In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der in den letzten Jahren und in der
Vergangenheit stark diskutierten Frage nach der Integration, nach der gemeinsamen
Erziehung und Bildung behinderter und nicht behinderter Kinder und Jugendlicher in der
Sekundarstufe.
Da Integration selbst ein sehr weit gefasster Begriff ist, habe ich mich entschieden, Integration
an einem konkreten Beispiel darzustellen und zu analysieren.
Hier schien mir der Hamburger Schulversuch, Integrationsklassen aus der Grundschule in die
Sekundarstufe I in Gesamtschulen oder Haupt- und Realschulen weiter zu integrieren, die
geeignete Rolle erfüllen zu können.
Es ist deutlich zu unterstreichen, dass die wissenschaftliche Bewertung der Schulversuche
allgemein insgesamt nicht eindeutig positiv oder negativ ist. Bei Bewertungen werden
Probleme der Schulorganisation aufgedeckt, z.B. die fehlende technische Ausstattung oder
Mängel in der Lehrerqualifikation oder sogar das überholte Jahrgangsklassensystem, aber
man ist nicht in der Lage eine eindeutige Beurteilung anzugeben.
Auf den folgenden Seiten soll der Überblick zu diesem Hamburger Schulversuch gegeben
werden.
Bevor der eigentliche Schulversuch beschrieben wird, wird im ersten Kapitel der Begriff der
Integration erläutert.
In weiteren Kapiteln werde ich auf Problemfelder des Schulversuches eingehen,
Entwicklungsschritte und konkrete diskussionswürdige Themen beschreiben.
Da dieses Thema sehr umfangreich ist, werden Themenschwerpunkte beschreiben, z.B. die
Diskussion um die Leistungsbewertung oder die Rolle des Sonderpädagogen in der I-Klasse,
andere Themen, wie z.B. die Rolle des Sonderpädagogen, konnten nicht berücksichtigt
werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Der Begriff der Integration
1.2. Die Entwicklung des Schulversuchs
1.2.1. Beginn und Ausweitung des Schulversuchs
1.2.2. Strukturelle Voraussetzungen in den Schulen
1.2.3. Rahmenbedingungen des Schulversuchs
1.2.4. Entwicklungen in den Schulen
1.2.5. Situation der Integrationsklassen in den Schulen
1.2.6. Situation des Lehrerkollegiums in den Schulen
1.3. Strukturen in den Klassen
1.3.1. Kinder mit Behinderungen in der Sekundarstufe I
1.3.2. Klassenzusammensetzungen
1.3.3. Entwicklungen in den Klassen
2. Die Situation des Sonderpädagogen
2.1. Erwartungen an den Sonderpädagogen
2.2. „Meine Rolle als Sonderpädagoge“
3. Organisationsstrukturen der Organisation in der Gesamtschule
3.1. Erfahrungen im Wahlpflichtbereich
3.2. Erfahrung in der äußeren Leistungsdifferenzierung
4. Leistungsbewertung
5. Beispiele für behinderte Schüler und ihre Entwicklung
6. Erkenntnisse aus dem Schulversuch
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entwicklungsrichtungen und die praktische Umsetzung der Integration behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher in Hamburger Schulen der Sekundarstufe I. Ziel ist es, am Beispiel des Hamburger Schulversuchs die strukturellen Herausforderungen, die Rolle des pädagogischen Personals sowie die Auswirkungen auf den Unterrichtsalltag und die Leistungsbewertung zu analysieren.
- Strukturelle Rahmenbedingungen der Integrationsklassen
- Rollenbild und Belastungsfaktoren der Sonderpädagogen
- Auswirkungen der äußeren Leistungsdifferenzierung ab Klasse 7
- Diskurs um die Leistungsbewertung (Bericht- vs. Ziffernzeugnisse)
- Entwicklungsverläufe beispielhafter Schüler
Auszug aus dem Buch
2.1. Erwartungen an den Sonderpädagogen
Sonderpädagogen erleben sich mit überhöhten Erwartungen konfrontiert. Fachlehrer erwarten im Fachunterricht z.B. besondere Arbeitshilfen, methodische Verfahren zur unterrichtlichen Betreuung von behinderten Schülern. Pädagogenteams erhoffen sich auf diese Art und Weise ein angemesseneres Verständnis der Schüler mit Behinderung. Die Tatsache, dass der Sonderpädagoge auch erst einmal wahrnehmen, entziffern und interpretieren muss, wird an dieser Stelle nicht berücksichtigt. Die Konsequenz ist, dass der Sonderpädagoge sich in einer Drucksituation befindet.
Fachlehrer können mit behinderten Schülern schnell überfordert werden, so dass sich in ihnen ein Schutzreflex ausbildet, dass sie sich als die nicht geeigneten Personen für die Auseinandersetzung mit behinderten Schülern ansehen. Sie delegieren Schüler mit Behinderungen an die Sonderpädagogen. An dieser Stelle sein zu erwähnen, dass der Sonderpädagoge nicht unbedingt ein Spezialist für das behinderte Kind sein muss, weil er eine andere Fachrichtung studiert hat, die der auftretenden Behinderung nicht entspricht. An dieser Stelle kommt es zu einer Entspezialisierung der Sonderpädagogenrolle. Ebenfalls muss gesagt werden, dass der Sonderpädagoge mit seinen 13 Unterrichtsstunden, die er in der I-Klasse verbringt auch nicht immer in der Klasse ist um dem Fachlehrer zu „helfen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Integrationsbegriffs im Kontext des Hamburger Schulversuchs in der Sekundarstufe I.
2. Die Situation des Sonderpädagogen: Analyse des veränderten Rollenprofils, der Belastungen und der Diskrepanz zwischen realer Tätigkeit und professionellem Anspruch.
3. Organisationsstrukturen der Organisation in der Gesamtschule: Betrachtung der Auswirkungen von äußerer Differenzierung und Wahlpflichtfächern auf den integrativen Lernprozess.
4. Leistungsbewertung: Diskussion der Problematik der Notengebung bei heterogenen Lerngruppen und der Entwicklung hin zu Ziffernzeugnissen.
5. Beispiele für behinderte Schüler und ihre Entwicklung: Darstellung von Einzelfallbeispielen, die Erfolge und Herausforderungen im Integrationsverlauf illustrieren.
6. Erkenntnisse aus dem Schulversuch: Abschließende Thesen zur Effektivität der multiprofessionellen Arbeit und zum Paradigmenwechsel in der Schule.
Schlüsselwörter
Integration, Sekundarstufe, Sonderpädagogik, Gesamtschule, Integrationsklassen, Inklusion, Schulentwicklung, Leistungsbewertung, multiprofessionelles Team, Förderbedarf, Differenzierung, Wahlpflichtunterricht, Schulversuch, soziale Integration, Hamburger Schulen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen und Entwicklungsverläufe des Hamburger Schulversuchs zur Integration behinderter Kinder in den Klassen der Sekundarstufe I.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der strukturellen Organisation, der Rolle der Sonderpädagogen, der Leistungsbewertung und der Gestaltung von Lernumgebungen in Gesamtschulen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Darstellung der Integrationspraxis, um aufzuzeigen, wie sich pädagogische Anforderungen und Strukturen über die Schuljahre verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine fallbezogene Analyse auf Basis vorliegender Projektdaten und Berichte des Hamburger Schulversuchs inklusive einer Befragung zu Tätigkeitsfeldern von Sonderpädagogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Schulentwicklung, der Situation der Lehrkräfte, den Auswirkungen von Differenzierungsmaßnahmen nach der Grundschule und konkreten Schülerbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Integration, Sonderpädagogik, Gesamtschule, multiprofessionelle Teamarbeit und Leistungsdifferenzierung sind zentrale Begriffe.
Warum wird der Wechsel in die Sekundarstufe als kritisch für die Integration beschrieben?
Der Wechsel führt durch die äußere Leistungsdifferenzierung ab Klasse 7 zu einer Aufteilung in getrennte Lerngruppen, was den ursprünglich integrativen Klassenverband untergräbt.
Welche Rolle spielt die Leistungsbewertung für den Erfolg der Integration?
Die Bewertung ist ein Konfliktfeld, da die Notwendigkeit einer individualisierten Rückmeldung mit dem Wunsch nach Vergleichbarkeit durch Noten und dem Bedürfnis nach Normalisierung kollidiert.
- Quote paper
- Kamila Urbaniak (Author), 2003, Integration in der Sekundarstufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12687