Ziel dieser Arbeit ist es, ein Anforderungsprofil für Führungskräfte des 21. Jahrhunderts zu entwickeln. Die Arbeit widmet sich folgender Forschungsfrage: Welche Führungsstile werden gebraucht, um den Mitarbeiter des 21. Jahrhunderts allgemein und während der Corona-Pandemie optimal zu führen und so auch seine Motivation und Hingabe für die Aufgaben der Organisation zu wecken?
Zwar ist diese Forschungsfrage recht offen gehalten, jedoch wird sie durch die nachfolgend formulierten Hypothesen, die auch die Relevanz der Mitarbeiter thematisieren, weiter eingeschränkt. Folgende Hypothesen ergeben sich aus der Forschungsfrage:
1. Die Mitarbeiterführung in der Industrie 4.0 legt den benötigten Fokus auf die Ressource ‚Mensch‘ und richtet ihre Eigenschaften entsprechend danach aus.
2. H0: Je zufriedener die Mitarbeiter in einem Unternehmen sind, desto eher fühlen sie sich durch ihre Tätigkeit motiviert.
3. H0: Die allgemeine Motivation von Mitarbeitern ist nur mäßig durch die Führungskraft als Motivator bedingt.
4. Die allgemeinen Anforderungen an eine Führungskraft unterscheiden sich nicht von denen, die während der Corona-Pandemie gefordert werden.
Zur Einordnung der Forschungsfrage und der Hypothesen wird eine quantitative, internetbasierte Arbeitnehmerumfrage, die sowohl die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer jeweiligen Führungskraft als auch deren Anforderungen an diese untersucht. Zudem wurden mehrere qualitative Experteninterviews mit Führungskräften und Unternehmensberatern durchgeführt, um deren eigene Einschätzung abzufragen.
Zunächst wird jedoch die Thematik der Führung in Unternehmen und deren Entwicklung im historischen Verlauf in Kapitel 2 betrachtet. Anschließend soll der Begriff ‚Führung‘ genauer vorgestellt werden und es sollen die, in der Theorie allgemein geltenden Anforderungen an effektive Führungskräfte des 21. Jahrhunderts, sowie deren Eigenschaften in Kapitel 3 näher erläutert werden. In Kapitel 3.2 werden zwei Führungsstile vorgestellt, die bereits in verschiedenen Studien mit Führungserfolg und effektiver Führung in Zusammenhang gebracht wurden. Der empirische Teil der Forschung wird in Kapitel 4 umfassend erläutert. Die Ergebnisse der beiden Untersuchungen werden mit Hinblick auf die Forschungsfrage und die Hypothesen ausgewertet, um anschließend in Kapitel 4.6 ein Anforderungsprofil zu entwickeln. Abschließend werden die Ergebnisse diskutiert und es wird ein Ausblick auf weiterführende Studien gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziele und Aufbau der Arbeit
2. Historische Einordnung
2.1. Die industriellen Revolutionen des 20. Jahrhunderts
2.2. Die Y-Theorie von Douglas McGregor
2.3. Die Globalisierung
2.4. Die Digitalisierung und die Industrie 4.0
3. Die Führungskraft
3.1. Führung
3.2. Führungsstile
3.2.1. Beeinflussung der Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit durch Führung
3.2.2. Beyond Budgeting als Führungsstil
3.2.3. Transformationale Führung
3.3. Die Eigenschaften einer Führungskraft
3.3.1. Definition von ‚Eigenschaft‘
3.3.2. Entwicklung der bisherigen Führungsanforderungen
3.3.3. Grundlegende Führungseigenschaften
4. Empirische Forschung
4.1. Festlegung des Forschungsdesigns
4.2. Erhebungsmethode
4.2.1. Experteninterviews
4.2.2. Online-Umfrage
4.2.3. Das Scoring-Modell
4.3. Qualitative Auswertung der Interviews
4.4. Statistische Auswertung der Online-Umfrage
4.5. Zusammenfassung
4.6. Entwicklung eines Anforderungsprofils für Führungskräfte im 21. Jahrhundert
5. Diskussion und kritische Würdigung
5.1. Diskussion
5.2. Kritische Würdigung
6. Fazit und Ausblick
6.1. Fazit
6.2. Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Entwicklung eines Anforderungsprofils für Führungskräfte im 21. Jahrhundert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Führungsstile benötigt werden, um Mitarbeiter in der heutigen Zeit, auch spezifisch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie, optimal zu führen und deren Motivation sowie Bindung an die Organisation zu stärken.
- Historische Entwicklung von Führung und Menschenbildern
- Analyse moderner Führungsstile wie Beyond Budgeting und Transformationale Führung
- Empirische Untersuchung mittels Experteninterviews und quantitativer Online-Umfrage
- Identifikation relevanter Führungseigenschaften
- Entwicklung eines Scoring-Modells für ein zielgruppenorientiertes Führungsprofil
Auszug aus dem Buch
Die Y-Theorie von Douglas McGregor
McGregor akzeptierte, dass das Erreichen der Zusammenarbeit in einer industrialisierten Gesellschaft bedeutend schwieriger ist als in einer traditionellen Umwelt (Ouchi & Price, 1978, S. 31), und schlug in seinem Buch „Der Mensch im Unternehmen“ von 1986 eine neue Theorie des Menschen vor, die vor allem durch Theorien von Maslow beeinflusst war (McGregor, 1986, S. VII). McGregors Theorie trug maßgeblich zur Humanisierung der Arbeitswelt bei und stieß damit mitunter auch den Wandel der Arbeitsstrukturen im deutschsprachigen Raum und der deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre an (Picot et al., 1996, S. 440).
McGregor ging davon aus, dass jede Art von Management auf Theorie beruht, genauer auf Voraussetzungen, Verallgemeinerungen und Hypothesen (McGregor, 1986, S. 5). Seiner Meinung nach gehen die Führung und der Umgang mit den Mitarbeitern hauptsächlich auf das Menschenbild der von McGregor entwickelten Theorie X zurück. Diese geht von drei Grundannahmen aus (S. 27 f.):
1. Der Durchschnittsmensch hat eine angeborene Abneigung gegen Arbeit und versucht ihr aus dem Weg zu gehen.
2. Diese Arbeitsunlust führt dazu, dass er zur Arbeit gezwungen werden muss. Um dem Nachdruck zu verleihen, können auch Strafen verhängt werden, denn das Unternehmensziel muss erreicht werden.
3. Der Durchschnittsmensch besitzt wenig Ehrgeiz und ein hohes Sicherheitsbedürfnis, weswegen er sich gerne vor Verantwortung drückt und an die Hand genommen werden muss.
Diese Annahmen stellen die Basis vieler Führungsstrategien dar und sollen die Verhaltensweisen der Mitarbeiter mit der menschlichen Natur erklären. Um die Theorie X und die genannten Punkte zu widerlegen, argumentiert McGregor mit dem Streben der Bedürfnisbefriedigung eines jeden Menschen gemäß Maslows Theorie der Bedürfnisbefriedigung, hier in Abbildung 1 dargestellt (1943).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer veränderten Arbeitswelt ein und definiert das Ziel, ein zeitgemäßes Anforderungsprofil für Führungskräfte zu erstellen.
2. Historische Einordnung: Dieses Kapitel beleuchtet die geschichtliche Entwicklung von Managementmodellen und Menschenbildern vom Taylorismus bis zur Digitalisierung.
3. Die Führungskraft: Dieser Abschnitt analysiert das Wesen der Führung, moderne Führungsstile sowie die notwendigen Eigenschaften einer effektiven Führungskraft.
4. Empirische Forschung: Hier wird das methodische Design der Untersuchung erläutert, bestehend aus Experteninterviews und einer Online-Mitarbeiterumfrage zur Anforderungserhebung.
5. Diskussion und kritische Würdigung: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Forschung und setzt sie in den Kontext der theoretischen Führungsmodelle.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bietet Perspektiven für zukünftige Arbeiten und die praktische Umsetzung der Anforderungen.
Schlüsselwörter
Führung, Führungskraft, Anforderungsprofil, Mitarbeitermotivation, Arbeitszufriedenheit, Transformationale Führung, Beyond Budgeting, Industrie 4.0, Digitalisierung, VUCA, Corona-Pandemie, Menschenbild, Personalentwicklung, Führungstheorie, Empirische Forschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welche Anforderungen Führungskräfte im 21. Jahrhundert erfüllen müssen, um den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden und ihre Mitarbeiter erfolgreich und motiviert zu führen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der historische Wandel von Führungsstilen, die Auswirkungen der Digitalisierung, die theoretischen Ansätze der transformationalen Führung und des Beyond Budgeting sowie die empirische Identifikation von Führungseigenschaften.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage fragt nach den notwendigen Führungsstilen, um Mitarbeiter des 21. Jahrhunderts optimal zu führen und deren Motivation sowie deren Hingabe an Unternehmensorganisationen zu fördern, insbesondere unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, der qualitative Experteninterviews zur Gewinnung von Einblicken in unternehmerisches Denken und eine quantitative Online-Umfrage unter Arbeitnehmern zur statistischen Analyse kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Einordnung von Führungstheorien, der detaillierten Beschreibung von Führungsstilen sowie der empirischen Untersuchung und Auswertung der Anforderungen an heutige Führungskräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Führung, Anforderungsprofil, Mitarbeitermotivation, Industrie 4.0, VUCA, Transformationale Führung und Arbeitszufriedenheit.
Welche spezifische Rolle spielt die Corona-Pandemie für das Anforderungsprofil?
Die Arbeit analysiert, wie sich die Anforderungen von Mitarbeitern während der Corona-Pandemie verändert haben, wobei soziale Aspekte und der Bedarf an Kommunikation und Vertrauen eine neue Gewichtung erhalten haben.
Zu welchem Ergebnis kommt das Scoring-Modell?
Das Scoring-Modell führt zu einer Rangfolge von Führungseigenschaften, wobei Vertrauen, Empathie und Kommunikationsfähigkeit an der Spitze der Anforderungen für eine erfolgreiche Führung stehen.
- Quote paper
- Sarah Busch (Author), 2020, Anforderungen für Führungskräfte des 21. Jahrhunderts. Wie gelingt erfolgreiche Führung in der Corona-Krise?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268796