Menschen verhalten sich im Umgang miteinander häufig sehr höflich. Dies geschieht in der Regel völlig unbewusst, ohne dass sie groß darüber nachdenken, besonders höflich zu sein. Geoffrey Leech, ein englischer Sprachwissenschaftler, hat sich in seinem Buch Principles of Pragmatics darüber Gedanken gemacht und das Politeness Principle aufgestellt was in gewisser Weise ein Leitfaden dafür ist, wie man zueinander höflich ist. In dieser Hausarbeit soll nun untersucht werden, inwieweit dieses Politeness Principle nach Leech seine Anwendung auch im Fernsehen findet. Zuerst wird ein theoretischer Überblick über das Politeness Principle und seine Maxime gegeben bevor sich diese Arbeit dann an spezielle Dialogpassagen der Sitcom Two and a Half Men wendet, an denen untersucht wird, ob einige Maxime nach Leech darin zum Einsatz kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leech‘s Politeness Principle und dessen Anwendung in der Sitcom Two and a Half Men
2.1. Geoffrey Leech
2.2. Das Politeness Principle
2.3. Die Höflichkeitsmaxime nach Leech
2.3.1. Tact Maxim
2.3.2. Generosity Maxim
2.3.3. Approbation Maxim
2.3.4. Modesty Maxim
2.3.5. Agreement Maxim
2.3.6. Sympathy Maxim
2.4. Das Politeness Principle in Two and a Half Men
2.4.1. Two and a Half Men
2.4.2. Die Anwendung des Politeness Principle
3. Fazit
4. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das von Geoffrey Leech formulierte „Politeness Principle“ und die zugehörigen Höflichkeitsmaximen in der Kommunikation von Charakteren innerhalb der Sitcom „Two and a Half Men“ Anwendung finden.
- Theoretische Grundlagen von Geoffrey Leechs Höflichkeitsprinzip
- Detaillierte Analyse der sechs Maxime (Tact, Generosity, Approbation, Modesty, Agreement, Sympathy)
- Praktische Untersuchung von Dialogpassagen aus der Episode „Big Flappy Bastards“
- Untersuchung von Sprachhandlungen wie Indirektheit, Minimizers und Lob
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Tact Maxim
Das Tact Maxim sagt folgendes aus: „Minimize cost to other“ (Leech 1983:132). Dies bedeutet, der Sprecher soll jene Äußerungen möglichst gering halten, die dem Zuhörer (h) einen Aufwand auferlegen. Leech zeigt dies anhand von 2 Skalen – der Cost-Benefit-Scale und der Indirectness-Scale.
Cost-Benefit-Scale
cost to h less polite
[1] Peel these potatoes.
[2] Hand me the newspaper.
[3] Sit down.
[4] Look at that.
[5] Enjoy your holiday.
[6] Have another sandwich.
benefit to h more polite
(Leech 1983:107)
Die Cost-Benefit-Scale repräsentiert die Kosten oder den Nutzen, den ein Zuhörer trägt. Die Sätze [1] und [2] sind offensichtlich wenig taktvoll, denn sie erlegen dem Zuhörer eine Aufgabe (und somit einen Aufwand) auf. Sie sind somit auch eher unhöflich. Die Sätze [3] und [4] verlangen zwar auch etwas vom Zuhörer, jedoch ist „sitzen“ und „schauen“ kein großer Aufwand. Die letzen beiden Aussagen fordern nun auch etwas, jedoch hat der Zuhörer davon einen Nutzen (somit also keinen Aufwand) in Form eines Brötchens oder eines schönen Urlaubs, was wieder sehr höflich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Geoffrey Leech als theoretischen Ausgangspunkt vor und definiert das Ziel der Arbeit, die Anwendung seines Höflichkeitsprinzips in TV-Dialogen zu prüfen.
2. Leech‘s Politeness Principle und dessen Anwendung in der Sitcom Two and a Half Men: Dieses Hauptkapitel erläutert zunächst die Person Geoffrey Leech, definiert das Höflichkeitsprinzip und analysiert die sechs Maxime anhand von Beispielen, bevor die praktische Anwendung auf die Sitcom „Two and a Half Men“ erfolgt.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Höflichkeitsmaximen nach Leech tatsächlich als Analyseinstrument für Fernsehserien dienen können und in den untersuchten Dialogen vielfach auftreten.
4. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten Monographien, Internetquellen und die Filmgrundlage auf.
Schlüsselwörter
Politeness Principle, Geoffrey Leech, Höflichkeitsmaxime, Tact Maxim, Generosity Maxim, Approbation Maxim, Modesty Maxim, Agreement Maxim, Sympathy Maxim, Two and a Half Men, Linguistik, Pragmatik, Konversationsanalyse, Sitcom, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie höfliches Sprachverhalten nach dem „Politeness Principle“ von Geoffrey Leech in alltäglichen Dialogen einer amerikanischen Sitcom identifiziert und analysiert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die linguistische Pragmatik, insbesondere die Theorie der Höflichkeit, und deren Übertragung auf fiktive Dialoge in Fernsehserien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Charaktere in einer Sitcom wie „Two and a Half Men“ spezifische Höflichkeitsstrategien anwenden, um soziale Interaktionen zu steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die theoretische Beschreibung der sechs Maxime nach Leech und wendet diese methodisch auf konkrete Dialogtranskripte aus der zweiten Episode der ersten Staffel an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der sechs Maxime (Tact, Generosity, Approbation, Modesty, Agreement, Sympathy) und eine anschließende praktische Anwendung auf Szenen aus „Two and a Half Men“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Politeness Principle, Höflichkeitsmaxime, Pragmatik und Gesprächsanalyse charakterisiert.
Warum wird das Tact Maxim besonders hervorgehoben?
Das Tact Maxim wird hervorgehoben, da es anhand von Skalen wie der „Indirectness-Scale“ sehr anschaulich zeigt, wie durch die Wahl der Formulierung der Aufwand für den Gesprächspartner minimiert werden kann.
Wie zeigt sich die Anwendung des Agreement Maxims in der Serie?
Die Anwendung wird beispielsweise daran deutlich, dass Charaktere anderen zustimmen, um soziale Spannungen zu vermeiden oder Höflichkeit zu wahren, selbst wenn sie inhaltlich nicht vollständig der gleichen Meinung sind.
Welche Rolle spielen die "Minimizers" in der Analyse?
Minimizers dienen dazu, eine Aufforderung weniger belastend für den Zuhörer wirken zu lassen, indem die Bedeutung der Aufgabe oder der Aufwand sprachlich heruntergespielt werden.
Wird das Generosity Maxim in der gewählten Folge gefunden?
Nein, das Generosity Maxim findet in der untersuchten Episode keine explizite Erwähnung, obwohl es laut Autor in anderen Folgen der Serie durchaus zur Anwendung kommen dürfte.
- Quote paper
- Christoph Theis (Author), 2009, Das Politeness Principle nach Leech und dessen Anwendung in der Sitcom "Two and a half Men", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126874