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Der Kriegsschauplatz Indien im Siebenjährigen Krieg. Sichtweisen europäischer Kriegsteilnehmer auf den 3. Karnatischen Krieg

Title: Der Kriegsschauplatz Indien im Siebenjährigen Krieg. Sichtweisen europäischer Kriegsteilnehmer auf den 3. Karnatischen Krieg

Master's Thesis , 2019 , 89 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Die Arbeit gibt einen Überblick über einen der ersten Weltkriege, seine Ursachen, Auslöser und den groben Verlauf; der Forschungsstand gibt einen Überblick über die verschiedenen Sichtweisen zu diesem Thema, während der Schwerpunkt auf der Quelleninterpretation zu den französischen und englischen Kriegsanstrengungen und deren "heimischer" Deutung liegt.

Den Blick auf Indien aus europäischer Sicht während des Krieges soll die vorliegende Arbeit thematisieren, da dieses Thema – wenn überhaupt – nur in älteren Werken angesprochen wird. Daher soll zunächst der Forschungsstand zu diesem Thema skizziert werden, von dem ausgehend der Frage nachgegangen werden soll, wieso der Krieg in Nord-Amerika und vor allem in Europa in der Forschung so viel mehr Aufmerksamkeit erfuhr als der in Indien, um darauf aufbauend kurz den Kriegsverlauf (mit besonderem Fokus auf Indien) darzulegen. Auf dieser Grundlage sollen dann exemplarisch ausgewählte Quellen nach der jeweiligen Quellenkritik analysiert und interpretiert werden, die in Form eines Memorandums bzw. einer politischen Untersuchung die Sichtweise Großbritanniens bzw. Frankreichs auf den indischen Teil des Krieges widerspiegeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsüberblick und Chronologie

3 Der indische Subkontinent am Vorabend des Krieges 1756

3.1 Das Mogulreich bis 1756

3.2 Die europäischen Handelskompanien

3.2.1 Die East India Company

3.2.2 Die Compagnie des Indes

3.2.3 Die Vereenigde Oostindische Compagnie

4 Der Siebenjährige Krieg

4.1 Auf dem europäischen Schauplatz

4.2 Auf dem nordamerikanischen Schauplatz

5 Der Dritte Karnatische Krieg

5.1 Ziele der Kriegsteilnehmer

5.2 Die Sichtweisen der europäischen Kriegsteilnehmer

5.2.1 The Revolution in Bengal

5.2.2 Le politique Indien

5.3 Ausblick und Bedeutung des Dritten Karnatischen Krieges

6 Zusammenfassung

7 Quellen- und Literaturverzeichnis

7.1 Quellenverzeichnis

7.2 Literaturverzeichnis

8 Anhang

8.1 Vorder-Indien

8.2 Gangesdelta

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den indischen Kriegsschauplatz („Dritter Karnatischer Krieg“) während des Siebenjährigen Krieges. Das Ziel ist es, die spezifischen indischen Interessen und deren Verflechtung mit dem globalen Konflikt zwischen Großbritannien und Frankreich durch die Analyse zeitgenössischer Quellen (Memoranden) offenzulegen und die bisherige Forschungslücke zu schließen, die Indien oft nur als Randerscheinung behandelte.

  • Forschungsstand und Historiographie des Siebenjährigen Krieges mit Fokus Indien
  • Die Machtstrukturen des Mogulreichs und die Akteure vor Ort
  • Wirtschaftliche und politische Rolle der Handelskompanien (EIC, CdI, VOC)
  • Vergleichende Quellenanalyse von Campbell/Watts und Roubaud zur Rechtfertigung der militärischen Handlungen

Auszug aus dem Buch

5.2.1 The Revolution in Bengal

Unter dem Titel „Memoirs of the Revolution in Bengal Anno. Dom. 1757. By which Meer Jaffeir was raised to the Government of that Province, together with those of Bahar and Orixa. Including the Motives to this Enterprize; the Method in which it was accomplished; and the Benefits that have accrued [sic!] from thence to that Country, our United Company trading to the East Indies, and to the British Nation“ veröffentlichten John Campbell und William Watts 1760 die Darstellung der Ereignisse aus britischer Sicht.

Wie man bereits dem Titel entnehmen kann, handelt es sich bei dieser Quelle um die Memoiren bzw. im weiteren Sinne um eine historische Darstellung der Herren Watts und Campbell, da die geschilderten Begebenheiten keiner Person direkt zugeordnet werden können bzw. kein lyrisches Ich/Wir spricht und kein Unterschied zwischen selbst Erlebtem und von anderen Geschildertem gemacht wird. Darüber hinaus verrät bereits der Titel, dass die Ereignisse der Jahre 1756–1761 als ‚Revolution‘ gesehen werden. Dennoch oder gerade deshalb handelt sich um eine authentische Quelle, die in sehr gutem Schriftbild verfügbar ist, das von Gale Cengage Learning digital bereitgestellt wird. Im Folgenden wird die Schilderung von Campbell und Watts chronologisch analysiert werden, wobei ein Großteil der Kritik und Interpretation in die Fußnoten verlagert wurde, um im Text den roten Faden beibehalten zu können.

Die Verfasser beginnen ihre ‚Memoiren‘ bereits im Vorwort mit der Bekanntgabe des Zieles zu zeigen, „how one of our finest Settlements in the East Indies was suddenly sacked and subverted by the Impetuosity of a young Man, intoxicated with Sovereign Power“, den man erst im Hauptteil als Siraj ud-Daulah kennenlernt. Kurz darauf folgt ein Lob auf die königlichen Streitkräfte, ohne die alles verloren gewesen wäre und die den Namen Großbritannien wieder reingewaschen hätten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema des bisher in der Forschung vernachlässigten indischen Schauplatzes des Siebenjährigen Krieges.

2 Forschungsüberblick und Chronologie: Skizzierung der bestehenden Forschungsliteratur und Begründung der Bedeutung des Themas in den globalen Konfliktstrukturen.

3 Der indische Subkontinent am Vorabend des Krieges 1756: Analyse der politischen Lage im Mogulreich und der Rolle der drei europäischen Handelskompanien.

4 Der Siebenjährige Krieg: Darstellung des globalen Konflikts mit Fokus auf die Schauplätze in Europa und Nordamerika als notwendiger Hintergrund für die indischen Ereignisse.

5 Der Dritte Karnatische Krieg: Zentrale Analyse des indischen Konflikts zwischen Briten und Franzosen anhand von zeitgenössischen Memoranden und politischen Untersuchungsschriften.

6 Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse zur rechtlichen und politischen Bewertung der britischen Intervention in Bengalen.

7 Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und historischer Fachliteratur.

8 Anhang: Visualisierung der territorialen Veränderungen durch historisches Kartenmaterial.

Schlüsselwörter

Siebenjähriger Krieg, Dritter Karnatischer Krieg, British East India Company, Compagnie des Indes, Siraj ud-Daulah, Robert Clive, Bengalen, Mogulreich, Kolonialpolitik, Handelsmonopole, Schlacht bei Plassey, Indien, globale Konflikte, Souveränität, Quellenkritik

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptanliegen der Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Ereignisse in Indien während des Siebenjährigen Krieges und hinterfragt, warum dieser Schauplatz in der bisherigen Forschung im Vergleich zu Europa und Nordamerika unterrepräsentiert ist.

Welche zentralen Akteure stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die East India Company (EIC), die Compagnie des Indes (CdI) sowie die lokalen indischen Herrscher, insbesondere Siraj ud-Daulah.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?

Es geht darum, die Sichtweisen der jeweiligen europäischen Kriegsparteien auf Indien anhand von zeitgenössischen Quellen herauszuarbeiten und zu prüfen, ob die Intervention als Verteidigungsakt oder als gezielter Machtausbau zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Autorin/der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse zweier Memoranden und politischer Schriften der Zeit (u.a. Campbell/Watts und Roubaud), um die subjektiven Perspektiven der Akteure zu spiegeln.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Ausgangslage in Indien, den Verlauf der Handelsrivalitäten und die Rechtfertigungsstrategien der Briten und Franzosen bezüglich des Ausbruchs des „Dritten Karnatischen Krieges“.

Was charakterisiert die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch einen stark quellenorientierten Ansatz aus und hinterfragt kritisch die „offizielle“ Darstellung der frühen britischen Kolonialgeschichte durch die Beteiligten selbst.

Wie bewerten die Zeitgenossen das „Black Hole of Calcutta“?

Das „Black Hole of Calcutta“ wird in der britischen Darstellung als zentrales Motiv für die Rechtfertigung militärischer Gewalt gegen Siraj ud-Daulah verwendet, während neuere Forschung die historische Präzision dieses Narrativs in Zweifel zieht.

Warum spielt die Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) eine untergeordnete Rolle?

Die VOC verhielt sich während des Konflikts weitgehend neutral und war militärisch kaum in die Kampfhandlungen involviert, weshalb der Fokus des Autors auf den aktiveren Akteuren EIC und CdI liegt.

Welche Rolle spielt die „Revolution in Bengal“ in den Quellen?

Die Quellen von Campbell und Watts stilisieren den Sturz des Nawab als „Revolution“, um die britischen Maßnahmen zur Machtübernahme als notwendige Stabilisierungsmaßnahme erscheinen zu lassen.

Warum stellt der Autor Roubauds Position als schizophren dar?

Roubaud einerseits kritisiert die Gier nach Kolonien und das militärische Handeln der EIC, plädiert aber andererseits für eine starke direkte französische Herrschaft, was seine eigene Argumentation über die Schädlichkeit kolonialer Abenteuer untergräbt.

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Details

Title
Der Kriegsschauplatz Indien im Siebenjährigen Krieg. Sichtweisen europäischer Kriegsteilnehmer auf den 3. Karnatischen Krieg
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Seminar für Geschichtswissenschaft)
Grade
3,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
89
Catalog Number
V1268718
ISBN (PDF)
9783346710529
ISBN (Book)
9783346710536
Language
German
Tags
Indien 7-jähriger Krieg 3 schlesischer Krieg Ost-Indien-Kompagnie Men on the spot
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Der Kriegsschauplatz Indien im Siebenjährigen Krieg. Sichtweisen europäischer Kriegsteilnehmer auf den 3. Karnatischen Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268718
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