Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema Nachwuchstraining bei Kindern und Jugendlichen. Kinder werden zumeist als kleine Erwachsene angesehen und mit diesen auch verglichen, aber das ist im Training eben nicht möglich. Es gibt physiologische, metabolische und auch psychologische Faktoren, die sich bei Kindern noch entwickeln müssen und diese den Unterschied zu den Erwachsenen darstellen.
Ein offensichtliches Beispiel für einen dieser Unterschiede ist der ständige Bewegungsdrang von Kindern. Erwachsene sehen Bewegung zumeist als anstrengend an, während Kinder, die mit Bewegung verbundene Anstrengung zumeist als weniger stark empfinden. Grundsätzlich kann man sagen, Kinder müssen sich bewegen und das in einem großen Ausmaß, aber man darf sie nicht überfordern, was Bewegung angeht. Eine Überforderung hat ebenso negative Konsequenzen, wie es eine Unterforderung hat.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen
Wachstum allgemein
Wachstum und passiver Bewegungsapparat
Wachstum und Muskulatur
Akzeleration und Retardierung
Pubeszenz und Adoleszenz
Wachstum und Thermoregulation
Wachstum und Gehirnentwicklung
Stoffwechsel
Überblick der Besonderheiten
Sport und Training in den verschiedenen Phasen
Vorschulalter
Frühes Schulkindalter
Spätes Schulkindalter
Erste puberale Phase
Zweite puberale Phase
Zwischenfazit
Nachwuchstraining am Beispiel Fußball
Grundsätzliche Grundlagen
U6/U7 (Bambini)
U8/U9 (F-Jugend)
U10/U11 (E-Jugend)
U12/13 (D-Jugend)
U14/U15 (C- Jugend)
Trainingsideen
Trainingsetappen im Nachwuchstraining am Beispiel Leichtathletik
Grundlagentraining
Aufbautraining
Ausdauer
Methoden des Ausdauertrainings
kontinuierliche Belastung
wechselnde Belastung
Fahrtspiel
Intervalltraining
Wiederholungsmethode
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Semesterarbeit erörtert die physiologischen, metabolischen und psychologischen Besonderheiten des Kindes- und Jugendalters im Kontext eines altersgerechten Sporttrainings. Ziel ist es, ein Verständnis für entwicklungsspezifische Anforderungen zu vermitteln, um die Trainingsgestaltung im Nachwuchsbereich sowohl effektiv als auch gesundheitsschonend zu optimieren.
- Physiologische Wachstums- und Entwicklungsphasen
- Konditionelle und koordinative Trainierbarkeit in Abhängigkeit vom Alter
- Methoden und Ansätze im fußballspezifischen Nachwuchstraining
- Trainingsetappen in der Leichtathletik inklusive Ausdauermethodik
- Bedeutung von Regeneration und Überforderungsprophylaxe
Auszug aus dem Buch
Wachstum und passiver Bewegungsapparat
Zum passiven Bewegungsapparat zählen Knochen, Gelenke, Bänder, Knorpel, Sehnen und Bandscheiben. Aus Forschungen wissen wir, dass die Empfindlichkeit dieses Apparates größer ist, je höher die Wachstumsgeschwindigkeit ist. Jeder pubertierende Jugendliche hat eine andere Wachstumsgeschwindigkeit und somit gibt es für jeden einen individuellen Belastbarkeitsgrad. Der Belastbarkeitsgrad bestimmt auch zum Teil die körperliche Leistungsfähigkeit.
Grundsätzlich wissen wir, dass der Knochen bei Jugendlichen biegsamer ist, aber dafür weniger zug- und druckfest, als bei Erwachsenen und das wiederum sorgt für einen niedrigeren Belastbarkeitsgrad. Gleiches gilt auch für Sehnen und Bänder, die eine verminderte Zugfestigkeit aufweisen. Hohe Belastungen schädigen das im Wachstum sehr sensible Knorpelgewebe und auch die Wachstumsfugen. Training, mit submaximalen Belastungen, fördert aber das Wachstum im positiven Sinnen.
Somit halten wir fest, dass richtiges Training, mit submaximaler Belastung in der Wachstumsphase, das Wachstum positiv beeinflusst und anreizt. Aber Achtung, denn ist einmal etwas Gewebe zerstört, durch zu hohe Belastungen, kann es nicht mehr rekonstruiert werden (point of no return).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der physiologischen und psychologischen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen im Training sowie Vorstellung der inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit.
Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen: Analyse biologischer Wachstumsprozesse, der Belastbarkeit des passiven Bewegungsapparates und stoffwechselspezifischer Erfordernisse im Heranwachsen.
Überblick der Besonderheiten: Synthese der zuvor genannten Aspekte und Betonung von Erholung und geschlechterspezifischen Unterschieden.
Sport und Training in den verschiedenen Phasen: Detaillierte Darstellung der motorischen Entwicklungsphasen vom Vorschulalter bis zur Adoleszenz inklusive Identifikation der sensiblen Lernphasen.
Zwischenfazit: Reflektion der erarbeiteten Grundlagen und Überleitung zur praktischen Anwendung im Vereins- und Leistungssport.
Nachwuchstraining am Beispiel Fußball: Darstellung pädagogischer Grundlagen und altersspezifischer Trainingsschwerpunkte beginnend bei den Bambini bis zur C-Jugend.
Trainingsetappen im Nachwuchstraining am Beispiel Leichtathletik: Erläuterung der langfristigen Leistungsaufbaustufen vom Grundlagen- bis zum Aufbautraining.
Ausdauer: Definition und physiologische Differenzierung verschiedener Ausdauerformen im Kontext des Laufsports bei heranwachsenden Athleten.
Methoden des Ausdauertrainings: Vergleich technischer Belastungsformen wie kontinuierliche und wechselnde Belastung sowie spezifischer Trainingsmethoden wie Intervall- und Wiederholungstraining.
Schlüsselwörter
Nachwuchstraining, Wachstumsphasen, Kinderleichtathletik, Fußballtraining, Ausdauertraining, Koordination, sensible Phasen, Belastbarkeit, biologisches Wachstum, Leistungsaufbau, Trainingsmethodik, Jugendleichtathletik, Stoffwechsel, motorische Entwicklung, Trainingssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen und wichtigen Aspekte des Nachwuchstrainings im Sport und arbeitet heraus, wie altersgerechtes Training unter Berücksichtigung von Wachstumsprozessen gestaltet werden sollte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind physiologische Besonderheiten beim Wachstum, die Einteilung in motorische Entwicklungsphasen sowie die praktische Umsetzung des Trainings in den Sportarten Fußball und Leichtathletik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, Trainern und Interessierten ein Verständnis dafür zu vermitteln, warum Kinder keine "kleinen Erwachsenen" sind und wie man durch Berücksichtigung biologischer Entwicklungsstände Überforderungen vermeidet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Abhandlung verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung basierend auf fachspezifischer Literatur zur Sportbiologie sowie methodischen Quellen aus den Bereichen Fußball- und Leichtathletiktraining.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse kindlicher Entwicklungsbesonderheiten und deren Anwendung auf Trainingseinheiten in Fußball und Leichtathletik sowie die methodische Gestaltung des Ausdauertrainings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Semesterarbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Nachwuchstraining, sensible Phasen, Wachstumsbiologie, Trainingssteuerung, Ausdauer und koordinative Fähigkeiten geprägt.
Warum ist eine exakte Belastungsdosierung gerade bei Kindern so kritisch?
Da der passive Bewegungsapparat im Wachstum – insbesondere Knorpelgewebe und Wachstumsfugen – sehr sensibel auf hohe Belastungen reagiert, können irreparable Schäden entstehen, die als "point of no return" bezeichnet werden.
Welche Rolle spielt das sogenannte "Goldene Lernalter" im Sport?
Das "Goldene Lernalter" ist eine Schlüsselphase für Bewegungserfahrungen; was in diesem Alter versäumt wird, lässt sich später häufig nur mit einem exponentiell hohen Mehraufwand erlernen.
Warum unterscheidet sich die Schweißbildung bei Kindern signifikant von Erwachsenen?
Kinder haben ein anderes Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpervolumen, wodurch sie bei Hitze eine verzögerte Schweißbildung zeigen und somit eine langsamere körpereigene Kühlung aufweisen.
Was unterscheidet das Fahrtspiel vom Intervalltraining?
Während beim Intervalltraining geplante Pausen zum Zweck der Erholung integriert sind, erfolgt die Intensitätssteuerung beim Fahrtspiel spielerisch und variabel, oft bedingt durch das Gelände.
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- Luca Jost (Autor), 2020, Nachwuchstrainings mit Anregungen zum Fußball und der Leichtathletik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268650