, kauft Frau eigentlich bei der Freundin. Nur dadurch ist Tupperware so erfolgreich geworden. Dort hat man erkannt, dass Sympathie das beste Verkaufsumfeld ist.

Sympathie kann man vor allem auch durch Angleichung erreichen. So wird ein potenzieller Betruger also „rein zufallig"

- schon da in den Ferien gewesen sein, wo Sie waren.
- in der gleichen Stadt gewohnt haben oder einen Verwandten haben, der da wohnt.
- das gleiche Hobby haben.
- Kinder mit dem gleichen Namen wie Sie haben.
- usw.

Wohlgemerkt, es geht nicht darum, Misstrauen gegen freundliche Men­schen zu schuren. Freundlichkeit gehort fur einen Kaufmann dazu, nicht umsonst sagen die Chinesen: "Wer kein freundliches Gesicht hat, darf kei- nen Laden aufmachen."

Experiment: Komplimente und Schmeicheleien

Manner mussten sich die Kommentare anderer Manner anhoren, welche von ihnen einen Gefallen erwarteten. Einige Manner horten nur positi­ve Stellungnahmen, andere positive und negative Statements zur eigenen Person und die letzte Gruppe nur Negatives. Drei Ergebnisse kamen dabei heraus:

Die Personen, die nur Positives gesagt hatten, waren am beliebtesten. Auch wenn den Horern klar war, dass man ihnen das nur sagte, damit sie einem den Gefallen taten, so machte das fast keinen Unterschied. Auch wenn die Komplimente gar nicht zutrafen, verfehlten sie doch nicht ihre Wirkung.

(Drachmann, deCarufel & Insko, 1978)

Die Eule rat

- Vorsicht bei allzu grosser Freundlichkeit!
- Vorsicht bei Leuten, die einem allzu ahnlich sein wollen!
- Vorsicht bei Leuten, die viele Komplimente machen!

1.5. „Haben Sie doch ein Herz..."

,Die grossartigste Schwache des Menschen ist sein Mitleid.' Thomas Niederreuther

Wird ubermassig an Ihre Hilfsbereitschaft appelliert?

„Es ist fur einen guten Zweck..."

„Sie konnten wirklich helfen und etwas Gutes tun."

„Die Menschen sind da, um einander zu helfen, und wenn man eines Menschen Hilfe in rechten Dingen notig hat, so muss man ihn dafur an- sprechen. Das ist der Welt Brauch und heisst noch lange nicht betteln." Gotthelf

„Man kann nicht allen helfen, sagt der Engherzige und hilft keinem.

Ebner Eschenbach

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Was sehen Sie?

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Bild: public domain

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Mitleid und Mitgefuhl werden nur allzu gern von potenziellen Betrugern geweckt

„Das Schild der Humanitat ist die beste, sicherste Decke der niedertrachtigsten Gaunerei. Johann Gottfried Seume

Das Vortauschen einer Notlage oder eines grossen Unglucks ist eine be- liebte Methode von Betrugern. Es lasst sich auch einfach erklaren, warum das immer wieder so erfolgreich ist. Wir werden als Menschen konditi- oniert, Mitgefuhl zu haben und anderen Menschen in Notlagen zu hel­fen. Dies ist ein notwendiges Programm fur das Miteinanderleben in einer Gemeinschaft. Als Christ ist man zur Nachstenliebe und Hilfe geradezu „verpflichtet". Moslems ist die Hilfe an Bedurftigen genauso anerzogen. Mitunter sind ungeschriebene Gesetze die starksten.

Menschen reagieren mit einem «Klick-surr» Verhalten wenn sie die Stich- worte „fur einen guten Zweck" oder „...Helfen Sie..." horen. «Klick-surrs» sind Programme, welche wir alle in uns tragen, welche von einem Schlus- selreiz ausgelost werden und dann eine bestimmte Handlungsfolge akti- vieren. Beispiele:

Reiz : rote Ampel; Handlungsabfolge: Sie bleiben stehen.

Reiz: Kondukteur kommt; Handlungsabfolge: Sie zucken Ihren Fahr- schein.

Reiz: Jemand schreit Hilfe; Handlungsabfolge: Sie gehen und helfen. Experiment Keksverkauf Fur einen guten Zweck sollten auf einem Unigelande Kekse verkauft wer­den. Der Stand wurde aufgebaut, aber ganz wenige blieben stehen oder kauften gar.

Eine junge Frau wurde damit beauftragt, Passanten anzusprechen und zu fragen: „Mochten Sie gerne einen Keks kaufen?" Das Ergebnis: Nur 2 von 30 kauften etwas.

Anschliessend fragte die junge Frau die Passanten: „Mochten Sie gerne einen Keks kaufen, es ist fur einen guten Zweck, das Poverello Haus."
(Eine ansassige und bekannte Organisation, die Obdachlosenspeisungen durchfuhrt.) Das Ergebnis: Jetzt kauften 12 von 30 Angefragten. Die junge Frau fragte: „Mochten Sie gerne einen Keks kaufen, es ist fur einen guten Zweck, das Levine Haus." (Erfundener Name, namlich der des Versuchsleiters, also kein guter Zweck.) Das Ergebnis verbluffte, denn 11 von 30 kauften etwas.

Kein einziger der Angesprochenen fragte, was denn die jeweiligen Hauser machten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Levine 214ff.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 243 Seiten

Details

Titel
Den Trick kenne ich - Eine Kampagne zur Betrugsprävention der Schweizerischen Kriminalprävention
Untertitel
Betrugssignale, -strategien und -delikte frühzeitig erkennen und vorbeugen
Autor
Jahr
2008
Seiten
243
Katalognummer
V126861
ISBN (eBook)
9783640324460
Dateigröße
14985 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betrug, Betrugsprävention, Anlagebetrug, Opfermerkmale, Tätermerkmale, Tätesignale, Internetbetrug, Betrugsmethoden, Betrugsdelikte, Schweizerische Kriminalprävention
Arbeit zitieren
Hajo Michels (Autor), 2008, Den Trick kenne ich - Eine Kampagne zur Betrugsprävention der Schweizerischen Kriminalprävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126861

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